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Französische Revolution und Religion

Von der Verfolgung zur Entchristianisierung

Impressum

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Überblick

Religiöse Situation vor 1789

Problem der Finanzen

Einschränkungen/Verfolgung:

Entchristianisierung:

Die Entwicklung bis 1801

Die Kirche des 19. Jh.

Literaturverzeichnis

 

Der Eid

Die Bischöfe lehnten die Constitution civile du clergé nicht grundsätzlich ab, aber sie versuchten von König und Papst die ordnungsgemäße Inkraftsetzung zu erreichen. Am 30. Oktober 1790 veröffentlichten die der Versammlung angehörigen Bischöfe eine Darstellung der Grundsätze über die Zivilverfassung des Klerus, in der sie sie nicht verurteilten, aber vor ihrem Inkrafttreten die päpstliche Zustimmung verlangten. Die französischen Bischöfe wollten dadurch vom Papst die kanonischen Vollmachten erhalten, ohne die sie sich nicht zur Reform der Kirchenbezirke und der Episkopalräte berechtigt hielten. (Soboul, 173)
Der Papst sah sich aber aus verschiedenen Gründen zum Widerstand veranlasst und zögerte die Entscheidung hinaus.
Nach dem Tod eines Bischofs befahl die verfassungsgebende Versammlung die Wahl eines Nachfolgers nach dem festgelegten Modus, ohne jedoch die päpstliche Zustimmung zur Zivilkonstitution abzuwarten. Daraufhin formierte sich gegen diese Missachtung Roms in verschiedenen Provinzen ein massiver Widerstand. Die Nationalversammlung war nun ihrerseits gezwungen, Druck auf den zögernden Klerus auszuüben. Am 27. November 1790 verlangte sie daher von all jenen Geistlichen, die ein öffentliches Amt bekleideten, einen Eid auf die Verfassung abzulegen. Dieser Eid umfasste auch die Zustimmung zur Neuregelung der kirchlichen Angelegenheiten durch die Zivilkonstitution. (Schleich, 181)
Die Geistlichen sollten binnen acht Tagen unter Androhung des Verlustes ihres Amts bzw. der Verfolgung den Eid ablegen.
Während von 125 Bischöfen nur sieben den Eid leisteten, schwur etwa die Hälfte der Pfarrer, wobei im Süden und Südosten die Verfassungstreuen oder Eidesleister, im Norden und Nordwesten die Eidverweigerer überwogen. (Markov/Soboul, 110)

Am 5. Februar 1791 verbot die Nationalversammlung den eidverweigernden Priestern in der Öffentlichkeit zu predigen. Im März wurden mit den Wahlen für die freigewordenen Bischofsstühle und Pfarrstellen begonnen, wobei oft junge, ambitionierte Priester, die meist größeren politischen als religiösen Eifer zeigten, als Kandidaten geführt wurden. (Catholic Encyclopedia, 6)
Der Papst sah sich nun, nachdem Talleyrand und Gobel mit dem Aufbau eines neuen Episkopats begannen, zum Handeln gezwungen. In zwei Briefen vom 10. März und 13. April 1791 verurteilte er die Zivilkonstitution, verdammte darin aber auch die Freiheitsidee der Revolution und die Erklärung der Menschenrechte.
Dadurch kam es zur endgültigen Spaltung der französischen Kirche in die sogenannte "église constitutionelle/assermentée" (eidesleistende Kirche) und in die "église réfractaire" (eidverweigernde Kirche). (Uni Würzburg, 25)

Der Priestereid