Osore-zan, der ‚Angst Berg‘

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Osore-zan, der ‚Angst Berg‘
Großer Jizō // Statue, bosatsu (Stein); Osore-zan, Aomori-ken // Bild © CheekyT, flickr 2005 (letzter Zugriff: 2016/9/18) // Statue des Jizō (skt. Kshitigarbha) auf einem Hügel aufgetürmter Steinbrocken in der kargen, vulkanischen Landschaft des Osore-zan.
. 1 JIzō, der Herr des Osorezan

Die Bilder auf dieser Seite zeigen den Osore-zanOsore-zan 恐山 „Angst-Berg“; rel. Zentrum in Aomori-ken (Nordjapan), das als Abbild der Totenwelt gilt Itako in Nord-Japan, der als Abbild bzw. als Ein­gang des bud­dhis­tischen Jen­seits gedeutet wird. Zu­sam­men mit Berg HieiHiei-zan 比叡山 Klosterberg Hiei bei Kyōto, traditionelles Zentrum des Tendai Buddhismus HachimanNikkoBekannte TempelBishamon-tenKukai... mehr und Berg KōyaKōya-san 高野山 Klosterberg südl. von Nara; sprituelles Zentrum des Shingon Buddhismus FriedhofPilgerschaftNikkoBekannte TempelBerg Koya... mehr wird er er von manchen zu den „Drei spiri­tuell­sten Orten Japans“ gezählt. Die karge, vulka­nische Land­schaft, die nur von stin­kenden, schwefel­haltigen Quellen durch­zogen wird, verkör­pert den Grenz­bereich zur Unter­welt. Dieser Grenz­bereich ist nach einem weit ver­breiteten Glauben der Ort, wo die Seelen der ver­stor­benen Kinder Steine anhäufen müssen, bis sich Jizō BosatsuJizō 地蔵 wtl. Schatzhaus/Mutterleib der Erde; skr. Kṣitigarbha; populäre Bodhisattva Figur MoencheOpfergabenFushimiShotoku Taishi... mehr ihrer erbarmt. Viele Menschen pilgern hier her, um die Seelen der toten Kinder zu unter­stützen, indem sie selbst Steine an­häufen.

Bodai-ji // Tempeltor, mon; Osore-zan, Aomori-ken // Bild © tsuda, flickr 2004 (letzter Zugriff: 2016/9/6) // Eingang des örtlichen Tempels Bodai-ji (Zweigtempel des nahe gelegenen Entsū-ji) am Osore-zan. Hier sind bereits die typischen Steinhaufen des vulkanischen Geländes zu finden.
. 2 Tempel am Osorezan
Tempelanlage, Osore-zan // Tempelhalle; Osore-zan, Aomori-ken // Bild © Kaizuka Kenichi, 2013 (Flickr) (letzter Zugriff: 2016/9/6) // Panaromablick über die Tempelanlage des Entsū-ji am Osore-zan mit dahinter liegendem Kratersee, dem Usori See.
Steinige Flussbecken (sai no kawara) // Osore-zan // Bild © Manshionyagger, flickr 2005 (letzter Zugriff: 2005/10) // Die Ufer des Kratersees am Osore-zan repräsentieren das Flussbecken der Unterwelt (Sai no Kawara), wo sich die Kinder aufhalten. Daher werden hier die meisten Steine angehäuft. Ein Rabe im Vordergrund sucht nach den Resten eines Speiseopfers.
Jizōs // Statuen, bosatsu (Stein); Osore-zan // Bild © el danimal, flickr 2004 (letzter Zugriff: 2016/9/18) // Überall am Osore-zan gibt es kleine und größere Statuen des Jizō (skt. Kshitigarbha), die stellvertretend für die Kinder mit Kleidung und Spielzeug bedacht werden.
Jizō // Statue, bosatsu (Stein); Osore-zan // Bild © The Faffer, flickr 2005 (letzter Zugriff: 2016/8) // Dank der Verfärbungen des schwefelhaltigen Wassers ist am Osore-zan auch ein „Blutteich“ (chi no ike) vorhanden. In der buddhistischen Hölle ist der Blutteich vor allem für Frauen vorgesehen. Von dort kann sie nur noch Jizō (skt. Kshitigarbha) erretten, der hier in der Mitte des Teichs zu sehen ist.
. 3. 4. 5. 6 Szenen, die an die Unterwelt gemahnen

Der Legende nach geht der örtliche Tempel Entsū-jiEntsū-ji 円通寺 Sōtō-zen Tempel in Mutsu, Präf. Aomori, zuständig für das nahe gelegene religiöse Zentrum Osore-zan („Angst-Berg“) auf den berühmten TendaiTendai-shū 天台宗 Tendai-Schule, chin. Tiantai YamabushiNikkoBekannte TempelBerg KoyaBishamon-ten... mehr-Mönch EnninEnnin 円仁 794–864; Mönch des Tendai Buddhismus, Schüler Saichōs (794–864) zurück. Dieser soll während seiner Studien­reise in China im Traum den Auf­trag erhalten haben, nach Hause zurück­zu­kehren und 30 Tages­reisen nach Norden zu wandern, wo sich ein heiliger Berg befindet. Dort sollte er eine Statue für Jizō schnitzen und den Weg des BuddhaBuddha बुद्ध „Der Erleuchtete“, jap. butsu (hotoke) 仏 oder Budda 仏陀 AlltagAhnenkultFriedhofGorintoShikoku... mehr ver­breiten. Er tat wie ihm geheißen und be­gründete im Jahr 862 am Osore-zan eine Ver­ehrungs­stätte jenes BodhisattvasBodhisattva बोधिसत्त्व „Erleuchtetes Wesen“, jap. bosatsu 菩薩 ShichigosanPhalluskulteMoencheBekannte SchreineKasuga... mehr, der auch als die letzte Rettung der in der Hölle schmach­tenden Seelen gilt.

Windräder // Osore-zan // Bild © Eve Andersson, 2004 (letzter Zugriff: 2016/9/18) // Windräder für verstorbene Kinder am Osore-zan.
Windräder // Osore-zan // Bild © tamipn, flickr 2005 (letzter Zugriff: 2011/7) // Buntes Windrad am Osore-zan für die verstorbenen Kindern.
Szenen auf dem Gelände des „Angstbergs“ // Statuen, bosatsu (Stein); Osore-zan // Bild © yuezhi, flickr 2005 (letzter Zugriff: 2005/10) // Ein Abbild der Unterwelt, wo vermummte Figuren von Jizō Bosatsu (skt. Kshitigarbha) zu unheimlichen Gespenstern zu werden scheinen.
Stupa // Grab (Stein); Osore-zan // Bild © yuezhi, flickr 2005 (letzter Zugriff: 2005/10) // Stupa in stelenartiger Form, rundherum ein weiteres Mal die Raben.
. 7. 8. 9. 10 Devotionalien für Jizō

Verweise

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Bilderläuterungen

  1. Osorezan flickr4.jpg
    Großer Jizō // Statue, bosatsu (Stein); Osore-zan, Aomori-ken // Bild © CheekyT, flickr 2005 (letzter Zugriff: 2016/9/18) // Statue des Jizō (skt. Kshitigarbha) auf einem Hügel aufgetürmter Steinbrocken in der kargen, vulkanischen Landschaft des Osore-zan.
  2. Osorezan flickr3.jpg
    Bodai-ji // Tempeltor, mon; Osore-zan, Aomori-ken // Bild © tsuda, flickr 2004 (letzter Zugriff: 2016/9/6) // Eingang des örtlichen Tempels Bodai-ji (Zweigtempel des nahe gelegenen Entsū-ji) am Osore-zan. Hier sind bereits die typischen Steinhaufen des vulkanischen Geländes zu finden.
  3. Osorezan.jpg
    Tempelanlage, Osore-zan // Tempelhalle; Osore-zan, Aomori-ken // Bild © Kaizuka Kenichi, 2013 (Flickr) (letzter Zugriff: 2016/9/6) // Panaromablick über die Tempelanlage des Entsū-ji am Osore-zan mit dahinter liegendem Kratersee, dem Usori See.
  4. Osorezan flickr8.jpg
    Steinige Flussbecken (sai no kawara) // Osore-zan // Bild © Manshionyagger, flickr 2005 (letzter Zugriff: 2005/10) // Die Ufer des Kratersees am Osore-zan repräsentieren das Flussbecken der Unterwelt (Sai no Kawara), wo sich die Kinder aufhalten. Daher werden hier die meisten Steine angehäuft. Ein Rabe im Vordergrund sucht nach den Resten eines Speiseopfers.
  5. Osorezan flickr5.jpg
    Jizōs // Statuen, bosatsu (Stein); Osore-zan // Bild © el danimal, flickr 2004 (letzter Zugriff: 2016/9/18) // Überall am Osore-zan gibt es kleine und größere Statuen des Jizō (skt. Kshitigarbha), die stellvertretend für die Kinder mit Kleidung und Spielzeug bedacht werden.
  6. Osorezan flickr10.jpg
    Jizō // Statue, bosatsu (Stein); Osore-zan // Bild © The Faffer, flickr 2005 (letzter Zugriff: 2016/8) // Dank der Verfärbungen des schwefelhaltigen Wassers ist am Osore-zan auch ein „Blutteich“ (chi no ike) vorhanden. In der buddhistischen Hölle ist der Blutteich vor allem für Frauen vorgesehen. Von dort kann sie nur noch Jizō (skt. Kshitigarbha) erretten, der hier in der Mitte des Teichs zu sehen ist.
  7. Osorezan 14.jpg
    Windräder // Osore-zan // Bild © Eve Andersson, 2004 (letzter Zugriff: 2016/9/18) // Windräder für verstorbene Kinder am Osore-zan.
  8. Osorezan flickr14.jpg
    Windräder // Osore-zan // Bild © tamipn, flickr 2005 (letzter Zugriff: 2011/7) // Buntes Windrad am Osore-zan für die verstorbenen Kindern.
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    Szenen auf dem Gelände des „Angstbergs“ // Statuen, bosatsu (Stein); Osore-zan // Bild © yuezhi, flickr 2005 (letzter Zugriff: 2005/10) // Ein Abbild der Unterwelt, wo vermummte Figuren von Jizō Bosatsu (skt. Kshitigarbha) zu unheimlichen Gespenstern zu werden scheinen.
  10. Osorezan flickr11.jpg
    Stupa // Grab (Stein); Osore-zan // Bild © yuezhi, flickr 2005 (letzter Zugriff: 2005/10) // Stupa in stelenartiger Form, rundherum ein weiteres Mal die Raben.
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„Osore-zan, der ‚Angst Berg‘.“ In: Bernhard Scheid (Hg.), Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 25.4.2019). URL: https://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Ikonographie/Jizo/Osorezan?oldid=72916