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10. April 2019 – Jour fixe

Christian Standhartinger (Wien)

Diplomatie, Krieg und Geld: Spanische Subsidienzahlungen an Kaiser Leopold I. zu Beginn des Holländischen Krieges 1672‒1673

Moderation: Thomas Winkelbauer

Zeit und Ort: 18:30 Uhr, Hörsaal 30, Hauptgebäude der Universität Wien (1010 Wien, Universitätsring 1)

Abstract:

„Wer zahlt, schafft an!“ Dieses uns wohlbekannte Sprichwort beschreibt den Umstand, dass derjenige, der für einen anderen Finanzierung bereithält, auch Zweck und Verwendung seiner Gelder (mit-)bestimmt. Traf dies aber auch für eine frühneuzeitliche Form der Kriegsfinanzierung zwischen Bündnispartnern, die Subsidienzahlungen, zu?

Aus naheliegenden Gründen wurden Subsidienzahlungen der Frühen Neuzeit bislang häufig aus finanzgeschichtlicher Perspektive betrachtet. Mein Zugang hingegen stützt sich vorrangig auf das diplomatische und politische Schriftgut der beiden Höfe in Wien und Madrid. Spanien und sein Botschafter in Wien versuchten zu Beginn des Holländischen Krieges, Kaiser Leopold I. zum Eintritt in den Krieg gegen Frankreich zu bewegen. Dabei spielte die Aussicht auf spanische Hilfsgelder für den Unterhalt der kaiserlichen Truppen eine prominente Rolle, ebenso aber die diplomatischen Interventionen des Botschafters, um Leopold die Gefahren einer französischen Expansion im Westen vor Augen zu halten.

Dementsprechend umfasst der Quellenkorpus meiner Analyse die Berichte des spanischen wie des kaiserlichen Botschafters, die Briefe des Kaisers an seinen Repräsentanten in Madrid und die Sitzungsprotokolle der außenpolitisch höchsten Gremien beider Monarchien, des Spanischen Staatsrates und der Geheimen Konferenz. Auf Grundlage dieser Quellen versteht sich mein Vortrag als Versuch, Subsidien als Produkt von und Anstoß zu Verhandlungen nachzuvollziehen und die Frage zu klären, wie die spanischen Subsidien das Verhältnis beider Höfe zueinander vor dem Hintergrund einer gemeinsamen Ausrichtung der Kriegsanstrengungen strukturierten.

Zur Person:

Christian Standhartinger (*1992), seit Oktober 2011 Student der Lehramtsfächer Spanisch und Geschichte an der Universität Wien, Diplomand im Fach Geschichte unter Betreuung von Univ.-Prof. Dorothea Nolde. Auslandsaufenthalt in Madrid von September 2016 bis Februar 2017. Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei zwei Editionsprojekten von frühneuzeitlichen Quellen in Wien (ÖAW) und an der Universidad de Granada.

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