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Französische Revolution und Religion

Von der Verfolgung zur Entchristianisierung

Impressum

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Überblick

Religiöse Situation vor 1789

Problem der Finanzen

Einschränkungen/Verfolgung:

Entchristianisierung:

Die Entwicklung bis 1801

Die Kirche des 19. Jh.

Literaturverzeichnis

 

Die église réfractaire

Der Forderung des Papstes, die bereits auf die Verfassung geleisteten Eide zu widerrufen, kamen eine große Zahl der Pfarrer nach (etwa 22.000 von 28.000), sodass sich für die französische Regierung die Besetzung von vakanten Stellen immer problematischer gestaltete.
Die neuen eidleistenden Pfarrer beteiligten sich aktiv am Umbau der Kirche. Dies führte zu provokatorischen Maßnahmen wie der Verheiratung von Priestern, die die Gläubigen am Wert der Sakramente, die von eidleistenden Pfarrern gespendet wurden, zweifeln ließen. (Schleich, 182)

Am 1. Oktober 1791 löste die gesetzgebende Nationalversammlung, welcher 26 Geistliche angehörten, die verfassungsgebende Nationalversammlung ab. Sie erwies sich jedoch als wesentlich christenfeindlicher. Die Revolution war von Anfang an prinzipiell nicht kirchenfeindlich, dies änderte sich nun aber, indem sich die gesetzgebende Nationalversammlung für eine radikale Verfolgung der Eidverweigerer entschied. Alle eidverweigernden Priester wurden aus ihren Gemeinden deportiert und im August 1792 hob die Versammlung die im Unterrichts- bzw. Gesundheitswesen tätigen Orden auf, nachdem der Staat diese Aufgaben selbst übernommen hatte und schloss die letzten Klöster. Weiters wurde das Tragen geistlicher Kleidung untersagt und in der Hauptstadt wurde ein Prozessionsverbot erlassen. Bis zum Frühjahr 1793 gingen etwa 30.000 Geistliche ins Exil, etwa 2.000 wurden deportiert. Im September 1792 wurden in den Pariser Gefängnisses cirka 300 Geistliche ermordet. (Schleich, 182)
Obwohl die Bevölkerung größtenteils negativ auf diese Ereignisse reagierte, folgte nun die eigentliche Entchristianisierung, von der auch die eidesleistenden Priester nicht mehr verschont blieben. (Uni Würzburg, 26)