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Bodhidharma: Der erste Patriarch des Zen

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Bodhidharma Der erste Patriarch des Zen

BodhidharmaBodhidharma (skt.) बोधिधर्म legendärer buddh. Mönch aus Indien, in China aktiv; gilt als Begründer des Chan (Zen) Buddhismus, jap. Daruma 達磨 oder Bodaidaruma 菩提達磨; (jap. DarumaDaruma 達磨 Spitzname des Mönchs Bodhidharma; Bezeichnung der daruma-Puppe als Glücksbringer; ), der legendenumwobene Gründer des ChanChan (chin.) jap. Zen, wtl. Meditation; chin. Bez. des Zen Buddhismus; bzw. ZenZen chin. Chan, wtl. Meditation; Zen Buddhismus; Buddhismus, ist ein beliebtes ikonographisches Motiv. In den klassischen Darstellungen wird vor allem seine asketische Strenge und seine Ausdauer bei der Meditation hervorgehoben. Aber auch die Merkmale seiner aus ostasiatischer Sicht „barbarischen“ Herkunft (Indien) werden stets betont: starker Bartwuchs, große runde Augen, exotische Ohrringe, und oft starke Körperbehaarung. Er ist zumeist im Mediationssitz abgebildet, sein rotes Mönchsgewand ist kapuzenartig über den Kopf gezogen und auch seine Arme und Beine sind darunter verborgen. In der klassischen Ikonographie wirkt er vollkommen weltabgewandt.

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Sesshū Tōyō, Huike schneidet seinen Arm ab (Eka danpi zu) (Bild: Kyōto National Museum). Der spätere Zen-Patriarch Huike bietet Bodhidharma seinen abgehackten Arm als Zeichen seiner Ernsthaftigkeit dar.
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Mushō Jōshō, Bodhidharma meditiert in einer Höhle (Bild: Jotenkaku Museum). Bodhidharma bei der Meditation. In der oberen Hälfte befindet sich ein Gedicht.
Frühe Daruma-Darstellungen
Daruma kamakura.jpg
Bodhidharma (Bild: Minneapolis Institute of Art). Der Zen-Patriarch Bodhidharma in einer frühen plastischen Darstellung, in der für ihn typischen Meditationshaltung. Seine exotischen Züge in späteren Darstellungen treten hier nicht hervor. An dieser Plastik lässt sich gut beobachten, dass Holzskulpturen in der Kamakura-Zeit zunächst eine Grundierung aus Stoff erhielten, bevor sie mit Farbe und Blattgold behandelt wurden. Auch die Kristallaugen sind typisch für den aufwändigen realistischen Stil dieser Zeit.
3 Statue, Kamakura-Zeit

Außerdem fallen in der Bodhidharma-Legende einige ausgesprochen grausame Details ins Auge: So soll der spätere Nachfolger Bodhidharmas, HuikeHuike 慧可 487–593; chin. Chan Patriarch; ältere Umschrift: Hui k‘o; , erst dadurch, dass er sich den Arm abhackte, als Schüler Bodhidharmas akzeptiert worden sein. Bodhidharma selbst soll sich seine Augenlider ausgerissen haben, um während der Meditation nicht einzuschlafen — in der Bodhidharma Ikonographie durch hervorquellende Augen verdeutlicht. Die Legende hat immerhin einen versöhnlichen Ausgang: Aus den ausgerissenen Lidern sollen die ersten Teepflanzen hervor gewachsen sein, die ebenfalls den Zweck erfüllen, das Einschlafen während der Meditation zu verhindern.

All dies beruht auf dürren historischen Fakten, denen zufolge Bodhidharma Anfang des sechsten Jahrhunderts von Indien an den chinesischen Hof kam, dort zunächst freundlich aufgenommen wurde, sich aber mit dem Buddhismus-begeisterten Kaiser Liang Wu DiLiang Wu Di (chin.) 梁武帝 464–549; auch: Kaiser Wu, r. 502–549; Gründer der kurzlebigen Liang-Dynastie und bedeutender Förderer des chinesischen Buddhismus; überwarf, weil er ihm ins Gesicht sagte, dass Tempelgründungen keine karmischen Verdienste brächten, wenn sie um des guten Karmas willen vorgenommen werden würden. Er musste daraufhin den Hof verlassen und fand letztendlich in der Region des Berges SongshanSongshan (chin.) 嵩山 Berg Song, Gebirge in Zentralchina, 1500m; zählt trad. zu den fünf heiligen Bergen des Daoismus;; , einem der heiligen Berge Chinas, Exil. Hier befindet sich auch das berühmte Kloster ShaolinShaolin Si (chin.) 少林寺 Ursprungskloster des Shaolin-Ordens am Berg Song; Geburtsstätte des Chan Buddhismus; , wo Bodhidharma im Jahr 527 den buddhistisch-chinesischen Kampfsport begründet haben soll. Während das Kloster bis heute für seine Kampfkünste (Kung-fuKung-fu (chin.) 功夫 wtl. Aufwand, Geschick (etwas durch Anstrengung erreichtes); heutzutage übliche Bezeichnung für die meisten chin. Kampfsportarten; ) bekannt ist, verlagerte sich der Hauptstrang der chinesischen Chan-Tradition allerdings in andere Klöster.

Die Biographie Bodhidharmas reicherte sich bald mit allerlei Legenden an. So soll er — gleich BuddhaBuddha (skt.) बुद्ध „Der Erleuchtete“, jap. butsu (hotoke) 仏 oder Budda 仏陀; — als Prinz geboren worden sein; auf seiner Flucht überquerte er den Yangtse FlussYangtsekiang (chin.) 扬子江 Außerhalb Chinas geläufiger Name des Jangjiang 長江 („langer Fluss“), drittlängster Fluss der Welt; auf einem Schilfhalm, und als er schließlich von übelwollenden Gegnern vergiftet wurde — wieder eine Analogie zu Buddha — täuschte er seinen Tod lediglich vor. Daher fand man in seinem leeren Grab nur einen Schuh, den er als „Beweis“ seiner Auferstehung zurückgelassen hatte.

Vom Asketen zum Glücksgott

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Sensho, Daruma-Portrait (Bild: Waseda Library). Portrait von Bodhidharma, blauäugig, respekteinflößend. Tatsächlich gibt es Quellen, laut denen Bodhidharma blaue Augen gehabt haben soll. Demnach könnte er nicht indischer, sondern zentralasiatischer Herkunft sein.
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Sōami?, Brustbild des Daruma (Hanshin daruma) (Bild: The British Museum). Portrait des indisch-stämmigen Mönchs Bodhidharma.
Bodhidharma mürrisch
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Soga Shōhaku, Daruma-Portrait (Bild: Muian). Portrait des Chan-Patriarchen Bodhidharma.
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Kawanabe Kyōsai, Bodhidharma (Bild: Wikipedia, Wiki). Portrait des Chan-Patriarchen Bodhidharma.
Bodhidharma mit stierem Blick
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Shiba Kōkan, Bodhidharma (Bild: Palace Museum, Taiwan). Portrait des Bodhidharma von Shiba Kōkan. Das bemerkenswerte dieser Darstellung ist die westliche Ölmaltechnik, die zu diesem Zeitpunkt in Japan nur Spezialisten der westlichen Wissenschaften (rangaku) bekannt war. Die aus japanischer Sicht exotische, indische Physiognomie des Mönchs kommt durch diese Technik besonders deutlich zum Ausdruck.
Bodhidharma realistisch
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Hakuin, Daruma . Bodhidharma in der typischen, karikaturhaften Darstellung des Zen-Meisters Hakuin.
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Katsushika Hokusai, Daruma Portrait (Bild: Muian). Entwurf für ein Riesenbild des Bodhidharma, das Hokusai 1817 in Nagoya als Werbeaktion für seine Hokusai Manga anfertigte. Im Bildtext sind die Maße des Plakats angegeben, die umgerechnet eine Fläche von 11 mal 18 Metern ergeben.
Bodhidharma freundlich

In Japan lässt sich über die Jahrhunderte eine deutliche Tendenz vom asketisch-strengen Rollenvorbild, über die Betonung der fremdländischen Merkmale zur Karikatur feststellen. Dies bedeutet aber nicht, dass Bodhidharma in blasphemischer Absicht verunglimpft wurde. Es entspricht vielmehr dem Hang zum Paradox im Zen, dass selbst der ehrwürdige Gründer mit Ironie dargestellt wurde. Im Zuge dieser Entwicklung wurde „Daruma-san“ zu einer Art Glücksgott, der — ähnlich wie HoteiHotei 布袋 Glücksgott; Manifestation von Bodhisattva Maitreya; chin. Budai; — nicht mehr das alleinige Eigentum der Zen-Schule war, sondern mit allerlei populären Vorstellungen in Verbindung gebracht und dementsprechend umgestaltet wurde.

Daruma-Puppe

Die humorvollen Bilder Bodhidharmas verfestigten sich in der darumadaruma だるま Glücksbringer aus Pappmaché, der dem Zen-Patriarchen Daruma (skt. Bodhidharma) nachempfunden ist; -Puppe, die in Form eines Stehaufmännchens (okiagari kobōshiokiagari kobōshi 起き上がり小法師 „Stehauf-Mönchlein“; Spielzeug bestehend aus Pappmaché; , „Stehauf-Mönchlein“) ein beliebter Glücksbringer (engimonoengimono 縁起物 Glücksbringer; ) wurde. Bodhidharmas Entschlossenheit wurde dabei in eine anspornende Symbolik (sich nicht unterkriegen lassen) umgemünzt. Wesentliche Charakteristika dieser Puppe sind die Abwesenheit von Armen und Beinen (was laut Legende infolge unausgesetzter Meditation auch bei Bodhidharma der Fall war) und die rote Farbe, in die diese Puppe ausnahmslos gekleidet ist.1 Darüber hinaus werden die daruma-Glücksbringer zumeist mit Augen ohne Pupillen, also „blind“, verkauft. Die Augen soll man selbst aufmalen und damit einen bestimmten Wunsch verbinden. Noch wirkungsvoller ist es, wenn man diese Aufgabe von einem Mönch machen lässt. Daruma-Figuren werden daher auch oft in Tempeln bei sogenannten daruma-Märkten (daruma ichidaruma ichi 達磨市 spezielle Tempel-Märkte, die daruma-Figuren zum Kauf anbieten; ) verkauft.

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Daruma . daruma-Puppe.
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Daruma-Figur (Bild: El-Branden Brazil, flickr 2007). Eine etwas verwitterte daruma-Figur neben einem Miniaturschrein (hokora). Die Figur hat nur ein Auge bemalt, was bedeutet, dass der an sie gerichtete Wunsch noch nicht in Erfüllung gegangen ist.
Daruma-Puppen als religiöse Opfergaben
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Daruma-Puppen (Bild: Chowitt, flickr 2005). daruma-Puppen als Glücksbringer.
13 Daruma-Markt
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David Bull, Daruma-Puppe (Bild: David Bull). Neujahrskarte mit Daruma-Motiv.
14 Daruma-Neujahrskarte

Die bereits lange andauernde Popularität der daruma-Figur lässt sich unter anderem daran absehen, dass das, was hierzulande als „Schneemann“ bekannt ist, seit der Edo-Zeit den Namen yuki darumayuki daruma 雪達磨 wtl. Schnee-Daruma; Schneemann; (Schnee-Daruma) trägt. Die Ikonographie des strengen Asketen ging bei all dem nie ganz verloren, sondern wurde ironisch überhöht. Ähnlich wie bei den Sieben Glücksgöttern (Shichi FukujinShichi Fukujin 七福神 Sieben Glücksgötter; populäres Ensemble von Glücksgöttern verschiedener Herkunft; ) scheint die kanonisierte Komik der Daruma-Darstellung zu besagen, dass es gut und schön ist, diesen Daruma um weltliche Güter zu bitten, dass es aber hinter dieser Funktion noch andere Dimensionen gibt. Die Ironie schließt also den ernsthaften Glauben an Bodhidharmas asketisches Vermächtnis nicht aus.

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Utagawa Hirokage, Schnee-Daruma (Bild: Museum of Fine Arts, Boston). Das Bild trägt den Titel „Schnee vor den Speicherhallen [der Daimyō]“. Ein Diener hat seine Einkäufe, Fisch und Zwiebel, auf einen frisch errichteten yuki-daruma, einen Schnee-Daruma, gelegt, um sich sein Schuhwerk (geta) zu richten, doch ein Hund ist im Begriff, diese zu stehlen. Yuki-daruma ist noch heute die gängige japanische Bezeichnung für „Schneemann“.
15 Schnee-Daruma
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Utagawa Kuniyoshi, Selbstportrait als Daruma (Bild: Waseda University Library). Dieses Bild ziert das Deckblatt einer illustrierten Reportage über das Große Erdbeben in Edo, 1855 (Ansei 2). Kuniyoshi hat diesem Daruma nicht nur seine eigenen Gesichtszüge verliehen, er versetzt ihn auch aus seiner Höhle in ein von vom Erdbeben zerstörtes Haus. Außerdem erkennt man im Mönchsgewand ein Gesicht mit weit aufgerissenem Maul, das für den Eingeweihten eindeutig das Gesicht eines Welses ist. Es handelt sich also um den Erdbebenwels (namazu), eine legendäre Gestalt, die damals als Verursacher des Erdbebens angesehen und von den ukiyo-e Künstlern halb im Ernst, halb scherzhaft in jedem nur erdenklichen Kontext dargestellt wurde. Das Bild trägt ein Gedicht mit folgendem Inhalt:

Erkenne, auch das ist die „Torlose Schranke“ des Zen:
Wenn alles zusammenfällt, bleibt nichts mehr übrig.

Angesichts der Katastrophe werden die Spekulationen über Erleuchtung und „Nichts“ aus dem Zen Klassiker „Torlose Schranke“ (Mumonkan) hier satirisch auf einen konkreten Nenner gebracht.  
16 Kuniyoshi als Daruma

Daruma als Seuchengott

Die Forschung ist sich heute weitgehend einig, dass die Popularität der daruma-Puppe — wo auch immer ihre Herkunft liegt — mit ihrer Verwendung als Seuchengottheit in Verbindung steht. Insbesondere bei der Bekämpfung der Pocken (hōsō), die Anfang des 19. Jahrhunderts eine große Bedrohung in Japan darstellten, wurde Daruma zu einer Pockengotthei (hōsōgamihōsōgami 疱瘡神 Pockengottheit; hōsōgami können die Pocken selbst versinnbildlichen, werden aber auch als Wirkmacht gegen die Pocken verehrt, sie besitzen also einen krankmachenden und einen heilenden Aspekt; ), von der man sich Schutz vor der Krankheit oder Heilung erhoffte. Die Pocken waren damals vor allem als lebensbedrohliche Kinderkrankheit gefürchtet. Das daruma-Stehaufmännchen wurde zu einem Spielzeug für befallene Kinder, das ihre rasche Genesung vormachen und bewirken sollte.

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Katsushika Hokki, Pockengötter (Bild: Museum of Fine Arts, Boston). Kinderspielzeug auf einem „Rotbild“ (aka-e); diese Bilder galten als Talismane gegen die Pocken, von denen v.a. Kinder betroffen waren. Dargestellt sind Daruma, Kintarō und ein Krieger, wahrscheinlich Minamoto no Tametomo. Die Figuren sind hier als Pockengottheiten (hōsōgami) ausgewiesen.
17 Daruma als hōsōgami
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Daruma als Kinderspielzeug (Bild: Japanese Woodblock Print Collection, UC San Francisco). Spielzeug, das Kinder besonders bei Krankheiten stärken soll, u.a. die daruma-Puppe. Das Bild enthält auch eine Werbung für leichtes Gebäck (karuyaki senbei), die man bei Besuchen von kranken Kindern als Geschenk mitbrachte (Kusuri no hakubutsukan).
18 Kinderspielzeug mit Daruma

In diesem Zusammenhang entstanden auch Talismane zur Bekämpfung der Pocken in Form von Bildern, auf denen Daruma und anderes Spielzeug mit hōsōgami-Charakter dargestellt sind. Sie werden als „Pockenbilder“ (hōsō-ehōsō-e 疱瘡絵 „Pockenbilder“; Bilder zur Abwehr der Pocken; ) oder auch „Rotbilder“ (aka-eaka-e 赤絵 „Rotbilder“; in rot gehaltene Bilder zur Abwehr der Pocken; rot gilt auch als Farbe der Dämonenabwehr (mayoke); unabhängig davon wurden auch Farbholzschnitte der Meiji-Zeit wegen ihrer hervorstechenden Rotfärbung als aka-e bezeichnet; ) bezeichnet, weil sie oft ganz in rot gehalten sind. Die Bilder wurden häufig neben dem Bett kranker Kinder an die Wand geklebt und nach ihrer Genesung wieder entfernt und verbrannt. Die rote Farbe soll die Pocken darstellen und zugleich entkräften. Die Darstellung der Gefahr bannt diese.2 So soll auch die Tatsache, dass die daruma-Puppen zumeist ohne Pupillen, also „blind“, verkauft werden, mit dem negativen Effekt der Pocken auf die Sehkraft in Verbindung stehen.

Hosogami tametomo kuniyoshi.jpg
Utagawa Kuniyoshi, Tametomo und die Pockengötter (Bild: Nippon Design, Blog). Der Held Minamoto no Tametomo schwört die Pockengötter (hōsōgami), u.a. auch daruma, auf den Kampf gegen die Pocken ein.
19 Minamoto Tametomo und die Pockengötter (hōsōgami)

Das obige Bild von Utagawa KuniyoshiUtagawa Kuniyoshi 歌川国芳 1798–1861; Maler und Zeichner. Bekannter Verteter des ukiyo-e-Farbholzschnitts; zeigt, wie der Held Minamoto no TametomoMinamoto no Tametomo 源為朝 1139–1170; auch als Chinzei Hachirō Tametomo bekannt; legendärer Bogenschütze der späten Heian-Zeit aus dem Haus der Minamoto; wurde auf der Halbinsel Izu als Gott verehrt; gilt auch als legendärer Begründer der Herrscherdynastie von Okinawa; , der selbst als eine Art hōsōgami verehrt wurde, die Talismane Treueschwüre ablegen lässt. Ähnliche Motive finden sich häufig im Zusammenhang mit Seuchengottheiten und zeigen, dass man sich bei den um Hilfe angebeteten kamikami Gottheit; im engeren Sinne einheimische oder lokale japanische Gottheit, Schreingottheit (s. jinja), Gottheit des Shintō; nie sicher sein konnte. Wenn sie Macht über eine Krankheit hatten, konnten sie sie auch verursachen.

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Utagawa Kuniyoshi, Daruma als yōkai (Bild: The British Museum). Das Bild entstammt einem Triptychon, auf dem Minamoto no Yorimitsu mit seinen Getreuen von einem Erdspinnerich umgarnt wird. Im Gefolge des Spinnenmonsters befinden sich die hier dargestellten yōkai-Gespenster, befehligt von einem Daruma (Figur in Rot).
20 Daruma als yōkai
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Utagawa Kunisada, Seuchengottheit (Bild: Waseda University Library). Eine Pockengottheit (hōsōgami), hier eine Art Geist mit den Merkmalen eines Pockenkranken. Im Korb auf seinem Rücken erkennt man unter anderem Daruma, der helfen soll, die Pocken zu vertreiben. Derartige Figuren können Krankheiten sowohl hervorbringen als auch tilgen.
21 Hōsōgami mit Daruma im Gepäck

Daher konnten hōsōgami auch zu furchteinflößenden Gestalten werden. Kuniyoshi nahm auch diesen Gedanken auf und stellte Daruma in einem berühmten Triptychon als Anführer einer Horde von Gespenstern (yōkaiyōkai 妖怪 Fabelwesen, Geisterwesen, Gespenster; ) dar. Die Figur ist eindeutig von der daruma-Puppe inspiriert und trägt die kleine Eule als Kopfputz, die sich auch unter den hōsōgami findet. Eine Buchillustration von Utagawa KunisadaUtagawa Kunisada 歌川国貞 1786–1865; Edo-zeitlicher ukiyo-e Meister; aus dieser Zeit zeigt einen hōsōgami, der selbst von der Pockenkrankheit gezeichnet ist. Im Korb auf seinem Rücken kann man wieder die verschiedenen Spielsachen erkennen, die gegen Pocken schützen sollten, unter anderem auch daruma.

Daruma und Dame

Zu den seltsamsten Formen der japanischen Bodhidharma-Ikonographie gehört das immer wiederkehrende Motiv von Daruma und junger Dame, besonders in den ukiyo-eukiyo-e 浮世絵 „Bilder der fließenden Welt“, populäre Farbholzschnitte der Edo-Zeit; der EdoEdo 江戸 Hauptstadt der Tokugawa-Shōgune, heute: Tōkyō; auch: Zeit der Tokugawa-Dynastie, 1600–1867 (= Edo-Zeit);; -Zeit. Die beiden tauschen Kleider, Mädchen nehmen bekannte Posen des Bodhidharma ein und oft entspinnt sich eine zarte erotische Beziehung zwischen dem exotischen Asketen und der Schönen. Sogar shungashunga 春画 wtl. „Frühlingsbilder“; Gemälde und Druckwerke mit expliziten sexuellen Darstellungen; -Motive mit Daruma als Protagonisten sind möglich.

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Suzuki Harunobu, Daruma und Dame im gleichen Boot (Bild: [The British Museum ]). Daruma und Schöne im gleichen Boot: Daruma rasiert sich mit einer Pinzette und benützt dazu sein Spiegelbild im Wasser. Die junge Frau macht den Fährmann.
22 Im gleichen Boot
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Suzuki Harunobu, Daruma mit Geisha (Bild: Museum of Fine Arts, Boston). Junges Mädchen bietet Daruma eine Pfeife zum Rauchen an.
23 Beim Rauchen
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Suzuki Harunobu, Junge Frau als Daruma (Bild: The British Museum). Eine Schöne in der Pose des Bodhidharma, der einer berühmten Legende zufolge den Fluss Yangtse mit Hilfe eines Schilfhalms überquert haben soll. Obwohl nach der Mode der Edo-Zeit gekleidet, spielen auch die rote Farbe der Kleidung und die Kapuzen-artige Kopfbedeckung auf die Figur des Daruma an.
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Ippitsusai Bunchō, Erotische Daruma-Pose . Dieses „Frühlingsbild“ (shunga) parodiert die Legende, nach der Bodhidharma auf einem Schilfhalm den Yangtse Fluss überquert haben soll. Nicht nur wird der Mönch durch eine junge Dame ersetzt, auch der Grashalm wird zu einem phallusförmigen Pilz.
Parodie auf Bodhidharmas Überquerung des Yangtse

Dieses bildliche Motiv korrespondiert mit der Tatsache, dass daruma von der Edo-Zeit bis ins 20. Jahrhundert auch als Anspielung für „Freudenmädchen“ verwendet werden konnte. Daruma onnadaruma onna だるま女 wtl. Daruma-Frau; abschätziger Ausdruck für „Freudenmädchen"; bezog sich im 19. und 20. Jh. zumeist auf illegale, inoffizielle oder billige Formen der Prostitution; nicht zu Verwechseln mit onna daruma; (Daruma-Frau) wurde im 19. und 20. Jahrhundert als abschätziger Ausdruck verwendet und bezog sich zumeist auf illegale, inoffizielle oder billige Formen der Prostitution.3 Der umgekehrte Ausdruck, onna darumaonna daruma 女だるま wtl. Frauen-Daruma; Daruma-Figuren in weiblicher Form, die auch als Glücksbringer (engimono) ausgeführt werden; nicht zu Verwechseln mit daruma onna; (Frauen-Daruma), bezeichnet dagegen daruma-Figuren in weiblicher Form, die auch als engimono ausgeführt werden. Doch können natürlich auch diese Figuren sexuell konnotiert sein.

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Kitagawa Utamaro, Onna Daruma (Bild: Tochigi-shi Kankyō Kyōkai, Tochiga Kuranomachi Museum of Art). Junge Frau im Gewand und der Pose des Bodhidharma. Im beigefügten Gedicht wird die asketische Übung des Bodhidharma, der neun Jahr vor einer Wand sitzend meditiert haben soll, mit dem schweren Los eines Freudenmädchens verglichen. Dieser Vergleich soll auf die berühmte Kurtisane Handaiyu der frühen Edo-Zeit zurückgehen. Sie meinte, wenn Daruma nach neun Jahren Meditation die Erleuchtung erfahren habe, müsste jede Frau wie sie nach spätestens zehn Jahren erleuchtet sein. Dieser Ausspruch soll den Künstler Hanabusa Itchō (1652–1724) zu den ersten Bildern von Daruma und Dame inspiriert haben.
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Utagawa Kuniyoshi, Daruma Shunga (Bild: AK-Antiek). Bodhidarma als Vulva; Verdeutlichung des Slang-Ausdrucks daruma onna (Daruma-Frau) für „billige Prostituierte“
Onna daruma

Die ukiyo-eukiyo-e 浮世絵 „Bilder der fließenden Welt“, populäre Farbholzschnitte der Edo-Zeit; -Künstler ließen sich die vielfältigen erotischen Anspielungen, die mit dem Doppelsinn von Daruma verknüpft waren, natürlich nicht entgehen. Insofern kann jedes Daruma-Bild der Edo-Zeit sowohl buddhistisch als auch sexuell konnotiert sein.

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Baiōken Eishun (Takeda Harunobu), Daruma und Dame (Bild: Hatena Fotolife). Daruma und Dame mit vertauschten Kleidern.
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Tsutsumi Tōgetsu, Daruma als Geisha (Bild: The British Museum). Daruma im Outfit und der typischen Haltung einer hochrangigen Kurtisane, allerdings mit etwas unsicherem Gesichtsausdruck. Der Kimono ist mit hossu-Wedeln, also buddhistischen Ritualgegenständen, verziert. Das Bild trägt eine Inschrift des Edo-zeitlichen Literaten Ōta Nanpō (1749–1823).
Kleidertausch

Eines der obigen Bilder trägt eine Inschrift des Edo-zeitlichen Literaten Ōta NanpōŌta Nanpō 大田南畝 1749–1823; jap. Schriftsteller der Edo-Zeit; (1749–1823), die diesen Doppelsinn in Form einer buddhistisch angehauchten Dialektik ausdrückt.

Die Wahrheit ist die Haut der Lüge, die Lüge ist das Skelett der Wahrheit. Ist man unwissend, kann die Lüge zur Wahrheit werden, ist man erleuchtet, kann auch die Wahrheit eine Lüge sein. YoshiwaraYoshiwara 吉原 Freudenviertel des Edo-zeitlichen Tōkyō; ist Lüge und Wahrheit, ob man auf der Hauptstraße umherirrt oder ob man Yoshiwara gut kennt, bleibt sich gleich. Die Liebesschwüre sind mal Lüge, mal Wahrheit und die Gäste zahlreich wie der Sand am Meer.4

Buddhistische Erleuchtung steht hier für sexuelle Erfüllung und umgekehrt. Kurtisanen und ihre Kunden werden gleichermaßen aufs Korn genommen, die Ambivalenz der Liebesschwüre mit den verschiedenen Ebenen der Wahrheit im Buddhismus verglichen. Mittels dieser Dialektik konnten die Literaten und Intellektuellen der Edo-Zeit im Grunde alles in sein Gegenteil verkehren und bis zur Unkenntlichkeit in einem Reigen von Anspielungen und Wortwitzen auflösen. Wie aber konnte es zur Assoziation von Daruma und Prostituierter überhaupt kommen? Dazu finden sich zwei unterschiedliche Begründungen, die sich jedoch nicht notwendigerweise ausschließen:

  • Zum ersten wird die Bezeichnung daruma-onna mit der Tatsache in Verbindung gebracht, dass die daruma-Puppe als „Stehaufmännchen“ gestaltet ist. Auch wenn man sie seitwärts legt, steht sie gleich wieder auf. Das lässt sich natürlich auch etwas zynisch auf Prostituierte übertragen.
  • Eine andere Erklärung knüpft die Verbindung von Daruma und Dame an eine Anekdote aus der frühen Edo-Zeit. Damals gab es in Edos Freudenviertel Yoshiwara eine berühmte Kurtisane namens Handaiyū, der zu Ohren gekommen war, dass Bodhidharma neun Jahre gegen eine Wand gewendet meditiert habe. Sie aber meinte, dann habe sie ihm etwas voraus, denn sie sitze bereits seit zehn Jahren in der Auslage ihres Bordells in Erwartung von Kunden. Dieser Ausspruch soll den Künstler Hanabusa ItchōHanabusa Itchō 英一蝶 1652–1724; Maler und Literat; wtl. „der glorreiche Schmetterling“; (1652–1724) zu den ersten Bildern von Daruma und Dame inspiriert haben.5

Obwohl manche Bilder von Daruma und Dame eher der sexistischen ersten Erklärung entsprechen, erscheint die Dame gegenüber dem Mönch auf vielen Darstellungen als die souveränere Figur, besonders wenn die beiden Kleider tauschen. Wie unter anderem Neill McFarland hervorgehoben hat, ist der Rollentausch meist mit Unsicherheit oder Verstörung auf Seiten Bodhidharmas verbunden, während die weiblichen Figuren die Gelassenheit und Coolness eines Zen-Meisters ausstrahlen.6

Natürlich lassen sich die Motive von Daruma und Dame auch als satirischer Kommentar zur Lebensweise buddhistischer Mönche der Edo-Zeit zu verstehen. Mönche und Kurtisanen wohnten in Edo-zeitlichen Städten meist Tür an Tür, Freudenviertel und Tempelviertel gingen oft in einander über. Paradigmatisch für diese Struktur ist das Freudenviertel Yoshiwara in Edo, das unmittelbar an den heute noch existierenden AsakusaAsakusa-dera 浅草寺 Tempel in Tōkyō; offizielle (sino-jap.) Lesung: Sensō-ji; -Tempel grenzte. Der genaue Grund für diese Verbindung ist mir nicht bekannt, doch scheinen Tempel so etwas wie Schutzpatrone für die Welt der Gaukler, Schausteller und Bordelle dargestellt zu haben. Die bedrückte Miene Darumas in Gegenwart von Damen scheint auf rührende Weise zu bekennen, dass Mönche dieses Naheverhältnis auch zur Befriedigung eigener (verbotener) sexueller Bedürfnisse ausnützten.

Daruma mimikaki.jpg
Kawanabe Kyōsai, Geisha und Daruma (Bild: Muian). Eine prächtig gekleidete Dame, vielleicht ein Kourtisane, aber mit aufgelöstem Haar, putzt die Ohren des Bodhidharma (in Japan Zeichen zärtlicher Vertrautheit).
30 Daruma beim Ohrenputzen
Kaika no daruma.jpg
Tsukioka Yoshitoshi, Daruma und Geisha (Bild: Waseda University Library). Originaltitel Kaika no daruma (Daruma während der Öffnung); „Öffnung“ meint die Öffnung Japans gegenüber dem Westen. Daruma studiert in vertrauter Zweisamkeit mit einer jungen Dame eine moderne Zeitung. Er trägt eine braune Mönchskutte, während sich die Frau das rote Gewand übergezogen hat, das üblicherweise mit Daruma assoziiert wird. In diesem Bild schwingt sicher auch die Doppelbedeutung des Begriffs Daruma mit, der in der Edo-Zeit auch eine (billige) Prostituierte bezeichnete. Die melancholische Note des Bildes lässt beide, Daruma und Dame, als „Modernisierungsverlierer“ erscheinen.
31 Daruma und Landesöffnung

Die Nahebeziehung von Daruma und Dame ist selbst in der frühen MeijiMeiji 明治 posthumer Name von Kaiser Mutsuhito; nach ihm wird auch die Meiji-Zeit (1868–1912) benannt; -Zeit noch zu finden: In der Darstellung von „Daruma zur Zeit der Landesöffnung“ sind Daruma-Mönch und Daruma-Frau durch ein stilles Einvernehmen mit einander verbunden. Sie blättern verträumt in einer neumodischen (westlich gestalteten) Zeitung und scheinen dabei besseren Zeiten nachzutrauern. Zumindest buddhistische Tempel zählten damals in der Tat zu den „Modernisierungsverlierern“.

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„Bodhidharma: Der erste Patriarch des Zen.“ In: Bernhard Scheid, Religion-in-Japan: Ein digitales Handbuch. Universität Wien, seit 2001

Verweise

Fußnoten

  1. Bernard Faure (2011) sieht darin Hinweise auf einen embryonalen Symbolismus: Er interpretiert Bodhidharma als Sinnbild der Entstehung neuen Lebens und als „Plazenta-Gottheit“, was natürlich über die konfessionellen Grenzen des Buddhismus hinausweist.
  2. S. dazu auch Rotermund 1991.
  3. Nihon kokugo daijiten 8 (2001), S. 1166. Im 19. und frühen 20. Jh. sind auch Ausdrücke wie daruma geisha belegt. Diese bezeichneten jeweils inoffizielle, billige Prostituierte, während daruma-ya oder daruma-yado heimliche Bordelle meinten (ibid., S. 1167–1168).
  4. Übersetzt nach Timothy Clark, The British Museum.
  5. Vgl. u.a. Spencer Museum of Art.
  6. McFarland 1986, S. 173–74.

Internetquellen

  • Daruma aus Mark Schumachers A to Z Photo Dictionary
Letzte Überprüfung der Linkadressen: Jul. 2020

Literatur

Bernard Faure 2011
From Bodhidharma to Daruma: The Hidden Life of a Zen Patriarch.“ Japan Review 23 (2011), S. 45–71.
H. Neill McFarland 1986
Feminine Motifs in Bodhidharma Symbology in Japan.“ Asian Folklore Studies 45 (1986), S. 167–91.
Hartmut Rotermund 1991
Hōsōgami ou la petite vérole aisement. Paris: Maisonneuve & Larose 1991.

Bilder

Quellen und Erläuterungen zu den Bildern auf dieser Seite:

  1. ^ 
    Daruma armoffering.jpg
    Sesshū Tōyō, Huike schneidet seinen Arm ab (Eka danpi zu) (Bild: Kyōto National Museum). Der spätere Zen-Patriarch Huike bietet Bodhidharma seinen abgehackten Arm als Zeichen seiner Ernsthaftigkeit dar.
  2. ^ 
    Daruma shokokuji.jpg
    Mushō Jōshō, Bodhidharma meditiert in einer Höhle (Bild: Jotenkaku Museum). Bodhidharma bei der Meditation. In der oberen Hälfte befindet sich ein Gedicht.
  3. ^ 
    Daruma kamakura.jpg
    Bodhidharma (Bild: Minneapolis Institute of Art). Der Zen-Patriarch Bodhidharma in einer frühen plastischen Darstellung, in der für ihn typischen Meditationshaltung.

    Seine exotischen Züge in späteren Darstellungen treten hier nicht hervor. An dieser Plastik lässt sich gut beobachten, dass Holzskulpturen in der Kamakura-Zeit zunächst eine Grundierung aus Stoff erhielten, bevor sie mit Farbe und Blattgold behandelt wurden. Auch die Kristallaugen sind typisch für den aufwändigen realistischen Stil dieser Zeit.

  4. ^ 
    Daruma2.jpg
    Sensho, Daruma-Portrait (Bild: Waseda Library). Portrait von Bodhidharma, blauäugig, respekteinflößend. Tatsächlich gibt es Quellen, laut denen Bodhidharma blaue Augen gehabt haben soll. Demnach könnte er nicht indischer, sondern zentralasiatischer Herkunft sein.
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    Sōami?, Brustbild des Daruma (Hanshin daruma) (Bild: The British Museum). Portrait des indisch-stämmigen Mönchs Bodhidharma.
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    Soga Shōhaku, Daruma-Portrait (Bild: Muian). Portrait des Chan-Patriarchen Bodhidharma.
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    Kawanabe Kyōsai, Bodhidharma (Bild: Wikipedia, Wiki). Portrait des Chan-Patriarchen Bodhidharma.
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    Shiba Kōkan, Bodhidharma (Bild: Palace Museum, Taiwan). Portrait des Bodhidharma von Shiba Kōkan. Das bemerkenswerte dieser Darstellung ist die westliche Ölmaltechnik, die zu diesem Zeitpunkt in Japan nur Spezialisten der westlichen Wissenschaften (rangaku) bekannt war. Die aus japanischer Sicht exotische, indische Physiognomie des Mönchs kommt durch diese Technik besonders deutlich zum Ausdruck.
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    Hakuin, Daruma . Bodhidharma in der typischen, karikaturhaften Darstellung des Zen-Meisters Hakuin.
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    Katsushika Hokusai, Daruma Portrait (Bild: Muian). Entwurf für ein Riesenbild des Bodhidharma, das Hokusai 1817 in Nagoya als Werbeaktion für seine Hokusai Manga anfertigte. Im Bildtext sind die Maße des Plakats angegeben, die umgerechnet eine Fläche von 11 mal 18 Metern ergeben.
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    Daruma . daruma-Puppe.
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    Daruma-Figur (Bild: El-Branden Brazil, flickr 2007). Eine etwas verwitterte daruma-Figur neben einem Miniaturschrein (hokora). Die Figur hat nur ein Auge bemalt, was bedeutet, dass der an sie gerichtete Wunsch noch nicht in Erfüllung gegangen ist.
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    Daruma-Puppen (Bild: Chowitt, flickr 2005). daruma-Puppen als Glücksbringer.
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    David Bull, Daruma-Puppe (Bild: David Bull). Neujahrskarte mit Daruma-Motiv.
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    Utagawa Hirokage, Schnee-Daruma (Bild: Museum of Fine Arts, Boston). Das Bild trägt den Titel „Schnee vor den Speicherhallen [der Daimyō]“. Ein Diener hat seine Einkäufe, Fisch und Zwiebel, auf einen frisch errichteten yuki-daruma, einen Schnee-Daruma, gelegt, um sich sein Schuhwerk (geta) zu richten, doch ein Hund ist im Begriff, diese zu stehlen. Yuki-daruma ist noch heute die gängige japanische Bezeichnung für „Schneemann“.
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    Utagawa Kuniyoshi, Selbstportrait als Daruma (Bild: Waseda University Library). Dieses Bild ziert das Deckblatt einer illustrierten Reportage über das Große Erdbeben in Edo, 1855 (Ansei 2). Kuniyoshi hat diesem Daruma nicht nur seine eigenen Gesichtszüge verliehen, er versetzt ihn auch aus seiner Höhle in ein von vom Erdbeben zerstörtes Haus. Außerdem erkennt man im Mönchsgewand ein Gesicht mit weit aufgerissenem Maul, das für den Eingeweihten eindeutig das Gesicht eines Welses ist. Es handelt sich also um den Erdbebenwels (namazu), eine legendäre Gestalt, die damals als Verursacher des Erdbebens angesehen und von den ukiyo-e Künstlern halb im Ernst, halb scherzhaft in jedem nur erdenklichen Kontext dargestellt wurde. Das Bild trägt ein Gedicht mit folgendem Inhalt:
    Erkenne, auch das ist die „Torlose Schranke“ des Zen:
    Wenn alles zusammenfällt, bleibt nichts mehr übrig.

    Angesichts der Katastrophe werden die Spekulationen über Erleuchtung und „Nichts“ aus dem Zen Klassiker „Torlose Schranke“ (Mumonkan) hier satirisch auf einen konkreten Nenner gebracht.

     

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    Katsushika Hokki, Pockengötter (Bild: Museum of Fine Arts, Boston). Kinderspielzeug auf einem „Rotbild“ (aka-e); diese Bilder galten als Talismane gegen die Pocken, von denen v.a. Kinder betroffen waren. Dargestellt sind Daruma, Kintarō und ein Krieger, wahrscheinlich Minamoto no Tametomo. Die Figuren sind hier als Pockengottheiten (hōsōgami) ausgewiesen.
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    Daruma als Kinderspielzeug (Bild: Japanese Woodblock Print Collection, UC San Francisco). Spielzeug, das Kinder besonders bei Krankheiten stärken soll, u.a. die daruma-Puppe. Das Bild enthält auch eine Werbung für leichtes Gebäck (karuyaki senbei), die man bei Besuchen von kranken Kindern als Geschenk mitbrachte (Kusuri no hakubutsukan).
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    Utagawa Kuniyoshi, Tametomo und die Pockengötter (Bild: Nippon Design, Blog). Der Held Minamoto no Tametomo schwört die Pockengötter (hōsōgami), u.a. auch daruma, auf den Kampf gegen die Pocken ein.
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    Utagawa Kuniyoshi, Daruma als yōkai (Bild: The British Museum). Das Bild entstammt einem Triptychon, auf dem Minamoto no Yorimitsu mit seinen Getreuen von einem Erdspinnerich umgarnt wird. Im Gefolge des Spinnenmonsters befinden sich die hier dargestellten yōkai-Gespenster, befehligt von einem Daruma (Figur in Rot).
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    Utagawa Kunisada, Seuchengottheit (Bild: Waseda University Library). Eine Pockengottheit (hōsōgami), hier eine Art Geist mit den Merkmalen eines Pockenkranken. Im Korb auf seinem Rücken erkennt man unter anderem Daruma, der helfen soll, die Pocken zu vertreiben. Derartige Figuren können Krankheiten sowohl hervorbringen als auch tilgen.
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    Suzuki Harunobu, Daruma und Dame im gleichen Boot (Bild: [The British Museum ]). Daruma und Schöne im gleichen Boot: Daruma rasiert sich mit einer Pinzette und benützt dazu sein Spiegelbild im Wasser. Die junge Frau macht den Fährmann.
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    Suzuki Harunobu, Daruma mit Geisha (Bild: Museum of Fine Arts, Boston). Junges Mädchen bietet Daruma eine Pfeife zum Rauchen an.
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    Suzuki Harunobu, Junge Frau als Daruma (Bild: The British Museum). Eine Schöne in der Pose des Bodhidharma, der einer berühmten Legende zufolge den Fluss Yangtse mit Hilfe eines Schilfhalms überquert haben soll. Obwohl nach der Mode der Edo-Zeit gekleidet, spielen auch die rote Farbe der Kleidung und die Kapuzen-artige Kopfbedeckung auf die Figur des Daruma an.
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    Ippitsusai Bunchō, Erotische Daruma-Pose . Dieses „Frühlingsbild“ (shunga) parodiert die Legende, nach der Bodhidharma auf einem Schilfhalm den Yangtse Fluss überquert haben soll. Nicht nur wird der Mönch durch eine junge Dame ersetzt, auch der Grashalm wird zu einem phallusförmigen Pilz.
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    Kitagawa Utamaro, Onna Daruma (Bild: Tochigi-shi Kankyō Kyōkai, Tochiga Kuranomachi Museum of Art). Junge Frau im Gewand und der Pose des Bodhidharma. Im beigefügten Gedicht wird die asketische Übung des Bodhidharma, der neun Jahr vor einer Wand sitzend meditiert haben soll, mit dem schweren Los eines Freudenmädchens verglichen. Dieser Vergleich soll auf die berühmte Kurtisane Handaiyu der frühen Edo-Zeit zurückgehen. Sie meinte, wenn Daruma nach neun Jahren Meditation die Erleuchtung erfahren habe, müsste jede Frau wie sie nach spätestens zehn Jahren erleuchtet sein. Dieser Ausspruch soll den Künstler Hanabusa Itchō (1652–1724) zu den ersten Bildern von Daruma und Dame inspiriert haben.
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    Utagawa Kuniyoshi, Daruma Shunga (Bild: AK-Antiek). Bodhidarma als Vulva; Verdeutlichung des Slang-Ausdrucks daruma onna (Daruma-Frau) für „billige Prostituierte“
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    Baiōken Eishun (Takeda Harunobu), Daruma und Dame (Bild: Hatena Fotolife). Daruma und Dame mit vertauschten Kleidern.
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    Tsutsumi Tōgetsu, Daruma als Geisha (Bild: The British Museum). Daruma im Outfit und der typischen Haltung einer hochrangigen Kurtisane, allerdings mit etwas unsicherem Gesichtsausdruck. Der Kimono ist mit hossu-Wedeln, also buddhistischen Ritualgegenständen, verziert. Das Bild trägt eine Inschrift des Edo-zeitlichen Literaten Ōta Nanpō (1749–1823).
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    Kawanabe Kyōsai, Geisha und Daruma (Bild: Muian). Eine prächtig gekleidete Dame, vielleicht ein Kourtisane, aber mit aufgelöstem Haar, putzt die Ohren des Bodhidharma (in Japan Zeichen zärtlicher Vertrautheit).
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    Tsukioka Yoshitoshi, Daruma und Geisha (Bild: Waseda University Library). Originaltitel Kaika no daruma (Daruma während der Öffnung); „Öffnung“ meint die Öffnung Japans gegenüber dem Westen. Daruma studiert in vertrauter Zweisamkeit mit einer jungen Dame eine moderne Zeitung. Er trägt eine braune Mönchskutte, während sich die Frau das rote Gewand übergezogen hat, das üblicherweise mit Daruma assoziiert wird. In diesem Bild schwingt sicher auch die Doppelbedeutung des Begriffs Daruma mit, der in der Edo-Zeit auch eine (billige) Prostituierte bezeichnete. Die melancholische Note des Bildes lässt beide, Daruma und Dame, als „Modernisierungsverlierer“ erscheinen.

Glossar

Namen und Fachbegriffe auf dieser Seite:

  • aka-e 赤絵 ^
    „Rotbilder“; in rot gehaltene Bilder zur Abwehr der Pocken; rot gilt auch als Farbe der Dämonenabwehr (mayoke); unabhängig davon wurden auch Farbholzschnitte der Meiji-Zeit wegen ihrer hervorstechenden Rotfärbung als aka-e bezeichnet
  • Asakusa-dera 浅草寺 ^
    Tempel in Tōkyō; offizielle (sino-jap.) Lesung: Sensō-ji
  • Bodhidharma (skt.) बोधिधर्म ^
    legendärer buddh. Mönch aus Indien, in China aktiv; gilt als Begründer des Chan (Zen) Buddhismus, jap. Daruma 達磨 oder Bodaidaruma 菩提達磨
  • Buddha (skt.) बुद्ध ^
    „Der Erleuchtete“, jap. butsu (hotoke) 仏 oder Budda 仏陀
  • Chan (chin.) ^
    jap. Zen, wtl. Meditation; chin. Bez. des Zen Buddhismus
  • Daruma 達磨 ^
    Spitzname des Mönchs Bodhidharma; Bezeichnung der daruma-Puppe als Glücksbringer
  • daruma だるま ^
    Glücksbringer aus Pappmaché, der dem Zen-Patriarchen Daruma (skt. Bodhidharma) nachempfunden ist
  • daruma ichi 達磨市 ^
    spezielle Tempel-Märkte, die daruma-Figuren zum Kauf anbieten
  • daruma onna だるま女 ^
    wtl. Daruma-Frau; abschätziger Ausdruck für „Freudenmädchen"; bezog sich im 19. und 20. Jh. zumeist auf illegale, inoffizielle oder billige Formen der Prostitution; nicht zu Verwechseln mit onna daruma
  • Edo 江戸 ^
    Hauptstadt der Tokugawa-Shōgune, heute: Tōkyō; auch: Zeit der Tokugawa-Dynastie, 1600–1867 (= Edo-Zeit);
  • engimono 縁起物 ^
    Glücksbringer
  • Hanabusa Itchō 英一蝶 ^
    1652–1724; Maler und Literat; wtl. „der glorreiche Schmetterling“
  • Hotei 布袋 ^
    Glücksgott; Manifestation von Bodhisattva Maitreya; chin. Budai
  • hōsō-e 疱瘡絵 ^
    „Pockenbilder“; Bilder zur Abwehr der Pocken
  • hōsōgami 疱瘡神 ^
    Pockengottheit; hōsōgami können die Pocken selbst versinnbildlichen, werden aber auch als Wirkmacht gegen die Pocken verehrt, sie besitzen also einen krankmachenden und einen heilenden Aspekt
  • Huike 慧可 ^
    487–593; chin. Chan Patriarch; ältere Umschrift: Hui k‘o
  • kami ^
    Gottheit; im engeren Sinne einheimische oder lokale japanische Gottheit, Schreingottheit (s. jinja), Gottheit des Shintō
  • Kung-fu (chin.) 功夫 ^
    wtl. Aufwand, Geschick (etwas durch Anstrengung erreichtes); heutzutage übliche Bezeichnung für die meisten chin. Kampfsportarten
  • Liang Wu Di (chin.) 梁武帝 ^
    464–549; auch: Kaiser Wu, r. 502–549; Gründer der kurzlebigen Liang-Dynastie und bedeutender Förderer des chinesischen Buddhismus
  • Meiji 明治 ^
    posthumer Name von Kaiser Mutsuhito; nach ihm wird auch die Meiji-Zeit (1868–1912) benannt
  • Minamoto no Tametomo 源為朝 ^
    1139–1170; auch als Chinzei Hachirō Tametomo bekannt; legendärer Bogenschütze der späten Heian-Zeit aus dem Haus der Minamoto; wurde auf der Halbinsel Izu als Gott verehrt; gilt auch als legendärer Begründer der Herrscherdynastie von Okinawa
  • okiagari kobōshi 起き上がり小法師 ^
    „Stehauf-Mönchlein“; Spielzeug bestehend aus Pappmaché
  • onna daruma 女だるま ^
    wtl. Frauen-Daruma; Daruma-Figuren in weiblicher Form, die auch als Glücksbringer (engimono) ausgeführt werden; nicht zu Verwechseln mit daruma onna
  • Ōta Nanpō 大田南畝 ^
    1749–1823; jap. Schriftsteller der Edo-Zeit
  • Shaolin Si (chin.) 少林寺 ^
    Ursprungskloster des Shaolin-Ordens am Berg Song; Geburtsstätte des Chan Buddhismus
  • Shichi Fukujin 七福神 ^
    Sieben Glücksgötter; populäres Ensemble von Glücksgöttern verschiedener Herkunft
  • shunga 春画 ^
    wtl. „Frühlingsbilder“; Gemälde und Druckwerke mit expliziten sexuellen Darstellungen
  • Songshan (chin.) 嵩山 ^
    Berg Song, Gebirge in Zentralchina, 1500m; zählt trad. zu den fünf heiligen Bergen des Daoismus;
  • ukiyo-e 浮世絵 ^
    „Bilder der fließenden Welt“, populäre Farbholzschnitte der Edo-Zeit
  • Utagawa Kunisada 歌川国貞 ^
    1786–1865; Edo-zeitlicher ukiyo-e Meister
  • Utagawa Kuniyoshi 歌川国芳 ^
    1798–1861; Maler und Zeichner. Bekannter Verteter des ukiyo-e-Farbholzschnitts
  • Yangtsekiang (chin.) 扬子江 ^
    Außerhalb Chinas geläufiger Name des Jangjiang 長江 („langer Fluss“), drittlängster Fluss der Welt
  • Yoshiwara 吉原 ^
    Freudenviertel des Edo-zeitlichen Tōkyō
  • yōkai 妖怪 ^
    Fabelwesen, Geisterwesen, Gespenster
  • yuki daruma 雪達磨 ^
    wtl. Schnee-Daruma; Schneemann
  • Zen ^
    chin. Chan, wtl. Meditation; Zen Buddhismus