Archiv 2007

 

 

Aleš Waksmundsky

Ivan Nehera

Karel Novotný

 

 

Landschaften in Schwarz-Weiß

 

 

 

Vernissage:11.1.19 Uhr

 

 

Falter

 

 

Spolek Klasické Fotografie / SKF
(Verein der klassischen Fotografie)

Der SKF ist eine geschlossene Gruppe von Fotografen, deren Hauptziel es ist, auf die Einzigartigkeit des klassischen fotografischen Weges hinzuweisen, nicht nur im Hinblick auf das Endresultat, also auf die Fotografie selbst, sondern auch auf den gesamten Prozess ihrer Entstehung inklusive des Erlebnisses, das sie dem Fotografen und folglich auch dem Betrachter bietet.
Die Fotografie entsteht aus der inneren Stimmung des Fotografen, dank seines Sehens erhält sie eine konkrete Form und dann folgt ihre Verarbeitung. Es ist sehr bemerkenswert, wie verschieden ein Fotograf die Welt wahrnimmt, wenn er eine klassische oder eine digitale Kamera benützt. Ebenso gänzlich unterschiedlich ist die Arbeit in der Dunkelkammer oder vor dem Bildschirm des Computers. Aber gerade dieses besondere Erleben und die damit verbundene innere Stimmungslage ist das Wesentliche, das beide Techniken am meisten voneinander unterscheidet. Vielleicht spricht man auch wegen des Vergleiches der technischen Parameter der Fotoapparate nicht so viel von eben dieser Wirkung auf den Menschen. Aber gerade das Erlebnis der Fotografie lieferte den Grund für die Entstehung des Vereines der Klassischen Fotografie.

 

 

Aleš Waksmundský (* 1960)
www.awphoto.eu


Fotografiert vorwiegend SW auf klassischen Materialien. Ein thematischer Schwerpunkt sind Traurige Landschaften (Gegend von Most, Sokolov, Ostrava u.a., aber auch Praha) u.a. Themen.

Gemeinsame und selbständige Ausstellungen
 

2002
    Fotografisches Prag (Gemeinschaftsausstellung)


2003
    Morgen über Prag


2004
    Fotografisches Prag (Gemeinschaftsausstellung) Ökologie im Ob0jektiv (Gemeinschaftsausstellung )
    Kozsalin, Polen
    Kávovarna Lucerna (Gemeinschafstsausstellung), Praha
    Galerie U mloka (Gemeinschafstsausstellung), Olomouc


2005
    Praha fotografická (Gemeinschafstsausstellung), Praha
    Exit (Gemeinschafstsausstellung), Praha


2006
    Schola Humanitas, Litvínov 2006,
    Galerie Krásova (Gemeinschafstsausstellung), Praha
    Radnice Městské části Praha 3, (Gemeinschafstsausstellung), Praha

 

 

 

 

Ivan Nehera (* 1960)
www.nfoto.cz


Fotograf und Angestellter eins Baukonzernes. Nach zweijährigem Studium bei Prof. Ján Šmok und am Institut der künstlerischen Fotografie gelangte der fotografische Weg seines freien Schaffens zur klassischen Fotografie. Heute arbeitet er mit Großformatkameras und der Panoramakamera Noblex.

Selbständige Ausstellungen in:

Kino Rychnov 1989
Kulturní dům Brnenic 1990
IC Hradec Králové

Gemeinsame Ausstellungen in:

Muzeum Jablonné nad Orlicí 1999
Deštné v Orlických horách
Kulturní dùm Vamberk
Výstavní síň Foma, Hradec Králové 2001
 

 

 

Karel Novotný (* 1972)
www.knfoto.cz

Gelernter Fotograf, fotografiert etwa seit sieben Jahren, zwei Jahre Lehrender der fotografischer Technik, im Atelier und Pleinair. Arbeitet vorwiegend mit SW Material und verwendet fast ausschließlich Großformatkameras der Formate 13x18, 18x24 und 20x25cm. Die ausgestellten Fotografien stellen Kontakt-kopien dar.

Selbständige Ausstellungen

Mit den Augen des Fotografen
Galerie Ve věži Mělník
Landschaft als Atelier
Národní kulturní památka Vyšehrad Praha
2N Regionales Museum in Deštné Orlické hory
PKF Galerie U mloka Olomouc (gemeinsame Ausstellung der Absolventen PKF)
FAF Wetzlar SRN
Fotografien
Burg Houska
Fotografien
Städtisches Regionalmuseum Mělník
Fotografien
Galerie U sv. Anny Plzeň


 

 

Gero Fischer - Zdeněk Rubeš

Südostböhmische De-/Impressionen

 

20.2. - 13.3.07

Vernissage: 20.2.07

Falter

 

 

Südböhmische De-/Impressionen

Die beiden Autoren dokumentieren fotografisch die Umgebung von Gratzen / Nové Hrady schon seit mehr als 20 Jahren. Aus diesem Gebiet wurde nach 1945 die deutsche Bevölkerung vertrieben, ab 1948 war ein Großteil des Grenzgebietes Sperrzone, d.h. so gut wie unzugänglich für In- und Ausländer. Seit 1990 bleibt der wirtschaftliche Aufschwung für diese Region aus, nur wenige Orte scheinen den den Anschluss zu schaffen, für andere hingegen vollendet sich der ökonomische, soziale und kulturelle Niedergang. Viele Gebiete, die bis zur Wende landwirtschaftliche genutzt wurden, liegen jetzt brach, bestenfalls werden sie als Weiden genutzt. Mit dem wirtschaftlichen Aus der landwirtschaftlichen Genossenschaften und anderer Betriebe steigt die Arbeitslosigkeit, allmählich bricht die Nahversorgung, der öffentliche Verkehr zusammen, Schulen werden geschlossen, öffentliche Gebäude verkommen. Landflucht setzt ein, das Landleben stirbt, die Dörfer veröden. In einigen Gegenden kauften Städter (aus Prag, Čs. Budějovice) Häuser und bauen sie zu Wochenend- und Feriendomizilen aus. Es sind Ausnahmen, die gleichsam wie eine Insel gegen diesen Trend stehen, so die Gemeinde Malonty (sie hat einen sehr umtriebigen kommunistischen Bürgermeister).
Als Symbol für diese Region kann das heute einwohnerlose Geisterdorf Pohoří / Puchers (vor 1945 über 1000 Einwohner) gelten, wo neben wenigen Gebäuderuinen vor einigen Jahren noch die Kirche stand, heute sind es nur noch kümmerliche Reste. Ganz in der Nähe wird ein Heim für geistig behinderte Kinder gebaut - in völliger Abgeschiedenheit und Isolation.
Versuche, den Fremdenverkehr in dieser wunderschönen Landschaft zu fördern, kommen aufgrund mangelnder Infrastruktur nur zögernd voran, einige gastronomische Betriebe, Hotels - vor einigen Jahren erst eröffnet - haben schon wieder aufgegeben. Diese depressive Atmosphäre wird noch lange diese Landschaft bestimmen.
 

 

Zdeněk Rubeš
Fotograf, Journalist (Èeské Budìjovice)

Gero Fischer
fotografierender Slawist (Wien)

Die beiden Autoren realisieren seit über zwei Jahrzehnten verschiedene fotodokumentarische Projekte in Südböhmen, insbesondere erforschen sie fotografisch das Grenzgebiet, jüdische Friedhöfe, südböhmische Landschaften. Einige dieser Projekte wurden in Wien (Galerie auf der Pawlatsche), Retz, Mikulov und in Èeské Budějovice präsentiert.

 

 

Veronika Zapletalová

Orte - Bukarest

15. 3. 2007 - 16. 4. 2007
Vernissage: Vernissage: Donnerstag, 15. 3. 2007, 19 Uhr

 

Falter

 

Veronika Zapletalová
(geb. 1971)
www.zapletalova.com 

Studien

1997 / 2001 Institut der künstlerischen Fotografie FPF der Schlesischen Universität in Opava
1991 / 1997 Atelier der Bildhauerei - Prof. Kurt Gebauer 
Atelier der Konzeptuellen und intermedialen Kunst
1990 / 1992 Philos. Fakultät der Karlsuniversität in Prag Fach Kunstgeschichte
Stipendien
1994 / 1995 L'Ecole Nationale Des Artes Décoratifs, Paris, 
Malerei
1993 / 1994 AVU in Prag, Landschaftsmalerei, bei 
Prof. Fr. Hodonský
1993 Academie Beldeende Kunsten, Maastricht, Holland, Malerei, Bildhauerei


Preise

2002 UNESCO - Aschberg Programm - Artist in Residence - Jordien 
1996 Nová jména - Pražský dum fotografie

Ausstellungen (Auswahl)

Selbständige
2007 Orte - Bukarest (Praha, Bukarest)
2006 Orte - Bukarest (Bukarest)
2006 Katzenbeschwörungen - Illustrationen zum Buch irischer
Legenden und Erzähungen (Praha )
2003 Hütten (Tel Aviv, New York)
2002 Rouroni (Opava, Jordanien)
2001 Hütten (Kolín, Ostrava)
1998 Bildchen (Praha)
1997 Landschaftsbilder (Praha)
1995 Praha -Anmerkungen zur Landschaft (Praha)

Gemeinschaftsausstellungen (Auswahl)
2007 Berlin
2006 London, Opava 
2005 Slovenji Gradec; Lódz, Buenos Aires, Sao Paulo 

Veröffentlichungen
2006 Kočičí zaklínání - irské mýty a pověsti
2002 Chatařství 
2001 Rourouni 
2000 Pivečkùv lesopark 
 

Orte - Bukarest

Mich interessierte immer schon die Landschaft, vor allem die von Menschen bewohnte Landschaft. Ich kaufte mir ein Haus und hatte vor, aufs Land zu ziehen, diesen Plan ließ ich fallen, aber der Hunger nach dr Landschaft und nach Häusern blieb. Zuerst habe ich alles gemalt, dann beschäftigte ich mich mit Bildhauerei und fotografierte daneben und das Meißeln mit dem Fotoapparat blieb mir auch. So entstand u.a. die Fotokollektion Rourouni. Anschließend entstand die Serie Hütten (mit einem kleinen Katalog), die als menschliche Träume vom Glück materialisierende Standbilder darstellen. Weitere Projekte waren organisch sich zusammendrängende Schichten von Gebäuden in Jordanien und Syrien, ein Buch von Illustrationen (Federzeichnungen) zu irischen Balladen und Sagen, anschließend das Projekt Orte - Bukarest, das urbanistische Beziehungen zwischen Gebäuden und den Einfluss des Wirkens von Orten ohne optischen künstlerischen Effekt darstellt, und das Projekt Autos - Fahrzeuge, bei dem ich zur Frage insbesondere des tschechischen aber auch globalen Phänomens funktionaler handgefertigter Heimfahrzeuge zurückkehre. 
Ich lebe in Prag. Seit 1991 stelle ich aus, vor allem im Ausland. Ich bin freiberuflich tätig und lebe von verschiedenen Aufträgen, aber um mich freispielen zu können, verdiene ich mein Brot am häufigsten mit kommerziellen Zeichnungen, Wandmalerei, ausnahmsweise auch der Fotografie, innerarchitektonischen Planungen, Restaurieren, privatem Fotografieunterricht und allem Möglichen, ...

Die vorliegenden Fotos zum Projekt Orte - Bukarest entstanden in Bukarest im Laufe von zwei Aufenthalten mit der Unterstützung des dortigen Tschechischen Zentrums und der Unterstützung des rumänischen Kulturzentrums in Prag im Jahre 2006. 
Die ursprüngliche Absicht mich auf die Architektur zu konzentrieren ließ ich fallen und suchte eher bestimmte Orte oder Situationen, die ich ohne Stativ aufnahm, wobei ich mich vor Hunden, Autos, ängstlichen Nachbarn und Fußgängern zur Wehr setzen musste.
Ich verfolgte einige Punkte: 

Orte
Orte wie: Wohnhäuser, Höfe, Hinterhöfe, öffentliche Räume, Kinderspielplätze, Standbilder in ihren Kontexten, aber auch verhüllte Autos, aus denen irgendwie, gewollt oder ungewollt die Persönlichkeit ihrer Schöpfer oder Besitzer erscheint und ihnen eine spezifische Lebendigkeit einhaucht. 
Warum suchte ich Orte, die für sich ausdrücklich positiv oder negativ wirken, auf? Orte zwischen Häusern, die charakteristisch für das Fluidum der Architektur sind, oder Orte, an denen mehrere Häuser und in Beziehung zu einander stehen. Orte, an denen ein einzelnes Haus steht. Vollkommene funktionalistische Vorkriegsarchitektur und ihre Beziehung zum Raum. 
Details. 
Ich interessiere mich für die Kultur- also auch die Stadtlandschaft als Malerin und Bildhauerin, Architektin und Fotografin. Ich wanderte durch Bukarest und überließ mich der Stadt, was immer sie mit mir macht und ich wartete, was daraus wird.
Im Laufe eines wiederholten mehrwöchigen Aufenthaltes entstand dieser Zyklus von Fotografien, der im folgenden Monat vergrößert wurde. Er hat die Form von Tagebucheintragungen, der auch die einfache Form der Installation entspricht. 
Ich fotografierte Orte. Jeder von ihnen strahlt etwas ganz anderes aus. Mich interessiert, warum, geht es um Orte wie einen Bogen von Gleisen einer Autobushaltestelle oder irgendwelche Anhäufungen von Häusern, bestimmte Höfe oder Biegungen.
Gefühle.

 

 

 

 

Evžen Sobek

 

Roma in der Stadt Brünn 

Fotografie aus den Jahren 1998 - 1999

19.4. 2007 - 16. 5. 2007
Vernissage: Vernissage: Donnerstag, 19. 3. 2007, 19 Uhr

 

Falter

 

Evžen Sobek

www.choiceimages.org

 Geb. 4. Juni 1967 in Brünn. Studium an der Maschinenbaufakultät VUT in Brünn und am Institut für schöpferische Fotografie der Schlesischen Universität in Opava. Tätig als selbständiger Fotograf in Brünn und als Pädagoge am Institut für schöpferische Fotografie der Schlesischen Universität in Opava und an der Fotoškoly Brno in Brünn. Kurator der Galerie Artistů in Brünnn. Schwerpunkt seines Schaffens ist die Dokumentarfotografie.  Mitglied der Fotoagentur CHOICEimages.

 

Realisierte fotodokumentarische Projekte

1993 – 1994

                        Konvent - Dokument über das Leben von Mönchen des Prämonstratenserordens im Kloster Želiv

1994 – 1995

                        Menschen in Hlučín der 90er Jahre des 20. Jh.  (Teilnhme am Projekt des Instituts für schöpferische Fotografie FPF  der Schlesischen Univesität             

                         in Opava

 

1998 – 1999

                        Roma in der Stadt Brünn  - Dokumentation des Lebens der Brünner Romaminderheit in Zusammenarbeit mit dem Muzeum der Romakultur in Brünn

 

2000 - 2003

                        Ecce homo - Dokumentarfotografie - subjektive Aussage über das Alltagsleben der Menschen in verschiedenen Ländern der Welt.

 

seit 2003

                        Meine Heimat – Bildaussage über den sich ändernden Lebensstil in der Tschechischen Republik.

 

seit 2006

                        Life in Blue – Fotoprojekt, das den spezifischen Lebensstil der Subkulturen aufzeichnet, die sich auf das Umfeld des „Tschechischen Meeres“ – der        

                        künstlichen Stauseen in Südmähren konzentrieren.

 

 

Selbständige Ausstellungen (Auswahl)

 

1994

            Minoritenkloster, Opava (mit Jindřich Štreit)

 

1998

            Kreuzgang Neues Rathaus, Brno

 

1999     

            Galerie Špilar, Brno

            Galerie Opera - Jiří Myron Theater, Ostrava  

 

2000     

            Galerie Ambit, Praha

            Galerie Burg Zvíkov, Zvíkov

            Fotogalerie Migros, Thun (Jindřich Štreit)

 

2001

            Galerie Velryba, Praha

            MiO Gallery, Osaka

            Das BildForum, 6. Internationale Fototage, Herten

            Galerie Aero, Praha

 

2002

            Galeria Fiducia, Ostrava

            Many Gallery, Tel Aviv

 

2003

            Aliance Francaise, Amman

            Boskovice 2003 - Sommerkulturfestival, Muzeum Boskovicka, Boskovice

            Galerie Artistů, kino Art, Brno

            Leica Gallery, Solms

 

2004

            Leica Gallery Prague, Praha (mit Viktor Kolář und Jan Lukas)

 

2006

            Galerie GM, Pardubice

 

 

Gemeinsame Ausstellungen (Auswahl)

 

1995

            Menschen aus Hlučín der 90er Jahre des 20. Jh.. Sudice, Dolní Benešov, Kravaře.

 

1996

            Neue Namen. Prager Haus der Fotografie, Praha.

            Na rozhraní - Grenzbereiche. Galerie Salzstadel, Regensburg (München, Český Krumlov).

            Dokument Foto in Tschechien. Fotogalerie Migros, Thun.

 

1999

            Andere Welt? Kunsthaus, Opava.

            Czech press photo. Altstädter Rathaus, Praha.

 

2000

            Mio Photo Award 2000. MiO Gallery, Osaka.

 

2001

            M.I.L.K. Exhibition. Grand Central Terminal, Vanderbilt Hall, New York.

            Talentinum. Zentrum der tschechischen Fotografie, Praha.

            M.I.L.K. Exhibition. Museum of Science, London.

            Czech press photo. Altstädter Rathaus, Praha.

 

2002

            Junge tschechische Kunst. Kulturabteilung Bayer, Leverkusen.

            Photographs by the Next Generation: Young Portfolio. Kiyosato Museum of Photographic Arts, Kiyosato.

            Anschwärzung. Theater Archa, Praha.

            Tschechische und slowakische Fotografie der 80er und 90er Jahre des 20. Jh. Kunstnmuseum, Olomouc (Bratislava).

            Czech Documentary Photography. Leica Gallery, New York.

            Backlight02. Museum Centre Vapriikki, Tampere.

 

2003

            M.I.L.K. Exhibition. Waitemata Plaza, Auckland.

            Zeitgenössische tschechische Dokumentarfotografie. Galerie Opera, Jiří Myron Theater, Ostrava.

 

2004

            Die Stadt in der zeitgenössischen tschechischen Dokumentarfotografie.  Monat der Fotografie – Fotobiennale, Moskva.

            M.I.L.K. Exhibition. Las Vegas, USA

            Goldener Fonds des Nationalmuseums der Fotografie. Národní muzeum fotografie, Jindřichův Hradec

 

2005

            Tage der Roma-Kultur in Ostrava, Bücherei der Stadt Ostrava, Ostrava

            Tschechische Fotografie des 20. Jh., Städtische Bücherei, Galerie dser Hauptstadt Prag, Praha

            Backlight05, Museum Center Vapriikki, Tampere

 

2006

            Choice, Puffin Cultural Forum, New Jersey

            Absolventen, Kunsthaus, Opava

            Digiforum, Digitex, Brno

            Choice, Monat der Fotografie, Bratislava

 

 

 

Preise

 

M.I.L.K. competition, U.S.A. 2000. Presi in der Kategorie „Liebe“

MiO Photo Award 2000, Osaka. Grand Prix iom Wettbewerb der Fotografen bis 35 Jahre.

Talentinum 2001, Praha. 2. Preis in der Kategorie Dokumentarfotografie.

 

Stipendien

 

2004     

Choice – Masterclass for Photojournalists from Central and Eastern Europe, New York – Budapest

 

Sammlungen

 

Kiyosato Museum of Photographic Arts, Kiyosato

Mährische Galerie, Brno

Muzeum der Romakultur, Brno

Nationalmuseum der Fotografie, Jindřichův Hradec

School of Visual Arts, Osaka

Staatliches Zentralarchiv – Sammlung tschechischer Fotografen, Praha

Private Sammlungen in Europa, Amerika und Japan

 

 

 

 

Roma in der Stadt Brünn - Fotografie aus den Jahren 1998 - 1999

 

Sobeks Zyklus von Fotografien aus dem Leben der Brünner Roma unterscheidet sich erheblich von der Mehrzahl existierender dokumentarischer Zyklen mit Romathematik, die entweder traditionelle Bräuche und den spezifischen Lebensstil dieses Ethnikums durch ein erheblich romantisierendes Prisma zeigen oder im Gegenteil sich nur auf eine naturalistische Dokumentation ihrer gesellschaftlichen Unangepasstheit beschränken. Sobek bemüht sich um eine möglichst komplexe Sicht, in der neben unbehauenen Aufnahmen der Roma vom Rande der Gesellschaft oder mäßig exotischen Bilder von ihren Hochzeiten und Begräbnissen auch Fotografien von erfolgreichen Romaunternehmern ihren Platz haben oder Momentaufnahmen aus dem Alltagsleben der Familien, die sich von der Mehrheit ihrer Mitbürger nur durch die dunklere Hautfarbe unterscheiden. Der immer stärker verallgemeinernde Charakter von Sobeks Fotografien wird übrigens auch durch die Tatsache unterstrichen, dass viele Aufnahmen aus dem Zyklus „Roma in der Stadt Brünn“ Teil des motivisch und thematisch freieren Zyklus „Ecce homo“ wurden, in dem sich noch deutlicher der subjektive Blick des Autors beim Entdecken von Geheimem und Mysteriösem in einer scheinbar ganz alltäglichen Welt um uns offenbart.

 Vladimír Birgus

 

Jaroslav Pulicar ( Brno)

Augenblicke

 

Vernissage: 31. 5. 2007

J. Pulicar ist seiner fotografischen Konzeption nach kein Novator, er hat vielmehr die traditionelle Momentaufnahme zu seinem Darstellungsprinzip gemacht. Es geht ihm dabei jedoch nicht um oberflächliche, sofort auf den ersten Blick dechiffrierbare Bilder, sein Blicxk ist auf Hinter- und Tiefgründiges gerichtet. Er ist in gewisser Hinsicht ein strenger Dokumentarist, der mit ausschließlich mit fotografischen Mitteln seine Umwelt ablichtet. Einige seiner Motive sind “ewig” andere “heutig”, viele seiner Fotografien sind geradezu poetisch alle seine Bilder sind einem humanistischen Gesit verpflichtet.
J. Pulicar beschäftigte sich seit mehr als 20 Jahren mit der Fotografie, studierte aus Publikationen insbesondere die Arbeiten von Henri Cartier Bresson, Josef Koudelka und Jindøich Štreit, Bohdan Holomíèek kennt er persönlich, auch andere wie Dagmar Hochová, Václav Chochola, Viktor Koláø haben seinen fotografischen Stil beeinflusst. Mit wenigen Ausstellungen in Erscheinung getreten überraschte er 1998 mit seinem Buch “Fotografien” die Fachöffentlichkeit, das sich durch die kompromisslose Konzeption einer harmonischen Beziehung zwischen der “Zeitlichkeit und dem Dauern” (A. Dufek) auszeichnet. 


Biografisches
Jaroslav Pulicar wurde 1954 in Jihlava / Iglau geboren, Technikstudium. Fotografischer Autodidakt. Bisher sieben selbständige Ausstellungen. Lebt und arbeitet in Brünn. 
 

Veröffentlichung

Jaroslav Pulicar: Fotografie. Brno 1998

Kontakt: pulicar@interstyl.cz

 

 

 

Český Dřevák

 

Faszination Großformat

Vernissage: 18.9. 0719 Uhr

 

Großformatige Fotografie - Balgenkamera und Negativformate 9 x 12 cm und größer und vorwiegend Kontaktkopien (statt Vergrößerungen) - ist im Allgemeinen verbunden mit dem Bild der historischen Tradition der Fotografie. Die Vorstellung eines Fotografen mit einer schweren Kamera und einem Stativ, der sich hinter einem schwarzen Einstelltuch (Tschechisch: jeptiška eigentlich “Nonne”) verbirgt, um sich auf der Mattscheibe ungestört seiner Bildkomposition zu widmen, erscheint in einer Welt, in der Geschwindigkeit fast alles zählt, reichlich archaisch und von der Zeit überholt. Das ist nur scheinbar so: Die Großformatfotografie bringt sich immer wieder mit ihren unersetzbaren Qualitäten ins Spiel, wie die außergewöhnliche Auflösung und Darstellung jedes Details, die faszinierende Skala von Helligkeits- und Farbabstufungen. Vor allem die amerikanische Fotografie hat diese Technik weiter entwickelt (Ansel Adams, Clyde Butcher u.a.). Von den tschechischen Fotografen war es insbesondere Josef Sudek, der die Großformatfotografie um charakteristische tschechische Komponenten einer melancholischen meditativen Poesie anreicherte.

Český dřevák (dřevo heißt auf Tschechisch eigentlich “Holz”, diese Bezeichnung zielt auf die Holzbauweise der meisten Großformatkameras) ist der Name einer Gruppe von sechs tschechischen Fotografen, die die Überzeugung verbindet, dass der Großformatfotografie ein Ehrenplatz gebührt. Es geht dabei nicht nur um eine Rehabilitierung sozusagen königlicher Formen fotografischen Handwerks und Kunst, es geht vielmehr um Inhalte, die sich gerade auf Grund ihrer traditionellen Technik als neue Form der Aussage über Veränderungen und Bewegungen geistiger Herausforderungen der Gegenwart behaupten können. Durch diese Technik glauben die Anhänger der Großformatfotografie hinsichtlich des Ausdrucks einer gefühlsmäßig engagierten Beziehung zur Realität Darstellungen von bleibender Gültigkeit zu schaffen.


Bohumír Prokůpek

Bohumír Prokůpek arbeitet mit Kinofilmen ebenso wie mit Planfilmen 20 x 25 cm. In der Kleinbildfotografie drückt er durch bewusste Unschärfe, farbliche Monochromie Mystisches und Subjektives aus, im Großformat hingegen Sachlichkeit und Romantik. Seine Arbeiten stehen in direkter Linie sowohl mit der tschechischen als auch mit der internationalen Fotografie. Sein gegenwärtig großes Thema ist der Gegensatz von unberührt gebliebener Natur und der vom Menschen gestalteten Landschaft.

Bohumír Prokůpek, geb. 1954 in Humpolec, Studium der Fotografie in Brno, seit 1986 freier Fotograf und Publizist.


Tomáš Rasl


Der jüngste der Gruppe, der am Beginn seiner professionellen Laufbahn steht, hat schon bei seinem Großvater (dem Fotografen Ferdinand Buèina) die ersten fotografischen Erfahrungen gemacht, sowohl technisch als auch künstlerisch.

“Das Geheimnis von Licht und Schatten beruht im Augenblick des Auslösens und in der Dunkelkammer, wo ich es nicht erwarten kann, das Negativ gegen die beleuchtete Lampe zu halten. Ich bin dann glücklich, dass es mir genügt, zweidimensional und schwarz-weiß zu sehen.”

Tomáš Rasl, geb. 1975 in Prag. 19916 - 2001 Studium der Fotografie (FAMU) in Prag.

 

Petr Helbich

Stark beeinflusst von der tschechischen Fotografie, insbesondere von R. Janda und J. Sudek fotografiert er mit den Formaten 6x9, 6x10 und 9x12, seit 1993 13x18. Petr Helbich fotografiert in Zyklen (Stilleben, Urwälder, u.a.). Obwohl Helbich sein Leben lang Fotoamateur blieb, erreichte er in seinem Schaffen absolut professionelle Sicherheit und Perfektion, die die Qualität seiner Arbeiten ausmachen.

Geb. 1929 in Prag,; 1953 Promotion zum Dr. med.. Die Fotografie wurde ihm zur lebenslangen Ergänzung und zum Ausgleich zu seiner beruflichen und wissenschaftlichen Arbeit.

 

Karel Kuklík

Im Jahre 1958 begibt sich Karel Kuklík auf den Weg der Fotografie, in den 60-er Jahren wird er einer der Hauptrepräsentanten der sog. texturellen Abstraktion in der Fotografie. In den 70-er Jahren orientiert er sich stärker an Fotografen wie J. Funke, J. Sudek, E. Weston, P. Strand.
“Das Großformat ist in der Zeit der Digitalisierung ein Anachronismus. Aber für mich ist das die Art, jene wunderbare Möglichkeit zu erhalten, mit den eigenen Händen eine Fotografie von A bis Z zu schaffen.”

Geb. 1937 in Prag, gelernter Automechaniker (1954), professionelle fotografische Laufbahn seit 1964 (Auftragsarbeiten), seit den 70 Jahren arbeitet er für Verlage und in der Werbefotografie.

 

Jan Reich

Seit 1964 strebt J. Reich an, von menschlicher Tätigkeit das einzufangen, was im Laufe der Zeit verschwindet. Mit dem Übergang vom Kleinbild und Mittelformat auf die Formate 13x18 und 24x30 im Jahre 1980 und anknüpfend an die Tradition J. Sudeks und die der amerikanischen Großformatfotografie beginnen in seinem Schaffen romantische Elemente einzufließen. Seine Arbeiten klassifiziert der tschechische Fototheoretiker A. Dufek als “spezifische tschechische Variante einer neuen Topografie”.

Geb. 1942 in Prag. Von 1959 bis 1963 in verschiedenen Berufen (Maurer, Zirkusarbeiter, Fotograf, Beleuchter und Requisiteur im Filmstudio Barrandov) tätig. 1964-70 Studium der Fotografie an der FAMU in Prag. Anschließend freischaffender Fotograf.

 

Jaroslav Beneš

J. Beneš beginnt Ende der 60-er Jahre zu fotografieren: Reportage, Theater, Rockkonzerte. In den 80-er Jahren widmet er sich dem Großformat. Bei seinem Schaffen oszilliert er zwischen Perfektion und Zufall bei der Entstehung der Aufnahme. Fotografieren mit dem Großformat ist für J. Beneš “Freude an der langsamen aber gründlichen Arbeit mit der großen Kamera, Ruhe, Konzentration”, die man auch Meditation nennen könnte. Ein Hauptthema seiner fotografischen Arbeit ist Mensch und Umwelt.

Geb. 1946 in Pilsen, nach der Matura in der Landwirtschaft tätig,dann als Kulissenschieber und Fotograf im Pilsener Theater ALFA, später als Nachtwächter. Seit 1978 bei den Prager Wasserwerken als Archivar und Fotograf. 1989 einer der Gründer des Aktivs freier Fotografie in Prag und 1990 des Prager Hauses der Fotografie.

 

Kontakt:

www.ceskydrevak.cz

 

 

 

Alena Dvorakova - Viktor Fischer

Missionen

 

 

Mit dem Fotoprojekt Missionen (realisiert seit 2001) will das Autorenpaar "das schlafende Gewissen" vieler von uns aufrütteln, ob es nun um die Beziehung zur Natur oder um Zwischenmenschliches geht. Bei diesem Projekt handelt es sich um Dokumentationen humanitärer bzw. charitativer Aktionen und Initiativen von tschechischen Missionsschwestern in der Tschechischen Republik, Argentinien, Südafrika und Kasachstan. Mit diesem Projekt gewannen die beiden Fotografen mehrere internationale Preise und Auszeichnungen (Oskar Barnack-Preis 2002, UNICEF-Preis 2002, u.a.).

Biografisches


Alena Dvořáková (geb. 1970) und Viktor Fišer (geb 1967) treten seit 1992 als Autorenpaar auf. Ursprünglich arbeitete A.Dvořáková im Gesundheitswesen (Rehabilitation) und V. Fischer im Bauwesen. Beide fotografierten schon seit ihrer Jugend, A. Dvořáková studierte auf der FAMU (Kunstakademie in Prag) Fotografie, V. Fischer am Institut für schöpferische Fotografie. Sie haben sich der Dokumentarfotografie verschrieben, weil sie mit ihr Menschen stärker mit heiklen Themen ansprechen können. Ihrer Meinung nach hat das fotografische Dokument auch in der Tschechischen Republik längerfristig gesehen mehr Anhänger. In anderen Ländern ist das anders, dort erfreut sich die künstlerische Fotografie größerer Beliebtheit. Um den Lebensunterhalt zu verdienen und Fotoprojekte zu finanzieren nehmen die beiden Fotografen auch kommerzielle Aufträge an.
 


Kontakt

Svatoslavova 39, 140 00 Praha 4, CZ
+420 606 116 603, +420 608 216 212
www.choiceimages.org
www.afisphoto.com
afisphoto@email.cz
 

 

 

 

 

 

Dana Kyndrová

Europäische Frauen

 

Vernissage: Donnerstag, 15. 11. 07, 19 Uhr

 

Dana Kyndrová


Geb. 1955 in Prag, Studium in Prag Russisch und Französisch 1979, Hochschullehrerin an Sprachinstituten ČVUT a AMU in Prag (1980 - 1992), seit 1992 freie Fotografin. Zu fotografieren begann sie 1973 und widmete sich immer der humanistisfchen Schwarz-Weiß-Fotografie
 

 

Europäische Frauen

Das Projekt Europäische Frauen entstand in den 70-er und 90-er Jahren, das Ziel der Autorin ist, es das Leben der Frauen in seiner gesasmten Vielfältigkeit von der Geburt bis zum Tod einzufangen. Der wesentliche Teil der Fotografien entstand in der Tschechischen Republik, weitere Aufnahmen stammen aus in der Schweiz, Frankreich, England, Russland, Ukraine, Deutschland, Slowakei, Polen und Estland.


Publikationen
Nepolepšitelná víra v lepší budoucnost / Unverbesserliche Hoffnung in eine bessere Zukunft, 1998 (100 Fotografien über die politische Atmosphäre der 70-90-er Jahre in der Tschechoslowakei)
Per musicam aequo, 1998 (40 Fotografien über die musikalische Erziehung Sehgeschädigter)
Žena mezi vdechnutím a vydechnutím / Frau zwischen Ein- und Ausatmen, 2002
Odchod sovětských vojsk 1990 - 1991 / Abzug der sowjetischen Truppen 1990-1, 2003
Podkarpatská Rus / Karpatoukraine, 2007

Längerfristig laufende Projekte:Poutní místa (Wallfahrtsorte), Rusové (Russen)

Etwa 60 Ausstellungen im In- und Ausland
 


Preise
Insgesamt 8 Preise Czech Press Photo 1995 - 1999, 2006
Hauptpreis Fujifilm Euro Press Photo Awards 1998
Grant Praha 2006

Vertretung in Sammlungen
Moravská galerie Brno, Svaz českých fotografů, Musée de l’Elysée Lausanne (CH), Side Gallery Newcastle (GB),
Bibliothèque Nationale Paris, ICP New York
 

 

Kontakt

www.kyndrova.cz

 

 

Erich Rinka              Jürgen Matschie
1902 - 1983                                    * 1953


            Bulgarien im Blick
            1956                                      2006

Ausstellung erarbeitet in Zusammenarbeit mit dem Sobischen Institut Bautzen/Budyšin

 

 

Erich Rinka 
(1902-1983)

Der Sorbe Erich Rinka stammt aus ärmlichen Verhältnissen aus Lübbenau in der Lausitz, nach Abschluss einer Druckerlehre ging er nach Berlin. Er war politisch interessiert, engagierte sich in der Buchdruckergewerkschaft und im Kommunistischen Jungendverband. In seiner Freizeit beschäftigte er sich mit Fotografie und kam so in Kontakt zur Vereinigung der Arbeiterfotografen Deutschlands, in deren Leitung er später arbeitete. 1928 trat Rinka in die KPD ein. Später wurde er leitender angestellter Sekretär der Arbeiterfotografen Deutschlands. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten ging Erich Rinka ins Exil nach Prag, wurde später beim illegalen Grenzübertritt nach Deutschland festgenommen und wegen Hochverrats zu zweieinhalb Jahren Gefängnisstrafe verurteilt. Anschließend arbeitete er wieder als Drucker, später als Fotograf in Berlin. 1943 wurde er zur Wehrmacht ins Strafbataillon 999 nach Griechenland eingezogen. Nach dem Krieg arbeitete er als Journalist in Potsdam für die Zeitung und später als Abteilungsleiter im Berliner Rundfunk der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland. Ab 1953 widmete sich Rinka wieder verstärkt der Fotografie und veröffentlichte ein Buch über den Spreewald, ein weiteres großes Fotobuch über „Bulgarien“ erschien 1956. In den 1960-er und 1970-er Jahren beschäftigte sich Rinka als Zeitzeuge mit der Geschichte der Arbeiterfotografiebewegung. 
Rinka gehörte zu den wichtigsten Protagonisten der Arbeiterfotografie in Deutschland, er war kein Avantgardist, er verstand es, seine Motive ansprechend in Szene zu setzen. Sein in der Tradition der bildmäßigen Fotografie der Vorkriegszeit stehendes Werk passte deshalb besonders gut in die Aufbaujahre der DDR, wo eine volkstümliche Bildsprache vor eine avantgardistische Bildgestaltung ging. 

Mehrmals bereiste Rinka ab dem Jahr 1954 das Balkanland Bulgarien, um für ein Buch zu fotografieren. Er erlebte ein Land im Aufbruch, eine junge Volksrepublik, verwurzelt in Jahrhunderte alten Traditionen auf dem Weg zum sozialistischen Industriestaat. In dem noch landwirtschaftlich geprägten Land mit vielen verschiedenen Nationalitäten und Religionen spiegelt sein Blick in die Gesichter der Menschen die Spannweite der sich hier begegnenden Zeitalter wider. Seine Bilder zeigen Zuversicht zehn Jahre nach dem Krieg und eine warmherzige Nähe zu dem slawischen Volk. Das großformatige Fotobuch Bulgarien erschien 1956 im Sachsen-Verlag Dresden mit Bildern und Text von Erich Rinka als vermutlich erster Bildband über Bulgarien im deutschsprachigen Raum und fand viel Beachtung, sogar in Wien: "Ein hervorragender schöner und ebenso instruktiver Bildband, der Großaufnahmen von Gesichtern aus allen Teilen und allen Gesellschaftsklassen des Landes zeigt, Bauern, Industriearbeiter, Handwerker, Fischer, sowie das religiöse Leben und sogar die Früchte des Landes. Blättert man den Band durch, glaubt man, in Bulgarien zu reisen, so lebensnah sind alle Bilder. Der Text führt in die frühe und in die moderne Geschichte des Landes ein." (Das Antiquariat, Wien, Nr. 4/5 1957).

Mit dem Erwerb des fotografischen Nachlasses von Erich Rinka durch das Sorbische Institut in Bautzen ist es möglich geworden, die fotografische Lebensleistung von Erich Rinka zu bewerten. 


Bücher
Erich Rinka: Mein Spreewaldbuch. Sachsenverlag Dresden, 1953
Erich Rinka: Bulgarien. Sachsenverlag Dresden, 1956
Erich Rinka: Fotografie im Klassenkampf. Ein Arbeiterfotograf erinnert sich. Foto-Kino Verlag Leipzig,1981
 

Jürgen Matschie
(geb. 1953)
 


Jürgen Matschie stammt aus Bautzen/Budyšin in der Lausitz.
1969–1979 Lehre als Werkzeugmacher, Ingenieurstudium, Technologe in Görlitz
1979–1987 sorbische Kulturarbeit in Bautzen
1983–1986 Fotografiefernstudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
seit 1988 freiberuflich als Fotografiker in Bautzen
seit 1986 Mitglied im Verband bildender Künstler der DDR, jetzt Bundesverband bildender Künstler, Bonn – Sächsischer Künstlerbund e.V.
1990 Kunstpreis der Domowina
1996 Berufung in die Deutsche Gesellschaft für Photographie, Köln
2000 Kunstpreis der Oberlausitz


Jürgen Matschie sichtete an die 10 000 Negative im Auftrag des Sorbischen Kulturarchivs beim Sorbischen Institut, der Städtischen Sammlungen Cottbus mit dem Wendischen Museum und dem Stadtmuseum, des Sorbischen Museums Bautzen und des Domowina-Verlages, vergrößerte eine Auswahl der bedeutendsten Fotos neu für das Buch Erich Rinka Fotograf (2007). “Bei der Aufarbeitung des Nachlasses von Erich Rinka, der Zusammenstellung der Fotos für ein Buch und eine Ausstellung, entschloss ich mich, angeregt durch seine Bulgarienbilder, ebenfalls in das Land zu reisen. Fünfzig Jahre später fand ich Bulgarien, das wieder im Umbruch war und sich auf die Aufnahme in die Europäische Union vorbereitete. Die einsetzende ‘Verwestlichung’ ist überall sichtbar. Viele Menschen sind sehr verunsichert, vor allem die Älteren. Sie sind skeptisch, da sie nicht wissen, was da noch kommen wird. Vieles, was Rinka als Aufbauleistung fotografierte und worauf die Menschen stolz waren, ist heute nach 50 Jahren unbrauchbar und steht auf Abriss. Trotzdem besitzt Bulgarien nach wie vor eine große Anziehungskraft mit herrlichen Landschaften und freundlichen Menschen.” (Jürgen Matschie)

Mit der Publikation Erich Rinka Fotograf soll nun dessen fotografisches Lebenswerk gewürdigt und einer interessierten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Der zeitliche und thematische Bogen wird von Rinkas Frühwerk und der Arbeiterfotografie über seine Aufenthalte im Ausland, seine Besuche im heimatlichen Spreewald bis hin zur Dokumentation vom Bau des Kraftwerks in Schwarze Pumpe gespannt.


Bücher
Jürgen Matschie: DOMA. Bilder aus der Lausitz. Domowina-Verlag Bautzen, 1985
Ophelia Rehor, u.a.: Jürgen Matschie. Fotografien aus der Lausitz. Domowina-Verlag Bautzen, 2003
Jürgen Matschie, u.a.: Erich Rinka. Fotograf. Domowina-Verlag Bautzen, 2007


Kataloge
Jürgen Matschie. Fotografien (Granit und Malta), o.O., o.J. mit einem Text von Hans Mirtschin
Jürgen Matschie. Bergbaulandschaften, Pulsnitz 1997 mit einem Text von Hans Mirtschin
Jürgen Matschie. Lausitzer Landschaften, Senftenberg 1998 mit einem Text von Hans Mirtschin
brennweite. Fotografien aus der Lausitz, Großräschen und Dessau 2001
Doma. Porträts aus der Lausitz, Wien 2002
Jürgen Matschie – Fotografie z Luzyc, Fotografien aus der Lausitz, Jelenia Góra, 2004 mit Texten von Elzbieta Lubowicz und Wojciech Zawadzki
Jürgen Matschie. DOMA – Fotografie z Lužice, Praha 2005 mit einem Text von Josef Moucha
Grenzerfahrungen. Galizien – Bukowina, Bautzen 2005
 

 

 

 

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