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23. Jänner 2019 – Jour Fixe

Polona Vidmar (Brünn):

Auf den Spuren der Gemäldesammlungen der Grafen von Leslie

Moderation: Friedrich Polleroß

Zeit und Ort: 18:30 Uhr, Hörsaal 30, Hauptgebäude der Universität Wien (1010 Wien, Universitätsring 1)

Abstract:

Durch das Mitwirken an der Ermordung des kaiserlichen Generalissimus Albrecht Wallenstein 1634 legte der schottische Offizier Walter Leslie den Grundstein für seine Kariere am kaiserlichen Hof sowie für den Wohlstand der nächsten vier Generationen der Reichsgrafen von Leslie. Während seiner diplomatischen Tätigkeit knüpfte er Kontakte mit bedeutenden Kunstsammlern wie Thomas Howard Earl of Arundel und Basil Feilding Earl of Denbigh und verheiratete seinen Neffen mit einer der Töchter des Bauherrn, Kunstsammlers und Autors Karl Eusebius von Liechtenstein. Die Gemäldesammlungen der Grafen von Leslie in ihren Residenzen in Neustadt an der Mettau (Nové Město nad Metují) in Böhmen, Pettau (Ptuj) in Slowenien, Pernegg in der Steiermark sowie in ihrem Grazer Stadtpalais sind nach dem Aussterben der Familie 1802 durch die fürstliche und eine gräfliche Linie der Familie Dietrichstein vererbt worden. Während die Spuren der meisten Gemälde verloren gegangen und sie nur in den Nachlassinventaren nachweisbar sind, kann man den Transfer einiger Gemäldeserien, vor allem Porträts, im 19. Jahrhundert anhand verschiedener Dokumente gut verfolgen und sie in öffentlichen und privaten Sammlungen in Österreich, Böhmen und Slowenien sogar identifizieren.

Zur Person:

Polona Vidmar studierte Kunstgeschichte an der Universität Graz. Bis 2008 war sie Kuratorin für Kulturgeschichte im Regionalmuseum Ptuj-Ormož und ist seitdem an der Universität Maribor, seit 2012 als a.o. Professorin, tätig. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen Auftraggeber und Mäzene, Kunstsammlungen, Malerei des 17. Jahrhunderts und Skulptur um 1400. In Österreich erschienen ihre Bücher „Die Herren von Pettau als Bauherren und Mäzene“ (Graz 2006) und „Das Grabmal des ersten Herzogs der Steiermark. Zu Ikonographie, architektonischem Kontext und Rezeption des Otakar-Grabmals aus der ehemaligen Kartause Seitz (Žiče)“ (Graz 2014).

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