Karin C. Preisendanz

 
     
  Forschungsgebiete:
Geschichte der indischen Philosophie, Geistesgeschichte Indiens
 
  Vgl. die Publikationsliste.  
     
     
  Mesquita Roque  
     
  Forschungsgebiete:
Philosophie- und Religionsgeschichte Indiens, im speziellen:
Die Zeit der Hochblüte des Visishtadvaita und Madhvas philosophisches Oeuvre.
 
     
  Madhva, der Prophet und Philosoph des Hinduismus
Madhva gilt als eine schillernde Persönlichkeit in der Geisteswelt Indiens zu Beginn des 13. Jh.s, nicht zuletzt, weil er ein völlig neues in sich geschlossenes und kohärentes philosoph.-theolog. System entwickelt, das sich nicht auf eine bestehende Tradition berufen kann. Madhva bekennt sich zu dem in Indien allg. gültigen Lehrsatz, daß die Philosophie eng mit der Religion, also mit der Theologie verbunden ist. Eine Philosophie als Wissen, das ein Zweck für sich ist, ist der indischen Tradition fremd. Absolut neu ist bei Madhva jedoch, daß er sein philosoph. System mit dem prophetischen Denken verbindet. Denn er tritt als ein Lehrer mit ausgeprägtem Sendungs-bewußtsein auf, die Irrlehren zu bekämpfen, der Schreckensherrschaft der Dämonen ein Ende zu setzen, und die absolute Souveränität des Visnu zu verkünden. Er stützt sich dabei auf eine Weissagung, die er selber in eine Stelle des Veda mit Hilfe der fiktiven Quellenzitate hineininterpretiert (vaticinium ex eventu). Keiner von den vielen berühmten Hindu-Lehrern aus der Vergangenheit hatte es gewagt, sich selbst als eine Inkarnation Gottes herzugeben, eine Auszeichnung, die ihnen erst durch ihre Schüler zuerkannt wurde. Madhva hingegen macht seinen Anspruch geltend, ein glaubwürdiger Träger der Offenbarung Gottes zu sein, und im Auftrag Visnus zu sprechen. Madhva ist tief davon überzeugt, daß er kraft des göttlichen Charismas, d. h. durch seine Inbesitznahme durch Visnu für ihn spricht und somit Verkünder aller kanonischen Schriften im Kali-Zeitalter ist.
 
     
  Madhva: Vishnutattvanirnaya. Annotierte Übersetzung mit Studie von Roque Mesquita (im Druck)
Die an der genannten Übersetzung angeschlossene Studie versucht nicht nur die Er-kenntnislehre Madhvas darzulegen, sondern auch auch sein gesamtes philosophisch-theologisches System zu erschließen. Das beinhaltet Gott, Mensch und die Welt im Denken Madhvas. Madhva ist der erste Hindu-Philosoph, der sein dualistisches, auf dem Begriffspaar autonom/heteronom aufbauendes System in enger Anlehnung an die analogia entis entfaltet und begründet. Somit steht Madhva (1199-1279) der Gedankenwelt seines Zeitgenossen im Westen, nämlich Thomas von Aquin (1225-1274) sehr nahe. Im System Madhvas stehen der Mensch und die Welt in vollkommener Unterord-nung zu der unvorstellbaren Allmacht des höchsten Gottes Vishnu. Einerseits ist Vishnu, der aus sich selbst Seiende (ens a se = svayambhu), derjenige, der die un-begrenzte Fülle des Seins selbst ist (actus purus = pûrnatva / sarvadaikaprakâratvât satyam), absolut autonom (= svatantra) und unendlich. Andererseits existiert alles Außergöttliche nur in der essentiell begrenzten Teilhabe an diesem Unendlichen und so in seiner absoluten Heteronomie (= paratantra). So sind alle endlichen Wesen trotz ihrer Endlichkeit Vishnu, dem Unendlichen, ähnlich (similis = sadrisa) und zugleich unendlich unähnlich (analogia entis). Diese restlose bzw. radikale Abhängigkeit beschreibt Madhva mit Hilfe eines prägnanten und von ihm selbst geprägten Begriffes, daß alle Wesen ein Sein von Vishnu erhalten (ens ab alio = prarâdhînaviseshavattva), während er selbst sein eigenes Sein ist (ipsum esse subsistens = svâtantryenâstitâ tasya ). Creatio ex nihilo ist den indischen philosophischen Systemen unbekannt, Madhva kommt aber an sie sehr nah heran, wenn er erklärt, daß selbst die ewigen Prinzipien, wie die Ur-Materie, geistige Einzelseelen usw. ihr ewiges Sein von Vishnu erhalten, also ein endliches bzw. abhängiges Sein haben (ens contingens), das ins Nichts überginge, würde Vishnu es aus freien Stücken nicht stützen (yatprasâdâd ime santi na santi yadupekshayâ = De Potentia V 4,10: Quod sicut creaturae sunt ex nihilo, ita nihilum sunt redigibiles sic Deo placeret). So kann man Madhva mit Recht als den ersten Hindu-Philosophen bezeichnen, der in einer sehr originellen Weise sein philosophisch-theologisches System in einem prophetischen Rahmen vorstellt und es eigenschöpferisch durch analogia entis näher erklärt.
 
     
  Anschrift:
Privatadresse:
Speisingerstrasse 76/1/1/4 - A- 1130 Wien - Österreich Tel.: 0043-1-4277 43512
 
  E-Mail: Roque.Mesquita@univie.ac.at  
   
     
  Podzeit Utz  
     
  Forschungsgebiete :
 
(1)  Indische Religionsgeschichte: Studien zum Krishnaismus.  
(2)  Indische Literatur: Im Rahmen einer Homepage (http://www.univie.ac.at/UB-Wien/fbindo.htm) wird der gesamte als echt anerkannte Text von Kâlidâsa's Kumârasambhava in einer elektronischen Version zugänglich gemacht. Der Text umfaßt acht Kapitel (sargas) folgenden Inhalts: 1. Die Geburt der Umâ, 2. Die Offenbarung Brahmâ's, 3. Die Verbrennung des Liebesgottes, 4. Die Klage Ratis, 5. Die Frucht der Buße, 6. Die Verlobung der Umâ, 7. Die Hochzeit der Umâ und 8. Das Liebesspiel des Götterpaares.
In Vorbereitung :
a) Studie zu den subhâshitas (Sprüche und Sentenzen) im Kumârasambhava des Kâlidâsa unter besonderer Berücksichtigung der Stellung der Frauen und ihrer kreativen Rolle im religionssoziologischen Kontext Indiens;
b) Studie zum Spannungsfeld von Eros und Religion im Kumârasambhava des Kâlidâsa vor dem Hintergrund der koitalen Begegnung des legitim verheirateten Götterpaares Pârvatî und Shiva.
 
(3.)  Handschriftenkunde und Wissenschaftsgeschichte: a) Im Rahmen einer Homepage (http://www.univie.ac.at/UB-Wien/fbindo.htm) werden sämtliche an der Universität Wien aufbewahrten indischen Handschriften mit einer Kurzbeschreibung wesentlicher Merkmale aufgelistet. Darüber hinaus wird im Rahmen eines Forschungsprojektes (abhängig von der Gewährung entsprechender Mittel durch den Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung) unter Mitarbeit von Mag. VELIZAR SAVTCHOV SADOVSKI ein deskriptiver Katalog ausgearbeitet, der eine umfassende und internationalen Ansprüchen genügende Beschreibung sämtlicher an der Universität Wien vorhandener indischer Handschriften enthalten wird.
In Vorbereitung:
Bearbeitung der in der Österreichischen Nationalbilio-thek aufbewahrten Briefe GEORG BÜHLERS. Durch seine ausgedehnten Forschungen hat GEORG BÜHLER in indischen Handschriften-Bibliotheken zahllose verloren geglaubte Schätze der indischen Literaturgeschichte aufgefunden und zugänglich gemacht. Er war o.Prof. der altindischen Philologie und Altertumskunde und Vorstand des orientalischen Institutes an der Universität Wien, Mitglied zahlreicher internationaler wissenschaftlicher Akademien und Träger hoher Auszeichnungen. Die Handschriftenabteilung der Österreichischen Nationalbibliothek ist im Besitz von 40 Briefen BÜHLER's, die bislang unerschlossen geblieben sind. Die Briefe sind an OTTO BENNDORF, FRANZ VON MIKLOSICH, JOSEPH KARABACEK, ROBERT K. DOUGLAS und FERDINAND VON ANDRIAN-WERBURG gerichtet. Sie wurden in Wien, Zürich, London, Edinburgh und Bonn verfaßt, bei 14 Briefen fehlt die Ortsangabe.
 
     
  Anschrift:
Telefon: +43-1-4277 165 70
Fax: +43-1-4277 165 79
Adresse: Institut für Indologie Spitalgasse 2, Hof 4 A-1090 Wien
E-mail: utz.podzeit@univie.ac.at
 
  Siehe auch unter: www.univie.ac.at/UB-Wien/fbindo.htm  
     
  Prets Ernst  
     
  Forschungsgebiete:
Philosophie, Dialektik, Logik, Erkenntnistheorie, Methodologie
 
     
  Anschrift:
Oesterreichische Akademie d. Wissenschaften
Institut f. Kultur- u. Geistesgeschichte Asiens
Postgasse 7/4/3 (stimmt nur mehr bis zum Sommer!!!!)
A-1010 Wien Tel: ++43-1-51581-419 Fax: ++43-1-51581-427
 
  E-Mail: prets@oeaw.ac.at  
   
     
  Rastegar Nosratollah  
     
  Forschungsgebiete:
 
     
  Melzers Beitrag zur iranischen Philologie In der Reihe:
Arbeiten aus der Abteilung "Vergleichende Sprachwissenschaft" Graz, 1988 [vorgetragen im Okt. 1985 bei der 13. Tagung Österreichischer Linguisten in Graz, wiederholt am 17.4.1986 bei der Österr. Orientgesellschaft Hammer-Purgstall (Wien)]
 
  Onomastische Forschungsprobleme bei der neupersischen Überlieferung. Sonderdruck AÖAW 1987, pp. 79-109.  
  Uto von Melzer (1881-1961).
Werk und Nachlaß eines österreichischen Iranisten zusammen mit W. Slaje. Veröffentl. der Iranischen Kommission der ÖAW. Nr. 20, Phil.-hist. Klasse, Sb, 477. Band, Verlag der ÖAW, Wien 1987. [rez. in: WZKS, XXXII/1988; ferner in: Kratylos, 33, 1988, 175f. sowie in Orientalische Literaturzeitung, 86, 1991- 4, pp. 427-429].
 
  Moxtasari dar bare-ye te'ori wa tarix-ce-ye re'alism
(Theorie und Geschichte des literarischen Realismus). In: Rahaward, 2. Jhg. Nr. 2, Wien 1988 (persisch)[selbst Mitherausgeber dieser Kulturzeitschrift].
 
  Zur Problematik einiger handschriftlicher Quellen des neupersischen Namenbuches
Veröffentlichungen der Kommission für Iranistik der ÖAW, Nr. 23, Phil.-hist. Klasse, Sb, 525. Bd., Hrsg. v. Manfred Mayrhofer. Verlagder ÖAW, Wien 1989.
 
  Daramadi bar 'ilm-i adabiyyat
(Einführung in die Literaturwissenschaft) zunächst veröffentlicht in 200 Exempl. an der Geisteswiss. Fakultät der Univ. Teheran (1979/80), revidiert und erweitert als Aufsatzserie ašna'i ba 'ilm-i adabiyyat (1-7), davon bisher erschienen Nr. 1-5 in der Kulturzeitschrift: Rahaward, 2. Jhg., Nr. 4, Wien, Jänner 1989; Nr. 5, Wien, Dez. 1989 sowie Nr. 6, Wien, Sommer 1990, Nr. 7, Frühling 1991 und Nr. 8 1992 (persisch).
 
  Österreich. Ein Land im Herzen Europas. Aus dem Deutschen ins Persische übersetzt von Nosratollah Rastegar. Pressedienst des Bundeskanzleramtes, Wien 1987 und 1989.  
  Hamdullah Mustaufis historisches Epos Zafarname.
In: WZKM 1989, pp. 185-195
 
     
  Das heroische Naturbild in Firdausis Šahname.
In: Der orientalische Mensch und seine Beziehung zur Umwelt. Beiträge zum 2. Grazer Morgenländischen Symposion (2.-5. März 1989). Hrsg. von Bernhard Scholz. Graz (1989), 137-147 [erstmalig vorgetr. am 3.3.1989 beim 2. Grazer Morgenländischen Symposion, erweitert zu einem Lichtbildvortrag, vorgetr. am 31. Mai 1990 in Bamberg: Bayerisches Orientkolloquim der Universitäten Bamberg und Erlangen-Nürnberg; SS 1990: Neuere Studien zum iranischen Nationalepos Schahname: das heroische Naturbild in Ferdousis Šchahname.]
 
     
  Uto von Melzer.
Erzählungen aus Persien. Persische Prosa aus 11 Jahrhunderten Hrsg. von Nosratollah Rastegar in der Reihe: Arbeiten aus der Abteilung "Vergleichende Sprachwissenschaft" Graz. Leykam Graz 1991, 415 Seiten. ISNB 3-7011-7241-2.
 
     
  Iranische Personennamen neupersischer Überlieferung:
Ein Beitrag zu einigen kritischen Werkausgaben klassischer Epen [Vorgetragen auf der 2nd European Conference of Iranian Studies an der Univ. Bamberg, 1.10.1991. Erschienen in: Proceedings of theSecond European Conference of Iranian Studies. Roma, 1995. 579-588. Mit Ergänzungen wiederholt am 14. 11.91 beim Melzer Symposium 1991], erschienen in: Akten des Melzer-Symposiums 1991. In der Reihe: Arbeiten aus der Abteilung "Vergleichende Sprachwissenschaft" Graz, Band 4. Leykam, Graz 1992, 206-217.
 
     
  Catalogue of Persian Manuscripts in Durham University Library
By Eleazar Birnbaum (Toronto). With an Introduction by Nosratollah Rastegar. In: WZKM, 81. Bd., Wien 1991 (erschienen 1992), 81-94 [ein pers. Abstrakt davon erschienen unter dem Titel: Cand dastnevis farsi dar kitabxane-ye danešgah-e dorham in: Rahaward, 7,Wien (1991), 53-55].
 
     
  Safarname.
Das Reisetagebuch des persischen Dichters Nasir-i Husrau. Aus dem Persischen übersetzt von Uto von Melzer. Hrsg. von Manfred Mayrhofer. Bearbeitet, ediert und mit einem Vorwort versehen von Nosratollah Rastegar, erschienen in der Reihe: Arbeiten aus der Abteilung "Vergleichende Sprachwissenschaft" Graz, Band 5. Leykam, Graz 1993, X + 134 Seiten. ISNB 3-7011-0010-1.
 
     
  Rumi.
Nie ist wer liebt allein. Mystische Liebeslieder aus dem Diwan-i Šams von Maulana Galaluddin Rumi. Aus dem Persischen übersetzt von Uto v. Melzer und Vincenz Ritter v. Rosenzweig. Bearbeitet und mit einem Anhang versehen vonMonika Hutterstrasser. Hrsg. und mit einem Vorwort versehen von Nosratollah Rastegar. (= Studienbücher zur persischen Dichtung Nr. 1 = Rumi). Leykam, Graz 1994. 180 Seiten. ISBN 3-7011-00-14-4
 
     
  Abschlußbericht über das Neupersische Personennamenbuch (NpPNB).
Zur Erstellung der Namenslemmata im NpPNB. Vorgetragen auf der Third European Conference of Iranian Studies an der Univ. Cambridge, 11.-15. September 1995 (in Druck).
 
     
  Zafarnama von Hamdallah Mustaufi und Šahnama von Abu'l-Qasim Firdausi (editorisch bearbeitet von Hamdallah Mustaufi), Faksimile-Ausgabe der Handschrift der British Library (Or. 2833). Unter der Aufsicht von Nasrollah Pourjavadi und Nosratollah Rastegar. Mit einer Einleitung von Nosratollah Rastegar. Iran University Press und Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Teheran 1377 - Wien 1999. ISBN 3-7001-2770-7.  
     
  Rumi. Ruba'iyat. Mondenschöner, schlafe nicht!
102 Mystische Vierzeiler von Maulana Galaluddin Rumi. Aus dem Persischen übersetzt von Monika Hutterstrasser und Uto v. Melzer. Mit einem Anhang versehen von Monika Hutterstrasser, herausgegeben und mit einem Vorwort versehen von Nosratollah Rastegar. (= Studienbücher zur persischen Dichtung Nr. 2: Rumi). Leykam, Graz 1999
 
     
  In Bearbeitung:
 
  Iranisches Personennamenbuch (IPNB). Iranische Personennamen in der neupersischen (epischen) Überlieferung (NpPNB).  
     
  Hauptfiguren der klassischen neupersischen Epen  
     
  Katalog der persischen Handschriften in der Österreichischen Nationalbibliothek und in dem Österreichischen Staatsarchiv (zusammen mit Iraj Afshar).  
     
  Uto von Melzer: Frühneupersische Dichtung (von den Anfängen bis zu Rudaki)(zusammen mit Irene Balles).  
     
  Uto von Melzer: Persisch-Deutsches Wörterbuch der persischen Literatur(zusammen mit Faramarz Behzad)  
     
  Seit Oktober 1996 wird an der Eingabe der in der Nachlasssammlung der Grazer Universitätsbibliothek verwahrten Materialien zu einem Persisch-Deutschen Wörterbuch gearbeitet (von Agnes Korn, Dina Rastegar-El Zarka, derzeit nur noch von Bernhard Scheucher). Diese Materialien, zusammengestellt von Dr. Uto von Melzer, liegen in 28 Karteikästen undsieben gebundenen Bänden vor und umfassen ca. 80.000 Lemmata. Behandelt ist der persische Wortschatz von den Anfängen derneupersischen Dichtung (ca. 10. Jh. n.C.) bis in die 50er Jahre unter besonderer Berücksichtigung der für die Beherrschung derpersischen Sprache so überaus wichtigen Idiomatik und unter zahlreicher Hinzufügung von Belegstellen.  
     
  Bibliographie Iran II (zusammen mitVelizar Sadovski).  
     
     
  Werba Chlodwig H.  
     
  Forschungsgebiete:
Alt- und mittelindoarischen Sprachen und ihre altiranischen Schwestersprachen Altpersisch und Avestisch.
 
     
  Verba IndoArica.
Die primären und sekundären Wurzeln der Sanskrit-Sprache.
Pars II: Radices Secundariae

Im Kreise der Sprachen der Welt, deren bedeutendster 'Familie' es angehört, nimmt das aus dem mit seinen 'Wurzeln' ins 4. Jt. v. Chr. zurückverfolgbaren 'Stamm' der indogermanischen Sprachen schon Ende des 2. Jt. v. Chr. hervortretende Altindoarische, vulgo Sanskrit (: samskrta- n.), eine singuläre Stellung ein: nicht nur, daß es diese Sprache ist, in der und für die ein genialer Native wohl Ende des 6. Jh. v. Chr. im Norden des heutigen Pakistan die weltweit erste Grammatik verfaßte - auf und in Sanskrit ist die wohl reichhaltigste und umfangreichste Literatur der Welt abgefaßt, die von ihren beeindruckenden Anfängen in den Oden des Rgveda bis heute über mehr als dreitausend Jahre hin kontinuierlich zu einer schier unglaublichen Fülle angewachsen ist und auch heutzutage immer noch weiter wächst. Die facettenreiche Entwicklung dieser einzigartigen Hoch- und Kultursprache spiegelt sich am klarsten in ihrem sich im Lauf der Jahrhunderte und Jahrtausende kontinuierlich verändernden Verbalsystem. Dieses wird hier in der für jede(n) problemlos nachvollziehbaren Form eines klassifizierten Inventars der in literarischen Dokumenten bezeugten Zeitwörter und ihrer sich wandelnden Formen zur Darstellung gebracht. Erfaßt werden in diesem zweiten Teil nur die nachweislich in der Gemeinschaft der Sanskrit-SprecherInnen selbst entstandenen Verben und ihre Semanteme. Zusammen mit den 663 im Ende 1997 publizierten ersten Teil der Verba IndoArica beschriebenen Zeitwörtern, die, insofern sie meist früheren, nur mehr der Rekonstruktion zugänglichen Sprachzuständen entstammen, als "primär" bezeichnet wurden, bilden sie die Gesamtheit dessen, was sich im Sanskrit, dem einigenden Band, welches die kulturelle Vielfalt ganz Süd- und Südostasiens in den vergangenen zwei Jahrtausenden zusammengehalten hat, bis es durch das Englische ersetzt wurde, an verbalen Begriffen findet.
 
     
  Anschrift:
Ao.Prof.Univ.-Doz.Dr. Chlodwig H. Werba / Srutavega
ist brieflich unter der Institutsadresse
oder privat mit folgender Anschrift zu erreichen:
Mühlgase 50/2/53, A-2502 Baden. Tel.: 0043-1-4277-435-11.
 
  E-Mail: chlodwig.h.werba@univie.ac.at  
   
     
  Wicher Irene  
     
  Forschungsgebiete:
Sprachphilosophie, pânineische Grammatik, Mîmâmsâ, interkulturelles Management.
 
     
  Menschenbilder im alten Indien
In der Managementlehre meint der Terminus Menschenbild jene impliziten Vorstellungen, die ein Vorgesetzter vom Leistungswillen und der Integrität seiner Untergebenen hat und die seinen Umgang mit ihnen bewußt oder unbewußt beeinflussen. In dem berühmten Arthasastra des Kautilya, einem Handbuch für den König, das in einem Zeitraum vom dritten vorchristlichen bis zum dritten nachchristlichen Jahrhundert verfaßt wurde, werden nicht nur politische und militärische Strategien gelehrt, sondern auch Methoden zur Auswahl von geeignetem Personal. Darüber hinaus werden Möglichkeiten zur Überprüfung der Tätigkeit der Beamten erörtert, die im Verband mit den Richtlinien für die Aufnahmeverfahren deutlich machen, daß man auch damals bestimmte Vorstellungen vom Menschen als Dienstnehmer hatte. Diese Studie ist als interdisziplinäre Arbeit angelegt und stellt moderne Konzepte der Managementlehre den genannten historischen Ausführungen gegenüber.
 
     
 
Mag Dr Irene Wicher
Institut für Indologie
Universität Wien
Mag Dr Christiane Erten-Buch
Institut für Verhaltenswissenschaftlich orientiertes Management
Wirtschaftsuniversität Wien
 
     
  Sprachphilosophie und Ritual im alten Indien
Das äußerst komplexe und aufwendige altindische Opferritual, das in den heiligen Schriften des Veda gelehrt wird, wurde etwa ab Beginn unserer Zeitrechnung kaum mehr veranstaltet, was aber nicht verhindern konnte, daß die Theorie des Opfers weiterhin Gegenstand wissenschaftlicher Auseinandersetzung blieb. Eine eigene Disziplin, die Mimamsa, entstand und befaßte sich auch mit prinzipiellen Themen wie der absoluten Gültigkeit und Wirksamkeit der als Offenbarung geltenden rituellen Vorschriften des Veda. Ein Vertreter dieser Disziplin, Salikanatha, entwickelte im neunten Jahrhundert n Chr eine Sprachtheorie, die im wesentlichen besagt, daß Worte niemals einzeln, sondern nur innerhalb eines syntaktischen Gefüges einen Inhalt vermitteln können. Er verband nun diese Theorie mit dem Opferritual, indem er zeigte, daß nicht nur der alltägliche sprachliche Umgang der Menschen miteinander, sondern auch die sprachliche (textliche) Überlieferung der Anweisungen für das Opfer den von ihm erforschten Gesetzen unterliegen.
 
     
  Anschrift:
Institutsadresse, Tel 0043-1-4277-435-14
Privat: A-3712 Maissau,
Hopfengasse 14
 
  E-Mail: irene.wicher@univie.ac.at
 
   
     
  Wurm Alois  
     
  Forschungsgebiete:
Sundarinakhasikhavarnana / Kadambarijuwelenbilder
 
     
  Anschrift:
Haag NB, 4654 Bad Wimsbach-Neydharting
Telephon: 07245/25560