Nächste und letzte Ausstellung


Peter Lančarič - Jozef Sedlák

Die Welt der Goralen

 

                                                                    

 

 

Fotoprojekt Die Welt der Goralen

Das vorliegende Projekt befasst isch mit ethnischen Minderheit der Zipser Goralen. Außer in der nördlichen Slowakei bewohnen die Goralen Teile der Ukraine, Polens und der Tschechischen Republik. Das größte Gebiet der Goralen befindet sich in der Zips, bestehend aus 34, im Orava-Gebiet 11 und im Kysúca-Gebiet 5 Gemeinden. Die Gebiete der Goralen in der Slowakei bilden keine geografische oder kulturelle Einheit. Der Name Gorale wird am häufigsten mit der Bezeichnung für Bergbewohner verbunden. Allgemein sind damit in der Slowakei Zipser, Oravaer und Kysúcer Goralen gemeint. Die Frage der Herkunft der Goralen ist bisher aus historischen wie ethnologischen Gesichtspunkten nicht geklärt. Wahrscheinlich kamen sie in die Slowakei auf Grund des politischen und ökonomischen Druckes von Stämmern des oberen Weichselgebietes, wo sie in den Süden, tiefer in den Karpatenbogen abgedrängt wurden. Die Besonderheiten der Goralen im Zuge der walachischen Kolonisierung ab der 2. Hälfte des 15. Jh. wurden durch spezifische historische, soziale und ökonomische Bedingungen geformt.

Die Fotografien von Peter Lančarič und Jozef Sedlák wurden im Rahmen des internationalen Festivals Goral na Gory in  Starý Smokovec und bei der Floßfahrt auf dem Fluss Dunajec (2018 – 2019) realisiert. Beide Autoren beschäftigen sich langfristig im Rahmen individuellen Schaffens aber auch in gemeinsamen Projekten, Workshops mit ethnischen Gruppen in Liptov in der Zipser Region. Das aktuelle Projekt erfasst dokumerntarisch kulturelle Schichten und Archetypen des Ethnikums der Goralen, welches mit eigenen Trachten, Volksbräuchen die Kontinuität der lokalen Kultur und Tradition mit der untergehenden archaischen Welt ethnisch-religiöser Zeichen und Rituale verbindet.

Peter Lančarič und Jozef Sedlák verschieben kontextuell mittels einfacher Bilddokumentation und mit Elementen der visuellen Soziologie die Interpretation auf die Ebene komparativer Schlussfolgerungen und Bedeutungen des humanistischen Dokuments.

Das Projekt verbindet die Funktion des Archivs und die Philosophie der kulturellen Anthropologie mit zeitgenössischen Strategien der Dokumentarfotografie, die sich subjektivere Formen und Regeln der Live-Fotografie aneignet. Beide Autoren vermeiden in ihren Arbeiten außer ihrer humanistischen Linie der Aufnahme auch nicht groteske Situationen, feine Ironie, Paradoxien und die Authentizität kulturellen Vermächtnisses.

Die Aufnahmen beziehen sich schwerpunktmäßig auf die Reflexion der jungen Generation der Goralen über die gemeinsame Weitergabe der historischen Kontinuität des Ethnikums innerhalb der Paradigmen des Generationswechsels.

 

Doz. MgA. Jozef Sedlák (1958, Bratislava, SR)

Studium der künstlerischen Fotografie an der Film- und Fernsehfakultät der Akademie der Musischen Künste in Prag (1984). Habilitation im Fach Bildende Kunst an der Hochschule für Bildende Kunst in Bratislava (2011). Seit 2006 Pädagoge an der Fakultät für massenmediale Kommunikation der Cyril-und-Method-Universität  in Trnava. Aktuell unterrichtet er journalistische Fotografie und ist Leiter des Atelliers Kommunikation im Medium Fotografie. Gründer der Zeitschrift European Journal of Media, Art and Photography (EJMAP), Mitbegründer der Vereinigung FOTOFO und des international anerkannten Festivals Monat der Fotografie in Bratislava. Langjähriges Mitglied der Vereinigung slowakischer professioneller Fotografen. Neben der pädagogischen Tätigkeit auch künstlerische und Ausstellungstätigkeit. Individuelle und kollektive Ausstellungen in Deutschland, Italien, England, Schweden, Griechenland, Frankreich, Polen, Russland, Japan, USA.

  www.sedlakjozef.sk

 

Mgr. Peter Lančarič, PhD. (1989, Trnava, SR)

Für Peter Lančarič (geb. 1989 in Trnava) ist Fotografie wesentlicher Bestandteil seines Lebens. Seine Fotografien sind ein Extrakt von Selbstreflexionen in der intimen alltäglichen Wahrnehmung des Lebens. Die Poetik des Bildes wurde ihm zum Hauptinstrument der Forschung. Zuerst versucht der Autor das Innere des Menschen über das Konzept der Abbildung der Identität des Individuums und der Gruppe zu erfassen. Seine künstlerische Arbeiten enthalten betont autobiografische Elemente. Er wirdmet sich jedoch auch der Dokumentar- und Reportagefotografie. Er verweigert sich auch nicht konzeptuellen und intermedialen Zugängen. 2019 verteidigte er seine Dissertation mit dem Titel „Das Porträt als soziologisches Kommunikat“ unter der Leitung von Doz. Jozef Sedlák.

In Trnava hat er an der Gründung des künsterischen Kommunikationszentrums „Kubik nápadov“ und der „Galerie im öffentlichen Raum“ (Galeria Výklad) mitgewirkt.

Zur Zeit ist er Fachassistent am Institut der künstlerischen Kommunikation an der Fakulta masmediálnej komunikácie /FML der Cyril-und-Method-Universität  in Trnava, wo er das Atelier der Gebrauchsfotografie leitet.

In seiner Forschungsarbeit beschäftigt er sich mit verschiedenen Aspekten des fotografischen Porträts. Als Fotograf, Kuratur und Pädagoge hat er an mehreren Ausstellungen teilgenommen. Neben regelmäßigen Ausstellungen leitet er fotografische Workshops. Er ist Mitglied der Vereinigung slowakischen Profifotografen und der Slowakischen Union der Bildenden Künste.

  www.peterlancaric.com

 

Hinweis der Betreiber der Galerie

Klar, die Pandemie hat auch uns stark zugesetzt. Aber ans Aufhören dachten wir schon früher (Nachfolgeproblematik, stagniertende Resonanz, Finanzierungsprobleme u.a.). Jetzt aber ist es so weit: Diese Ausstellung ist die letzte, mit der Dernière geht die gesamte Ausstellungstechnik in die Slowakei, nach Trnava an die Katedra umeleckej komunikácie FMK, zuhanden von Herrn Jozef Sedlák (der übrigens auch hier auf der Pawlatsche schon ausgestellt hat). Die "Pawlatsche" hat ihre Rolle erfüllt, sie hat sich einen in den osteuropäischen Nachbarländern guten Namen erworben, es ist gelungen die Elite der zeitgenössischen Dokumentarfotografen insbesondere Tschechiens und der Slowakei sowie anderer Länder und da vor allem auch  junge Talente zu präsentieren und ihnen eine Plattform zu bieten. Wir sehen unsere Aufgabe insoferne erfüllt, als wir in Koll. Josef Sedlák und seinem Team eine geeignete Nachfolge sehen, in der sich Ausstellungen und pädagogische Arbeit in idealer Weise verbinden, möglicherweise erfolgreicher und nachhaltiger als es uns hier auf der "Pawlatsche" gelungen ist.

Wir danken allen, die uns über die vielen Jahre die Treue gehalten haben

Gero Fischer     Vladimír Kočí

 

 

 

 

 

 

 

Galerie auf der Pawlatsche
Institut für Slawistik Universitätscampus/AAKH 
1090 Wien, Spitalg. 2 - 4/Hof 3, gegenüber Narrenturm 
www.univie.ac.at/pawlatsche

Wegen Lockdown verschoben

Situationsplan  https://slawistik.univie.ac.at/lageplan/