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up 5 Der Prozess der Datenerhebung
up 5.2 Ethnographie als Prozess der Datenerhebung
up 5.2.3 Wie schreibt man Feldnotizen?
up 5.2.3.4 Fieldnotes als unterschiedliche Textsorten
up 5.2.3.4.2 Ausgearbeitete fieldnotes

5.2.3.4.2.1 Das Ausarbeiten der Fieldnotes

Das Ausarbeiten der fieldnotes ist im Normalfall ein zeitaufwendiger Prozess und man sollte davon ausgehen, dass für jede Stunde Beobachtungszeit zumindest eine weitere Stunde benötigt wird um die Beobachtungen in einer schriftlichen Form auszuarbeiten. Heute können solche fieldnotes zum Teil mittels Spracherkennungssoftware diktiert werden. In der Literatur findet sich die Empfehlung, fieldnotes so rasch wie möglich zu verfassen, damit der Eindruck des Erlebten möglichst „frisch“ und unverändert ist. Gespräche über erlebte Ereignisse führen dazu, das Verständnis des Erlebten zu transformieren bzw. bereits selektiv zu interpretieren, weshalb empfohlen wird, die Feldnotizen zu verfassen, bevor eine solche Transformation stattfindet. In der Praxis eines permanenten Feldaufenthaltes erweist es sich zumeist als schwierig, mit seinen fieldnotes up to date zu sein und erfordert oft äußerste Disziplin.

Die Art und Weise, wie die fieldnotes verfasst werden, ist natürlich auch vom intendierten bzw. imaginierten Publikum abhängig. Also von der Frage, ob sie anderen zur Verfügung gestellt werden, oder ob es sich um rein persönliche und intime Aufzeichnungen handelt. Wichtig ist, dass die fieldnotes auch ausreichende Details und Hintergrundinformationen beinhalten, so dass sie auch nach Jahren noch sinnvoll interpretierbar sind, wenn der unmittelbare Eindruck der Feldsituation bereits verblasst ist. Wenn man Feldnotizen im Bewusstsein verfasst, dass diese für ein breiteres Publikum bestimmt sind, so werden die Aufzeichnungen im Normalfall reichhaltiger sein, mehr Hintergrund- und Kontextinformationen beinhalten und vermeintlich selbstverständliche Details expliziter ausführen.  

Abbildung: G. Bateson und M. MeadAbbildung: Gregory Bateson und Margaret Mead beim Ausarbeiten der Fieldnotes im R22;MoskitozimmerR20; bei den Iatmul 1938. Quelle

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