Die STV

Alle zwei Jahre wird die Studienvertretung (STV) im Rahmen der ÖH-Wahl neu gewählt, das nächste mal im Mai 2017. Dabei werden jeweils fünf Mandatar_innen gewählt, welche die Studienvertretung Politikwissenschaft bilden. Momentan sind die fünf gewählten Mandatar_innen: Elisabeth Czerniak, Anna Gius, Christoph Grafinger, Verena Kettner und Sarah Yolanda Koss. Alle Mandatar_innen gehören dem Wahlbündnis “Kritische Studierende Politikwissenschaft” an, welches seit 2009 für die Arbeit in der Studienvertretung verantwortlich ist.

Unserem Selbstverständnis als Studienvertretung zu folge werden Entscheidungen allerdings nicht lediglich unter den Mandatar_innen sondern auf offenen und regelmäßigen Plena getroffen, zu dem alle interessierten Studierenden eingeladen sind.

Zeigten die Proteste von Lehrenden und Studierenden im Jahr 2009 eindrucksvoll den Unmut der Universitätsangehörigen über eine entdemokratisierte, entfinanzierte Universität, über unzumutbare Lern- und Arbeitsbedingungen und ein sinnentleertes Studium, so ist die jetzige Situation sinnbildlich für die Lethargie die gegenüber dem universitären Alltag vorherrscht. Wenn nicht einmal der Protest von Zehntausenden ausreicht, Forderungen nach einem kritischen und selbstbestimmten Studium zu erkämpfen, welchen Sinn macht es dann Engagement in die Verbesserung der Studienbedingungen zu „investieren.“ Ist es nicht lohnender einfach mit zu spielen um schnellst möglich wieder weg zu sein, ins „richtige“ Leben zu starten und die Universität auf dem schnellsten Wege wieder zu verlassen?

Doch warum sind die Proteste gescheitert, warum ist der Studienalltag vereinzelt und sinnentleert und warum kann das Studium nicht die Erwartungen die wir an dessen Beginn in sie gesetzt haben erfüllen? Das alltägliche Elend ist nicht willkürlich, es bedient die Interessen der herrschenden Politik und der Wirtschaft. Diese haben kein Interesse an studentischen Freiräumen, an Selbstbestimmung im Studium und an einer kritischen, gesellschaftlicher Emanzipation verpflichteten Sozialwissenschaft wie sie in Ansätzen an der Politikwissenschaft vorhanden ist.

Der Ansatz einfach mit zu spielen, die Universität zu akzeptieren wie sie ist, die Haltung einer Kund_in einzunehmen bedient nur diese Interessen und sorgt für einen möglichst nahtlosen Übergang vom Elend der Universität, in das meist prekäre Elend des Arbeitslebens. Doch müssen wir dies nicht kritik- und alternativlos hinnehmen! Hat sich im Rahmen der Proteste eindrucksvoll gezeigt das der Appell an die Regierung nichts bringt, so haben sich auch die Möglichkeiten nachhaltiger Organisation an der Universität wie an der Politikwissenschaft und die Vernetzung mit kritischen Initiativen die über selbige hinausgehen einmal mehr offenbart. Organisation bedeutet eben nicht nur den Appell, an wen auch immer, die eigene Situation zu verbessern, sondern es einfach selbst zu versuchen und dort wo universitäre oder gesellschaftliche Strukturen dies verhindern sich dafür einzusetzen diese umzuwerfen oder zumindestens bestmöglich zu umgehen.

Als Studienvertretung haben wir dies in den letzten vier Jahren mit wechselndem Erfolg versucht. Mittels Studien- und Inskriptionsberatung in den Ferien und während des Semesters um uns Studierenden den Bürokratiedschungel Universität möglichst durchschaubar zu gestalten, um Hindernisse zu umgehen oder auch um im Notfall auch persönlich bei Lehrenden, bzw. der Administration zu intervenieren. Doch verstehen wir Engagement am Institut nicht als reines Service, ob durch Studierendenversammlungen, Erstsemestrigentutorien, inhaltliche Veranstaltungen oder auch PoWi-Feste, sowie die Unterstützung emanzipatorischer Politischer Initiativen unser Ziel ist es Studierende zu vernetzen und anzuregen sich zusammenzuschließen ob zum Lernen, für eine Verbesserung der Studienbedingungen, für emanzipatorische politische – oder auch Forschungsprojekte.

„Demokratie heißt, sich in die eigenen Angelegenheiten einzumischen“ (Max Frisch)

In diesem Sinne wollen wir auch weiterhin die Arbeit der Studienvertretung gestalten, durch eine neue Plenarstruktur, den Auf- und Ausbau des Vorlesungs-Wikis, oder die Schaffung eines regelmäßigen Frauen*FreiRaums am Institut. Die Bedingungen für ein kritisches, selbstbestimmtes Studium werden sich wohl auch in absehbarer Zeit nicht strukturell verbessern. So stehen im überarbeiteten BA-Studienplan einer teilweisen Entschärfung der Voraussetzungsketten im Studium, Zugangsbeschränkungen vor dem Studium gegenüber. Mehr Wahlmöglichkeiten bei den Spezialisierungen, weiterhin sinnentleerten Lehrveranstaltungsformen. Auf Basis dieser veränderten Bedingungen wollen wir auch das Erstsemestrigentutorium neu gestalten. Schließlich geht es auch darum das Institut zu einem Raum zu machen in dem kritische Initiativen gedeihen können, durch die weitere Ausgestaltung des KomZ als soziales Zentrum für Studierende und durch entschiedenen Widerstand gegen immer wieder versuchte reche Interventionen am Institut.

Um dieses Ziel zu erreichen sind wir auf deine Unterstützung angewiesen, nicht nur dadurch das du bei den Wahlen zur Studienvertretung die fünf KRISP-Kandidat_innen mit deiner Stimme unterstützt und somit dazu beiträgst die Mittel, Rechte und Möglichkeiten welche die Studienvertretung bietet für linke, kritische Initiativen zu erhalten, sondern insbesondere dadurch das du dich bei Arbeitstreffen, Plenas und Studierendenversammlungen einbringst, deine eigenen Ideen formulierst mit anderen diskutierst und wir diese gemeinsam umsetzen. Denn nur unter diesen Bedingungen erschöpft sich Studienvertretung nicht nur in Service und Stellvertreter_innenpolitik, sondern kann auch einen Beitrag zur Demokratisierung der eigenen Lebensverhältnisse leisten.