150 Jahre Österreich-Japanische Beziehungen

Praktische Medienarbeit für JapanologInnen über die Stationen einer langjährigen Freundschaft.

Japan im Weltmuseum Wien

Japan im Weltmuseum

Im Lichte der Wiener Weltausstellung 1873 – als die Japaneuphorie das Land ergriff

Das Weltmuseum ist stolzer Besitzer einer Ostasiensammlung im Ausmaß von ungefähr 28.500 Objekten. Davon sind alleine ca. 15.000 japanischer Herkunft. Zwei Stützpfeiler der japanischen Sammlung sind die Schenkungen von Erzherzog Franz Ferdinand und Heinrich von Siebold, der als Diplomat und Übersetzer an der österreich-ungarischen Botschaft in Tōkyō tätig war. Deren Beiträge gingen Ende des 19.Jahrhunderts an den Vorgänger des Weltmuseums und machen den Großteil der heutigen Sammlung aus. Die Ausstellung bietet eine große Diversität unterschiedlicher Artefakte, von Samurairüstungen und Schwertern bis hin zu edlen Teeschalen und Schminkutensilien. Das Hauptaugenmerk des Japanbereichs bildet das beeindruckende Modell einer Daimyō-Residenz, welches sogar in der Weltausstellung 1873 in Wien zu sehen war.

Dass bereits in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts solch eine beachtliche Menge an japanischen Objekten zusammengetragen wurde, kann als Ergebnis des damaligen Japan-Booms verstanden werden.

Dieser begann mit der Weltausstellung 1873 in Wien. Nach einer fast 250 Jahre langen Isolation, welche mit der Meiji Restauration 1868 endete, sah Japan in der Wiener Weltausstellung eine Chance sich auf der Weltbühne zu profilieren. Mit erheblicher Planung und großen Mühen bereitete man sich vor, und mit viel Erfolg. Die japanischen Exponate fanden großen Anklang. Zahlreiche Stücke wurden verkauft und Japan wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Die immense Begeisterung der Wiener Kritiker und des Publikums hatte unter anderem zur Folge, dass der Japonismus nun auch in den deutschsprachigen Raum einzog. Vor allem stellt die Weltausstellung einen wichtigen Faktor dar, der zum regen kulturellen und wirtschaftlichen Austausch zwischen Japan und Österreich beitrug.

Mit Unterstützung von Dr. Bettina Zorn, Kuratorin des Ostasienbereichs im Weltmuseum, tauchen wir in die Geschichte dieser wundervollen Sammlung ein.

 

Claudia Stoica

david

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