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up 5 Der Prozess der Datenerhebung
up 5.1 Strategien der Datenerhebung
up 5.1.1 Formen der Beobachtung
up 5.1.1.1 Standardisierte Formen der Beobachtung

5.1.1.1.1 Nicht standardisierte Formen der Beobachtung

Nicht standardisierte Formen der Beobachtung finden im natürlichen Kontext der alltagsweltlichen Ereignisse ohne Einschränkung durch vorgefertigte Kategorien, Indikatoren oder spezifisch inszenierte Beobachtungsarrangements wie bei standardisierter Beobachtung, Experimenten oder Labor-Studien statt.

Im Rahmen der ethnographischen Feldforschung werden nicht standardisierte Formen der Beobachtung dazu eingesetzt, um die lebensweltlichen Konzepte, Erfahrungen und Strategien von AkteurInnen im Feld kennen und nachvollziehen zu lernen und deskriptiv dokumentieren zu können.

Obwohl diese Form der Beobachtung offen und nicht standardisiert ist, so ändert sich im Laufe der Feldforschung das Ausmaß der Fokussierung der Beobachtung

So unterscheiden etwa Adler und Adler (1998: 87)

  • Anfangsbeobachtungen
  • fokussierte Beobachtungen
  • und selektive Beobachtungen.

Die Anfangsbeobachtung ist primär deskriptiv, unfokussiert und generell orientiert. Sie orientiert sich an allgemeinen Fragestellungen und der/die ForscherIn versucht sich in dieser Phase eine erste Grundorientierung im Feld zu verschaffen.

Wenn man mit dem Feld vertrauter ist und zentrale soziale Gruppen und/oder Personen identifiziert hat, geht man im Normalfall zu einer fokussierten Beobachtung über. Das heißt, um bestimmte Phänomene besser zu verstehen richtet man die Aufmerksamkeit auf einen begrenzteren Ausschnitt des Feldes um ein tieferes Verständnis von diesem zu erlangen. Im Bezug auf eine bestimmte Gruppe von Personen kann dies bedeuten, dass man im Detail verstehen und beschreiben will, wie sie sich verhalten, Räumlichkeiten nützen, Gefühle ausdrücken, welche Strukturen sie im Umgang miteinander ausbilden, wie sie die Welt wahrnehmen und ihr gegenüber handeln etc.

Auf Basis solcher Beobachtungen werden sich Grundannahmen des/der ForscherIn verändern, er/sie wird neue Hypothesen für das Verständnis des Feldes generieren, welche schließlich in selektiven Beobachtungen genauer überprüft und verfeinert werden. Die Selektivität dieser Beobachtung besteht also in ihrem Bezug auf expliziten Annahmen und Hypothesen und nicht unbedingt in einer noch engeren Fokussierung auf begrenzte Teilausschnitte des Feldes.

In dieser Phase kann es vielmehr auch darum gehen, Annahmen über Beziehungen zwischen einzelnen Teilbereichen des Feldes ethnographisch zu überprüfen und dokumentieren.

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