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EuroCom - ein Weg zur Mehrsprachigkeit der Europäer
Institut für Translationswissenschaft
Informationsveranstaltung/ Konferenz 27.-28.3. 2001

Im März 2001 wurde an der Universität Innsbruck die Strategie von "EuroCom - ein Weg zur Mehrsprachigkeit der Europäer", zu deren Entwicklung sich Wissenschaftler aus mehreren Ländern in einer internationalen Forschergruppe zusammengeschlossen haben, theoretisch dargestellt und praktisch erfolgreich vorgeführt. Die EuroCom-Methode zeigt, wie man mit den Vorkenntnissen einer Sprache rezeptive Lesekompetenz in allen genetisch verwandten Sprachen eines Sprachzweiges schnell erlangen kann.
Die praktische Darstellung der Methode erfolgte im Zuge der Durchführung des Kompaktkurses "Romanische Sprachen sofort lesen können" von und mit Horst Klein und Tilbert Stegmann (beide Universität Frankfurt/Main), Lew Zybatow (Universität Innsbruck, Mitglied der internationalen Forschergruppe EuroCom) in 4 Sitzungen an zwei Tagen. Der von der Universität (mit 7000,-ATS) als Sonderlehrveranstaltung geförderte Minikurs wurde bei vollen bis übervollen Serminarräumen von den Studierenden mit Interesse und Begeisterung auf- bzw. angenommen. Am Ende wurde die rezeptive Kompetenz sogar teilweise zur produktiven erweitert: durch lautes Lesen und Singen in Portugiesisch.

Ziel des EuroCom-Kompaktkurses war es, den Studierenden einen leichten und dadurch realistischen Weg zur Mehrsprachigkeit aufzuzeigen, und zwar durch Konzentration auf rezeptive Sprachkompetenz (Lesekompetenz) bei gleichzeitiger Ausweitung auf alle Sprachen eines Sprachzweiges, in diesem Falle der romanischen Sprachen.
Die Methode EuroCom beweist dem Lerner, dass er von seiner Muttersprache und einer romanischen Brückensprache her bereits unerwartet viele Kenntnisse mitbringt, um Texte in allen anderen Sparchen der gleichen Gruppe sofort lesen zu können. EuroCom schöpft damit Kenntnisreserven aus, die fast ohne Lerninput mobilisierbar sind. Damit wird die knappe , zum Sprachenlernen zur Verfügung stehende Zeit strategisch entscheidend neu genutzt.

In einem Kommentar meinen die Veranstalter, dass kein junger Europäer je voraussehen kann in welches Sprachgebiet ihn Leben und Beruf einmal bringen werden. Breitgestreute rezeptive Kompetenzen sind die beste Voraussetzung, um im Bedarfsfall schnell produktive Kompetenzen in einer neuen Sprachumgebung zu entwickeln.
EuroCom zeigt, dass europäische Nachbarsprachen keine "Fremd"sprachen sind und schafft das Bewußtsein der Zusammengehörigkeit und des Miteinanders europäischer Kulturen. EuroCom ist eine Methode von hoher Europarelevanz.

Der Erfolg der Präsentationsveranstaltung lag einerseits im rege Interesse der Studierenden des Instituts und zahlreicher institutsfremder Besucher, aber auch in der Tatsache, dass spontane Anmeldungen einiger Studierender zu Diplomarbeitsthemen im Bereich der EuroCom-Strategie zu verzeichnen waren.

Das Projekt "EuroCom - ein Weg zur Mehrsprachigkeit der Europäer", das mit dem Preis der Europäischen Kommission und der österreichischen Regierung "Europasiegel für innovative Sprachenprojekte 1999" ausgezeichnet wurde, wird von einer internationalen Forschergruppe getragen und verfolgt ein vielseitiges und umfassendes Zukunftsprogramm. Zum einen geht es um die theoretische Vorlaufsforschung, zum anderen um die Erstellung von modular aufgebauten Lehrwerken für die wichtigsten europäischen Sprachen. So soll unter anderem 2002 das Referenzwerk "EuroComSlav - slawische Sprachen interkomprehensiv lesen können" - von einem internationalen Team unter der Leitung von Lew Zybatow vorbereitet und veröffentlicht werden (vgl. das Programm der Reihe "Editiones EuroCom" beim Shaker Verlag Aachen). Außerdem verfolgt das EuroCom-Projekt das Ziel einer multimedialen Umsetzung der EuroCom-Strategie mittels interaktiver Medien.
Zum dritten geht es um die Umsetzung der EuroCom-Strategie, insbesondere ihres multimedialen Einsatzes für eine innovative Übersetzerausbildung. Prof. Zybatow ist dabei, ein spezielles Erweiterungsmodul zu erarbeiten, mit dessen Hilfe das Repertoire der zu studierenden Sprachen am Institut für Translationswissenschaft kostenneutral erweitert werden kann, indem sich die Studierenden zunächst eine rezeptive Lesekompetenz in den von ihnen gewünschten, eng mit den studierten Fremdsprachen verwandten Sprachen erarbeiten können. Diese rezeptiven Kompetenzen können dann wiederum durch entsprechende, zum Teil individuell konzipierte Vertiefungsmodule zu einer produktiven Kompetenz ausgebaut und erweitert werden. Somit soll dieses innovative Potential der EuroCom-Strategie für die Übersetzerausbildung am Institut für Translationswissenschaft in Innsbruck in den nächsten Jahren erprobt und realisiert werden.

Quelle: Lew Zybatow (Institut für Translationswissenschaft, Universität Innsbruck)

 


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