Benzaiten, die Göttin des Wassers, der Musik und der Beredsamkeit

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Benzaiten, die Göttin des Wassers, der Musik und der Beredsamkeit

BenzaitenBenzaiten 弁才天/弁財天 Glücksgöttin, Gottheit des Wassers, der Musik und der Beredsamkeit; skt. Sarasvati; auch: Benten Hadaka matsuriBekannte SchreineItsukushimaToriiBishamon-ten... mehr oder kurz BentenBenten 弁天 Glücksgöttin; Kurzform von Benzaiten Symboltiere bedeutet wtl. „Devadeva देव „Gottheit“, oberste Klasse indischer Götter, jap. ten 天 oder tenbu 天部 Bishamon-tenBuddhismusIkonographieGluecksgoetter... mehr-Gottheit der Bered­samkeit“. Diese Be­zeich­nung geht auf die indische Fluss­göttin SarasvatiSarasvatī सरस्वती indischer Fluss; Flussgöttin der Beredsamkeit, der Musik und der Gelehrsamkeit, jap. Benzaiten 弁才天 ToriiBishamon-tenGluecksgoetterGoldglanz Sutra zurück, die — wahr­schein­lich aus­gehend vom Geräusch des Wassers — auch für Be­red­sam­keit, für Musik, und schließ­lich für das Wissens und die Künste zu­ständig ist. Der frühe Bud­dhis­mus (im speziellen das Goldglanz Sutra, jap. Konkōmyō-kyōKonkōmyō-kyō 金光明経 Goldglanz Sutra; skt. Suvarṇaprabhāsasottama sūtra; eines von drei „Staatsschutz-Sutren“ des frühen japanischen Staats Bishamon-tenEinfuehrung des BuddhismusSutraGoldglanz Sutra) integrierte diese wichtige Gott­heit als Be­schüt­zerin des Dharma in sein Pantheon und machte sie als Göttin der Be­red­sam­keit auch in Ost­asien be­kannt. In Japan wird sie seit dem späten Mittel­alter auch als eine der Sieben Glücksgötter verehrt.

Benzaiten // Hängerollbild, fukujin (Seide) von Tosa Mitsuoki (1617–1691); 118,5 x 60,8cm // Bild © Museum of Fine Arts, Boston (letzter Zugriff: 2016/8) // Benzaiten mit Laute (biwa), auf Felsen im Meer
Benzaiten // Hängerollbild, fukujin (Seide) von Ogawa Haritsu (1663–1747) // Bild © Museum of Fine Arts, Boston (letzter Zugriff: 2016/9/19) // Benzaiten mit biwa-Laute, Mond und Wellen
. 1. 2 Typische Darstellungen der Benzaiten mit Biwa-Laute

Die gängige Darstellung der Benzaiten ist betont weiblich: Meist trägt sie prächtige Gewänder, entweder bud­dhis­tisch an­ge­haucht oder im Stil einer HeianHeian 平安 alter Name Kyōtos, eig. Heian-kyō 平安京, „Stadt des Friedens“; politisches Zentrum 794–1185 (= Heian-Zeit) ShichigosanJahrMatsuriMoencheOpfergaben... mehr-zeit­lichen Hof­dame. In vielen Fällen sieht man Benten mit ihrer Laute (jap. biwabiwa 琵琶 japanische Kurzhalslaute mit vier oder fünf Saiten, wird mit einem großen Plektron angeschlagen Gluecksgoetter) bei Mond­schein auf einem Felsen im Wasser sitzen. In der gleichen Pose findet man auch KannonKannon 観音 auch Kanzeon 観世音, wtl. der den Klang der Welt erhört; skt. Avalokiteśvara; chin. Guanyin; als Bodhisattva des Mitleids bekannt PhalluskulteFushimiKasugaNikkoBekannte Tempel... mehr, den weib­lich­sten aller BodhisattvasBodhisattva बोधिसत्त्व „Erleuchtetes Wesen“, jap. bosatsu 菩薩 ShichigosanPhalluskulteMoencheBekannte SchreineKasuga... mehr, häufig dar­ge­stellt.

Benten // Farbholzschnitt, fukujin (Papier, Farbe) von Yashima Gakutei (1786?–1868); aus der Serie Mitate shichifukujin (Anspielungen auf die Sieben Glücksgötter) // Bild © Museum of Fine Arts, Boston (letzter Zugriff: 2016/8). Julia Bradford Huntington James Fund // Die Serie portraitiert Geishas mit einigen typischen Merkmalen der einzelnen Glücksgötter. Benzaiten ist durch ihre Laute (biwa) repräsentiert.
. 3 Benzaiten als Geisha
Benzaiten und Drache // Farbholzschnitt, fukujin (Papier, Farbe) von Aoigaoka Keisei. 1833 // Bild © Museum of Fine Arts, Boston (letzter Zugriff: 2016/9/19) // Benzaiten auf einem Drachen, wie sie dem Krieger und Staatsmann Hōjō Tokimasa erschienen sein soll. Als er im Schrein von Enoshima betete, prophezeihte die Göttin ihm und seiner Familie große Macht, was sich in der Folge bewahrheitete. Soweit eine der Legenden, die die Bedeutung des Schreins nahe der ehemaligen Hauptstadt Kamakura erklären.
. 4 Benzaiten auf einem Drachen
Die berühmte Nackte Benten von Enoshima // Statue, fukujin (Holz). Kamakura-Zeit; Enoshima Jinja; 54 cm // Bild © Wada Yoshio (letzter Zugriff: 2011/7) // Eine der „Drei Großen Benten Japans“. Offiziell heißt diese Statue Myôon Benzaiten, „Benzaiten des Wunderbaren Klanges“. Sie ist zweifellos die bekannteste, aber nicht die einzige Aktdarstellung Bentens (Hadaka Benten).
. 5 Hadaka Benten
Benzaiten, männlich // Hängerollbild, fukujin (Seide, Farbe, Gold). Muromachi-Zeit, 14. Jh.; 135,5 x 57,4 cm // Bild © The British Museum (letzter Zugriff: 2016/9/19) // Benzaiten als (offensichtlich männlicher) Bodhisattva mit feinem Bart. Die Darstellung erinnert stark an Abbildungen von Bodhisattva Kannon in seinem Reinen Land, symbolisiert durch einen Felsen im Meer. Spezifisch für Benzaiten ist jedoch die Laute. Interessant auch der Wasserfall im Hintergrund.
. 6 Benten als männlicher Bodhisattva

Die häufigen Darstellungen Benzaitens mit Schlangen oder Drachen unter­streichen die Be­ziehung der Göttin zum Wasser. Es gibt darüber hinaus ver­ein­zelte Statuen der „Nackten Benten“, eines der wenigen Akt­motive in der klas­si­schen japa­nischen Kunst. Diese wurden früher aber wahr­schein­lich, wie Puppen, mit wirk­lichen Kleidern an­gezogen. Noch seltener sind Dar­stellun­gen von Benzaiten als männ­licher Bodhi­sattva (mit zartem Bartwuchs).

Benten Tempel und Schreine

Benten-Halle // Tempelhalle; Daigo-ji, Kyōto // Bild © Tim Wilko, flickr 2009 (letzter Zugriff: 2016/8) // Liegt in der weitläufigen Anlage des Daigo-ji Tempels in Kyōto; hier eine Herbstansicht in klassischer Ahornröte.
. 7 Benten-Tempelhalle im Daigo-ji, Kyōto

Benzaiten sind sowohl buddhis­tische Tempel als auch shintōis­tische Schreine geweiht. Oft handelt es sich um eher kleine Seiten­gebäude, die auf einer künst­lichen Insel im Teich einer größeren Schrein- oder Tempel­anlage zu finden sind. Be­son­ders hübsche Bei­spiele finden sich im Daigo-jiDaigo-ji 醍醐寺 Buddhistischer Tempel in Kyōto in Kyōto, oder im Ueno-Park in Tōkyō, wo Benzaiten eine Kapelle im be­rühm­ten ShinobazuShinobazu no ike 不忍池 Berühmter Teich im Ueno-Park in Tōkyō -Teich besitzt. Im Schrein der Geld­waschen­den Benten (Zeniarai Benten) in Kamakura gibt es zwar keinen Teich, aber immer­hin eine Quelle, in der die Gläubigen, einem histori­schen Bei­spiel folgend, Münzen und Geld­scheine waschen, um diese zu vermehren.

Benten-Tempel und Schrein // Ueno Park, Tōkyō // Bild © Matsui Fumio, TOKYO VIEWS, flickr 2009 (letzter Zugriff: 2016/8) // Benten-Tempel und Schrein (jingūji) am mit Lotosblumen bedeckten Shinobazu-Teich
Shinobazu Benten // Ueno Park, Tōkyō // Bild © Fernando Aguiar, flickr 2007 (letzter Zugriff: 2016/9/18) // Shinobazu Benten: Tempel und Schrein (jingūji) en face
. 8. 9 Shinobazu Benten Tempel und Schrein, Tōkyō
Frühlingsansicht der Shinobazu Benten in der Östlichen Hauptstadt (Tōto Shinobazu Benten haru no kei) // Farbholzschnitt, ukiyoe (Papier, Farbe) von Keisai Eisen (1790–1848); aus der Serie Edo meisho (Berühmte Ansichten von Edo), 1848–49; 21,6 x 34,3 cm // Bild © Ukiyo-e Search, John Resig (letzter Zugriff: 2016/9/18) // Panoramaansicht der Benten Anlage im Shinobazu-Teich, der damals noch nicht so stark von Lotosblumen überwuchert war.
Der Benten Schrein im Shinobazu-Teich (Shinobazu ike Benten no yashiro) // Farbholzschnitt, ukiyoe (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige (1797–1858); aus der Serie Edo meisho (Berühmte Ansichten von Edo), 1848–49; 21,6 x 34,3 cm // Bild © Museum of Fine Arts, Boston (letzter Zugriff: 2016/9/18). Denman Waldo Ross Collection // Die Anlage am Shinobazu no ike ist auch heute noch intakt, allerdings ist der Teich von Hochhäusern umgeben. Interessanterweise befindet sich das torii, das hier prominent in Erscheinung tritt, nicht mehr an dieser Stelle, wohl weil die Insel sowohl ein buddhistisches als auch shintōistisches Benten-Heiligtum beherbergt.
. 10. 11 Shinobazu Benten Tempel und Schrein, Edo
Der Benzaiten Schrein im Teich von Inokashira im Schnee (Inokashira no ike Benzaiten no yashiro yuki no kei) // Farbholzschnitt, ukiyoe (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige (1797–1858); aus der Serie Meisho setsugekka (Berühmte Ansichten von Schnee, Mond und Blüten), 1844–45; 23,9 x 36 cm // Bild © Museum of Fine Arts, Boston (letzter Zugriff: 2016/9/19). Gift of Adams Collection // Der Inokashira Benzaiten Schrein, heute im westlichen Stadtgebiet Tōkyōs, galt in der Edo-Zeit als Ort besonderer Naturschönheit. Natürlich liegt auch dieser Schrein auf einer kleinen künstlichen Insel.
. 12 Inokashira Benten, Edo
Ansicht von Haneda // Farbholzschnitt, Ukiyoe (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige; aus der Serie Edo kinko hakkei no uchi [Acht Ansichten der Umgebung von Edo], 1837–38 // Bild © The Woodblock Prints of Ando Hiroshige (letzter Zugriff: 2011/7) // Auf einer kleinen Halbinsel in der Bucht von Edo (nahe der Mündung des Tamagawa im Süden des heutigen Tōkyō) ist hier der Eingang zu einer Schreinanlage und ein kleiner Weiler zu sehen. Es handelt sich um den Tamagawa Benten Schrein, den Hiroshige auch in einem späteren Werk verewigt hat. In der einstmals idyllischen Gegend befindet sich heute der Inlandsflughafen Tōkyōs.
. 13 Haneda Benten, Edo

Die Drei Großen Benten

Votivbilder // Ema; Hetsumiya Schrein, Enoshima // Bild © Bernhard Scheid, 2007 // Das Heiligtum der Benzaiten in Enoshima gilt heute als Schrein für Verliebte. Neben den rosa Herzen finden sich auch Motive von Benten und den Glücksgöttern auf den Bildtafeln (ema).
. 14 Votivbilder

Auch die soge­nannten „Drei Großen Benten Japans“ befinden sich alle auf einer Insel, nämlich auf der Schrein­insel Miyajima (bei Hiroshima), auf der Insel ChikubushimaChikubushima 竹生島 kleine Insel im nördlichen Biwa-See in Nagahama, Präf. Shiga (im Biwa-See bei Kyōto) und auf der Insel EnoshimaEnoshima 江ノ島 Schreininsel; rel. Zentrum nahe Kamakura Hadaka matsuriBekannte Schreine (bei Kamakura). Im Zentrum aller drei Kult­stätten stehen Statuen der Benzaiten, die ehemals so heilig waren, dass sie als „geheime Buddhas“ (hibutsuhibutsu 秘仏 wtl. „geheimer Buddha“; geheim gehaltene Buddha-Statue AsakusaShotoku Taishi) be­zeich­net wurden und nur äußerst selten oder gar nicht her­ge­zeigt wurden. In Enoshima bei­spiels­weise fand das Ent­hüllen der „Nackten Benten“ (s.o.) nur ein­mal alle sechs Jahre im Rahmen eines reli­giösen Massen­events statt, das Scharen von Pilgern aus der nahe­gelegenen Metro­pole Edo (Tōkyō) anzog.

Die Höhlen von Enoshima zur Zeit des Benzaiten Fests (Sōshū Enoshima Benzaiten kaichō mōde hongū iwaya no zu) // Farbholzschnitt, ukiyoe (Papier, Farbe, dreiteilig) von Utagawa Hiroshige (1797–1858) // Bild © MAK-Sammlungsdatenbank, Museum für Angewandte Kunst, Wien (letzter Zugriff: 2013/1) // Die Schreininsel Enoshima mit Berg Fuji im Hintergrund, vom Meer aus gesehen. Auf der Insel findet eben das Fest der Benzaiten statt. Die Höhlen auf der dem Meer zugewandten Seite sind wohl der Ausgangspunkt der mit der Insel verbundenen Legenden.
. 15 Enoshima, vom Meer aus gesehen
Schreininsel Enoshima mit Berg Fuji im Hintergrund.
Festtag der Benzaiten von Enoshima (Sōshū Enoshima Benzaiten kaichō sankei gunshū no zu) // Farbholzschnitt, ukiyoe (Papier, Farbe, dreiteilig) von Utagawa Hiroshige (1797–1858). 1851; Enoshima, vom Land aus gesehen; 36,3 x 75,2 cm // Bild © British Museum (letzter Zugriff: 2016/9/6) // Die Insel Enoshima ist über eine Sandbank mit dem Festland verbunden (heute befindet sich hier eine Straße). Anlässlich der Zurschaustellung von Enoshimas Benzaiten Statuen, die in der Edo-Zeit nur einmal in sechs Jahren stattfand, herrscht festliches Gedränge.
. 16 Enoshima, vom Meer aus gesehen
Wie auf der Abb. oben sieht man auch hier das Ge­dränge an­läss­lich der Zur­schau­stellung von Enoshimas Benzaiten Statuen, die nur einmal in sechs Jahren statt­fand.

Der Aus­druck „geheimer Buddha“ deutet bereits an, dass die Benten-Ver­ehrung ehemals in bud­dhis­tischer Hand lag. In allen drei Fällen wurde Benzaiten jedoch auch mit lokalen weib­lichen kamikami Gottheit; im engeren Sinne einheimische oder lokale japanische Gottheit, Schreingottheit (s. jinja), Gottheit des Shintō AlltagAhnenkultGluecksbringerKamidanaMatsuri... mehr assoziiert, die ge­mein­sam mit ihr in soge­nannten „Tempel-Schrein Komplexen“ (jingūjijingūji 神宮寺 An einen Schrein angeschlossener Tempel ) ver­ehrt wurden. Die ge­setz­lich ver­ordnete „Trennung von kami und Buddhas“ zu Beginn der MeijiMeiji 明治 posthumer Name von Kaiser Mutsuhito; nach ihm wird auch die Meiji-Zeit (1868–1912) benannt FamilieGorintoJahrKamidanaMatsuri... mehr-Zeit (1868) zwang derartige religiöse Institu­tionen jedoch dazu, sich ent­weder als Tempel oder als Schrein zu dekla­rieren.

Die Benten-Halle auf Chikubu­shima wurde auf diese Weise zum Tempel und be­hielt Benzaiten als Haupt­gott­heit. Die Grün­dungs­legende dieses Tempels be­sagt, dass er in der NaraNara 奈良 Hauptstadt und Sitz des Tennō, 710–784 (= Nara-Zeit); ehemals: Heijō-kyō EmaYamabushiBautenHachimanItsukushima... mehr-Zeit (724) von Shōmu TennōShōmu Tennō 聖武天皇 701–56; 45. japanischer Kaiser; (r. 724–49); Förderer des Buddhismus Bishamon-tenFruehzeitNaraSutra... mehr auf Ge­heiß der AmaterasuAmaterasu 天照 Sonnengottheit; Ahnherrin des Tennō-Geschlechts KamidanaItsukushimaIse IzumoIzumo SchreinSchreinanlage Ise... mehr(!) er­richtet wurde. Die heilige Statue der Benzaiten von Chikubu­shima (die nicht her­ge­zeigt wird) soll aus den Händen des wunder­tätigen Mönch GyōkiGyōki 行基 668–749; Nara-zeitlicher Mönch, Popularisierer des Buddhismus Opfer (668–749) stammen. Neben Benzaiten gibt es aber auch einen Schrein für eine shin­tō­istische Göttin, die wohl ehe­mals eine Art Schutz­herrin des Biwa-Sees war. Außer­dem wird Bodhisattva KannonKannon 観音 auch Kanzeon 観世音, wtl. der den Klang der Welt erhört; skt. Avalokiteśvara; chin. Guanyin; als Bodhisattva des Mitleids bekannt PhalluskulteFushimiKasugaNikkoBekannte Tempel... mehr in Chikubu­shima verehrt.

Die beiden anderen „Großen Benten“ Kultstätten, ItsukushimaItsukushima 厳島 auch Miyajima, Schrein bei Hiroshima Bekannte SchreineItsukushimaBerg Koya und Enoshima, gelten heute als Shintō-Schreine und ver­ehren beide das gleiche Trio von weib­lichen Göttinnen, nämlich Tagori-hime, Tagitsu-hime und Ichikishima-hime. Es sind Meeres­göttinnen, deren eigent­licher Haupt­sitz im Munakata Schrein in Kyūshū zu finden ist. Benzaiten da­gegen wurde nach der Meiji-Restau­ration (Meiji IshinMeiji Ishin 明治維新 Meiji Restauration, wtl. Meiji-Erneuerung, umfasst den politischen Umsturz 1867–68 und die nachfolgende Konsolidierung Japans als moderner Nationalstaat FushimiNikkoSchreinanlage IseStaatsshinto) auf beiden Inseln den Hinter­grund ge­drängt. Ihre Statuen werden heute nur noch in kleinen, ver­hält­nis­mäßig un­schein­baren Seiten­tempeln auf­bewahrt. Die Statue in Miyajima gilt aller­dings nach wie vor als hibutsu und wird nur einmal im Jahr, an einem Tag, der nach dem tra­di­tio­nellen Kalender mit dem Tierkreiszeichen der Schlange zu tun hat, der Öffen­tlich­keit zugäng­lich gemacht.

Benzaiten und Schlange

Achtarmige (Happi) Benzaiten // Statue, fukujin; Schreininsel Chikubushima im Biwa See // Bild © Wada Yoshio, 2003 (letzter Zugriff: 2011/7) // Statue des Benzaiten-Heiligtums mit torii als Kopfputz auf der Schreininsel Chikubushima im Biwa See, eine der „Drei Großen Benten“ Kultstätten Japans.
. 17 Benzaiten mit acht Armen

Im japa­nischen Mittel­alter zeigte Benzaiten nicht nur lieb­liche Züge, sondern trat auch als mächtige und furcht­ein­flößende Gestalt auf. Sie besitzt in dieser Er­schei­nungs­form acht Arme (happi), mit denen sie ganz im Stil einer bud­dhis­tischen Wächtergottheit magische Instru­mente und Waffen hochhält. Während diese ikono­graphische Form bereits im Goldglanz Sutra zu finden ist, kam es in Japan außer­dem zu einer Ver­schmelzung Benzaitens mit einer ein­heimischen Schlangen­gott­heit namens UgajinUgajin 宇賀神 Schlangengottheit, häufig mit Benzai-ten assoziiert . Die aus dieser Ver­schmelzung resul­tierende ikono­graphische Gestalt nennt man auch Uga Benten. Die Gott­heit Ugajin thront hierbei als Schlange mit mensch­lichem Kopf auf dem Haupt der Benten. Auch ein toriitorii 鳥居 Torii, Schreintor; wtl. „Vogelsitz“ PhalluskulteOpfergabenBautenBekannte SchreineFushimi... mehr findet sich un­weiger­lich als Kopfputz der Uga Benten.

Benzaiten // Statue, fukujin; Chikubushima // Bild © Wada Yoshio, 2003 (letzter Zugriff: 2016/9) // Benzaiten mit Schlangengottheit (Ugajin)
Benzaiten // Statue, fukujin; Chikubushima // Bild © Wada Yoshio, 2003 (letzter Zugriff: 2016/9) // Benzaiten mit Schlangengottheit (Ugajin)
. 18. 19 Benzaiten Statuen mit Schlangengottheit (Ugajin) in Chikubushima
Schlangenwächter // Statue; Chikubushima // // Nach agyô/ungyô Schema.
Schlangenwächter // Statue; Chikubushima // // Schlangenwächter im Heiligtum der Benzaiten. Siehe Spezialthema Benzaiten.
. 20. 21 Schlangenwächter in Chikubushima
nach „agyō/ ungyō“ Schema.

Relativ alte Dar­stellun­gen der Benzaiten mit Schlange gibt es z.B. im Benzaiten Heilig­tum von Chikubu­shima, das zu den „Drei Große Benten Japans“ zählt. Das Haupt­heilig­tum (honzonhonzon 本尊 Hauptheiligtum eines Tempels ShikokuFushimiAsakusaSchreineTempel... mehr) dieses Tempels soll Benzaiten sein, doch ist diese Statue ein „ge­heimer Buddha“ und wird nicht her­ge­zeigt. Zu sehen sind dagegen zwei acht­armige Benzaiten Statuen (Happi Benten) mit Ugajin-Schlangen auf dem Kopf (s. Abb. oben).

Auf einem Schrein-Mandala des TenkawaTenkawa Daibenzaiten-sha 天河大弁財天社 Schrein in der Präfektur Nara Schreins aus dem Spät­mittel­alter findet sich Benzaiten selbst als drei­köpfige Schlange dar­ge­stellt. Trotz ihrer furcht­ein­flößenden Er­scheinung deuten die zahl­reichen Glücks­symbole der obigen Ab­bildung darauf hin, dass sie schon damals als Glücks­gott­heit fungierte. Die feminine Grazie der Gott­heit hat sich in dieser Dar­stel­lung auf die Reis­opfer dar­bringen­den Diene­rinnen rund um die Gott­heit übertragen.

Mandala der Benzaiten von Tenkawa (Tenkawa Benzaiten Mandara) // Hängerollbild (Seide) von Shiba Rinken. Muromachi-Zeit, 1546 // Bild © Präfektur Nara (letzter Zugriff: 2010/8) // Das Bild stellt die besonderen Fähigkeiten der Benten des Tenkawa Schreins in der Nähe von Nara dar. Wunschjuwelen (nyoi no tama) symbolisieren die Kraft der Gottheit, die Wünsche der Gläubigen zu erfüllen. Auch Reisopfergaben sind dargestellt. Am unteren Bildrand sieht man außerdem Füchse und eine weiße fuchsschwänzige Frauengestalt (Inari?, Dakiniten?), die mit einem männlichen Gott mit Schlange auf dem Haupt (Uga-jin?) tanzt. Diese Darstellungen deuten auf Verbindungen zwischen dem Benten-Kult von Tenkawa und der Fuchsgottheit Inari hin. An den Bildrändern sind die kindlichen Gehilfen (dōji) der Benzaiten dargestellt.
. 22 Benzai-ten als Schlange
Tenkawa Benzaiten und Begleiter // Hängerollbild (Seide, Farbe). Muromachi-Zeit, 16. Jh.; Taima-dera, Naka no bō; Präf. Nara (heute Nara National Museum); 95,1 x 39,9 cm // Bildquelle: Taima-dera, gokuraku jōdo e no akogare (Ausstellungskatalog). Nara National Museum 2013, Abb. 126, S. 189 // Das Bild stellt die besonderen Fähigkeiten der Benten des Tenkawa Schreins in der Nähe von Nara dar. Benzai-ten hält diverse schutzbringende Gegenstände in ihren acht Händen. Auf ihrem Kopf Ugajin in Schlangengestalt. Im Vordergrund fünfzehn Begleiter, die verschiedene Berufe und deren Produkte verkörpern, sowie ein mit Reisballen beladenes Boot. Neben den Begleitern außerdem eine kleine Figur des Daikoku-ten, mit dunkler Haut. Im Hintergrund der tausendarmige Kannon als „Urform“ (honji) der Benzaiten.
. 23 Benzai-ten als Göttin des Wohlergehens
Die berühmte Benzai-ten des Tenkawa Schreins in zwei Darstellungen aus dem 16. Jh.

Die geläufige Asso­ziation Bentens mit einer Schlange hängt wohl mit dem Wasser zu­sammen. Schon die indische Ahnen­gott­heit der Benzaiten, Sarasvati, ist zu­nächst einmal eine Fluss­gott­heit. Schlangen wiederum sind eben­falls mit dem Wasser ver­bunden. Sie gelten u.a. als Boten des Drachen­königs, der im Meer wohnt, bzw. werden als Drachen im Kind­heits­stadium auf­ge­fasst. Das Element Wasser, das mythische Tier Drache/Schlange und die Gottheit Benzaiten bilden somit eine enge assoziative Ein­heit.

Schlangen sind aber auch Symbol­tiere der Eifer­sucht. Viel­leicht hängt es damit zu­sammen, dass auch Benten diese Eigen­schaft nach­gesagt wird. Jeden­falls heißt es in vielen Benten-Schreinen, dass Männer und Frauen lieber getrennt vor die Gott­heit treten sollen, um nicht ihre Eifer­sucht zu er­regen.

Verweise

Verwandte Themen

Bilderläuterungen

  1. Benzaiten tosa.jpg
    Benzaiten // Hängerollbild, fukujin (Seide) von Tosa Mitsuoki (1617–1691); 118,5 x 60,8cm // Bild © Museum of Fine Arts, Boston (letzter Zugriff: 2016/8) // Benzaiten mit Laute (biwa), auf Felsen im Meer
  2. Benzaiten.jpg
    Benzaiten // Hängerollbild, fukujin (Seide) von Ogawa Haritsu (1663–1747) // Bild © Museum of Fine Arts, Boston (letzter Zugriff: 2016/9/19) // Benzaiten mit biwa-Laute, Mond und Wellen
  3. Benten gakutei.jpg
    Benten // Farbholzschnitt, fukujin (Papier, Farbe) von Yashima Gakutei (1786?–1868); aus der Serie Mitate shichifukujin (Anspielungen auf die Sieben Glücksgötter) // Bild © Museum of Fine Arts, Boston (letzter Zugriff: 2016/8). Julia Bradford Huntington James Fund // Die Serie portraitiert Geishas mit einigen typischen Merkmalen der einzelnen Glücksgötter. Benzaiten ist durch ihre Laute (biwa) repräsentiert.
  4. Benzaiten keisei.jpg
    Benzaiten und Drache // Farbholzschnitt, fukujin (Papier, Farbe) von Aoigaoka Keisei. 1833 // Bild © Museum of Fine Arts, Boston (letzter Zugriff: 2016/9/19) // Benzaiten auf einem Drachen, wie sie dem Krieger und Staatsmann Hōjō Tokimasa erschienen sein soll. Als er im Schrein von Enoshima betete, prophezeihte die Göttin ihm und seiner Familie große Macht, was sich in der Folge bewahrheitete. Soweit eine der Legenden, die die Bedeutung des Schreins nahe der ehemaligen Hauptstadt Kamakura erklären.
  5. Hadaka benten.jpg
    Die berühmte Nackte Benten von Enoshima // Statue, fukujin (Holz). Kamakura-Zeit; Enoshima Jinja; 54 cm // Bild © Wada Yoshio (letzter Zugriff: 2011/7) // Eine der „Drei Großen Benten Japans“. Offiziell heißt diese Statue Myôon Benzaiten, „Benzaiten des Wunderbaren Klanges“. Sie ist zweifellos die bekannteste, aber nicht die einzige Aktdarstellung Bentens (Hadaka Benten).
  6. Benzaiten muromachi.jpg
    Benzaiten, männlich // Hängerollbild, fukujin (Seide, Farbe, Gold). Muromachi-Zeit, 14. Jh.; 135,5 x 57,4 cm // Bild © The British Museum (letzter Zugriff: 2016/9/19) // Benzaiten als (offensichtlich männlicher) Bodhisattva mit feinem Bart. Die Darstellung erinnert stark an Abbildungen von Bodhisattva Kannon in seinem Reinen Land, symbolisiert durch einen Felsen im Meer. Spezifisch für Benzaiten ist jedoch die Laute. Interessant auch der Wasserfall im Hintergrund.
  7. Bentendo daigoji.jpg
    Benten-Halle // Tempelhalle; Daigo-ji, Kyōto // Bild © Tim Wilko, flickr 2009 (letzter Zugriff: 2016/8) // Liegt in der weitläufigen Anlage des Daigo-ji Tempels in Kyōto; hier eine Herbstansicht in klassischer Ahornröte.
  8. Shinobazuike bentendo.jpg
    Benten-Tempel und Schrein // Ueno Park, Tōkyō // Bild © Matsui Fumio, TOKYO VIEWS, flickr 2009 (letzter Zugriff: 2016/8) // Benten-Tempel und Schrein (jingūji) am mit Lotosblumen bedeckten Shinobazu-Teich
  9. Shinobazu bentendo.jpg
    Shinobazu Benten // Ueno Park, Tōkyō // Bild © Fernando Aguiar, flickr 2007 (letzter Zugriff: 2016/9/18) // Shinobazu Benten: Tempel und Schrein (jingūji) en face
  10. Shinobazu eisen.jpg
    Frühlingsansicht der Shinobazu Benten in der Östlichen Hauptstadt (Tōto Shinobazu Benten haru no kei) // Farbholzschnitt, ukiyoe (Papier, Farbe) von Keisai Eisen (1790–1848); aus der Serie Edo meisho (Berühmte Ansichten von Edo), 1848–49; 21,6 x 34,3 cm // Bild © Ukiyo-e Search, John Resig (letzter Zugriff: 2016/9/18) // Panoramaansicht der Benten Anlage im Shinobazu-Teich, der damals noch nicht so stark von Lotosblumen überwuchert war.
  11. Shinobazu hiroshige.jpg
    Der Benten Schrein im Shinobazu-Teich (Shinobazu ike Benten no yashiro) // Farbholzschnitt, ukiyoe (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige (1797–1858); aus der Serie Edo meisho (Berühmte Ansichten von Edo), 1848–49; 21,6 x 34,3 cm // Bild © Museum of Fine Arts, Boston (letzter Zugriff: 2016/9/18). Denman Waldo Ross Collection // Die Anlage am Shinobazu no ike ist auch heute noch intakt, allerdings ist der Teich von Hochhäusern umgeben. Interessanterweise befindet sich das torii, das hier prominent in Erscheinung tritt, nicht mehr an dieser Stelle, wohl weil die Insel sowohl ein buddhistisches als auch shintōistisches Benten-Heiligtum beherbergt.
  12. Bentendo inokashira.jpg
    Der Benzaiten Schrein im Teich von Inokashira im Schnee (Inokashira no ike Benzaiten no yashiro yuki no kei) // Farbholzschnitt, ukiyoe (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige (1797–1858); aus der Serie Meisho setsugekka (Berühmte Ansichten von Schnee, Mond und Blüten), 1844–45; 23,9 x 36 cm // Bild © Museum of Fine Arts, Boston (letzter Zugriff: 2016/9/19). Gift of Adams Collection // Der Inokashira Benzaiten Schrein, heute im westlichen Stadtgebiet Tōkyōs, galt in der Edo-Zeit als Ort besonderer Naturschönheit. Natürlich liegt auch dieser Schrein auf einer kleinen künstlichen Insel.
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    Ansicht von Haneda // Farbholzschnitt, Ukiyoe (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige; aus der Serie Edo kinko hakkei no uchi [Acht Ansichten der Umgebung von Edo], 1837–38 // Bild © The Woodblock Prints of Ando Hiroshige (letzter Zugriff: 2011/7) // Auf einer kleinen Halbinsel in der Bucht von Edo (nahe der Mündung des Tamagawa im Süden des heutigen Tōkyō) ist hier der Eingang zu einer Schreinanlage und ein kleiner Weiler zu sehen. Es handelt sich um den Tamagawa Benten Schrein, den Hiroshige auch in einem späteren Werk verewigt hat. In der einstmals idyllischen Gegend befindet sich heute der Inlandsflughafen Tōkyōs.
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    Votivbilder // Ema; Hetsumiya Schrein, Enoshima // Bild © Bernhard Scheid, 2007 // Das Heiligtum der Benzaiten in Enoshima gilt heute als Schrein für Verliebte. Neben den rosa Herzen finden sich auch Motive von Benten und den Glücksgöttern auf den Bildtafeln (ema).
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    Die Höhlen von Enoshima zur Zeit des Benzaiten Fests (Sōshū Enoshima Benzaiten kaichō mōde hongū iwaya no zu) // Farbholzschnitt, ukiyoe (Papier, Farbe, dreiteilig) von Utagawa Hiroshige (1797–1858) // Bild © MAK-Sammlungsdatenbank, Museum für Angewandte Kunst, Wien (letzter Zugriff: 2013/1) // Die Schreininsel Enoshima mit Berg Fuji im Hintergrund, vom Meer aus gesehen. Auf der Insel findet eben das Fest der Benzaiten statt. Die Höhlen auf der dem Meer zugewandten Seite sind wohl der Ausgangspunkt der mit der Insel verbundenen Legenden.
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    Festtag der Benzaiten von Enoshima (Sōshū Enoshima Benzaiten kaichō sankei gunshū no zu) // Farbholzschnitt, ukiyoe (Papier, Farbe, dreiteilig) von Utagawa Hiroshige (1797–1858). 1851; Enoshima, vom Land aus gesehen; 36,3 x 75,2 cm // Bild © British Museum (letzter Zugriff: 2016/9/6) // Die Insel Enoshima ist über eine Sandbank mit dem Festland verbunden (heute befindet sich hier eine Straße). Anlässlich der Zurschaustellung von Enoshimas Benzaiten Statuen, die in der Edo-Zeit nur einmal in sechs Jahren stattfand, herrscht festliches Gedränge.
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    Achtarmige (Happi) Benzaiten // Statue, fukujin; Schreininsel Chikubushima im Biwa See // Bild © Wada Yoshio, 2003 (letzter Zugriff: 2011/7) // Statue des Benzaiten-Heiligtums mit torii als Kopfputz auf der Schreininsel Chikubushima im Biwa See, eine der „Drei Großen Benten“ Kultstätten Japans.
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    Benzaiten // Statue, fukujin; Chikubushima // Bild © Wada Yoshio, 2003 (letzter Zugriff: 2016/9) // Benzaiten mit Schlangengottheit (Ugajin)
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    Benzaiten // Statue, fukujin; Chikubushima // Bild © Wada Yoshio, 2003 (letzter Zugriff: 2016/9) // Benzaiten mit Schlangengottheit (Ugajin)
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    Schlangenwächter // Statue; Chikubushima // // Nach agyô/ungyô Schema.
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    Schlangenwächter // Statue; Chikubushima // // Schlangenwächter im Heiligtum der Benzaiten. Siehe Spezialthema Benzaiten.
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    Mandala der Benzaiten von Tenkawa (Tenkawa Benzaiten Mandara) // Hängerollbild (Seide) von Shiba Rinken. Muromachi-Zeit, 1546 // Bild © Präfektur Nara (letzter Zugriff: 2010/8) // Das Bild stellt die besonderen Fähigkeiten der Benten des Tenkawa Schreins in der Nähe von Nara dar. Wunschjuwelen (nyoi no tama) symbolisieren die Kraft der Gottheit, die Wünsche der Gläubigen zu erfüllen. Auch Reisopfergaben sind dargestellt. Am unteren Bildrand sieht man außerdem Füchse und eine weiße fuchsschwänzige Frauengestalt (Inari?, Dakiniten?), die mit einem männlichen Gott mit Schlange auf dem Haupt (Uga-jin?) tanzt. Diese Darstellungen deuten auf Verbindungen zwischen dem Benten-Kult von Tenkawa und der Fuchsgottheit Inari hin. An den Bildrändern sind die kindlichen Gehilfen (dōji) der Benzaiten dargestellt.
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    Tenkawa Benzaiten und Begleiter // Hängerollbild (Seide, Farbe). Muromachi-Zeit, 16. Jh.; Taima-dera, Naka no bō; Präf. Nara (heute Nara National Museum); 95,1 x 39,9 cm // Bildquelle: Taima-dera, gokuraku jōdo e no akogare (Ausstellungskatalog). Nara National Museum 2013, Abb. 126, S. 189 // Das Bild stellt die besonderen Fähigkeiten der Benten des Tenkawa Schreins in der Nähe von Nara dar. Benzai-ten hält diverse schutzbringende Gegenstände in ihren acht Händen. Auf ihrem Kopf Ugajin in Schlangengestalt. Im Vordergrund fünfzehn Begleiter, die verschiedene Berufe und deren Produkte verkörpern, sowie ein mit Reisballen beladenes Boot. Neben den Begleitern außerdem eine kleine Figur des Daikoku-ten, mit dunkler Haut. Im Hintergrund der tausendarmige Kannon als „Urform“ (honji) der Benzaiten.

Weiterführende Informationen

  • Catherine Ludvik (2007), Sarasvati: Riverine Goddess of Knowledge. From the Manuscript-Carrying Vina-Player to the Weapon-Wielding Defender of the Dharma. Leiden: Brill.
  • Ugajin, Itō Satoshi (en.)
    Artikel zu Ugajin in der Encyclopedia of Shinto.
  • Chikubushima, Philbert Ono
    Detaillierte Bilderstrecke der Insel Chikubushima.
  • Benzaiten Imaginary in Japan, Mark Schumacher (A-Z Photo Dictionary).
    Besonders ausführliche Einzelseite aus Mark Schumachers empfehlenswertem Web-Lexikon.
Letzte Überprüfung der Linkadressen: Sept. 2016
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Ikonographie 
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„Benzaiten, die Göttin des Wassers, der Musik und der Beredsamkeit.“ In: Bernhard Scheid (Hg.), Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 20.8.2018). URL: https://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Ikonographie/Gluecksgoetter/Benzaiten?oldid=70193