Rechtsgeschichte

Der Reichshofrat hat in seiner Eigenschaft als erstinstanzliches Gericht für bestimmte Personen (Prozesse gegen Reichsunmittelbare) und Gegenstände (z. B. Landfriedensbruch) sowie als Appellationsgericht die Entwicklung der Rechtsprechung im Reich beeinflußt. Dabei folgte er - entsprechend seiner Stellung im Verfassungsgefüge und Institutionensystem des Reichs - anderen verfahrensrechtlichen Grundsätzen als das Reichskammergericht.

Über die Entwicklung des Prozeßrechts hinaus bieten die Konflikte, mit denen sich die Hofräte beschäftigten, Einblick in viele Gebiete des materiellen Rechts, wobei sowohl öffentlichrechtliche als auch privatrechtliche Materien von Bedeutung sind.