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Social-Ecological Transformation: Industrial Conversion and the Role of Labour (CON-LABOUR)

Kurzzusammenfassung

CON-LABOUR analysiert Möglichkeiten und Hindernisse für eine sozial-ökologische Konversion der österreichischen Automobil(zulieferer)industrie sowie der Rolle von Beschäftigten und deren Interessensvertretungen in diesem Prozess. Durch Aufarbeitung der existierenden Literatur, Interviews, Gruppendiskussionen und teilnehmender Beobachtung sollen Einstiegspunkte für die Infragestellung des „automobilen Konsenses“ identifiziert werden. Eine solch umfassende sozial-ökologische Transformation (die über marktgetriebene und technologische Lösungen wie E-Mobilität und Digitalisierung der Produktion hinausgeht) ist notwendig, um dem Klimawandel und einem exzessiven Verbrauch natürlicher Ressourcen wirksam entgegenzutreten. Eine Kernannahme des Projekts lautet, dass die Partizipation von Beschäftigten der Automobilindustrie (etwa 5,3% aller Beschäftigten in der Warenproduktion Österreichs arbeiten unmittelbar in der Kraftfahrzeugindustrie) und ihrer Interessensvertretungen (Gewerkschaften und Betriebsräte) entscheidend ist für die Entwicklung von Alternativen jenseits der Autoproduktion und für erfolgreiche und von einer breiten Unterstützung getragene Konversionsprozesse. In diesem Sinne untersucht CON-LABOUR den bestehenden institutionellen Rahmen, die Krisenwahrnehmungen und -erfahrungen von Beschäftigten sowie die sozialen und politischen Machtverhältnisse, um die Voraussetzungen von Partizipation in industriellen Konversionsprozessen näher zu bestimmen.

Beteiligte ForscherInnen und Institutionen

Das Forschungsprojekt wird vom Klima- und Energiefonds (KLIEN) für zwei Jahre gefördert (Laufzeit: Juni 2018 bis Juni 2020) und ist angesiedelt am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien (Leitung: Ulrich Brand, Mitarbeit: Heinz Högelsberger und Danyal Maneka). Durchgeführt wird das Projekt in Kooperation mit dem Institut für Soziale Ökologie der Universität für Bodenkultur in Wien (Melanie Pichler, Nora Krenmayr) und Markus Wissen (Hochschule für Wirtschaft und Recht, Berlin). Eine enge Koordination besteht zudem mit der Abteilung „Umwelt und Verkehr“ der Kammer für Arbeiter und Angestellte in Wien.

Die zentralen Forschungsfragen lauten:

  1. Welche gegenwärtigen Debatten, Vorschläge und Erfahrungen im Hinblick auf Konversionsprozesse existieren auf der gesellschaftlichen Ebene sowie auf Branchen- und Betriebsebene? Was können wir aus historischen Debatten und Erfahrungen in Österreich lernen? Gibt es Debatten und Erfahrungen aus anderen Ländern, aus denen Lehren für die österreichische Situation gezogen werden können?
  2. Was sind potenzielle Einstiegspunkte, um Konversionsdebatten und -strategien voranzutreiben, die über technologische Innovation und die Modernisierung des Automobilsektors hinausgehen?
  3. Welche Instrumente und Strategien für demokratische Kontrolle und die Partizipation von ArbeiterInnen können die Realisierbarkeit, Qualität und Legitimität von Konversionsprozessen erhöhen?
  4. Welche Hindernisse für Konversionsprozesse existieren, auf verschiedenen Ebenen und im Hinblick auf verschiedene Akteure?

In einem umfassenderen Sinne, will das Projekt einen Beitrag leisten

  • zu internationalen Debatten über Prozesse sozial-ökologischer Transformation und industrieller Konversion,
  • zur Überwindung eines oft behaupteten Dilemmas zwischen Arbeitsplätzen und Umwelt,
  • zum besseren Verständnis der Rolle von ArbeiterInnen in gegenwärtigen Klimapolitiken und ihren potentiellen Beitrag an einer sozial-ökologischen Transformation,
  • zu aufkommenden (und vergessenen) Debatten über ArbeiterInnenpartizipation und Wirtschaftsdemokratie in Konversionsprozessen.