Jahrbuch der Deutschen Gesellschaft für Musikpsychologie

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Behne, Klaus-Ernst: Zu einer Theorie der Wirkungslosigkeit von (Hintergrund-)Musik.
In: Behne K.-E., Kleinen G., Motte-Haber H. de la (Hrsg.): Musikpsychologie - Wahrnehmung und Rezeption. Band 14. Hogrefe, Göttingen 1999, Seite 7-23.

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Zusammenfassung
Aus~ang~punkt die~es Textes ist eine Meta-Analyse von 153 empirischen StudIen, In denen dIe Effekte von (Hintergrund-) Musik auf nicht-musikalisches Verhalten untersucht wurden. Ein Drittel dieser Studien konnte keine signifikanten Effekte der Musik belegen, wobei sich in den 90er Jahren eine stei.ge.nde .Tende.nz zeigte. Will man Studien mit nicht-signifikantem ~rgebms 1m SI~ne eIner Wirkungslosigkeit der Musik interpretieren, so gIlt es solche EIgenarten der experimentellen Methodik sowie des Wissenschaftsbetriebes zu berücksichtigen, die zu einer Unter- bzw. Überschätzung der tatsächlichen Wirkungslosigkeit von Musik führen könnten. V?r .di~se~ Hint~rgr~nd wi~d die Behauptung untermauert, daß gegenwartlg In Jenen SItuatIOnen, In denen wir alltäglich Musik hören, in mehr als der Hälfte der Fälle keine Effekte der Musik erwartet werden dürfen. Als wichtigst~ Ursache für diese Entwicklung wird Habitualisierung durch extreme mediale Verfügbarkeit der Musik vermutet. Die Bedeutsamkeit alltags-musikpsychologischer Theorien für die Effekte von Musik wird am Beispie.l einer in Vergessenheit geratenen Studie von Baker (1937) belegt. AbschlIeßend werden Hypothesen und Aspekte einer Theorie der Wirkungslosigkeit von Musik diskutiert.


Abstract
This text is based on a meta-analysis of 153 empirical studies investigating the effects of (background) music on non-musical activities. No significant effects of music could be proved for one third of these studies with an increasing tendency in the last years. If non-significant results are 'interpreted as due to an ineffectiveness of music, it is necessary to consider all Musikpsychologie Bd. 14, 7 -23, © Hogrefe-Verlag, Göttingen 1999 8 Klaus-Ernst Behne possible flaws of experimental methods and peculiarities of academic usage which could result in under- or overestimating the actual ineffectiveness of music. On this background it is presumed that nowadays in more than 50 % of everyday situations of listening to music we may expect no effects. The most important cause for this development is thought to be habitualization brought about by the over-all presence of music. The importance of lay psychological theories for the effects of music is shown through the example of a widely ignored study by Baker (1937). Finally, hypotheses and aspects of a theory of the ineffectiveness of (background) music are discussed.


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