Glückslose (o-mikuji)

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Glückslose (o-mikuji)
Glückslose (o-mikuji) // Kamigamo-Schrein, Kyōto // Bildquelle: Frank Gualtieri, Wikimedia Commons (jap.), 2006 (letzter Zugriff: 2016/8) // Hier wirft man 200 Yen in den Behälter mit der entsprechenden Aufschrift, zieht ein Los aus dem mittleren Behälter und erfährt daraus, aus welcher Lade man einen Zettel wählen soll. Der enthält dann das Orakel (o-mikuji) und wird schlussendlich irgendwo im Schreinareal an einen Zweig oder ein Gestell gebunden.
Omikuji-Box

Omikujio-mikuji 御籤/(お)みくじ Glückslos, Glücksorakel Gluecksbringer sind für ge­wöhn­lich einfache Papier­zettel, die man gegen eine kleine Summe z.B. einem Kasten ent­neh­men kann. Sie enthalten eine Orakel­bot­schaft (z.B. „Großes Glück“, „Mittleres Glück“, oder „Kleines Glück“, etc.), die dann noch weiter erläutert wird, ganz wie bei den hierzulande geläufigen Ho­ros­ko­pen.

Diese Nachricht wird nach dem Lesen im Schrein- oder Tempel­areal an einen Zweig oder an ein dafür vor­ge­sehenes Gestell gebunden.

Lesen der Neujahrsorakel // Heian-Schrein, Kyōto // Bild © Frantisek Staud, 1999 (letzter Zugriff: 2016/9/18) // Schreinbesucher des Heian Jingū beim Lesen der Neujahrsorakel (o-mikuji).
O-mikuji // Dazaifu Tenman-Schrein, Kyūshū // Bild © Nihon ryokō, 2002 (letzter Zugriff: 2011/10) // Schüler mit frisch erworbenen o-mikuji Losen des Dazaifu Tenman-gū.
Anbinden von o-mikuji Losen // Heian-Schrein, Kyōto // Bild © Frantisek Staud, 1999 (letzter Zugriff: 2016/9/18) // Japanerin im Neujahrs-Kimono beim Anbinden von o-mikuji Losen im Heian Jingū.
Omikuji zu Neujahr // // Bild © Japan Info (letzter Zugriff: 2017/11/19) // Glückslose (o-mikuji) werden von einem Mädchen im festlichen Kimono an ein Gestell gebunden. Besonders zu Neujahr (O-shōgatsu) erfreut sich dieser Brauch großer Beliebtheit.
O-mikuji zu Neujahr

Wie man an den Fotos erkennen kann, erfreut sich dieser Brauch vor allem zu NeujahrShōgatsu 正月 Neujahr, Neujahrsfest; in der Alltagssprache meist O-shōgatsu im Heian SchreinHeian Jingū 平安神宮 Shintō-Schrein in Kyōto; zu Ehren des Kanmu Tennō im Jahr 1895 errichtet; die historisierende Bauweise ist der Palastarchitektur der Heian-Zeit nachempfunden in Kyōto großer Be­liebt­heit.

Glückslose (omikuji) // Heian Jingū, Kyoto // Bild © Zhang Wenjie, 2011 (letzter Zugriff: 2017/11/19) // Glückslose (o-mikuji), in rosa gehalten.
Glückslose (omikuji) // // Bild © Bonguri, Flickr 2015 (letzter Zugriff: 2017/11/19) // Glückslose (o-mikuji), an einen Zweig gebunden.
Glückslose (o-mikuji) // Omikuji; Tōkyō // Bild © Brian Utesch, flickr 2006 (letzter Zugriff: 2016/9/5) // Glückslose (o-mikuji), welche an einem Zweig befestigt wurden.
O-mikuji und torii // Schreinanlage // Bild © Bjørn K, 2006 (letzter Zugriff: 2011/7) // Gückslose (o-mikuji) und torii in Kamakura.
Schreindienerin (miko) // Heian-Schrein, Kyōto // Bild © Alain Barthe, 1997 (letzter Zugriff: 2016/1) // Im Hintergrund der miko befinden sich o-mikuji auf den Zweigen künstlich angelegter Büsche.
O-mikuji // // Bild © Stephen A. Edwards, 2002 (letzter Zugriff: 2016/9/19) // Die o-mikuji sind an einen Granatapfelzweig gebunden

Wie so oft in der religiösen Praxis Japans werden die mit Zetteln bespickten Bäume und Sträucher Teil eines kollektiven Kunstwerks.

„Stein der Trennung und der Bindung“ (Engiri enmusubi ishi) // Yasui Konpira Schrein, Kyōto; Höhe: 1,5m // Bild © Kimagure Jīsan, (J-Blog), 2009 (letzter Zugriff: 2016/9/19) // Im Inneren des Konvoluts von aufgeklebten Zetteln (o-mikuji) befindet sich ein großer Stein mit einem Loch. Auf den Zetteln stehen Wünsche, die mit Hilfe des Steins in Erfüllung gehen sollen. Der Stein selbst, welcher sich am Gelände des Yasui Konpira-gū befindet, ist erstaunlich dünn und gleicht eher einer Wand mit Loch. Die Zetteln bilden also die Hauptmasse des auf diesem Bild gezeigten religiösen Objekts.
Engiri enmusubi ishi, der „Stein der Trennung und der Bindung“

Der Yasui Konpira SchreinYasui Konpira-gū 安井金比羅宮 Schrein in Kyōto, welcher 1695 errichtet wurde. in Kyōto bietet eine ganz besondere Art von Zetteln — die hier katashiro heißen — an: Man schreibt Wünsche auf diese Zetteln und klebt sie auf den Stein, der bald nicht mehr zu er­ken­nen ist.

Diese Wünsche haben sowohl mit der Tren­nung von Un­er­wünsch­tem als auch mit der Bindung zu Er­wünsch­tem zu tun, meist — aber nicht not­wen­di­ger­wei­se — im Zu­sam­men­hang mit Lie­bes­be­zieh­un­gen. Man kann sich also auch wünschen, dass die Affaire des Ehe­part­ners zu Ende geht. Außerdem muss man durch den Tunnel aus Zetteln durchkriechen, damit der Wunsch in Erfüllung geht.

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Ikonographie 
Diese Seite zitieren
„Glückslose (o-mikuji).“ In: Bernhard Scheid (Hg.), Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 8.8.2018). URL: https://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Alltag/Gluecksbringer/Omikuji?oldid=69219