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up 1 Grundlagen des wissenschaftlichen Schreibens
up 1.2 Wie ensteht ein wissenschaftlicher Text?
up 1.2.3 Materialbearbeitung

1.2.3.2 Beurteilung von Quellen

Als Primärquelle zur weiteren Aufarbeitung (zum Beispiel durch Diskursanalyse, Inhaltsanalyse) ist nahezu jedes Material zulässig. Dieses Material ist somit Teil des Untersuchungsgegenstandes.

Bei Literatur, die in der eigenen Arbeit zitiert werden soll, gilt es hingegen zu hinterfragen, ob diese Quelle wirklich geeignet für die Verwendung in einer wissenschaftlichen Arbeit ist.

Generell muss eine wissenschaftlichen Quelle

1) allgemein zugänglich und nachvollziehbar sein und

2) bestimmten Qualitätskriterien entsprechen.

1) Da alle verwendeten Quellen für den/die Leser/in nachvollziehbar sein müssen, müssen sie nicht nur im Text zitiert und im Literaturverzeichnis angeführt werden, sondern auch öffentlich zugänglich sein. Das trifft auf Zeitschriften, Bücher und wissenschaftliche Abschlussarbeiten zu, die zumindest über die Fernleihe einer wissenschaftlichen Bibliothek bezogen werden können.

Achtung: bei Diplomarbeiten ist das nicht immer der Fall.

Seminararbeiten, interne Berichte, unveröffentlichte Forschungsergebnisse, firmenspezifische Daten etc. erfüllen diese Kriterien nicht. Auch Internetquellen sind problematisch, vor allem, wenn es sich nicht um elektronische Journale handelt, sondern um einfache Websites.

Schlecht oder nicht zugängliche Quellen, deren Verwendung aber unbedingt nötig ist, sollten zumindest dem/r BetreuerIn beziehungsweise wenn möglich auch im Anhang der Arbeit zur Verfügung gestellt werden.

2) Ob ein Werk wissenschaftlichen Qualitätskriterien entspricht und außerdem konkret als Quelle für die eigene Arbeit in Frage kommt (Aktualität, Relevanz, Forschungsfrage), lässt sich nur im Einzelfall bestimmen. Es gibt dennoch gewissen Orientierungslinien:

Wissenschaftliche Forschungsergebnisse oder Erkenntnisse, die als Monographie oder als Artikel in einem Sammelband veröffentlicht werden, sind prinzipiell ebenso vertrauenswürdige Quellen wie Dissertationen oder Habilitationsschriften.

Wissenschaftliche Fachzeitschriften (egal ob gedruckt oder im Netz, wenn die elektronische Zeitschrift ein entsprechendes Renommee hat und in der Scientific Community anerkannt ist) zählen ebenso dazu.

Anhand der Bibliographie eines Werkes lässt sich oft einschätzen, ob eine Arbeit aktuell ist und dem Stand der Forschung entspricht.

Hilfreich kann es auch sein, über die Reputation der/des AutorIn Bescheid zu wissen und Fachrezensionen zu lesen.

Sachbücher und Ratgeber, die zwar von WissenschafterInnen geschrieben sind, sich aber an ein breites Publikum richten, entsprechen wissenschaftlichen Qualitätskriterien im Normalfall nicht. In den meisten Fällen ist darin auch die Quellentransparenz nicht gegeben. (Es wird darin auf Grund der leichteren Lesbarkeit meist auf Zitate und Verweise verzichtet.)

Auch die Qualitätspresse (und umso mehr die Boulevardpresse) beinhaltet aus ähnlichen Gründen meist keine uneingeschränkt verwendbaren Quellen (Artikel, Kommentare, Analysen).

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