Das Projekt

Informationen zur Archivsuche:

Der Archivbestand der Jahre 1961 bis 1975 ist komplett durchsuchbar, spätere Zeiträume nur in Auswahl. Möglich ist eine kombinierte Abfrage nach Personen (AbsenderIn, EmpfängerIn), Institutionen und Zeiträumen. Die Arbeit an der Datenbank ist noch nicht abgeschlossen! Es kann daher vorkommen, dass einzelne Suchabfragen zu unvollständigen Ergebnissen führen. Aus rechtlichen Gründen können keine Inhalte der Dokumente angezeigt werden.

Wichtig: Personen sind oft mit jenen Institutionen verknüpft, für die sie tätig waren, sodass fallweise mehrere Einträge zu einer Person vorliegen. Auch nach Orten kann gesucht werden, wenn diese den Institutionen zugeordnet sind. Die Suchergebnisse geben Auskunft über die Art der Dokumente (Typoskript, Manuskript, Liste …).
Sonderfall: Einzelne Namen können zwar abgefragt werden, führen aber zu keinen Treffern in der öffentlich zugänglichen Datenbank, da diese Personen nicht als AbsenderIn bzw. EmpfängerIn fungieren.

Ein weiterer Sonderfall der Datenbank sind „Konvolute“, die mehrere zusammenhängende Dokumente umfassen. Wichtig ist in diesem Suchbereich, dass dabei AbsenderInnen und EmpfängerInnen nur unter „AbsenderIn“ aufgenommen wurden, sodass eine Personensuche immer auch „AbsenderIn“ umfassen muss.

Informationen zum Personenverzeichnis:

Hier findet sich eine Übersicht der wichtigsten AkteurInnen, darunter alle MitarbeiterInnen der ÖGfL von 1961 bis 1975 sowie eine Auswahl von weiteren SchriftstellerInnen und ForscherInnen, die für die ÖGfL von besonderer Wichtigkeit waren und teils über Jahrzehnte mit ihr in Verbindung standen.

Ausrichtung des Projekts:

Im Zuge des Projekts Die Österreichische Gesellschaft für Literatur. Selbstverständnis, Literaturförderung, Kulturpolitik wurden 2016-2017 die Archivbestände der Institution einer Bestandserhebung unterzogen. Da es sich beim Archiv um eine ‚gewachsene‘ Sammlung handelt, war der gezielte Zugriff bis jetzt nur schwer möglich.
Nun sind die Bestände der Jahre 1961 bis 1975 erstmals vollständig und systematisch erfasst und lassen sich über Archivsuche abfragen. Eine Timeline bietet eine Übersicht über die Geschichte der ÖGfL im selben Zeitraum. Eine Übersicht der wichtigsten AkteurInnen findet sich im Personenverzeichnis, dessen internationale Zusammensetzung die weit über die österreichischen Landesgrenzen hinaus wirksame Ausstrahlung der ÖGfL illustrieren soll.

Die Österreichische Gesellschaft für Literatur (ÖGfL) ist die älteste reine Literaturveranstaltungs- und -vermittlungsinstitution Österreichs. Die Konzeption der ÖGfL stammte nicht alleine von ihrem ersten langjährigen Leiter (1961 bis 1994), dem Journalisten, Lektor und Essayisten Wolfgang Kraus, sondern entsprang in vielerlei Hinsicht den Vorstellungen der offiziellen österreichischen Kulturpolitik. Vor allem in den 1960er-Jahren war sie eine im österreichischen Literaturbetrieb konkurrenzlose, international einflussreiche und bestens vernetzte literatur- und kulturpolitische Einrichtung. 1975 wurde in Wien das Literarische Quartier Alte Schmiede gegründet, ab diesem Zeitpunkt war die ÖGfL eine von mehreren Literaturveranstalterinnen in Wien.

Die ÖGfL brachte ExilautorInnen wie Manès Sperber, Elias Canetti und Erich Fried teilweise erstmals nach 1945 wieder nach Österreich, förderte gezielt österreichische Literatur im In- und Ausland (wie durch Preise, Veranstaltungen, Stipendien etc.) und versuchte mit ihren Aktivitäten den Eisernen Vorhang zu durchbrechen (hier spielten Büchersendungen, Einladungen nach Wien, finanzielle Unterstützungen durch Stipendien eine wichtige Rolle).
Wolfgang Kraus und seine langjährigen MitarbeiterInnen Kurt Benesch, Otto Breicha, Hella Bronold, Reinhard Urbach und Herbert Zand setzten Initiativen auf nationaler und internationaler Ebene, um österreichische Literatur zu fördern und Wien zu einer lebendigen Drehscheibe für Intellektuelle aus beiden Machtblöcken zu machen.

Zielsetzungen:
1.    die Sichtung und Erschließung eines Teilbestandes (1961–1975) des ÖGfL-Archivs. Dabei soll erstmals eine systematische Bestandsaufnahme der Inhalte erfolgen.

2.    die Dokumentation der Archivbestände in Form einer Übersicht auf dieser Website. Auf diese Weise wird die Datenbank für die Scientific Community transparent gemacht, was eine zukünftige wissenschaftliche Bearbeitung des bisher nur schwer zugänglichen und teilweise ungeordneten Materials ermöglicht.

3.     die Erschließung und erste Auswertung entlang ausgewählter thematischer Achsen, etwa im Rahmen der Publikation eines historischen Abrisses (Timeline) der Geschichte der ÖGfL und eines themenspezifischen Personenregisters auf der Website, sowie von Aufsätzen und Konferenzbeiträgen.

Dauer: 1.2.2016–30.9.2017
Projektleiter: Assoz. Prof. Dr. Günther Stocker
ProjektmitarbeiterInnen: Mag.a Ursula Ebel, MA; Mag. Holger Englerth
Projektpartner: Österreichische Gesellschaft für Literatur
Projektnummer: 16483


MitarbeiterInnen

Assoz. Prof. Dr. Günther Stocker

geb. 1966 in Salzburg. Studium der Deutschen Philologie sowie der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Salzburg, 2007 Habilitation für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Wien, seit 2011 Assoziierter Professor am Institut für Germanistik der Universität Wien.
Zuletzt erschienen: Spannungsfelder. Zur deutschsprachigen Literatur im Kalten Krieg 1945–1968 (Mithrsg., 2014); Journal of Austrian Studies. 48. Jg./2015/ H. 3. (Mithrsg., 2015).

Mag.a Ursula Ebel, MA

geb. 1986 in Lilienfeld/NÖ. Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaften und des MA Gender Studies an der Universität Wien, Studienaufenthalte an der Université Paris Diderot und an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 2011 Mitarbeiterin der Österreichischen Gesellschaft für Literatur, seit 2013 stellvertretende Geschäftsführerin.

Mag. Holger Englerth

geb. 1973. Studium von Geschichte und Deutsche Philologie an der Universität Wien, Diplomarbeit über „Asketische Praktiken von Frauen vom 4. bis zum 7. Jahrhundert“. Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Projekte Literaturzeitschriften in Österreich 1945–1990 und Literature on the Move. Zuletzt erschienen: Beiträge zu Milo Dor, Seher Çakır und Ilir Ferra in: Grenzüberschreitungen. Ein literatursoziologischer Blick auf die lange Geschichte von Literatur und Migration (2016).

Vorträge und Konferenzbesuche


2016
Ursula Ebel: Kulturpolitische Agenden der Österreichischen Gesellschaft für Literatur jenseits des Eisernen Vorhangs – österreichisch-ungarische Wechselbeziehungen. Im Rahmen der Konferenz Grenzenlosigkeit des Instituts für Germanistik der Universität Pécs, 21.–24. April 2016.

Ursula Ebel, Manfred Müller: Die Österreichische Gesellschaft für Literatur und österreichische SchriftstellerInnen von 1962–2016. Im Rahmen des Wiener Seminars für die Österreich-Bibliotheken des BMEIA, in der Österreichischen Gesellschaft für Literatur 22. Juni 2016.

Ursula Ebel, Manfred Müller: Die Österreichische Gesellschaft für Literatur und österreichische SchriftstellerInnen von 1962–2016. Im Rahmen des Wiener Seminars für die Österreich-Bibliotheken des BMEIA, in der Österreichischen Gesellschaft für Literatur 7. September 2016.

Ursula Ebel: Kulturpolitische Agenden der Österreichischen Gesellschaft für Literatur jenseits des Eisernen Vorhangs und nach dessen Fall: AkteurInnen, Netzwerke, Strategien. Im Rahmen der 6. Österreichisch-Tschechischen Historikertage von der Waldviertel Akademie und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. In Raabs a.d. Thaya, 10.–11. November 2016.

Holger Englerth: Die Österreichische Gesellschaft für Literatur und ihre Beziehungen zu tschechoslowakischen AutorInnen. Am Institut für Germanistik, Masaryk-Universität Brünn, 22. November 2016.

Ursula Ebel, Manfred Müller: Kulturpolitische Kontakte der Österreichischen Gesellschaft für Literatur in der ČSSR und ihren Nachfolgestaaten. Am Institut für Germanistik, Masaryk-Universität Brünn, 1. Dezember 2016.

2017
Ursula Ebel: Kontinuität österreichischer Kulturpolitik im Wendejahr 1989: Die Aktivitäten der Österreichischen Gesellschaft für Literatur. Im Rahmen der Konferenz Inter-Texts: Correspondences, Connections, and Fissures in Austrian Culture, Annual Conference of the Austrian Studies Association, University of Illinois at Chicago, 16.–19. März 2017.

Ursula Ebel: Otto Breicha – von Wien nach Graz. Österreichische Gesellschaft für Literatur, Grazer Autorenversammlung, Steirischer Herbst und Kulturhaus der Stadt Graz. Im Rahmen der 5. Österreich – Tage in Drohobytsch, Institut für Germanistik der Universität Drohobytsch, 20.–23. April 2017.

Ursula Ebel, Manfred Müller: Von der Idee zum Experiment – Österreichische AutorInnen und ihre Auftritte in der Österreichischen Gesellschaft für Literatur 1962–2016. Im Rahmen des Wiener Seminars für die Österreich-Bibliotheken des BMEIA, in der Österreichischen Gesellschaft für Literatur 21. Juni 2017.

Holger Englerth: „Es ist ja wahr, wir leben Haus an Haus“ – Tschechoslowakische AutorInnen
als RezipientInnen und AkteurInnen des Kulturaustauschs. Im Rahmen der Jahrestagung der Jungen Osteuropa ExpertInnen „Verflechtungen, Transfer und Kontakt in und mit Osteuropa
Neue Forschungen zu Osteuropa“, Köln, 14.–16. Juli 2017.

Holger Englerth: A literary institution as a place of transit: the Austrian Society for Literature and the Exile of 1968. Im Rahmen der Tagung „Austria in Transit: Displacement and the Nation State Cultural Responses in the Austrian Context“ am King’s College London, 31. August – 2. September 2017.

Ursula Ebel, Holger Englerth: Vom Nutzen und Nachteil einer webbasierten Archivdatenbank. Abschlussbericht des Projekts „Die österreichische Gesellschaft für Literatur. Selbstverständnis, Literaturförderung, Kulturpolitik“. Im Rahmen der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Germanistik, Salzburg, 4.–6. Oktober 2017.

Publikationen


2017

Ursula Ebel: Über die Trennwand. Die kulturpolitische Agenda der Österreichischen Gesellschaft für Literatur in den 1960er-Jahren am Beispiel Ungarn. In: Pécser Studien zur Germanistik 2017 (in Bearbeitung)

Dank


Wir bedanken uns für inhaltliche Unterstützung bei:

Mag. Dr. Thomas Angerer
Michael Balgavy
Ass.-Prof. MMag. Dr. Andrea Brait
Mag. Dr. Markus Eberharter
Beatrix Erber
Mag. Dr. Bernhard Fetz
Marianne Gruber
Mag. Dr. Hans Haider
Prof. Dr. Johann Holzner
Mag. Roman Hutter
Ivan Ivanji
Prof. Dr. Stefan Kaszyński
Dr. Roman Kopriva, Ph.D
Mag. Gertrude Kothanek
Anna Kovaříková
Mag. Dr. Stefan Maurer
Mag. Dr. Manfred Müller
Mag. Dr. Helmuth Niederle
Adolf Opel
Erkan Osmanovic, MA
Sylvia Peyfuss
Prof. Maja Razbojnikova-Frateva
Mag.a Maria Schmidt-Dengler
Prof. Dr. Egon Schwarz
Mag. Dr. Reinhard Urbach
Mgr. Aleš Urválek, Ph.D.
Mgr. Zuzana Urválková, Ph.D

Wir bedanken uns für die Datenbankeingabe bei:
Flavia Di Battista, MA
Nicolai Busch, BA
Bettina Chybiorz
Sophie Esslinger
Julia Pacal, BA
Ines Scholz, BA
Diana Trtílková, BA