Handlungsfelder Indigener in Brasilien – vorwärts oder zurück ? // 6. Dezember 2018 | 16:00-18:00

Podiumsgespräch mit Inputs von Kristina Kroyer zu Wissensdialog, Bildung und Demokratie und Georg Grünberg zu Land, Wald und Klimawandel.

Nach der unerwarteten Wendung in der brasilianischen Innenpolitik gilt der 1 Million Indigenen in Brasilien besondere Aufmerksamkeit, da nahezu all ihre Rechte, die in der Verfassung von 1988  festgeschrieben wurden, in Frage gestellt werden. Weniger bekannt ist die zunehmende Bedeutung indigener Intellektueller, politischer FührerInnen und Aktivistinnen in der Diskussion um die Zukunft des Landes. Das betrifft Weltbilder, Formen der partizipativen Demokratie, das Bildungswesen und das Wissen über das fragile Gleichgewicht biokultureller Diversität in Amazonien. Kern der Auseinandersetzung ist die Nutzung oder Zerstörung der natürlichen Ressourcen sowie der Extraktivismus und die Entwaldung des Amazonasbeckens als Hauptfaktor für das Kippen des Weltklimas. Indigene sind zugleich Opfer des politischen Umschwungs, aber auch wichtige Akteure im Widerstand, nicht mit Pfeil und Bogen, sondern mit Wissen und Argumenten an Universitäten und in der Zivilgesellschaft.

Georg Grünberg, Sozialanthropologe, Studium in Wien und Sao Paulo, Forschung und Lehre in Lateinamerika (Brasilien, Paraguay, Mexiko, Nicaragua und Guatemala), Berater für internationale Zusammenarbeit und Entwicklungsforschung, dzt. Lektor an der Universität Wien.

Kristina Kroyer forschte für ihr Magisterarbeit in Brasilien zum Thema „interkulturelle Lebensweisen und neue Zukunftsperspektiven der Guarani Kaiowá Jugend im Reservat“. Sie studierte in Wien und Madrid und arbeitet im Moment bei HORIZONT3000 – österreichische Organisation für Entwicklungszusammenarbeit.

Da Kolloquium findet in deutscher Sprache statt, Diskussionsbeiträge sind auch in Spanisch / Portugiesisch / Deutsch möglich

Ort: Institut für Politikwissenschaft, NIG, Universitätsstraße 7/2. Stock, Konferenzraum A 222