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Französische Revolution und Religion

Von der Verfolgung zur Entchristianisierung

Impressum

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Überblick

Religiöse Situation vor 1789

Problem der Finanzen

Einschränkungen/Verfolgung:

Entchristianisierung:

Die Entwicklung bis 1801

Die Kirche des 19. Jh.

Literaturverzeichnis

 

Die katholische Kirche Frankreichs im 19. Jahrhundert

Das 19. Jahrhundert brachte ein Wiedererstarken des Katholizismus in Frankreich. Gleich nach der Thronbesteigung Ludwigs XVIII. im Jahre 1814 erhob er den Katholizismus erneut zur Staatsreligion. Sein Bruder und Nachfolger Karl X. setzte diese klerikale Politik fort. Die Zahl der jährlichen Priesterweihen nahm rasch zu und gleichzeitig erfolgte die Wiederherstellung der religiösen Orden und Kongregationen. Ziel der Kirche war die Rechristianisierung der Gesellschaft. Um dies zu erreichen, bediente man sich vor allem zweier bedeutender Hilfsmittel: der christlichen Erziehung der Jugend und der Volksmission für die Erwachsenen. (Handbuch der Kirchengeschichte, 147)

Die Revolution von 1830 traf die Kirche beinahe ebenso schwer wie die Dynastie, doch schon 1833 hatten sich die Beziehungen zwischen Kirche und Staat wieder normalisiert. In den 18 Jahren der Julimonarchie (1830-1848) konnte sich der kirchliche Wiederaufbau konsolidieren und in einigen Bereichen sogar gegenüber der Zeit der Restauration weiterentwickeln. Auch nach der Revolution von 1848 wurden die Begünstigungen für die Kirche von der Regierung vermehrt. Die Priesterweihen stiegen abermals an, dadurch erscheint das Zweite Kaiserreich als „Höhepunkt zwischen einer Periode mittelmäßiger Entwicklung, nämlich der Julimonarchie, und einer Periode des fortschreitenden Abstiegs unter der Dritten Republik.“ (Handbuch der Kirchengeschichte, 520)

In der Dritten Republik kam es ab 1879 wieder zum Kampf gegen die Kirche, vor allem in Bezug auf die Orden und das Schulwesen. Ziel dieser Politik war die Aufkündigung des Konkordats. So war schon im Sommer 1881 die Trennung von Kirche und Staat ein Hauptthema des Wahlkampfes. Es gab zwar immer wieder Bemühungen diesen Bruch zu vermeiden, schlussendlich wurde jedoch 1905 das Gesetz über die Trennung von Kirche und Staat beschlossen, welches das Konkordat von 1801 beseitigte. Die Bischöfe wurden nunmehr vom Vatikan ernannt und die staatliche Besoldung für die Geistlichen wieder abgeschafft. (Frankreich-Lexikon, 254) Diese Trennung von Kirche und Staat ist auch heute noch in Frankreich gültig.