Die französischen Kolonien:

Das französische Weltreich

Frankreich war nach Großbritannien die größte Kolonialmacht und das größte Weltreich der Erde. Frankreich gründete seine ersten Kolonien in Nordamerika. 1535 umsegelte der französische Seefahrer Jacques Cartier Neufundland und gründete eine Siedlung am St. Lorenz Bai (Nordamerika).

Cartier nahm einen großen Teil Kanadas für Frankreich in Besitz. Er segelte bis zu dem Dorf Stadacona. Heute steht an dieser Stelle die Stadt Quebec. Die erste europäische Siedlung wurde von dem Seefahrer Samuel de Champlain gegründet, der hier 1608 eine Handelsstation errichtete.


1629 wurde Quebec von den Engländern eingenommen, drei Jahre später aber von Frankreich zurückerobert. Als die Kolonie Neufrankreich 1663 zur königlichen Provinz ernannt wurde, übernahm Quebec die Rolle als Hauptstadt. Englische Expeditionen versuchten in den Jahren 1690 und 1711 erfolglos Quebec einzunehmen.

Cartier erreichte auch das Indianerdorf Hochelaga. Er nannte diesen Hügel Mont Réal (Königsberg). Davon ist der Name der heutigen Stadt Montreal abgeleitet. In der folgenden Zeit drangen die Franzosen von der Mündung des St. Lorenzstromes bis zur Kanadischen Seenkette vor und erreichten 1680 den Mississippi. Am Einfluss des Missouri entstand 1682 St. Louis. In der Karibik an der Mündung des Mississippi entstand 1718 die Stadt New Orleans. Die Franzosen verbunden ihre Gebiete im Süden mit den Gebieten im Norden entlang des Mississippi. Das Gebiet erhielt den Namen zu ehren ihres Königs Ludwig XIV. Louisiana. Damit schlossen sie den Briten den Weg nach Westen ab.

Auch auf den Westindischen Inseln (Karibik) und in Südamerika setzte sich Frankreich fest; bereits 1604 errichteten die Franzosen auf dem Gebiet von Französisch-Guyana (1664) die Stadt Cayenne und besiedelten 1635 die beiden Inseln Martinique und Guadeloupe. 1660 musste Spanien im Frieden von Rijswijk West-Haiti an die Franzosen abtreten. Frankreich gründete auch ein Handelsstationen an der afrikanischen Westküste. Außerdem besaß Frankreich Handelsstationen an der indischen Küste, sie standen in einer starken Rivalität zu den britischen Handelsgesellschaften und Stationen.

1759 war das Jahr der französischen Niederlage in Nordamerika; Die Briten eroberten im September Quebec und 1760 kapitulierten die gesamten französischen Streitkräfte in Kanada. 1763 schlossen Frankreich und Großbritannien in Paris Frieden. Frankreich musste einen großen Teil seiner Besitzungen in Indien sowie Kanada und alle Gebiete östlich des Mississippi an Großbritannien abtreten. Ein Teil der französischen Gebiete am Mississippi mit New Orleans ging an Spanien. Für Frankreich war dieser Friedensschluss einen große koloniale Niederlage.

Aber schon 1800 musste Spanien das Mississippigebiet wieder an Frankreich zurückgeben. Frankreich verkaufte dann schon 1803 das Gebiet an die neugeborenen Vereinigten Staaten, die sich damit fast um das doppelte vergrößerten.

Frankreich hatte in Nordamerika nichts mehr zu holen, es beschäftigte sich jetzt um Afrika. Von 1830 bis 1912 erwarb Frankreich fast die Hälfte des afrikanischen Kontinents. 1830 eroberte Frankreich Algerien und zwischen 1843 bis 1897 eroberte Frankreich die komplette Sahara. 1898 stießen die von Westen nach Osten erobernden Franzosen mit den von Süden nach Norden erobernden Briten am Nil zusammen. Die Mächte standen kurz vor einem Krieg bis Frankreich schließlich nachgab. Im Indischen Ozean erwarb Frankreich 1885 Madagaskar, es verschaffte Frankreich mit den Inseln aus dem 16. Jahrhundert die entgültige Übermacht im Indischen Ozean. Der zweitgrößte französische Besitz war Indochina (Vietnam, Kambodscha). Frankreich hatte am Ende der Weltaufteilung ein großes Stück abbekommen.

Quelle:
http://www.colony-info.de/d/histkap5.html (08.11.2002)
http://www.lsg.musin.de/Geschichte/lkg/Verfassungen/imperialismus-F.htm (08.11.2002)

Die französischen Kolonien vom 15. Jahrhundert bis heute: