150 Jahre Österreich-Japanische Beziehungen

Praktische Medienarbeit für JapanologInnen über die Stationen einer langjährigen Freundschaft.

Wie Kyūdō nach Wien kam

Ein Schuss ins Schwarze: Über das japanische Langbogenschießen

 Zum Kennenlernen und Praktizieren der japanischen Kultur gibt es in Wien bereits viele Jahre eine ganz besondere Möglichkeit: kyūdō. Übersetzt bedeutet der Begriff etwa „der Weg des Bogens“ und bezeichnet das Schießen mit einem gut zwei Meter langen Bogen (ursprünglich aus Bambus, heute auch aus Fieberglas oder Carbon gefertigt) auf eine 28 Meter entfernte, schwarz-weiße Zielscheibe: das mato.

Im alten Japan wurde das Bogenschießen nicht nur im Krieg, sondern auch bei feierlichen Ritualen am Hofe des Kaisers eingesetzt. So entwickelte sich über die Jahrhunderte hinweg eine Vielzahl an Schulen und Schießformen, kaum verwunderlich also, dass sich auch heute unterschiedliche Stile in Japan finden lassen. Eines haben sie aber gemeinsam: kyūdō bezeichnet eine Kunst, die den Geist von budō verkörpert. Übersetzen lässt sich budō mit dem Wort „Kampfkünste“ und steht im Zusammenhang mit bushidō, dem Weg des Kriegers. Zentraler Punkt des Schusses mit dem Bogen ist, sich selbst körperlich sowie geistig zu steigern. Vor allem der eigene Fokus steht im Mittelpunkt, mehr noch als das eigentliche Treffen des Ziels.

Österreichweit ist kyūdō nicht nur in Wien zu finden, heutzutage wird auch beispielsweise in Graz, Linz oder Salzburg praktiziert. Ein reger Austausch besteht außerdem mit Professoren japanischer Universitäten, der bereits in den Achtzigern seinen Anfang nahm. Jährlich finden kyūdō Seminare statt, bei denen japanische Lehrer die Schützen und Schützinnen unterweisen und gleichzeitig wurde es in den letzten Jahren japanischen Student*innen ermöglicht, Wien während Exkursionswochen kennenzulernen. So entwickelte sich mit der Zeit eine enge Freundschaft zwischen Japan und Österreich, verbunden durch das gemeinsame Bogenschießen.

Wie kam es aber dazu, dass kyūdō seinen Weg nach Wien überhaupt fand? Mit dieser Frage wird sich Elena Koblizek im Weiteren beschäftigen und einen Einblick in die österreichische Geschichte des japanischen Langbogens geben.

Text: Elena Koblizek

david

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