Buen Vivir und die Rechte der Natur // 22. Februar 2018 18-20 Uhr

Vortrag Thursday, 15.02.2018

Die Diskussion um die Rechte der Natur. Eine Perspektive aus Ecuador und den Andenländern?
Weltweit erstmalig, wurden in Ecuador und Bolivien Rechte der Natur in den Jahren 2008-2009 in den neuen Verfassungen als Gegenmodell zur klassischen Entwicklung verankert, welches soziale und ökologische Kosten oftmals in den globalen Süden auslagert. Zusammen mit neuartigen Konzepten wie Plurinationalität bilden die Rechte der Natur wichtige Säulen des Buen Vivir/Vivir Bien (gut Leben), welches in den folgenden Jahren zu Staatsdoktrinen ausgebaut wurde. Die Rechte der Natur verweisen auf eine lange Ideengeschichte auch außerhalb Lateinamerikas und werden mittlerweile weltweit immer öfter auf Gemeindeebene zur Anwendung gebracht. In Ecuador und Bolivien sind sie jedoch stark umkämpft und oftmals politisch instrumentalisiert. Dies hat zum einen mit geopolitischen Entwicklungen (Aufstieg Chinas) zu tun, zum anderen mit bislang weitgehend fehlenden inhaltlichen und theoretischen Debatten, die immer wieder zu juristischen Problemen führen.

Vortrag von: Johannes M. Waldmüller, Universidad de Las Américas, Quito
Moderation: Ulrich Brand, Institut für Politikwissenschaft/Universität Wien

Wann: 22. Februar 2018, 18:00 bis 20:00
Wo: Institut für Politikwissenschaft/Konferenzraum A222 (Universitätsstraße 7, 2. Stock)

Johannes M. Waldmüller hält Forschungsprofessuren an der Universidad de Las Américas und Nationalen Polytechnischen Universität, Quito und arbeitet auch an der FLACSO Buenos Aires. Er ist Kultur- und Sozialanthropologe für Entwicklungsfragen, Absolvent der Universität Wien (Philosophie und Internationale Entwicklung) sowie PhD in Entwicklungsstudien des Genfer Hochschulinstituts für Internationale Studien. Außerdem ist er Vize-Präsident der internationalen Forschungsplattform Kompreno, mit Sitzen in Genf, Sao Paulo und Ouagadougou. Johannes arbeitet sowohl in den Anden als auch Afrika zu Fragen der nachhaltigen Entwicklung zwischen Land und Stadt, Ernährungssouveränität. Menschen-, Indigenen- und Naturrechten, Wiederaufbau- und Prävention von Naturkatastrophen, und politischer Theorie aus dem globalen Süden.
Siehe auch: https://johanneswaldmuller.weebly.com

Waldmüller, Johannes M./Rodríguez, Laura:  Handbook of Development Ethics Invited Entry ChapterBuen Vivir and Rights of Nature.