Programmarchiv 2019

OSPG Weihnachtsfeier

und

„Kitsch, Klischee und Alltag: Wie Musik, Essen und Sport ozeanische Identitäten formt“

Vortrag von Dr. Elisabeth Worliczek

Dienstag, 10. Dezember 2019 ab 18.30h

Ort: Café Stein (Währingerstrasse 4-6, 1090 Wien) im dritten Raum (Obergeschoss)

Wir freuen uns, mit Euch wie üblich das Jahr gemütlich ausklingen zu lassen; wir knüpfen an die im letzten Jahr gegründete Tradition an, dass jeweils eines der Vorstandsmitglieder im entspannten Rahmen unserer Weihnachtsfeier einen informelleren Vortrag hält. Dieses Mal hat unsere Obfrau Elisabeth Worliczek in ihrem Fundus gegraben und wird bei dieser Gelegenheit so manches Klischee hinterfragen oder im Gegenteil bestärken…! Die Weihnachtsfeier bietet ausserdem den optimalen Rahmen, um anschliessend alles nochmal ausfuehrlich ueber einem Punsch zu diskutieren…

Willkommen sind alle Mitglieder, Ozeanien-Interessierte, Freunde, Familie,….

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Haben Sie das aus der Südsee schon gehört?

– Mündliche Überlieferungen zwischen Tradition und Taschenspielerei – eine Spurensuche

Vortrag von Dr. Thomas Horwath

Dienstag, 12. November 2019
Beginn: 18.30h
Hörsaal A, Institut für Kultur- und Sozialanthropologie,
Universitätsstraße 7/ NIG/ 4. Stock, 1010 Wien
Vortragssprache: Deutsch, Eintritt frei

Am Anfang war das Wort und das Wort war gesprochen. Aus dem gesprochenen Wort entwickelte sich schon bald die erste Geschichte. In der traditionellen Kultur der Hawai’ianer und der Maori hat das Geschichten erzählen einen hohen sozialen Stellenwert. Nach der “Entdeckung” Polynesiens war es nur eine Frage der Zeit bis diese Geschichten ihren Weg zurück in die Kolonialländer finden würden. Ausgewählte Beispiele in diesem Vortrag lassen sowohl eine traditionelle als auch eine moderne Interpretation der Geschichten zu. Inhalte sind jeweils eng mit der Person des Erzählenden verknüpft. Die Schnittstelle zwischen europäischem und polynesischem Erzählen, zwischen Brauchtum und Betrügereien sowie zwischen fiktionaler und weitergegebener Tradition sind das zentrale Element dieses Vortrags.

Thomas Horwath hat zwischen 2006 und 2013 die kolonialen Rückflüsse vor allem der Maori und der Hawai’ianer im europäischen Raum im Rahmen seiner Dissertation untersucht. Er ist promovierter Theateranthropologe, Feldforscher, Seminarleiter, Produktionsleiter (Film), Schriftsteller, interkultureller Mediator, Sprecher, Kulturvermittler, Dramaturg,  Kameramann, Masseur, Drehbuchautor, Moderator, Volkskundler, Radioredakteur, Fotograf, Regisseur, Märchenleser & Geschichtenerzähler, Verleger, Liebesromanautor, Buchbinder, Märchenmönch.

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Der Klimawandel und seine Folgen

– Leben und Arbeiten in Papua-Neuguinea

Vortrag von Dr. Dominik Ruffeis

Mittwoch, 16. Oktober 2019
Beginn: 18.30h
Hörsaal A,
Institut für Kultur- und Sozialanthropologie, Universitätsstraße 7/ NIG/ 4. Stock, 1010 Wien
Vortragssprache: Deutsch, Eintritt frei

Die Nutzung von natürlichen Ressourcen und klimatische Bedingungen bestimmt seit jeher die landwirtschaftliche Produktion und somit das Leben vieler bäuerlicher Familien in Papua-Neuguinea.

Die Veränderung des globalen Klimas beeinflusst die saisonalen Wetterlagen und somit die Lebensgrundlage vieler Menschen im westpazifischen Raum. Dieser Vortrag beleuchtet die lokalen Auswirkungen des Klimawandels und zeigt mögliche technologische Anpassungsstrategien von bäuerlichen Gemeinschaften, die mit Hilfe von partizipative Prozessen entwickelt werden.

Die Projektarbeit mit verschiedenen melanesischen Gemeinschaften wird dabei einer kritischen Analyse unterzogen und durch persönlich Erfahrungen und Erzählungen ergänzt.

Dominik Ruffeis arbeitet für das Institut für Bodenphysik und landeskulturelle Wasserwirtschaft auf der Universität für Bodenkultur (BOKU), Wien. Er verfügt über viele Jahre Erfahrung in Forschung und Entwicklungszusammenarbeit im Bereich Klimawandel, Anpassung, Wasser Ressourcen Management und Landwirtschaft in multinationalen Projekten in Afrika, Asien und dem pazifischen Raum. Seine Forschungs- und Arbeitsinteressen umfassen Wasser in der Landwirtschaft, Bodenwasserhaushalt, Einfluss des Klimawandels auf natürliche Ressourcen und Zusammenhänge im sozialen, kulturellen und systemischen Kontext.  Dominik Ruffeis hat über 4 Jahre im Hochland von Papua-Neuguinea gelebt und in dieser Zeit intensiv mit verschiedenen Gemeinschaften zusammengearbeitet.

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OSPG Sommerabschluss

Donnerstag, 13. Juni 2019

19h im Wake Up (Am Wehr 1, Neue Donau, 1220 Wien)

Wie letztes Jahr findet das gemütliche Beisammensein zu Ausklang des Sommersemesters am Wasser statt, und zwar im „Wake_up“ (http://wakeup.at/ ) Am Wehr 1, Neue Donau, 1220 Wien (U2 • Station Donaustadtbrücke • Ausgang Neue Donau • Entfernung ca. 100 m) wo wir ab 19h den Sommer begrüßen und wer will kann natürlich noch im Sonnenuntergang in die Neue Donau springen…
Auch Freunde und Familie sind herzlich willkommen!

(bitte um eine kurze Rückmeldung ob Ihr kommt, damit wir besser planen können!)

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Die Rolle des Bergbausektors für den Entkolonialisierungsprozess Neukaledoniens

Vortrag von Prof. Matthias Kowasch

Donnerstag, 23. Mai 2019, 18.30h

HS A, NIG, Universitätsstraße 7, 1010 Wien

Der Nickelbergbau auf dem Pazifikarchipel Neukaledonien kann auf eine knapp 150jährige Geschichte zurückblicken. Im Jahr 1864 entdeckte der Ingenieur Jules Garnier das „grüne Gold“ in der ehemaligen französischen Kolonie, die ca. 25% der weltweiten Nickelvorkommen besitzt. Über 100 Jahre lang hatte die SLN (Société Le Nickel) ein Monopol für die Weiterverarbeitung der Erze vor Ort. Erst Anfang der 2000er Jahre wurden zwei weitere Metallverarbeitungsfabriken in Neukaledonien gebaut: Koniambo in der Nordprovinz (betrieben vom lokalen Unternehmen SMSP und den Schweizern von Glencore) und Goro Nickel in der Südprovinz (betrieben vom brasilianischen Bergbauriesen Vale). Während Goro Nickel die wirtschaftliche Dominanz der Hauptstadt Nouméa verstärkt, trägt das Koniambo-Projekt zur Politik des räumlichen Ausgleichs zwischen Nord- und Südprovinz bei und gilt als „Instrument“ des von der Unabhängigkeitsbewegung vorangetriebenen Entkolonialisierungs-prozesses. Der Vertrag von Nouméa, 1998 von der Unabhängigkeitsbewegung, den Unabhängigkeitsgegnern und dem französischen Staat unterzeichnet, sieht nicht nur neue Identitätssymbole (wie z.B. eine Flagge) vor, sondern auch drei Abstimmungen über die politische Souveränität des Landes. Das erste Referendum fand dabei am 4. November 2018 statt.

Der Vortrag stellt die Rolle des Bergbausektors für die neukaledonische Wirtschaft vor und möchte den unvollständigen Entkolonialisierungsprozess eines Landes diskutieren, welches weiterhin auf der UN-Liste der „Non-Self-Governing Territories“ steht. Die Geschichte der Unabhängigkeitsbestrebungen wird dabei ebenso angesprochen wie aktuelle sozio-politische Spannungen. 

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OSPG Spezialführung & Depotbesuch im Weltmuseum

Dienstag, 14. Mai 2019, 16h

Zuerst wird uns unser Vorstandsmitglied Irina Eder, Kulturvermittlerin im Weltmuseum, eine Spezialführung durch die Ozeanienräume des Museums geben – im Austausch mit den anderen Vorstandsmitgliedern können sich so spannende Diskussionen ergeben.

Danach wird uns der interimistische Kurator für Ozeanien und Südostasien, Reinhard Blumauer, in das Depot des Weltmuseums mitnehmen, wo wir ein spezielles Augenmerk auf rare Schätze legen werden, deren Existenz in Wien vielen unbekannt ist – so zum Beispiel ein Exemplar der Rongo-Rongo Tafeln aus Rapa Nui oder ein hawaiianischer Kampfanzug!

Im Anschluss werden wir den Abend gemütlich im Volksgarten Pavillion ausklingen lassen.

Treffpunkt: 15.45h vor dem Weltmuseum Wien, Eintritt pro Person € 9.-

Achtung: Aufgrund strenger Sicherheitsauflagen im Depot ist die Teilnehmerzahl auf 15 begrenzt. Wir bitten deshalb um eine Anmeldung per e-mail (ospg@univie.ac.at) im vornhinein; die Plätze werden nach der Reihenfolge der eintreffenden Anmeldungen vergeben, wobei zahlende OSPG Mitglieder vorgereiht werden (wenn Du Deinen Mitgliedsbeitrag für 2019 noch nicht gezahlt hast – hier kannst Du das schnell erledigen). Anmeldeschluss ist der 10. Mai, Ihr bekommt dann eine e-mail, die Euren Platz bestätigt.

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Unsere Generalversammlung findet am Samstag, 2. März 2019 bei der gemeinsamen Tagung mit dem deutschen Pazifiknetzwerk statt!

Mehr Informationen zum Programm hier

Hier findet Ihr die Einladung zur 23. OSPG Generalversammlung

Rückblick:

1.-3. März 2019, Passau

LANGE SCHATTEN DER KOLONIALZEIT

JAHRESTAGUNG UND MITGLIEDERVERSAMMLUNG

(OSPG & Pazifik Netzwerk e.V.)

 

Bei der OSPG Generalversammlung

Am vergangenen Wochenende vom 1. bis 3. März 2019 fand die gemeinsame Jahrestagung „Lange Schatten der Kolonialzeit“ des Pazifik Netzwerks e.V. und der OSPG in Passau statt. Teil des Programms waren auch die Mitgliederversammlung des Pazifik-Netzwerks sowie die Generalversammlung der OSPG.  Bei der 23. Generalversammlung der OSPG wurden die vergangenen Veranstaltungen rekapituliert, Finanzen des Vereins offengelegt und das kommende Veranstaltungsprogramm für das Sommersemester 2019 besprochen. Außerdem wurde der bestehende Vorstand des Vereins wiedergewählt und erhielt mit Hannah Dittmer ein zusätzliches Vorstandsmitglied. Hier findet Ihr das Protokoll der Generalversammlung.

“Rebellion” hat niemanden kalt gelassen

Im Anschluss an die Generalversammlung fand am Samstag und Sonntag das thematische Programm der Tagung statt. Sieben Vortragende näherten sich mit unterschiedlichen Zugängen der Kolonialzeit bzw. des Neokolonialismus im Südpazifik. Die Vorträge thematisierten unter anderem die Missionierung der pazifischen Inselstaaten und den damit einhergehenden Verlust indigenen Wissens, Auswirkungen der Einflussnahme kolonialer Mächte, Wahrnehmungen der südpazifischen Kolonialgeschichte sowie eine kritische Reflexion des Pazifik Netzwerks und der OSPG mit Hilfe der Postkolonialen Theorie und die Sammelwut der Europäer bei ihren „Entdeckungsfahrten“. Besonderes Highlight bildete der gemeinsame Kinoabend bei dem wir gemeinsam den Film „Rebellion“ ( Mathieu Kassovitz 2011) sahen und im Anschluss diskutierten. „Rebellion“ thematisiert die Ereignisse des 22. April 1988 als auf Ouvéa (Neukaledonien) 30 Mitglieder der örtlichen Gendamerie von Unabhängigkeitskämpfern als Geiseln genommen wurden. Der Film schildert die Ereignisse aus Sicht des  Franzosen Philippe Legorjus von der Antiterroreinheit GIGN.

…und ein paar erklärende Details zu Kava

Nach dem Film konnten wir uns bei einer informellen Kava „Zeremonie“ über das Gesehene austauschen. Viele der Teilnehmer und Teilnehmerinnen probierten zum ersten Mal Kava und versuchten mutig eine Tasse des Zeremonialgetränks. Kava bietet immer eine gute Gelegenheit, um in entspannter Atmosphäre ins Gespräch zu kommen.

Alle versammelten Tagungsteilnehmer von OSPG und Pazifik Netzwerk
Die OSPG war gut vertreten!
Vorstandsmitglied Josef Jansa versucht sich an der Ukulele

Die Diversität der Vorträge, die gemütlichen Abende mit Kava und Cocktails und die ausgezeichnete Verpflegung mit bayrischen Köstlichkeiten rundeten die Tagung ab. Wir hatten ausreichend Zeit die wir zum Netzwerken nutzten, wir lernten unsere Mitglieder besser kennen und schmiedeten Pläne für zukünftige OSPG Veranstaltungen.

(Text von Hannah Dittmer)

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Vortrag & Filmpremiere

„Te kuhane o te tupuna“

Donnerstag, 17. Jänner 2019, 18.30h

HS A, NIG, Universitätsstraße 7, 1010 Wien

Die OSPG hat sich auch der Nachwuchsförderung verschrieben und wir wollen jungen WissenschaftlerInnen die Möglichkeit geben, zu präsentieren, womit sie sich befassen. In diesem Sinne wird das Thema “Osterinsel”, das wir ja schon bei dem Vortrag bei der Weihnachtsfeier angeschnitten haben, fortgesetzt: und zwar an einem Abend, an dem wir Nachwuchsförderung und eine Filmpremiere in Österreich kombinieren!

Hannah Dittmer, einigen von Euch schon als OSPG-Praktikantin bekannt, hat sich bei ihrer Bachelor-Arbeit von der Dokumentation „Te kuhane o te tupuna“ (Der Geist der Ahnen) inspirieren lassen. Der Film thematisiert die gewünschte Repatriierung eines Moais auf die Osterinsel, und was die unrechtmäßige Entwendung dieser Statue für die Einwohner der Osterinsel bedeutet. Der Regisseur hat uns persönlich die Filmvorführung genehmigt!

Hannah wird uns zuerst eine Einführung zu dem Film geben und auch auf den aktuellen Stand der internationalen Diskussionen eingehen. Dann werden wir gemeinsam den Film anschauen (Spanisch mit Untertiteln), um mit viel Hintergrundwissen das Gezeigte besser zu verstehen.

Hier ist der Trailer zum Film: https://www.youtube.com/watch?v=h9IPuhzKO_s

Rückblick:

Rückblick: “Te kuhane o te tupuna” – der Film hatte am 17. Jänner in Österreich Premiere und Hannah Dittmer hat uns die Hintergründe erläutert!