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Infrarot-Mikroskopie

 

Sichtbares Licht hat eine Wellenlänge zwischen 400 und 750 nm. Das unsichtbare infrarote Licht hat eine höhere Wellenlängen bis 40.000 nm. Infrarot kann viele Materialien besser durchdringen als sichtbares Licht. Die Untersuchung dicker, wenig durchsichtiger Präparate im infraroten Licht liefert daher oft bessere Ergebnisse. Die Erfassung des Bildes erfolgt hier natürlich nicht über das Auge, sondern mit Hilfe einer infrarot-empfindlichen Video- oder Fotokamera.

 

Anwendungsbereiche

  • Chitin ist für infrarotes Licht weitgehend durchlässig. Große oder stark pigmentierte Insekten können daher noch gut durchleuchtet werden. Die Infrarot-Mikroskopie ist daher eine zerstörungsfreie Alternative zum Bleichen oder Schneiden.
  • Menschliche und tierische Haut erscheint im infraroten Licht ebenfalls transparent, wohingegen die Blutgefäße darunter sich deutlich abzeichnen. Besonders gute Ergebnisse erzielt man bei kompakten, undurchsichtigen Tumoren.
  • Chlorophyll erscheint im infraroten Licht weiß. Bereits kleinste Schädigungen der Chloroplasten, die im sichtbaren Licht unsichtbar sind, bewirken eine auffallend dunkle Färbung im Infrarot.
  • Erzminerale sind im sichtbaren Licht völlig undurchsichtig und erfordern spezielle Auflicht-Erzmikroskope für ihre Untersuchung. Die Infrarot-Mikroskopie ist vielfach eine kostengünstige Alternative. Für kristalloptische Zwecke kann sie mit der Polarisationsmikroskopie kombiniert werden.

 

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Sehr durchdringungsfähig, die Beobachtung dicker oder undurchsichtiger Präparate wird erleichtert.
  • Energiearme Strahlung, lebende Präparate werden kaum geschädigt und können sehr lange beobachtet werden.
  • Für viele Organismen unsichtbar. Dunkelheitsliebende Protozoen oder Tiere können untersucht werden, ohne durch die Beleuchtung beeinträchtigt zu werden.

 

Nachteile

  • Durch die große Wellenlänge ist die Auflösung deutlich schlechter als bei sichtbarem Licht.
  • Feine Strukturen ergeben oft ungenügenden Kontrast

 

Literatur

A. Nürnberg (1957): Infrarot-Photographie. VEB Wilhelm Knapp Verlag, Halle/Saale. 135 pp
G. Wagner (1965): Infrarot Fotografie. Der Weg ins Unsichtbare. Verlag der Schönen Bücher, Stuttgart. 203 pp