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Kunstwerke aus Altertum und Mittelalter (Künstler vor 1600)
Dieses Web-Handbuch beinhaltet 1776 Illustrationen und Bilddokumente. Die vorliegende Seite enthält Bilder zum Thema „Skulptur, Malerei, Holzschnitt, Druck“. Die Thumb-Images sind mit Bild-Seiten verlinkt, die zusätzliche Informationen (u.a. zu Quelle und Copyright) enthalten und jene Artikelseiten anzeigen, welche das jeweilige Bild benützen.

Werke namentlich bekannter Künstler 68 Bilder

Kublai khan.jpg Anige

Kubilai Khan

Hängerollbild, kakemono (Seide, Tusche, Farbe) von Anige. 1294; National Palace Museum, Taipei; 59,4 x 47 cm
Bildquelle: Wikimedia Commons. (Letzter Zugriff: 2016/8)

Portrait von Kubilai Khan.

Anige Kubilai Khan
Luohan4 guanxiu.jpg Anon. nach Guanxiu

Arhat 4

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Anon. nach Guanxiu (832–912); aus der Serie Sechzehn Arhats; Kōdai-ji; 129,1 x 65,7 cm
Bildquelle: 圖博館. (Letzter Zugriff: 2013/9)

Arhat mit knorrigem Stock, betend. In Mönchstracht auf einem Stuhl aus unbehandelten Holz sitzend. Mit ausgeprägter Nase und starker Körperbehaarung. Nach der angegebenen Quelle — ein taiwanesischer Blog — Arhat 4.

Anon. nach Guanxiu Arhat 4
Luohan8 guanxiu.jpg Anon. nach Guanxiu

Arhat 8

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Anon. nach Guanxiu (832–912); aus der Serie Sechzehn Arhats; Kōdai-ji; 129,1 x 65,7 cm
Bildquelle: 圖博館. (Letzter Zugriff: 2013/9)

Arhat, der sich mit einem Rückenkratzer (in Japan existiert dafür der Ausdruck „Hand des Enkels“) den Rücken kratzt. Nach der angegebenen Quelle (ein taiwanesischer Blog) Arhat 8.

Anon. nach Guanxiu Arhat 8
Ikkyu2.jpg Bokusai

Ikkyū Sōjun

Hängerollbild, kakemono (Papier, Tusche, Farbe) von Bokusai, Detail. Muromachi-Zeit, 15. Jh.; Tōkyō National Museum; 43,7 x 26,1 cm
Bild © e-Museum. (Letzter Zugriff: 2016/8)

Der Dichter und Mönch Ikkyū Sōjun (1394–1481) zählt zu den bekanntesten und exzentrischsten Figuren des japanischen Zen. Aus seiner Zeit (Muromachi-Zeit) existieren zahlreiche Portraits von hochrangigen Mönchen, viele davon äußerst realistisch. Dennoch ist dieses Bild dank seines lebendigen und zugleich bekümmerten Ausdrucks außergewöhnlich. Es spiegelt eine Art von Weltschmerz wider, die auch in Ikkyūs Lyrik zu finden ist.

Bokusai Ikkyū Sōjun
Ad duerer.jpg Dürer

Monogramm Albrecht Dürers

Druck (Papier) von Albrecht Dürer (1471–1528). 1528
Bildquelle: Wilkimedia Commons. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Das berühmte Monogramm Albrecht Dürers, dessen A einem torii ähnelt. Hier auf dem Titelblatt eines Lehrbuchs zu den menschlichen Proportionen. Der volle Titel des Buches lautet: „Hierin sind begriffen vier bücher von menschlicher Proportion, durch Albrechten Dürer von Nürnberg erfunden und beschriben zu nutz allen denen, so zu diser kunst lieb tragen.“ Natürlich ist ein direkter Zusammenhang zwischen Dürers A und dem torii auszuschließen.

Albrecht Dürer Monogramm Albrecht Dürers
Ippen miyajima.jpg En'i (Kopist anon.)

Itsukushima im japanischen Mittelalter

Querbildrolle (Farbe und Tusche auf Papier) von En'i (Kopist anon.), Detail; aus Ippen shonin eden, Bd. 10, 1299; National Diet Library; Höhe: 38cm
Bild © National Diet Library. (Letzter Zugriff: 2014/9/30)

Die Anlage von Itsukushima, mit ausgebauter Seebühne und torii im Wasser, das allerdings noch nicht seitlich stabilisiert ist. Auf einer Bühne findet ein Tanz statt, die Korridore sind voll mit Zusehern. Kopie einer Querbildrolle aus der Kamakura-Zeit, die vom Leben des Wanderpredigers und Begründers der Ji-Schule Ippen handelt. Das Original entstand 1299, der Text stammt von Ippens Schüler Shōkai (1261–1323), die Bilder von einem Malermönch namens En'i.

En'i (Kopist anon.) Itsukushima im japanischen Mittelalter
Honen chionin2.jpg Fujiwara no Tadanobu

Hōnen

Hängerollbild, kakemono von Fujiwara no Tadanobu (1142–1205), Detail. Kamakura-Zeit; Chion-in, Kyōto

Portrait des Mönchs Hōnen (1133–1212), des Begründers der Jōdo-shū.

Fujiwara no Tadanobu Hōnen
Rakan15 kunaicho.jpg Guanxiu

Arhat 15 (Guanxiu)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Guanxiu (832–912); Kaiserliches Hofamt (Kunaichō), Tokyo
Bild © Nihon no bijutsu 234 (1985), S. 6, Abb. 6

Arhat 15 aus einer Serie im Besitz des japanischen Kaiserpalastes, die angeblich von Guanxiu (also aus dem 10. Jh.) stammen soll, jedenfalls aber eine getreue Kopie darstellt. Eine viel spätere Kopie findet sich auf den Steinstelen des Kaisers Qianlong (1764). Laut Takasaki Fujihiko (Nihon no bijutsu 234, S. 39) entstand diese Serie zwischen 880 und 896. Guanxiu fertigte laut einer Inschrift auf Bild 11 die ersten zehn Portraits im Tempel 和安寺 an, wo er auch zum Mönch ausgebildet worden war. Die Serie wurde bald darauf von 景昭 zum Tempel 懐玉山 in 信州 gebracht und dort aufbewahrt.

Guanxiu Arhat 15 (Guanxiu)
Rakan11 kunaicho.jpg Guanxiu

Arhat 11 (Guanxiu)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Guanxiu (832–912); Kaiserliches Hofamt (Kunaichō), Tokyo
Bild © Nihon no bijutsu 234 (1985), S. 6, Abb. 6

Arhat 11 aus einer Serie im Besitz des japanischen Kaiserpalastes, die angeblich von Guanxiu (also aus dem 10. Jh.) stammen soll, jedenfalls aber eine getreue Kopie darstellt. Eine viel spätere Kopie findet sich auf den Steinstelen des Kaisers Qianlong (1764). Laut Takasaki Fujihiko (Nihon no bijutsu 234, S. 39) hinterließ Guanxiu auf diesem Bild eine Inschrift, wonach diese Serie zwischen 880 und 896 entstand. Rakan 11 ist Rahula, der einzige Sohn des historischen Budda. Das Portrait, das gegenüber den anderen der gleichen Serie weniger grotesk wirkt, wird traditionellerweise als Selbstportrait des Künstlers gedeutet.

Guanxiu Arhat 11 (Guanxiu)
Nyoirin jukkansho.jpg Ingen

Kannon mit Wunschjuwel (Nyoirin Kannon)

Buchillustration, bosatsu (Tusche und Farbe auf Papier) von Ingen. Kamakura-Zeit, 14. Jh.; aus Jikkanshō 十巻抄, Bd. 6 „Kannon“; Entsū-ji, Berg Kōya
Bild © Kūkai mandara: Kōbō Daishi to Kōya-san (Katalog), Reihōkan 2006, S. 116, Abb. 41-1

Bodhisattva Kannon auf einem Felsen sitzend und mit sechs Armen, ein Wunscherfüllungsjuwel (nyoi no tama) zur Brust haltend. Die Abbildung geht auf eine relativ frühe Kopie des Jikkanshō 十巻抄 („Abriss in zehn Bänden“) zurück. Dieses älteste japanische Handbuch der buddhistischen Ikonographie stammt aus dem 11. Jahrhundert ist auch unter dem Titel Zuzōshō 図像抄 („Abriss von Skizzen [buddhistischer] Statuen“) bekannt. Hier handelt es sich um eine Kopie durch Ingen 印玄, einen Mönch des Ninna-ji in Kyōto.

Ingen Kannon mit Wunschjuwel
Amida byodoin.jpg Jōchō

Amida

Statue, nyorai (Holz, vergoldet) von Jōchō (?–1057). Heian-Zeit, 1053; „Nationalschatz“; Byōdō-in, südlich von Kyoto; Sitzhöhe 2,78 m

Eine der berühmtesten Amida-Statuen Japans, im Tempel Byōdō-in, der selbst zum Unesco Kulturerbe erklärt wurde. Der Tempel war einst Sommerresidenz der Fujiwara, die am Höhepunkt ihrer Macht auch diese Statue in Auftrag gaben. Zur Zeit ihrer Herstellung waren Zeitgenossen der Ansicht, dass dies die exakte Wiedergabe der wahren Natur eines Buddhas sei. Die Statue besteht (wie die meisten aus dieser Zeit) aus mehreren Holzblöcken, die innen ausgehöhlt wurden (yosegi-Technik). Die Außenseite ist mit einer dicken, mit Hanf verstärkten Lackschicht imprägniert, wodurch die Figur eine beinahe metallische Oberfläche erhält. Jōchō, der diese Statue anfertigte, gilt auch als jener Bildhauer, der die yosegi-Technik perfektionierte und damit die Grundlagen der Kei-Schule schuf. Die Vergoldung wurde 1955 erneuert.

Jōchō Amida
Shinran narahaku.jpg Jōga?

Shinran (1173–1262) in traditioneller Mönchstracht

Hängerollbild, kakemono (Seide, Tusche, Farbe) von Jōga?, Detail. Kamakura-Zeit, 13.-14. Jh.; im Besitz des Jōfuku-ji, Kyōto, heute Nara National Museum; 120,2 x 81,1 cm
Bild © e-kokuhō. (Letzter Zugriff: 2016/9/5)

Shinran trägt hier ein schwarzes kesa, eine Gebetskette und eine zum Schal gefalteten Mönchskapuze (mōsu). Besonders charakteristisch der Stock, der vor Shinrans Füßen liegt.

Jōga? Shinran (1173–1262) in traditioneller Mönchstracht
Kongorikishi todaiji2.jpg Jōkaku, Tankei u.a.

Östlicher Torwächter des Tōdaiji (Un-gyō)

Statue, niō (Holz, urspr. bemalt) von Jōkaku, Tankei u.a.. Kamakura-Zeit, 1203; „Nationalschatz“; Nandaimon, Tōdaiji, Nara; Höhe: 8,43 m

Wächterfigur (niō) des Typs UN-gyō am Nandaimon. Photo vor 1988. Aus der Perspektive dieser Photographie wirkt der Kopf etwas zu groß. Dies wurde jedoch mit Absicht so ausgeführt, da die über acht Meter große Statue auf diese Weise von unten — also vom üblichen Blickpunkt aus — natürlicher wirkt. Man nennt diese Technik Anamorphose. Sie wurde in Japan bei vielen überdimensionalen Statuen angewendet, die für die Betrachtung aus einem nahen, tiefer gelegenen Winkel bestimmt waren. (S. z.B. den Kamakura Daibutsu.)

Jōkaku, Tankei u.a. Östlicher Torwächter des Tōdaiji
Aizen 1256.jpg Kaijō (oder Kaisei)

Aizen Myōō

Statue, myōō (Holz) von Kaijō (oder Kaisei), Detail. Kamakura-Zeit, 1256; Nara National Museum; Höhe: 26,2cm
Bild © e-Museum. (Letzter Zugriff: 2016/8)

Aizen Myōō (skr. Rāgarāja), der Mantrakönig (myōō) der Liebe, mit feuerroter Haut, zu Berge flammendem Haar, Raubtierzähnen, einem dritten Auge und einer Kappe mit Löwenkopf. Die Statue enthält eine Inschrift, laut der der Bildhauer Kaijō die Figur aus einem halbverbrannten Holzpfeiler schnitzte, der ehemals Teil der Halle des Großen Buddha des Tōdai-ji (zerstört 1180, wiedererrichtet ab 1195) gewesen war.

Kaijō (oder Kaisei) Aizen Myōō
Fudo kaikei 2b.jpg Kaikei

Fudō Myōō

Statue, myōō (Holz, bemalt) von Kaikei. Kamakura-Zeit, frühes 13. Jh.; Höhe 53,3 cm
Bild © Metropolitan Museum of Art, New York. (Letzter Zugriff: 2016/9/5)

Fudō von Kaikei oder aus der Werkstatt Kaikeis. Stilistisch eng verwandt mit dem berühmten Fudō des Daigo-ji, der 1203 datiert ist. Besonders auffallend die hervorquellenden Augen, die aus Glas bestehen und innen in die Statue eingelegt wurden.

Kaikei Fudō Myōō
Fudo daigoji detail.jpg Kaikei

Fudō

Statue, myōō (Holz, Farbe) von Kaikei, Detail. 1203; Daigo-ji, Sanbō-in, Kyōto

Fudō Myōō (skt. Acala); man erkennt hier gut den „verbissenen Typ“, der sich fest auf die Unterlippe beißt.

Kaikei Fudō
Fudo kaikei miho.jpg Kaikei

Fudō

Statue, myōō (Holz, Farbe) von Kaikei. Kamakura-Zeit
Bild © Miho Museum of Art. (Letzter Zugriff: 2016/9)

Fudō Myōō (skt. Acala) mit eingelegten Glasaugen.

Kaikei Fudō
Hachiman kaikei.jpg Kaikei

Hachiman in buddhistischer Tracht

Statue, shinzō (Holz, bemalt) von Kaikei. 1201; „Nationalschatz“; Tōdaiji, Nara; 87,1 cm
Bild © Nara National Museum. (Letzter Zugriff: 2006/5)

Die Gottheit Hachiman in Mönchstracht. Wie viele Statuen dieser Zeit ist auch diese Statue hohl. In ihrem Inneren birgt sie eine Liste von Künstlern und Sponsoren versehen, die zu ihrem Entstehen beigetragen haben. Die Statue diente lange als shintai des Tamukeyama Hachiman Schreins (Schutzschrein des Tōdaiji) und wurde nicht hergezeigt, daher ihr fast unnatürlich guter Erhaltungszustand. Das Gesicht ist einerseits extrem realistisch (Gesichtsfalten), andererseits aber streng symmetrisch, was an ältere Darstellungsweisen gemahnt. Obwohl als kami verehrt, wird die buddhistische Natur des Dargestellten durch Symbole wie Lotos-Podest, Nimbus („Heiligenschein“) und Pilgerstab unmissverständlich hervorgehoben. Vorbild dieser Hachiman-Figur war ein Portrait, das von Kūkai stammen soll.

Kaikei Hachiman in buddhistischer Tracht
Fudo daigoji2.jpg Kaikei

Fudō Myōō

Statue, myōō (Holz, Farbe) von Kaikei. 1203; Daigo-ji, Sanbō-in, Kyōto

Fudō Myōō (skt. Acala) mit eingelegten Glasaugen.

Kaikei Fudō Myōō
Hotei masanobu.jpg Kano Masanobu

Hotei

Hängerollbild, fukujin (Papier, Tusche, Farbe) von Kano Masanobu (1434–1530). Muromachi-Zeit; 81,5 x 44,8 cm
Bildquelle: Awakenings, Zen Painting in Medieval Art. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)
The John C. Weber Collection

Ein besonders freundlicher Hotei, dessen Bauch durch seinen Sack ausbalanciert wird. Sein äußeres Erscheinungsbild (gedrungene Statur, dicker Bauch, fleischige Ohrläppchen, ...) ähnelt bereits den Sieben Glücksgöttern (Shichi Fukujin), deren Kombination etwa zur gleichen Zeit (15. oder 16. Jh.) erstmals als Bildmotiv auftaucht.

Kano Masanobu Hotei
Hideyoshi.jpg Kano Mitsunobu

Toyotomi Hideyoshi

Hängerollbild von Kano Mitsunobu (1565–1608), Detail; Uwajima Date Bunka Hozonkai
Bild © Date Museum, Ehime-ken. (Letzter Zugriff: 2016/9/5)

Portrait des Toyotomi Hideyoshi in Staatsrobe aus den Beständen des Daimyō-Hauses Date. Das Bild stammt von Kano Mitsunobu, der als eine Art Hofmaler Hideyoshis fungierte.

Kano Mitsunobu Toyotomi Hideyoshi
Daikoku ebisu 1551.jpg Kano Motonobu

Daikoku und Ebisu

Holzschnitt, fukujin (Papier, Tusche) von Kano Motonobu. 1551
Bild © Museum of Fine Art, Boston. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Ebisu und Daikoku, bereits in klassischer Ausführung.

Kano Motonobu Daikoku und Ebisu
Nanbanbune.jpg Kano Naizen

Schiff der Südlichen Barbaren (nanban-bune)

Wandschirm von Kano Naizen (1570-1616), Detail; 154,5 × 363,2cm
Bild © Kobe City Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Motiv europäischer „Barbaren“ (nanban byōbu).

Kano Naizen Schiff der Südlichen Barbaren
Chogen kopf.jpg Kei-Schule

Shunjōbō Chōgen

Skulptur (Holz, bemalt) von Kei-Schule, Detail. Kamakura-Zeit, 1206; „Nationalschatz“; Shunjō-dō, Tōdaiji, Nara; Höhe: 81,8cm
Bild © John M. Rosenfield, Portraits of Chōgen: The Transformation of Buddhist Art in Early Medieval Japan. Leiden und Boston: Brill, 2011, S. 76.

Portrait des buddhistischen Abts Shunjōbō Chōgen (1121–1206), wahrscheinlich aus 1206, dem Jahr seines Todes mit 85 Jahren. Chōgen bemühte sich energisch um den Wiederaufbau des Tōdaiji und förderte in diesem Zusammenhang auch ganz besonders die Künstler der Kei-Schule (Unkei, Kaikei, u.a.), die dank seiner Unterstützung die japanische Bildhauerkunst zu einem ihrer Höhepunkte führten. Zu diesen Höhepunkten zählt auch das realistische Portrait ihres Mentors, Chōgen. Wie bei anderen Portraitskulpturen auch, besteht der Kopf aus zwei zusammengeleimten, innen ausgehöhlten Holzteilen, die wie ein Flaschenkorken in den Torso der Figur eingefügt sind. Das Holz wurde mit einer dünnen Schicht aus Hanf und weißem Ton grundiert und dann bemalt. Die Bemalung war wahrscheinlich recht einfach und einheitlich gehalten. Wie Rosenfield feststellt, hat sich der realistische Ausdruck des Portraits durch die natürliche Abnützung der Farbschicht verstärkt. Die Augen sind, im Gegensatz zu vielen anderen Skulpturen dieser Zeit, nicht aus Glas, sondern wurden lediglich geschnitzt und bemalt. (Rosenfield 2011, S. 83–85.)

Kei-Schule Shunjōbō Chōgen
Tatsu tnm.jpg Kei-Schule

Göttlicher General (Drache)

Statue, tenbu (Holz, bemalt; Glasaugen) von Kei-Schule, Detail. Kamakura-Zeit; Tokyo National Museum (ehem. Jōruri-ji, Soraku-gun, Kyoto); Körperhöhe 78,2 cm
Bild © eKokuho. (Letzter Zugriff: 2014/1)

Einer von Zwölf Göttlichen Generälen (Jūni Shinshō) des Yakushi Nyorai, üblicherweise als Haira Taishō 波夷羅大將 bezeichnet. Aus seinem zu Berge stehenden Haar ragt ein Drachenkopf (tatsu).

Kei-Schule Göttlicher General (Drache)
Ennogyoja keishun.jpg Keishun

En no Gyōja

Statue (Holz) von Keishun. 1286; im Besitz des Nara National Museums
Bildquelle: Yukawaya. (Letzter Zugriff: 2016/9/19)

En no Gyōja-Statue aus dem 13. Jahrhundert.

Keishun En no Gyōja
Hachiman 1326.jpg Kyōkaku

Hachiman

Statue, shinzō (Holz) von Kyōkaku. 1326; Akane Hachiman-gū, Shimane-ken; 71,6 cm
Bild © Harris, 2001, S. 145

Die Gottheit Hachiman in höfischer Tracht

Kyōkaku Hachiman
Kuya kosho.jpg Kōshō

Kūya Shōnin

Statue (Holz) von Kōshō. 13. Jh.; im Besitz des Rokuharamitsu-ji, Kyōto
Bild © Rokuharamitsu-ji. (Letzter Zugriff: 2016/8)

Kūya (903-72), ein Wanderprediger und Amida-Verehrer des 10.Jhs., beim Intonieren des nenbutsu, das sich in Form von sechs Buddha-Statuen manifestiert. Der Bildhauer stammt aus der Kei-Schule und war ein Sohn des berühmten Unkei.

Kōshō Kūya Shōnin
Kuya closeup.jpg Kōshō

Kūya Shōnin

Statue (Holz) von Kōshō, Detail. 13. Jh.; im Besitz des Rokuharamitsu-ji, Kyōto
Bild © Uncyclopedia, Wiki (jp.). (Letzter Zugriff: 2016/8)

Die sechs Zeichen des nenbutsu (Na-mu-A-mi-da-butsu) verwandeln sich in Kūyas Mund zu einzelnen Buddhas.

Kōshō Kūya Shōnin
Enma china13jh.jpg Lu Xinzhong

Der fünfte Richter, König Yanlou

Hängerollbild, tenbu (Seide) von Lu Xinzhong. China, 13. Jh.; aus der Serie Jūōzu (Bilder der Zehn Könige); „Nationalschatz“; 83,2 x 47 cm
Bild © e-museum, Nara National Museum. (Letzter Zugriff: 2016/8)

Enma in einer chinesischen Abbildung aus dem 13. Jh. aus einer Serie, die alle Zehn Könige darstellt. Im Vordergrund der verräterische Spiegel, davor ein Angeklagter. Außerdem ein rinderköpfiger Höllenknecht und andere Schergen von Enmas Gericht.

Lu Xinzhong Der fünfte Richter, König Yanlou
Daruma shokokuji.jpg Mushō Jōshō

Bodhidharma meditiert in einer Höhle

Malerei (Seide, Farbe) von Mushō Jōshō (1234-1306). Kamakura-Zeit; 107,5 x 54,5 cm
Bild © Jotenkaku Museum. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Bodhidharma bei der Meditation. In der oberen Hälfte befindet sich ein Gedicht.

Mushō Jōshō Bodhidharma meditiert in einer Höhle
Kamatari waseda.jpg Ono no Takamura

Fujiwara no Kamatari

Hängerollbild, kakemono (Papier, Farbe) von Ono no Takamura; 58,5 × 42,3 cm
Bild © Waseda University Library. (Letzter Zugriff: 2016/9)

Laut Bildinschrift handelt es sich um die Kopie einer Portraitzeichnung, die vom Heian-zeitlichen Gelehrten Ono no Takamura (802–853) angefertigt wurde. Im Vordergrund sind die nicht ausgeführten Silhuetten von Kamataris Untergebenen zu erkennen.

Ono no Takamura Fujiwara no Kamatari
Arhat10 ryozen.jpg Ryōzen

Arhat 10 (Longmian-Stil)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Ryōzen. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 113,3 x 85,2 cm
Bild © Freer/Sackler Collection, Smithonian's Museums of Art, Gift of Charles Lang Freer. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat (Panthaka), nur mit einem kesa bekleidet, mit Rauchopfergefäß. Ein Mönchsdiener platziert Blumen vor dem Arhat. (In einer ansonsten identischen Parallelserie ist dieser Arhat mit Arhat 14 vertauscht. S. Komazawa University Library.)

Ryōzen Arhat 10 (Longmian-Stil)
Arhat16 ryozen.jpg Ryōzen

Arhat 16 (Longmian-Stil)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Ryōzen. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 113,3 x 85,2 cm
Bild © Freer/Sackler Collection, Smithonian's Museums of Art, Gift of Charles Lang Freer. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat (Cūda Panthaka) mit Kapuze, in einer Höhle meditierend (Meditationsmudra). Europide Gesichtszüge. Das Motiv erinnert an Darstellungen Bodhidharmas.

Ryōzen Arhat 16 (Longmian-Stil)
Arhat2 ryozen.jpg Ryōzen

Arhat 2 (Longmian-Stil)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Ryōzen. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 113,3 x 85,2 cm
Bild © Freer/Sackler Collection, Smithonian's Museums of Art, Gift of Charles Lang Freer. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat (Kanakavatsa) mit Fliegenwedel (hossu), mit den Fingern schnippend. In Begleitung eines chinesischen weltlichen Würdenträgers.

Ryōzen Arhat 2 (Longmian-Stil)
Arhat15 ryozen.jpg Ryōzen

Arhat 15 (Longmian-Stil)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Ryōzen. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 113,3 x 85,2 cm
Bild © Freer/Sackler Collection, Smithonian's Museums of Art, Gift of Charles Lang Freer. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat (Ajita) auf einem Felsen, mit Edelstein in der Hand. Ein betagter Verehrer in chinesischer Tracht hat ihm den Stein überreicht (oder ist bereit, ihn in Empfang zu nehmen). Im Hintergrund ein Baum.

Ryōzen Arhat 15 (Longmian-Stil)
Arhat12 ryozen.jpg Ryōzen

Arhat 12 (Longmian-Stil)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Ryōzen. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 113,3 x 85,2 cm
Bild © Freer/Sackler Collection, Smithonian's Museums of Art, Gift of Charles Lang Freer. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat (Nāgasena), eine Schriftrolle lesend. Mit dunkler Haut, auch der Diener mit Kraushaar wirkt indisch oder afrikanisch. Im Hintergrund ein Bananenbaum.

Ryōzen Arhat 12 (Longmian-Stil)
Rakan tenneiji.jpg Ryōzen

Arhat 2 (Longmian-Stil)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Ryōzen. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats; Tennei-ji 天寧寺, Fukchiyama-shi, Kyoto; 113,3 x 85,2 cm
Bild © [1], Fukuchiyama-shi no bunkazai. (Letzter Zugriff: 2013/11)

Arhat mit hochgezogenem Bein (Pose der Gelassenheit) auf einem Felsen sitzend; bekommt von einer Gemse eine Blume dargereicht.

Ryōzen Arhat 2 (Longmian-Stil)
Arhat11 ryozen.jpg Ryōzen

Arhat 11 (Longmian-Stil)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Ryōzen. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 113,3 x 85,2 cm
Bild © Freer/Sackler Collection, Smithonian's Museums of Art, Gift of Charles Lang Freer. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat (Rahūla), mit hochgezogenem Bein (Pose der Gelassenheit) auf einem Felsen sitzend; bekommt von einer Gemse (Hirsch?) eine Blume dargereicht. Vom Typus her entspricht dieser Arhat als einziger in dieser Serie einem Han-Chinesen, während er altersmäßig zu den jüngsten zählt.

Ryōzen Arhat 11 (Longmian-Stil)
Arhat5 ryozen.jpg Ryōzen

Arhat 5 (Longmian-Stil)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Ryōzen. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 113,3 x 85,2 cm
Bild © Freer/Sackler Collection, Smithonian's Museums of Art, Gift of Charles Lang Freer. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat (Nakula) als Asket mit Fächer, in Begleitung eines jungen Mönchs. Im Hintergrund Mandarinenten.

Ryōzen Arhat 5 (Longmian-Stil)
Arhat3 ryozen.jpg Ryōzen

Arhat 3 (Longmian-Stil)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Ryōzen. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 113,3 x 85,2 cm
Bild © Freer/Sackler Collection, Smithonian's Museums of Art, Gift of Charles Lang Freer. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat (Kanaka Bharadvāja), mit Gebetskette auf dem Stuhl eines Klosterabts, begleitet von einem dreiäugigen Dämon.

Ryōzen Arhat 3 (Longmian-Stil)
Arhat8 ryozen.jpg Ryōzen

Arhat 8 (Longmian-Stil)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Ryōzen. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 113,3 x 85,2 cm
Bild © Freer/Sackler Collection, Smithonian's Museums of Art, Gift of Charles Lang Freer. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat (Vajraputra) als kräftiger Mann, einen zahmen Drachen streichelnd. Im Hintergrund Wolken.

Ryōzen Arhat 8 (Longmian-Stil)
Arhat9 ryozen.jpg Ryōzen

Arhat 9 (Longmian-Stil)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Ryōzen. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 113,3 x 85,2 cm
Bild © Freer/Sackler Collection, Smithonian's Museums of Art, Gift of Charles Lang Freer. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat Jīvaka, als Klosterabt mit Fliegenwedel (hossu). Bekommt von einer himmlischen Schönheit Pfirsiche (ein daoistisches Symbol der Langlebigkeit) serviert.

Ryōzen Arhat 9 (Longmian-Stil)
Arhat7 ryozen.jpg Ryōzen

Arhat 7 (Longmian-Stil)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Ryōzen. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 113,3 x 85,2 cm
Bild © Freer/Sackler Collection, Smithonian's Museums of Art, Gift of Charles Lang Freer. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat (Kālika) im halben Meditationssitz auf einem Felsen, einen gezähmten Tiger streichelnd. Im Hintergrund eine Kiefer.

Ryōzen Arhat 7 (Longmian-Stil)
Arhat6 ryozen.jpg Ryōzen

Arhat 6 (Longmian-Stil)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Ryōzen. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 113,3 x 85,2 cm
Bild © Freer/Sackler Collection, Smithonian's Museums of Art, Gift of Charles Lang Freer. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat (Bhadra), als greiser Klosterabt mit ringförmiger Gebetskette. Im Hintergrund Blumenvase und Gefäß für Räucherstäbchen. Eine von zwei Figuren der Serie ohne Begleiter.

Ryōzen Arhat 6 (Longmian-Stil)
Tenkawa benzaiten.jpg Shiba Rinken

Mandala der Benzaiten von Tenkawa (Tenkawa Benzaiten Mandara)

Hängerollbild (Seide) von Shiba Rinken. Muromachi-Zeit, 1546
Bild © Präfektur Nara. (Letzter Zugriff: 2010/8)

Das Bild stellt die besonderen Fähigkeiten der Benten des Tenkawa Schreins in der Nähe von Nara dar. Wunschjuwelen (nyoi no tama) symbolisieren die Kraft der Gottheit, die Wünsche der Gläubigen zu erfüllen. Auch Reisopfergaben sind dargestellt. Am unteren Bildrand sieht man außerdem Füchse und eine weiße fuchsschwänzige Frauengestalt (Inari?, Dakiniten?), die mit einem männlichen Gott mit Schlange auf dem Haupt (Uga-jin?) tanzt. Diese Darstellungen deuten auf Verbindungen zwischen dem Benten-Kult von Tenkawa und der Fuchsgottheit Inari hin. An den Bildrändern sind die kindlichen Gehilfen (dōji) der Benzaiten dargestellt.

Shiba Rinken Mandala der Benzaiten von Tenkawa
Tenkawa benzaiten2.jpg Shiba Rinken

Tenkawa Benzaiten Mandara (Detail)

Hängerollbild (Seide) von Shiba Rinken, Detail. 1546
Bild © Präfektur Nara. (Letzter Zugriff: 2010/8)

Das Bild stellt die besonderen Fähigkeiten der Benten des Tenkawa Schreins in der Nähe von Nara dar.

Shiba Rinken Tenkawa Benzaiten Mandara (Detail)
Bishamon hokekyo.jpg Sugawara Mitsushige

Bishamon-ten

Querbildrolle, tenbu (Papier, Farbe, Gold) von Sugawara Mitsushige, Detail; aus Kanzeon bosatsu fumon-bon 観世音菩薩普門品 (Das universelle Tor des Bodhisattva Avalokiteshvara, Kap. 25 des Lotos Sutra), 1257; 24,6 × 934,9 cm
Bild © Metropolitan Museum of Art. (Letzter Zugriff: 2015/9/1)

Bishamon-ten in klassischer Form, mit Pagode und Dreizack, auf einem Dämon stehend. Darstellung aus einer illustrierten Fassung des 25. Kapitels des Lotos Sutra (Hoke-kyō), in dem es um die Vorzüge von Bodhisattva Kannon geht. Obwohl Bishamon-ten zumeist als eigenständige Figur bzw. als Anführer der Vier Himmlischen Könige (Shi-Tennō) auftritt, verrät das Lotos Sutra, dass auch Kannon imstande ist, die Form des Bishamon anzunehmen. Die Identitäten der buddhistischen Wesenheiten sind daher äußerst fließend.

Sugawara Mitsushige Bishamon-ten
Hokekyo 25.jpg Sugawara Mitsushige

Lotos Sutra, Kap. 25

Querbildrolle, nyorai (Papier, Farbe, Gold) von Sugawara Mitsushige, Detail; aus der Serie Myōhō renge-kyō, Kanzeon bosatsu fumon-bon 観世音菩薩普門品 (Das universelle Tor des Bodhisattva Avalokiteshvara), 1257; 24,6 × 934,9 cm
Bild © Metropolitan Museum of Art. (Letzter Zugriff: 2015/9/1)

Eröffnungsszene des 25. Kapitels des Lotos Sutra (Hoke-kyō), in dem es um die Vorzüge von Bodhisattva Kannon geht. Das Kapitel besteht aus einem Dialog zwischen Buddha Shakyamuni (durch Aureole gekennzeichnet) und dem „Bodhisattva Unerschöpfliche Absicht“ (ihm gegenüber am Boden sitzend), in dem die Eigenschaften Kannons als Helfer der notleidenden Lebewesen gepriesen werden. Kannon selbst tritt in dem Kapitel nur am Rande in Erscheinung. Die Illustration entstammt einer reichhaltig bebilderten Schriftrolle aus der Kamakura-Zeit, die lediglich das Kannon-Kapitel des Lotos Sutra enthält und sich vor allem auf die bildliche Darstellung der unzähligen Erscheinungsformen dieses Bodhisattvas konzentriert.

Sugawara Mitsushige Lotos Sutra, Kap. 25
Arhat yuan.jpg Tai Shan 蔡山

Arhat (luohan)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Tai Shan 蔡山. Yuan-Zeit, 14. Jh.; Kongō sanmai-in, Berg Kōya; 113,3 x 53.9cm
Bild © Tokyo National Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat mit knorrigem Bambusstock im halben Meditationssitz, auf einem Felsen. Indische Physignomie. Laut Inschrift wurde das Bild 1346 von Ashikaga Tadayoshi an das Kloster auf Berg Kōya verschenkt. „Wichtiges Kulturgut“.

Tai Shan 蔡山 Arhat
Kasugagongen kenki1.jpg Takashina Takakane

Höllenszenen

Querbildrolle, emakimono (Papier, Farbe) von Takashina Takakane, Detail. Kamakura-Zeit, 1309; aus Kasuga gongen kenki (Wunder der Gottheit des Kasuga Schreins) 6; Kopie aus dem Jahr 1870
Bild © National Diet Library, Tōkyō. (Letzter Zugriff: 2015/11)

Darstellung der Hölle (jigoku) in einer hochwertigen Querbildrolle der Kamakura-Zeit (reproduziert in der frühen Meiji-Zeit). Die vorliegende Episode erzählt von einem Tänzer des Kasuga Schreins, der von der Gottheit davor bewahrt wird, in die Hölle zu gelangen. (Der Verstorbene und die Gottheit sind rechts im Bild zu sehen.) Als Grund gibt die Gottheit die Tugend der kindlichen Pietät an. Die Hölle wird in allen Einzelheiten bildlich dargestellt. Die einzelnen Stationen sind (von rechts nach links): a) Schwarzseil-Hölle (kokujō jigoku 黒縄地獄) mit glühendem Eisenseil, auf dem ein Flammenmeer durchquert werden muss, mit anschließender Verfolgung durch bewaffnete Dämonen; b) Hölle des Zermalmens (shūgō jigoku 衆合地獄): ochsen- und pferdeköpfige Höllenknechte treiben die Sünder zwischen Felsen, wo sie zerquetscht werden; andere werden zwischen Steinplatten, wieder andere in einem Mörser zermalmt; Hölle der Schreie (kyōkan jigoku 叫喚地獄): die Sünder werden in ein brennendes Haus getrieben, in einem Kessel gekocht, und bekommen siedendes Kupfer zu trinken; Große Hölle der Schreie (daikyōkan jigoku 大叫喚地獄): den Sündern wird die Zunge herausgerissen; [nochmals Hölle des Zermalmens:] Schwerterbaum: auf diesem sitzt eine schöne Frau, die die Sünder zu erreichen versuchen und sich dabei an den Schwertern aufschlitzen oder die männlichen Sünder werden auf die Spitze des Baums gesetzt und schlitzen sich beim Hinunterklettern auf. Die Szenen entsprechen den Schilderungen des Ōjō yōshū. (Quelle: Kōbe setsuwa kenkyūkai, Kasuga gongen kenki, 2005, S. 79–80.)

Takashina Takakane Höllenszenen
Senju kannon.jpg Tankei

Tausendarmiger Kannon (Senju Kannon)

Statue, bosatsu von Tankei (1173–1256). 1254; „Nationalschatz“; Sanjūsangen-dō, Kyōto; Höhe: 3,5 m

Hauptstatue des Kannon (skt. Avalokiteshvara; chin. Guanyin) des Tempels Sanjūsangen-dō. Die tausend Arme erklären sich dem Shingon-Mönch Ono Nigai (951–1046) zufolge daraus, dass diese Kannon-Manifestation für alle jene Wesen zuständig ist, die im Reich der Hungergeister wiedergeboren wurden. Diese Wiedergeburt droht jedem, der sich in früheren Leben der Gier schuldig gemacht hat. Ganz offensichtlich gibt es in diesem Bereich für Kannon besonders viel zu tun.

Tankei Tausendarmiger Kannon
Asuka daibutsu.jpg Tori Busshi

Asuka Daibutsu

Statue, nyorai (Bronze) von Tori Busshi. 609; Höhe: 2,75 m
Bild © Kyōto shiseki sansakue. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Mit 2,75m Sitzhöhe erreichte die Statue des Shaka Nyorai (skt. Shakyamuni) für die damalige Zeit kollossale Ausmaße. Der Bildhauer Tori Busshi stammte aus einer koreanischen Einwandererfamilie. Der Stil des Daibutsu ist kontinental geprägt.

Tori Busshi Asuka Daibutsu
Shaka horyuji detail.jpg Tori Busshi

Shaka Nyorai

Statue (Bronze) von Tori Busshi, Detail. Nara-Zeit, 623; Hōryū-ji, Nara
Bild © Yoneda Tasaburo, 1974
Tori Busshi Shaka Nyorai
Shakasanzon horyuji.jpg Tori Busshi (Kuratsukuri no Tori)

Shaka-Dreiergruppe (Shaka sanzon)

Statue, nyorai (Bronze, ehem. vergoldet) von Tori Busshi (Kuratsukuri no Tori). Asuka-Zeit, 623; „Nationalschatz“; im Besitz des Hōryū-ji, Haupthalle; Sitzhöhe der mittleren Statue: 86,4 cm; Gesamthöhe: 382cm

Shaka-Trinität bestehend aus Shaka Nyorai, flankiert von den Bodhisattvas Yakuō und Yakujō, eine damals häufige Kombination. Hauptheiligtum (honzon) des Hōryū-ji. Die Figurengruppe stammt von Tori Busshi, dem gleichen Bildhauer koreanischer Herkunft, der zuvor auch den sog. Asuka Daibutsu schuf. Auch stilistisch zeigen die Figuren noch einen starken Einfluss der damaligen buddhistischen Kunst Chinas und Koreas. An der Rückseite der Aureole ist eine Inschrift angebracht, die nicht nur den Bildhauer nennt, sondern auch den Anlass der Herstellung nennt: Sie wurde 622 in Auftrag gegeben, um damit für die Gesundung des Prinzregenten Shōtoku Taishi zu beten. Als der Prinzregent 622 dennoch starb, wurde die Statue umgewidmet und sollte ihm nun für eine Wiedergeburt im Reinen Land nützlich sein. Forschungen aus jünger Zeit deuten allerdings darauf hin, dass diese Inschrift, ebenso wie die Aureole selbst, erst fünfzig Jahre später angefertigt wurde, um Shōtoku Taishi als Mentor des Buddhismus aufzuwerten.

Tori Busshi (Kuratsukuri no Tori) Shaka-Dreiergruppe
Hyakkiyako.jpg Tosa Mitsunobu

Nächtliche Parade der Geister (Hyakki yakō)

Querbildrolle, yōkai von Tosa Mitsunobu (1434?–1525), Detail
Bild © Ntl. Museum of Japanese History. (Letzter Zugriff: 2010/9)

Die Szene beruht auf dem Glauben an die sogenannten tsukumogami, Geister (yōkai), die aus altem Hausrat (insbesondere bereits hundert Jahre alte Gegenstände) entstanden sind. Die hier abgebildete Parade dieser Geister wurde zum Vorbild für zahllose ähnliche Darstellungen.

Tosa Mitsunobu Nächtliche Parade der Geister
Dojojiengi.jpg Tosa Mitsushige

Dōjō-ji engi emaki

Querbildrolle (Papier, Farbe) von Tosa Mitsushige, Detail. Um 1600; „Besonderes Kulturgut“
Bildquelle: Wakayama Prefectural Museum. (Letzter Zugriff: 2018/8)

Die in eine Schlange verwandelte Kiyo-hime bringt die Glocke, unter der sich ihr Liebhaber versteckt, zum Glühen.
Es handelt sich um eine illustrierte Chronik des Tempels Dōjō-ji, wo sich die Geschichte im Jahr 928 abgespielt haben soll.

Tosa Mitsushige Dōjō-ji engi emaki
Seshin.jpg Unkei

Seshin (Vasubandhu)

Skulptur, rakan (Holz, bemalt) von Unkei (1150?–1223). Kamakura-Zeit, 1208; „Nationalschatz“; Kōfuku-ji, Nara; Höhe: 186cm

Vasubandhu, ein buddhistischer Philosoph des 4. Jhs., gilt zusammen mit seinem Halbbruder Asangha als Begründer der Yogacara Schule, aus der die jap. Hossō Schule hervorging. Die Statuen beider Heiliger wurden von Unkei für den Kōfuku-ji in Nara, der dieser Richtung angehörte, geschaffen.

Unkei Seshin (Vasubandhu)
Mujaku.jpg Unkei

Mujaku (Asangha)

Skulptur, rakan (Holz, bemalt) von Unkei (1150?–1223). Kamakura-Zeit, 1208; „Nationalschatz“; Kōfuku-ji, Nara; Höhe: 193cm

Asangha, ein buddhistischer Philosoph des 4. Jhs., gilt zusammen mit seinem Halbbruder Vasubandhu als Begründer der Yogacara Schule, aus der die jap. Hossō Schule hervorging. Die Statuen beider Heiliger wurden von Unkei für den Kōfuku-ji in Nara, der dieser Richtung angehörte, geschaffen.

Unkei Mujaku (Asangha)
Chiken in2.jpg Unkei

Weisheitsfaust-Mudrā (chiken-in)

Statue, nyorai (Holz, vergoldet) von Unkei (1150–1223), Detail; „Nationalschatz“; Enjō-ji, Präfektur Nara

Geste des Dainichi Nyorai im Kongōkai-Mandala. Gesamtbild.

Unkei Weisheitsfaust-Mudrā
Dainichi unkei.jpg Unkei

Dainichi

Statue, nyorai (Holz, vergoldet, Metallschmuck) von Unkei (ca.1150–1223). Kamakura-Zeit, 1175; „Nationalschatz“; Enjō-ji, Präfektur Nara; Höhe: 98,2 cm
Bildquelle: Rosenfeld 2011, Portraits of Chōgen, pl. 98, S. 137

Eines der frühesten erhaltenen Werke des Meisterbildhauers Unkei. Dargestellt wird Buddha Dainichi mit der mudrā der Weisheit.

Unkei Dainichi
Seitaka doji.jpg Unkei

Seitaka Dōji

Statue, myōō (Holz, Farbe) von Unkei. 1197; „Nationalschatz“
Bild © Kōyasan, Kōya: Kongobuji, 1998. S. 37

Einer von insgesamt acht knabenhaften Begleitern des Fudō Myōō. Die Figur ist dank der realistischen Darstellung des Bildhauers Unkei bekannter als der Fudō, zu dem sie gehört.

Unkei Seitaka Dōji
Kongorikishi todaiji1.jpg Unkei, Kaikei, u.a.

Westlicher Torwächter des Tōdaiji (A-gyō)

Statue, niō (Holz, urspr. bemalt) von Unkei, Kaikei, u.a.. Kamakura-Zeit, 1203; „Nationalschatz“; Nandaimon, Tōdaiji, Nara; Höhe: 8,36 m

Wächterfigur (niō) des Typs A-gyō am Nandaimon. Photo vor 1988.

Unkei, Kaikei, u.a. Westlicher Torwächter des Tōdaiji
Nihonshoki kanekata.jpg Urabe Kanekata

Nihon shoki

Schriftrolle (Tusche auf Papier) von Urabe Kanekata, Detail. Kamakura-Zeit, 1286; „Nationalschatz“; Kyoto National Museum
Bild © e-kokuhō. (Letzter Zugriff: 2016/9/5)

Bei diesem Manuskript handelt es sich um eine der ältesten fragmentarischen Abschriften des Nihon shoki aus dem Jahr 1286 durch den Priester und Hofgelehrten Urabe Kanekata. Neben dem Haupttext finden sich zahlreiche Anmerkungen und Angaben zur Lesung, die auf eine lange Tradition der „Textpflege“ innerhalb der kaiserlichen Hofgelehrten hindeuten.

Urabe Kanekata Nihon shoki
Komainu todaiji.jpg Yi Xingmo

Löwen-Paar

Statuen, shishi (Sandstein) von Yi Xingmo (1160?–1260), Detail. Kamakura-Zeit, um 1200; „Nationalschatz“; Tōdaiji, Nara; Sitzhöhe: 1,6m
Bild © Rosenfield 2011, S. 122, New York
Yi Xingmo Löwen-Paar
Shokannon 13.jpg Zen'en

Shō Kannon

Statue, bosatsu (Holz) von Zen'en (1197–1258). Kamakura-Zeit; Höhe: 106,3 cm
Bild © Cultural Heritage Online. (Letzter Zugriff: 2016/8)

Kannon (auch Kanzeon; skt. Avalokiteshvara; chin. Guanyin) mit abgebrochener Lotosblüte in der Linken Hand.

Zen'en Shō Kannon
Jizo zenen1223-26.jpg Zen'en

Jizō Bosatsu

Statue, bosatsu (Holz) von Zen'en. 1223–26
Bild © Asian Art Outlook. (Letzter Zugriff: 2016/8)
Rockefeller Collection

Jizō (skt. Kshitigarbha) als Knabe in Mönchstracht mit dem Wunscherfüllungsjuwel (nyoi no tama) in seiner linken Hand.

Zen'en Jizō Bosatsu
Daikoku saidaiji2.jpg Zenshun (?)

Daikoku-ten

Statue, fukujin (Holz, bemalt) von Zenshun (?). Kamakura-Zeit; Saidaiji, Nara; heute Nara National Museum; Höhe: 82,7 cm
Bild © Mihotoke no katachi (Ausstellungskatalog), Nara National Museum 2013, Abb. 67, S. 104

Im Inneren dieser Statue des befanden sich Miniaturstatuen von Daikoku und Benzai-ten, Sutrenfragmente und andere religiöse Gegenstände.

Zenshun (?) Daikoku-ten
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Ikonographie
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„Alte Kunst.“ In: Bernhard Scheid (Hg.), Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 14.8.2016). URL: https://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Metalog:Bilder/Alte_Kunst?oldid=65010