6.6.2019 – Gastvortrag Boris Previšić

Boris Previšić (Luzern)

„Vom inkludierenden zum exkludierenden Imperialnarrativ Österreichs – Peter Handkes ‚jugoslawischer‘ Paradigmenwechsel“

 

Donnerstag, 6. Juni 2018, 11.30 Uhr

Seminarraum 1 (Tiefparterre), Hauptgebäude Universität Wien

Peter Handke hat sich spätestens mit seiner „Winterlichen Reise“ 1996 politisch überworfen. Das mag man mit Bedauern zu Kenntnis nehmen. Doch bisher weitgehend unbeachtet geblieben sind die poetologischen Gründe dafür: zum einen die Hinwendung zum Gegenständlichen, zum anderen die Geschichtsschreibung einer longue durée – welche zwei unterschiedliche imperiale Vermächtnisse Österreichs aufgreift: in der „Wiederholung“ (1986) die Doppelmonarchie des langen 19. Jahrhunderts, im „Bildverlust“ (2002) das Habsburgerreich der Frühen Neuzeit. So verschieden die Vermächtnisse sind, so prägend sind sie für Handkes Imagination von Kulturbegegnung und Kulturkonflikt.

Boris Previšić ist SNF-Förderprofessor für Literatur- und Kulturwissenschaft an der Universität Luzern, hat zu Hölderlins Rhythmus 2008 promoviert und sich zur literarischen Rezeption der postjugoslawischen Kriege 2014 habilitiert.