Archiv 2013

 

Anton Sládek

 

Stadt ohne Zärtlichkeit

 

 

 

 

 

30.1. - 6.3. 2013

Vernissage: 30.1. 2013, 18.30 (Einlass 18 Uhr)

 

 

Anton Sládek

Zum fotografischen Schaffen inspiriert mich die ständig wiederkehrende Frage: Sagt der Lebensraum etwas aus über den Charakter des Menschen, der in ihm lebt?

In der Kindheit hörte ich von Bratislava als "Schönheit an der Donau". Die Gassen, durch die cih gelaufen bin, entsprachen dem immer weniger. Nach dem Bau der Neuen Brücke über die Donau im Zentrum der Stadt verschwand auch das malerische, altertümliche, zauberhafte, romantische Bratislava.

Obowohl sich auf meinen Fotos nur wenige Menschen befinden, heißt das nicht, dass sie nichts über den Menschen aussagen wollen. Im Laufe der Zeit habe ich mit Erstaunen Freunde und Bekannte beobachtet, die aus dem westlichen Ausland elektrische Schalter und verschiedene andere moderne ästhetische und praktische Accessoires für die Verschönerung ihrer Heime heranschafften. Aber der Raum, in den sie nach dem Verlassen der Wohnung betraten, interessierte sie nur wenig.

Ich gehe viel durch die Straßen und Höfe von Bratislava, ich fotografie sie so, wie ich sie zu gegebener Zeit und bei gegebenem Licht vorfinde. Meine Bemühung ist es, einen objektiven Bericht über die Stadt zu geben, in der ich den größten Teil meines Lebens verbracht habe. Ich betrachte das als meinen Beitrag zu einem wahrheitsgemäßen Blick auf die Realität und zu einem Impuls, sich nirgendwo hin zu bewegen.

Das Fotografieren der Stadt erlebe ich auf zwei Ebenen. Auf der einen Seite als unparteiischer Blick auf die Wirklichkeit zu einer konkreten Zeit und bei gegebenem Licht, eingefangen mit klassischen fotografischen Mitteln, wo sich mein Anteil nur auf das korrekte Ausführen aller fotografischen Schritte inklusive der Komposition beschränkt. Die zweite EWbene ist meine Arbeit mit der fotografierten Wirklichkeit, wenn ich mich bemühe aus Strukturen, Linien, Oberflächen und dem Licht das Gefühl einzufangen, das mir die realen Objekte vermitteln. Es würde mich freuen, wenn es mir gelänge, durch den Raum, in dem ich mich täglich bewege, zu zeigen, welcher Mensch in ihm lebt und ihm einen Anstoß zu einer Veränderung zu geben. Ich wäre auch sehr froh, wenn es mir gelänge mein Gefühl aus dem Raum, der mich umgibt, mit meinen Fotografien auch anderen zu vermitteln.

Anton Sládek

Biographisches

Anton Sládek, geboren 1956 in Bratislava, besuchte die Fachschule für Kunstindustrie und die Filmfakultät der AMU in Prag. Nach dem Studienabschluss arbeitete er als Kunstfotograf im Slowakischen Nationaltheater, später in der Redaktion der Zeitschriften „Mlade rozlety“ und „Dorka“ und als freischaffender Fotograf.

Seit 2005 ist er als Lehrer tätig und lebt in Bratislava.

Spiele von Licht und Schatten sowie seine im ständigen Wandel lebende Stadt wurden zu seiner dauernden Inspirationsquelle.

Seit Beginn seiner künstlerischen Tätigkeit stellt A. Sladek seine Werke in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen sowohl in der Slowakei als auch im Ausland aus. Im Jahre 1996 erhielt er den 1. Preis von Czech Press Photo in der Kategorie Kunst.

Er ist Autor der Bücher

Bratislava, moja láska“ (Bratislava, meine Liebe“), 1999;

„Svetlo a tieň“ („Licht und Schatten“), 2000;

„Obrázky z Bratislavy“ („Bilder aus Bratislava“), 2000;

„Prvých 50 krokov“ (Die ersten 50 Schritte), 2002 und

„Po schodoch z vody“ („Auf der Wassertreppe“), 2011.

 

 

 

 

 

 

Ronald Kappel

 

Kohle & Dampf - Bosnien 2010

 

 

 

 

6.3. - 14.5. 2013

Vernissage: Mittwoch, 6.3. 2013, 18.30 (Einlass 18 Uhr)

 

Ronald Kappel

geboren 1980, wuchs mit familiären Wurzeln im ehemaligen Jugoslawien auf und bereiste das Gebiet daher schon in der Kindheit intensiv. Von Beruf Wirtschaftsinformatiker entdeckte er während der Studienzeit die Fotografie für sich, insbesondere aufgrund früherer Interessen das Sujet der Eisenbahnfotografie. Hierbei liegt der Fokus nicht auf der technischen Seite der Materie, sondern auf den optischen Aspekten, sowie den Menschen, welche den Betrieb der Bahnen ermöglichen. Auch jetzt reist der Fotograf noch jährlich durch die Länder des ehemaligen Jugoslawien, immer auf der Suche nach neuen Eindrücken.

 

Kohle & Dampf – Bosnien 2010

Einiges in Bosnien lässt sich in Individualreisen erleben, doch manches ist wenig bekannt und nur mit vorheriger Organisation zugänglich. So auch teilweise die Tatsache, dass Bosnien das letzte Land Europas mit regulärem Dampflokomotivbetrieb ist. Im Frühling 2010 wurde dem Fotografen ein Einblick in eine Welt gewährt, wie man sie heutzutage nicht mehr oft erlebt. Schwer arbeitende Dampfrösser aus der Zeit des 2. Weltkriegs, urige Umladeanlagen von Kohleminen und Menschen in altertümlichen Werkstätten. Leider wird dies nicht mehr lange existieren, denn durch Rationalisierungen und Umweltbestimmungen haben seither schon einige Betriebe zugesperrt oder modernisiert. Doch es gibt ihn auch heute noch, den Dampfbetrieb in Bosnien: die Ausstellung zeigt ihn in vielen Facetten – menschlichen, landschaftlichen, technischen, tierischen… - , mit Bildern vom Kohlebergbau aus Kakanj, Zenica, Banovići und dem Netz nahe Tuzla.

 

 

Jan Voběrek

 

Tage in Medjugorje

 

 

 

 

 

15.5. - 21.6. 2013 

Vernissage: 15.5. 2013, 18.30 (Einlass 18 Uhr)

 

 

Jan Voběrek 

 

Geboren 1958 in České Budějovíce, wohnt mit seiner Familie in Hluboká nad Vltavou. Fotografiert gelegentlich, thematisch konzentriert er sich auf Landschaft, Porträt und soziales Dokument. Arbeitet(e) in zahlreichen Berufen, seit drei Jahren lebt er ausschließlich von der Fotografie (Porträt, Reportage). Ist in Kontakt mit den Fotografen Jindřich Štreit und Bohdan Holomíček zusammen. Zu seinen Hobbies gehört u.a. neben der Bienenzucht auch das Reiten auf Pferden, von denen er nach eigenen Worten meistens herunterfällt (seit seinem letzten Sturz, wo er sich einige Rippen brach und die Lunge einiges davon trug, reitet er nicht mehr so oft). 

 

 

 

Winfried Bolenz - Jolanta Bombera-Röltschke - Marcin Dziopa - Mariusz Haczela - Paweł Janczaruk - Kinga Kardynał - Alicija Kołodziejczyk - Monika Malicka -  Jürgen Matschie - Hannes Rönsch - Tadeusz Szczepański - Zofia Szuber - Ralf Zierenberg

 

Baudenkmäler von Jelenia Góra/Hirschberg in alten Fototechniken

Zabytki Jeleniej Góry w dawnych technikach fotograficznych

 

 

 

 

 

9.10. - 8.11. 2013 

Vernissage: Mittwoch, 9.10. 2013, 18.30 (Einlass 18 Uhr)

 

 

Baudenkmäler von Jelenia Góra/Hirschberg in alten Fototechniken

Im Spätsommer des Jahres 2011 luden die Kulturhäuser „Jeleniogórskie Centrum Kultury” gemeinsam mit dem „Steinhaus e. V.Bautzen” fotografisch Interessierte aus Polen und Deutschland zu einem Projekt ein: Die Stadt Jelenia Góra, früher Hirschberg, am Fuße des Riesengebirges zu fotografieren. Sich mit einer lebendigen, historischen Stadt und deren architektonischen Umbrüchen auseinander zu setzen, war ein Teil der Aufgabe. Der andere Teil war, dass mit Großbild-Fototechnik zu realisieren und die Ergebnisse in alten Kopiertechniken herzustellen. Ein anspruchsvolles Ziel, sollten doch nach 10 Tagen die Ergebnisse ausgestellt werden.

In der heutigen Zeit der digitalen Fotografie, selbst mit dem Handy für jedermann, und dem Abrufen des Bildes gleich nach der Aufnahme, ist die bewußte Verlangsamung des fotografischen Prozesses und die Herstellung des Abzuges als handwerkliche Arbeit eigentlich ein Anachronismus.

Die Rückbesinnung auf Verfahren aus der Anfangszeit der Fotografie verleihen dem Ergebnissen eine besondere Aura. Der schöpferische Akt wird so auf ein bis zwei Tage ausgedehnt: Objekt auswählen und fotografieren, Film entwickeln, Papier mit Chemikalien sensibilisieren, Kontaktkopie mit Sonnenlicht herstellen, Papierbild entwickeln. Jedes Blatt wird so zu einem Unikat.

Die Ergebnisse, vor allem aber die Rezepturen für die einzelnen Techniken, wurden in einem zweisprachigen Katalog dokumentiert.

Das Projekt „Baudenkmäler von Jelenia Góra in der alten Fototechnik” wurde von der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung sowie des Staatsbudgets bei der Unterstützung von der Euroregion Neiße gefördert.

 

Zabytki Jeleniej Góry w dawnych technikach fotograficznych

Późnym latem 2011 roku dwie instytucje Kultury - „Jeleniogórskie Centrum Kultury” wspólnie ze „Steinhaus e.V Bautzen” zaprosiły artystów fotografików z Polski i z Niemiec do udziału w pewnym projekcie: fotografowanie Jeleniej Góry, niegdyś Hirschberg, miasta leżącego u podnóża Karkonoszy. Częścią zadania uczestników było artystyczne ujęcie  zarówno z historycznego, jak i z współczesnego oblicza miasta wraz z  jego architektonicznym przełomem. Drugą częścią zadania warsztatowego było wykonanie fotografii w technice wielkoformatowej i jej wydruk za pomocą starych szlachetnych metod.  Bardzo ambitny cel – prace miały być zrealizowane w ciągu 10 dni.

W czasach współczesnej fotografii cyfrowej, kiedy to każdy ma możliwość wykonania zdjęcia za pomocą własnego telefonu komórkowego i jednoczesnego jego wywołania, świadome spowolnienie procesu fotograficznego, jak również rzemieślnicza praca jest właściwie przejawem anachronizmu.

Zwrot ku tradycyjnym procedurom z początku historii fotografii nadają tym pracom szczególną atmosferę.  Akt twórczy zostaje więc wydłużony na cały lub nawet na dwa dni: wybór obiektu, wykonanie fotografii, wywołanie filmu, zwiększenie światłoczułości papieru chemikaliami, wykonanie kopii kontaktowej przy użyciu światła słonecznego, wywołanie „papierowej” fotografii. Każda odbitka staje się unikatem.

Wyniki pracy warsztatowej, a przede wszystkim receptury dotyczące poszczególnych technik, zostały udokumentowane w dwujęzycznym katalogu.

Projekt „Zabytki Jeleniej Góry w dawnych technikach fotograficznych” był współfinansowany przez Unię Europejską w ramach Europejskiego Funduszu Rozwoju Regionalnego oraz przez budżet państwa i miasta Jelenia Góra przy wsparciu Euroregionu Nysa.

 

 

 

Bohuslava Maříková

Menschenlandschaft

 

 

 

 

 

19.11. - 11.12. 2013 

Vernissage: Dienstag, 19.11. 2013, 18.30 (Einlass 18 Uhr)

 

 

Genius loci

Was ist der Genius loci anderes als ein Ort, der in uns unerwartet das Gefühl einer gewissen seelischen Verwandtschaft mit ihm hervorruft. Ein Ort, der sich geografisch nicht umreißen, auch nicht auf einer noch so genauen Landkarte auffinden lässt. Noch anders gesagt, es ist das ein Ort, der strahlt und atmet durch ein schwer zu beschreibendes Gedächtnis, obwohl sich um eine Antwort ganze Generationen von Dichtern, Malern, Musikern - und wie denn sonst - auch Fotografen bemühen. Letztere sogar mit einer außergewöhnlichen Berufung, diese wärmende Ausstrahlung des Genius loci im Augenblick des Gipfels der Harmonie mit ihm einzufangen, selbst wenn es gerade dämmern, Regen die Dächer alter Siedlungen netzen, oder im Gegenteil ein gewundener Feldweg hier im Tal wie ein Streifen Gold im Mittagslicht glänzen würde.

Darum geht es Fotografen: Für uns Halbblinde mit dem Druck auf den Auslöser Dinge festzuhalten, die aus den Tiefen eines so gesegneten Gedächtnisses und Ortes Zeugnis ihrer Größe und Unvergänglichkeit abgeben. Nur deshalb hört der Weg auf irgendein Weg zu sein. Jetzt, mit einer sensiblen Kamera erfasst und einem nicht weniger sensiblen Fotografen wird er dank jenes Gedächtnisses des Genius loci gleichsam erbeten von Generationen von Wallfahrern und Landstreichern und überhaupt allen, die auf ihm Trost und Hoffnung gefunden haben. Und dringt nicht vielleicht von der Ansiedlung, von deren Dächern der Regen tropft, bis hier her Geschrei von Kindern oder ihrer Eltern, das Trampeln von Pferdehufen aus den Ställen? Nun ist nicht eigentlich der Genius loci eine Büchse der Pandora dieses Gedächtnisses, das wir so oft aus uns lieber verdrängen, den Schlüssel aber zu ihm eigentlich gerade sie, die Fotografen, haben? Es reicht ihnen, den Auslöser zu drücken, sensible Augen und ein einfühlsames Herz und es ist, als ob die Welt neuen Sinn erhalten würde. Darum bemüht sich die Autorin dieser Ausstellung, Bohuslava Maříková, und wir danken ihr dafür mit bewundernder Verbeugung.

Věroslav Mertl

Bohuslava Maříková

Geboren 1950 in Počátky

1965 – 1968 Gymnasium in Jindřichův Hradec (Neuhaus)

1970 – 1973 Studium an der Kunstgewerbeschule in Brno Fach angewandte Photographie bei Professor K. O. Hrubý. 1973 – 1997 im Südböhmischen Theater in České Budějovice als Photographin angestellt. 

1997 – 2001 Arbeit in der Südböhmischen Aleš - Galerie in Hluboká nad Vltavou (Frauenberg). 

Lebt und arbeitet in České Budějovice.  

 

 

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