Berühmte Tempeltore Japans

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Berühmte Tempeltore Japans

In den Mauern rund um die Anlage eines buddhistischen Tempels sind in der Regel mehrere Tore angebracht. Das Haupttor, und damit auch der Haupt­zu­gangsweg, befindet sich meist im Süden. Ähnlich wie weltliche Paläste „blickt“ ein bud­dhis­tischer Tempel also üblicherweise von Norden nach Süden. Die Größe des Tores spiegelt zumeist das Prestige eines Tempels wider. Im Folgenden einige repräsentative Beispiele.

Hōryū-ji, Chūmon

Hōryū-ji, Chūmon // Tempeltor. 7. Jh.; „Nationalschatz“; Hōryū-ji (bei Nara) // Bild © Lonely Trip (letzter Zugriff: 2011/7) // Dieses Tor (mon) wird als Mitteltor (chūmon) bezeichnet, weil es sich in der inneren Einfriedung des Tempels Hōryū-ji befindet. Es besitzt einen zweigeteilten Durchgang. Üblicherweise gibt es nur einen zentralen, bzw. drei Durchgänge, nur im Hōryū-ji gibt es den Fall, dass ein Mittelpfosten quasi den natürlichen Zugang zum Tempel blockiert.
. 1 Haupttor (Chūmon) des Hōryūji. 7.Jh., „Nationaler Kulturschatz“

Das Tor des Hōryū-jiHōryū-ji 法隆寺 Tempel in Ikaruga bei Nara, gegr. 607; wtl. „Tempel des prosperierenden [Buddha]-Gesetzes“ BautenTempelFruehzeitShotoku Taishi... mehr zählt zu den ältesten Holzbauwerken Japans und damit auch zu den ältesten Tempel­toren. Es wirkt wie ein selb­ständiges Bauwerk und ist es in gewissem Sinne auch, denn es dient nicht nur als Durch­gang, sondern auch als Auf­be­wah­rungs­ort für Tempel­schätze, die der All­ge­mein­heit unzu­gäng­lich im oberen Geschoß auf­be­wahrt werden. Diese zwei­ge­schoßige Form gepaart mit der Funktion als Speicher ist typisch für die Haupt­tore großer japani­scher Tempel. Doch obwohl das Haupt­tor des Hōryū-ji auf den ersten Blick als Archetyp eines Tempeltors (jap. monmon Tor Tempel) erscheint, bietet es für Kenner der japa­nischen Tempel­architektur eine un­ge­wöhn­liche Eigen­heit: einen zwei­ge­teil­ten Durch­gang.

Üblicher­weise besteht ein Tempeltor aus einer ungeraden Anzahl von Kammern (meist drei oder fünf), von denen eine oder drei pas­sier­bar sind (s. die Beispiele unten). Nur im Hōryū-ji gibt es den Fall, dass das Tor­ge­bäude aus vier Kam­mern besteht und inso­fern ein Mittel­pfosten den Eingang in zwei Bereiche spaltet und damit quasi den natür­lichen Zugang zum Tempel blockiert. Trotz oder gerade wegen dieser Be­son­der­heit zählen nicht nur das Tor selbst, sondern auch seine Torwächter (niōniō 仁王 Wächterfigur, Torwächter BautenNikkoTempelVajrapani... mehr), die hier gut zu erkennen sind, zu den be­rühm­testen und ältesten Bei­spielen ihrer Art.

Tōdaiji, Nandaimon

Südliches Haupttor (Nandaimon) // Tempeltor. Kamakura-Zeit, 1199; „Nationalschatz“; Tōdaiji, Nara // Bild © Frank J. Gualtieri Jr., 2005 (letzter Zugriff: 2016/8) // Das riesige Tor (mon) des Tōdaiji, wo sich der Große Buddha von Nara befindet, mit den zahmen Hirschen, die hier überall frei umherlaufen. Die ebenfalls gigantische Halle des Großen Buddhas ist im Hintergrund zu erkennen. Das Tor stammt in seiner heutigen Form aus dem Jahr 1199, nachdem es zusammen mit dem Rest der Tempelanlage im Genpei-Krieg (1181) zerstört worden war. Charakteristisch sind die frei schwebenden Querbalken, die die Dachkonstruktion stützen. Im Inneren des Tores sind die beiden größten und zugleich eindrucksvollsten Torwächterstatuen Japans zu sehen.
. 2 Tōdaiji, Nara

Das riesige Tor des TōdaijiTōdaiji 東大寺 Tempel des Großen Buddha von Nara; wtl. Großer Ost-Tempel SogiyaBekannte SchreineHachimanKasugaBekannte Tempel... mehr, das NandaimonNandaimon 南大門 Südliches Haupttor einer Tempelanlage Daibutsu Statuen (Süd­liches Haupt­tor), hinter dem sich der Große Buddha von NaraNara 奈良 Hauptstadt und Sitz des Tennō, 710–784 (= Nara-Zeit); ehemals: Heijō-kyō EmaYamabushiBautenHachimanItsukushima... mehr be­findet, ist das viel­leicht be­kann­teste Tem­pel­tor Japans. Es zählt zu den japa­ni­schen „Natio­nal­schät­zen“ (kokuhōkokuhō 国宝 japanischer „Nationalschatz“; offizielle Auszeichnung besonderer Kulturgüter ). In seinem In­ne­ren sind die bei­den größ­ten und zu­gleich ein­drucks­voll­sten Tor­wäch­ter­sta­tuen (niōniō 仁王 Wächterfigur, Torwächter BautenNikkoTempelVajrapani... mehr) Japans zu sehen. Die gi­gan­ti­sche Halle des Großen Bud­dhas ist im Hin­ter­grund un­deut­lich zu er­ken­nen. Davor die zahmen Hir­sche, die in Nara über­all frei umher­laufen.

Die Anlage des Tōdaiji stammt aus dem achten Jahrhundert, wurde jedoch im Genpei-KriegGenpei Gassen 源平合戦 Krieg zwischen den Minamoto (Gen) und den Taira (Hei, bzw. Pei), 1180–1185 HachimanItsukushimaShimenawaDaibutsu Statuen... mehr (1181) fast voll­kom­men zer­stört. Das Tor stammt daher in seiner heu­tigen Form aus dem Jahr 1199. Man be­diente sich beim Wie­der­aufbau im zwölften Jahr­hun­dert einer ver­gleichs­weise schlichten, prag­mati­schen Holz­bau­weise, für die etwa die frei schwe­ben­den Quer­balken, die die Dach­kon­struk­tion stützen, charak­teris­tisch sind. Man nennt diesen Stil „indisch“ (tenjiku-yōtenjiku-yō 天竺様 „indischer Stil“; wurde aufgrund der wenigen Ähnlichkeit mit Indien von Ōta Hirotarō im 20. Jahrhundert in daibutsu-yō (大仏様) umbenannt ), obwohl er eigent­lich aus Süd­china stammt. Auch die Tempel­halle wurde damals im „indischen Stil“ errichtet, brannte aber später ein weiteres Mal ab. Daher ist das Nan­daimon eines der weni­gen erhal­tenen Beispiele des „indischen Stils“. Die Wahl dieses Stils dürfte direkt auf den Mönch ChōgenChōgen 重源 1121–1206; Mönch der Shingon-shū, bekannt für die Wiedererrichtung des Tōdaiji PagodenDaibutsu StatuenHeilige zurück zu führen sein, unter dessen Leitung der Wieder­auf­bau zustande kam. Chōgen war auch der Mentor der berühmten Kei-SchuleKei-ha 慶派 Buddh. Bildhauerschule des japanischen Mittelalters; benannt nach ihren berühmtesten Vertretern Unkei und Kaikei , einer Werk­statt von Bild­hauern, die auch die Statuen des Nan­daimon schufen.

Ninna-ji, Niō-mon

Niō-mon, Ninna-ji // Tempeltor. Kamakura-Zeit, 1646; „Nationalschatz“; Kyōto, Ninna-ji // Bild © 663highland, Wikimedia Commons, 2010 (letzter Zugriff: 2016/8) // Wie viele große Tempeltore wird auch dieses Tor (mon) des Ninna-ji von zwei eindrucksvollen niō-Wächtern bewacht und daher meist als Niō-Tor bezeichnet. Es stammt in seiner heutigen Form aus dem Jahr 1646, der Tempel selbst ist aber viel älter.
. 3 Ninna-ji, Kyōto

Auch dieses Tor des Ninna-jiNinna-ji 仁和寺 Großer, buddhistischer Tempelkomplex der Shingon-shū in Kyōto; 888 errichtet in Kyōto wird von zwei ein­drucks­vollen Niō-Wäch­tern be­wacht und daher meist als Niō-Tor be­zeich­net. Wie das vorige Bei­spiel besteht auch dieses Ge­­bäude aus zwei Ge­schoßen, die jeweils in fünf Kam­mern unter­teilt sind. Im Erd­geschoß sind die äußeren Kam­mern für die Niō-Sta­tuen reser­­viert, die mittleren Kam­mern sind durch­gängig pas­sier­bar. Die größten Tem­pel­tore Japans ent­spre­chen fast alle dieser archi­tek­toni­schen Grund­struktur.

Das Niō-mon des Ninna-ji stammt in seiner heuti­gen Form aus dem Jahr 1646, der Tempel selbst ist aber viel älter. Der Ninna-ji gehört zum ShingonShingon-shū 真言宗 Shingon-Schule, wtl. Schule des Wahren Wortes; wichtigste Vertreterin des esoterischen Buddhismus (mikkyō) in Japan AhnenkultMoencheYamabushiBekannte TempelBerg Koya... mehr-Bud­dhis­mus und wurde lange Zeit von kaiser­lichen Prinzen geführt.

Berg Kōya, Westliches Haupttor

Großes Tor (Daimon) // Tempeltor. 1705; Berg Kōya // Bildquelle: 663highland, Wikimedia Commons, 2009 (letzter Zugriff: 2016/8) // Westliches Eingangstor zum Tempelbezirk auf Berg Kōya, errichtet 1705. Größtes Tempeltor (mon) des Klosterbergs. Ähnliche Bauweise wie die vorigen Beispiele (ebenfalls mit niō-Wächtern), allerdings rot bemalt, was durchaus der ursprünglichen Erscheinungsform buddhistischer Tempeltore entspricht. Zählt zum Typ sanmon.
. 4 Berg Kōya, Wakayama

Die Klosteranlage auf Berg KōyaKōya-san 高野山 Klosterberg südl. von Nara; sprituelles Zentrum des Shingon Buddhismus FriedhofPilgerschaftNikkoBekannte TempelBerg Koya... mehr weicht vom üblichen Nord-Süd Schema ab: Das größte Ein­gangs­tor (err. 1705) zu diesem Zentrum des Shingon Bud­dhis­mus befindet sich im Westen der Anlage. Auch hier sind die äußeren Kammern für zwei Tor­wäch­ter­sta­tuen reser­viert. Das Tor sticht durch seine rote Farbe hervor. Obwohl heute viele buddhis­tische Bau­werke in natür­lichen Holz­farben gehal­ten sind, entspricht der rote Lack der ur­sprüng­lichen Er­schei­nungs­form bud­dhis­tischer Tempel­gebäude.

Chion-in, Sanmon

Haupttor des Chion-in // Tempeltor (Holz). 1721; „Nationalschatz“; Chion-in Tempel, Kyōto; Höhe: 24m, Breite: 50m // Bild © Bertrand Marquet, flickr 2011 (letzter Zugriff: 2016/9/19) // Dieses Tor (mon) des Chion-in gilt als das größte Tempeltor Japans. Zählt zum Typ sanmon (wtl. „Dreitor“).
. 5 Chion-in

Mit einer Höhe von 24m und einer Breite von 50m gilt dieses Tor als das größte Tempeltor Japans. Es wurde 1721 errichtet und gehört zum Chion-inChion-in 知恩院 Haupttempel des Jōdo Buddhismus in Kyōto, err. 1234 Tempel, dem Haupt­tempel des Jōdo BuddhismusJōdo-shū 浄土宗 Schule des Amida-Buddhismus JahrOpferAmidismusHeian Zeit... mehr, in Kyōto. Dieses Tor wird als sanmonsanmon 三門/山門 Tempeltor; in der ersten Schreibung (wtl. „Dreitor“) besitzt der Begriff einen metaphysischen Hintersinn: „Tor [der Befreiung von den] drei [Hindernissen]“, auch sangedatsu mon. In der zweiten Schreibung steht san (Berg) für „Tempel“. (wtl. „Dreitor“) bezeichnet. Es soll sich um eine Abkürzung von sangedatsu-mon handeln, wörtlich „Tor der Überwindung von drei Hindernissen [auf dem Weg ins NirvanaNirvāṇa निर्वाण „Erloschen, ausgelöscht“, Ort der Erlösung von allem Leid, jap. Nehan 涅槃 TotenritenArhatsAmidas GeluebdeHeian Zeit... mehr]“. Dieser Bedeutung entsprechend besitzen sanmon-Tore oft keine verschließbaren Türflügel. Die eigentliche Funktion eines Tores— ein ver­sperr­barer Zugang — ist daher bei sanmon-Toren verloren gegangen, denn es fehlen auch Mauern oder Zäune rund herum. Ähnlich wie die toriitorii 鳥居 Torii, Schreintor; wtl. „Vogelsitz“ PhalluskulteOpfergabenBautenBekannte SchreineFushimi... mehr des Shintō dienen sie eher als sym­bo­lische Abgrenzung des inneren Zirkels einer Tempel­anlage. Meist befinden sie sich zwischen dem äußersten (versperrbaren) Eingang und der Haupt­halle einer Tempel­anlage.

Kenchō-ji, Sanmon

Haupttor des Kenchō-ji // Tempeltor, sanmon. 1775; Zen-Tempel Kenchō-ji, Kamakura; Höhe: 30 m // Bild © FotoBob, flickr 2008 (letzter Zugriff: 2016/8) // Das Haupttor im sanmon-Stil übertrifft das Tor (mon) des Chion-in sogar noch an Höhe (30m). Da es sich frei stehend innerhalb des Tempelareals befindet, fungiert es im Grunde nicht als Tor, sondern als Speicher für Tempelschätze. Seine heutige Form stammt aus dem Jahr 1775. Der Kenchō-ji (gegr. 1253 ) ist der älteste Zen-Tempel Kamakuras. Mit seiner Errichtung begannen die Minamoto Shōgune im 13. Jh. die Förderung des damals neuen Zen Buddhismus.
. 6 Kenchō-ji, Kamakura

Das Tor des Kenchō-jiKenchō-ji 建長寺 Zen-Tempel in Kamakura in Kamakura übertrifft das Tor des Chion-in sogar noch an Höhe (30m). Da es sich frei stehend innerhalb des Tempel­areals befindet, fungiert es im Grunde nicht als Tor, sondern als Speicher für Tempel­schätze. Seine heutige Form stammt aus dem Jahr 1775. Der Kenchō-ji (gegr. 1253) ist der älteste Zen-Tempel Kamakuras. Mit seiner Errichtung begannen die Minamoto Shogune im 13. Jh. die Förderung des damals neuen ZenZen chin. Chan, wtl. Meditation; Zen Buddhismus FushimiArhatsHeian ZeitZoga... mehr Buddhismus.

Nanzen-ji, Sanmon

Tor des Nanzen-ji // Tempeltor, sanmon (Holz). 1628; Zen-Tempel Nanzen-ji, Kyōto; Höhe: 22 m // Bild © Asano Noboru, 2009 (letzter Zugriff: 206/9/19) // Haupttor des Nanzen-ji im sanmon-Stil, errichtet von Daimyō Tōdō Takatora. Der Nanzen-ji ist der bedeutendste unter den „Fünf Bergen“ (= Hauptklöster) des Rinzai-Zen in Kyōto. Ähnlich wie im Kenchō-ji fungiert das Gebäude hier nicht als Eingangstor (mon), sondern dient zur Präsentation der dahinter liegenden Haupthalle und als Speicher von Wertgegenständen.
. 7 Nanzen-ji, Kyōto

Ähnlich wie im Beispiel davor fungiert dieses Ge­bäude hier nicht als Ein­gangs­tor, son­dern dient zur Prä­sen­ta­tion der da­hinter liegen­den Haupt­halle und als Spei­cher von Wert­gegen­stän­den. Der Nanzen-jiNanzen-ji 南禅寺 Haupttempel der Nanzen-Schule in Kyōto; 1291 errichtet ist der be­deu­tendste unter den so­ge­nann­ten „Fünf Bergen“ (gozangozan 五山 wtl. „Fünf Berge“; Klosterorganisation des Zen Buddhismus Zen), den fünf Haupt­klös­tern des Rinzai-Zen in Kyōto. Dieses Tor wurde 1628 vom Daimyō Tōdō TakatoraTōdō Takatora 藤堂高虎 1556–1630; Daimyō der Azuchi-Momoyama- und frühen Edo-Zeit errichtet.

Nagasaki, Drachenpalast-Tor

Drachenpalast-Tor // Tempeltor. 1849; Sōfuku-ji, ein Tempel der Obaku-Zen-Schule, Nagasaki // Bild © Tōkyō enogu, 2010 (letzter Zugriff: 2016/8) // Im Unterschied zu den älteren japanischen Tempeltoren (mon), die meist zur Gänze aus Holz sind, spielt bei diesem chinesisch angehauchten Gebäudetyp (ryūgū-mon) des Sōfuku-ji die massive Grundmauer auch optisch eine tragende Rolle. Siehe auch Drachen und Drachenpaläste.
. 8 Sōfuku-ji, Nagasaki

Das Drachenpalast-Tor (ryūgū-monryūgū-mon 龍宮門 wtl. Tor des Drachenpalastes; chinesisch angehauchtes Tempeltor Drachenbilder) des Sōfuku-jiSōfuku-ji 崇福寺 Buddhistischer Tempel in Nagasaki; 1629 errichtet in Nagasaki, eines Tempel der ŌbakuŌbaku-shū 黄檗宗 Dritte Hauptrichtung des jap. Zen ArhatsRegenmachenZen-Zen Schule, errichtet 1849. Bei diesem chinesisch angehauchten Gebäudetyp spielt die massive Grundmauer sowohl optisch als auch funktionell eine tragende Rolle. Dadurch unterscheidet sich dieser Typ, der erst seit der Edo-Zeit bekannt ist, von älteren japa­nischen Tempel­toren, die meist zur Gänze aus Holz sind.

Verweise

Verwandte Themen

Bilderläuterungen

  1. Horyuji chumon.jpg
    Hōryū-ji, Chūmon // Tempeltor. 7. Jh.; „Nationalschatz“; Hōryū-ji (bei Nara) // Bild © Lonely Trip (letzter Zugriff: 2011/7) // Dieses Tor (mon) wird als Mitteltor (chūmon) bezeichnet, weil es sich in der inneren Einfriedung des Tempels Hōryū-ji befindet. Es besitzt einen zweigeteilten Durchgang. Üblicherweise gibt es nur einen zentralen, bzw. drei Durchgänge, nur im Hōryū-ji gibt es den Fall, dass ein Mittelpfosten quasi den natürlichen Zugang zum Tempel blockiert.
  2. Nandaimon.jpg
    Südliches Haupttor (Nandaimon) // Tempeltor. Kamakura-Zeit, 1199; „Nationalschatz“; Tōdaiji, Nara // Bild © Frank J. Gualtieri Jr., 2005 (letzter Zugriff: 2016/8) // Das riesige Tor (mon) des Tōdaiji, wo sich der Große Buddha von Nara befindet, mit den zahmen Hirschen, die hier überall frei umherlaufen. Die ebenfalls gigantische Halle des Großen Buddhas ist im Hintergrund zu erkennen. Das Tor stammt in seiner heutigen Form aus dem Jahr 1199, nachdem es zusammen mit dem Rest der Tempelanlage im Genpei-Krieg (1181) zerstört worden war. Charakteristisch sind die frei schwebenden Querbalken, die die Dachkonstruktion stützen. Im Inneren des Tores sind die beiden größten und zugleich eindrucksvollsten Torwächterstatuen Japans zu sehen.
  3. Niomon ninnaji.jpg
    Niō-mon, Ninna-ji // Tempeltor. Kamakura-Zeit, 1646; „Nationalschatz“; Kyōto, Ninna-ji // Bild © 663highland, Wikimedia Commons, 2010 (letzter Zugriff: 2016/8) //

    Wie viele große Tempeltore wird auch dieses Tor (mon) des Ninna-ji von zwei eindrucksvollen niō-Wächtern bewacht und daher meist als Niō-Tor bezeichnet. Es stammt in seiner heutigen Form aus dem Jahr 1646, der Tempel selbst ist aber viel älter.

  4. Koya daimon.jpg
    Großes Tor (Daimon) // Tempeltor. 1705; Berg Kōya // Bildquelle: 663highland, Wikimedia Commons, 2009 (letzter Zugriff: 2016/8) //

    Westliches Eingangstor zum Tempelbezirk auf Berg Kōya, errichtet 1705. Größtes Tempeltor (mon) des Klosterbergs. Ähnliche Bauweise wie die vorigen Beispiele (ebenfalls mit niō-Wächtern), allerdings rot bemalt, was durchaus der ursprünglichen Erscheinungsform buddhistischer Tempeltore entspricht. Zählt zum Typ sanmon.

  5. Chionin sanmon.jpg
    Haupttor des Chion-in // Tempeltor (Holz). 1721; „Nationalschatz“; Chion-in Tempel, Kyōto; Höhe: 24m, Breite: 50m // Bild © Bertrand Marquet, flickr 2011 (letzter Zugriff: 2016/9/19) // Dieses Tor (mon) des Chion-in gilt als das größte Tempeltor Japans. Zählt zum Typ sanmon (wtl. „Dreitor“).
  6. Kenchoji.jpg
    Haupttor des Kenchō-ji // Tempeltor, sanmon. 1775; Zen-Tempel Kenchō-ji, Kamakura; Höhe: 30 m // Bild © FotoBob, flickr 2008 (letzter Zugriff: 2016/8) // Das Haupttor im sanmon-Stil übertrifft das Tor (mon) des Chion-in sogar noch an Höhe (30m). Da es sich frei stehend innerhalb des Tempelareals befindet, fungiert es im Grunde nicht als Tor, sondern als Speicher für Tempelschätze. Seine heutige Form stammt aus dem Jahr 1775. Der Kenchō-ji (gegr. 1253 ) ist der älteste Zen-Tempel Kamakuras. Mit seiner Errichtung begannen die Minamoto Shōgune im 13. Jh. die Förderung des damals neuen Zen Buddhismus.
  7. Sanmon-nanzenji.jpg
    Tor des Nanzen-ji // Tempeltor, sanmon (Holz). 1628; Zen-Tempel Nanzen-ji, Kyōto; Höhe: 22 m // Bild © Asano Noboru, 2009 (letzter Zugriff: 206/9/19) // Haupttor des Nanzen-ji im sanmon-Stil, errichtet von Daimyō Tōdō Takatora. Der Nanzen-ji ist der bedeutendste unter den „Fünf Bergen“ (= Hauptklöster) des Rinzai-Zen in Kyōto. Ähnlich wie im Kenchō-ji fungiert das Gebäude hier nicht als Eingangstor (mon), sondern dient zur Präsentation der dahinter liegenden Haupthalle und als Speicher von Wertgegenständen.
  8. Sofukuji ryugumon.jpg
    Drachenpalast-Tor // Tempeltor. 1849; Sōfuku-ji, ein Tempel der Obaku-Zen-Schule, Nagasaki // Bild © Tōkyō enogu, 2010 (letzter Zugriff: 2016/8) // Im Unterschied zu den älteren japanischen Tempeltoren (mon), die meist zur Gänze aus Holz sind, spielt bei diesem chinesisch angehauchten Gebäudetyp (ryūgū-mon) des Sōfuku-ji die massive Grundmauer auch optisch eine tragende Rolle. Siehe auch Drachen und Drachenpaläste.
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Ikonographie 
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„Berühmte Tempeltore Japans.“ In: Bernhard Scheid (Hg.), Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 23.12.2018). URL: https://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Bauten/Tempel/Tempeltore?oldid=71753