Holzschnitte

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Holzschnitte
Dieses Web-Handbuch beinhaltet 1789 Illustrationen und Bilddokumente. Die vorliegende Seite enthält Bilder zum Thema „Holzschnitt“. Die Thumb-Images sind mit Bild-Seiten verlinkt, die zusätzliche Informationen (u.a. zu Quelle und Copyright) enthalten und jene Artikelseiten anzeigen, welche das jeweilige Bild benützen.

Werke namentlich bekannter Künstler 165 Bilder  + anonyme Werke

Raigo ginko.jpg Adachi Ginko Raigō.
Farbholzschnitt, ukiyoe (Papier, Farbe) von Adachi Ginko. 1896
Bildquelle: ukiyo-e, (Artelino). (Letzter Zugriff: 2016/8).

Vor einem esoterischen Goma-Altar, eine vajra-Glocke in der Hand, bereitet Raigō seine Rache vor.

Adachi Ginko Raigō
Benzaiten keisei.jpg Aoigaoka Keisei Benzaiten und Drache.
Farbholzschnitt, fukujin (Papier, Farbe) von Aoigaoka Keisei. 1833
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/9/19).

Benzaiten auf einem Drachen, wie sie dem Krieger und Staatsmann Hōjō Tokimasa erschienen sein soll. Als er im Schrein von Enoshima betete, prophezeihte die Göttin ihm und seiner Familie große Macht, was sich in der Folge bewahrheitete. Soweit eine der Legenden, die die Bedeutung des Schreins nahe der ehemaligen Hauptstadt Kamakura erklären.

Aoigaoka Keisei Benzaiten und Drache
Daruma3.jpg Bull Daruma-Puppe.
Farbholzschnitt, ukiyoe von David Bull. 1999, Small Print Collection; 11 x 15cm
Bild © David Bull. (Letzter Zugriff: 2016/9/19).

Neujahrskarte mit Daruma-Motiv.

David Bull Daruma-Puppe
Tamamo chikanobu.jpg Chikanobu Die Enttarnung der Tamamo no Mae.
Holzschnitt (Papier, Farbe) von Chikanobu. 1886
Bild © National Diet Library. (Letzter Zugriff: 2009/5).

Enttarnung der Tamamo no Mae durch den Priester Abe no Yasunari. Im oberen Bildteil sieht man sie als neunschwänzigen Fuchs, verfolgt von den tapfersten Bogenschützen des Landes.

Chikanobu Die Enttarnung der Tamamo no Mae
Tokaido1860.jpg Gountei Sadahide, e.a. Parade entlang des Tōkaidō als Sugoroku-Spiel (Tōkaidō gyōretsu sugoroku).
Farbholzschnitt, sugoroku-e (Papier, Farbe) von Gountei Sadahide, e.a.. 1860
Bild © Japanese Historical Maps. (Letzter Zugriff: 2016/9/19).

Gesamtschau der Parade der Daimyō entlang der berühmten Tōkaidō Route von Edo nach Kyōto im Stil des Gänschen-Spiels (sugoroku). Im Vordergrund rechts Edo, erkennbar an der Nihonbashi Brücke und der Burg des Shōguns, dahinter der Fuji, im Hintergrund der Biwa See und ganz links oben Kyōto.

Gountei Sadahide, e.a. Parade entlang des Tōkaidō als Sugoroku-Spiel
Meiji kenpo happu.jpg Hashimoto Chikanobu Verkündigung der Meiji Verfassung.
Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Hashimoto Chikanobu (1838–1912). Meiji-Zeit, 1889
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)
Jean S. and Frederic A. Sharf Collection.

Kaiser Meiji (re.) verkündet die Verfassung, 1889. (S.a. Bild:meiji_constitution_1889.jpg.)

Hashimoto Chikanobu Verkündigung der Meiji Verfassung
Gion edo.jpg Hayami Shungyōsai Gion Fest.
Buchillustration von Hayami Shungyōsai (1767–1823); aus Nenjū gyōji taisei (Lexikon der jahreszeitlichen Feste), 1806
Bild © Waseda University Library. (Letzter Zugriff: 2016/4/12).

Prozession der Schauwagen beim Gion Matsuri in Kyōto aus der Edo-Zeit. Die Schauwagen sehen ihren heutigen Nachfahren recht ähnlich, als Datum des Umzugs ist hier jedoch der 7. Tag des 6. Monats angegeben.

Hayami Shungyōsai Gion Fest
Kyoto 1710.jpg Hayashi Yoshinaga Stadtplan Kyōto, 1710.
Farbholzschnitt von Hayashi Yoshinaga. Edo-Zeit; aus Shinpan zōho kyō ezu, shinchi iri (Neuer Gesamtplan der Hauptstadt, inklusive der neuen Gebiete), 1710; 95 x 65cm
Bild © David Rumsey Map Collection. (Letzter Zugriff: 2016/9/18).

Auf dieser historischen Karte Kyōtos sind die religiösen Anlagen durch rote Unterstreichungen hervorgehoben und teilweise durch kleine Graphiken repräsentiert. Daran erkennt man, dass die Stadt von einem Ring aus Tempeln und Schreinen umgeben ist. Innerhalb des Stadtgebiets gibt es zwar ausgedehnte Anlagen für Prunkbauten, doch sind sie nicht rot hervorgehoben: Es handelt sich um die Paläste für Tennō und Shōgun. Die bedeutendsten religiösen Anlagen sind an den Berghängen zu finden. Insbesondere entlang der östlichen Bergkette der Stadt (Higashiyama) ist die Konzentration von Tempeln besonders hoch. Im Südosten der Stadt befanden sich traditionellerweise auch die Friedhöfe. Eine Besonderheit dieser Karte besteht darin, dass auch verhältnismäßig weit entfernte religiöse Anlagen verzeichnet sind. Die Karte muss daher wie ein Froschaugenbild gelesen werden, an dessen Rand sich die Abstände extrem verkürzen. Die Proportionen innerhalb des Stadtgebiets sind dagegen realistisch. Das gleiche Schema findet sich auch auf anderen vormodernen Karten der Stadt.

Hayashi Yoshinaga Stadtplan Kyōto, 1710
Daruma shunga.jpg Ippitsusai Bunchō Erotische Daruma-Pose.
Farbholzschnitt, shunga (Papier, Farbe) von Ippitsusai Bunchō. 18. Jh..

Dieses „Frühlingsbild“ (shunga) parodiert die Legende, nach der Bodhidharma auf einem Schilfhalm den Yangtse Fluss überquert haben soll. Nicht nur wird der Mönch durch eine junge Dame ersetzt, auch der Grashalm wird zu einem phallusförmigen Pilz.

Ippitsusai Bunchō Erotische Daruma-Pose
Daikoku ebisu 1551.jpg Kano Motonobu Daikoku und Ebisu.
Holzschnitt, fukujin (Papier, Tusche) von Kano Motonobu. 1551
Bild © Museum of Fine Art, Boston. (Letzter Zugriff: 2011/7).

Ebisu und Daikoku, bereits in klassischer Ausführung.

Kano Motonobu Daikoku und Ebisu
Hosogami.jpg Katsushika Hokki Pockengötter.
Farbholzschnitt, aka-e (Papier) von Katsushika Hokki. Edo-Zeit, frühes 19. Jh.; 34,8 x 22,6 cm
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/9/5).

Kinderspielzeug auf einem „Rotbild“ (aka-e); diese Bilder galten als Talismane gegen die Pocken, von denen v.a. Kinder betroffen waren. Dargestellt sind Daruma, Kintarō und ein Krieger, wahrscheinlich Minamoto no Tametomo. Die Figuren sind hier als Pockengottheiten (hōsōgami) ausgewiesen.

Katsushika Hokki Pockengötter
Ikenie hokusai.jpg Katsushika Hokusai Menschenopfer (ikenie).
Buchillustration (Papier) von Katsushika Hokusai, Detail; aus Ehon hayabiki, 1817
Bild © British Museum. (Letzter Zugriff: 2017/11/11).

Inmitten einer Anzahl von Skizzen, assoziiert mit dem Buchstaben „i“ findet sich bei Hokusai auch das Wort ikenie (Lebendopfer), das Hokusai als blutiges Opfer einer jungen Frau durch einen Shintō-Priester imaginiert.

Katsushika Hokusai Menschenopfer (ikenie)
Hokusai okiku.jpg Katsushika Hokusai Okiku, das Tellergespenst.
Farbholzschnitt (nishiki-e), yūrei (Papier, Farbe) von Katsushika Hokusai (1760–1849); aus der Serie Hyaku monogatari (Hundert Geschichten), 1831–32
Bildquelle: Museum of fine Art Boston. (Letzter Zugriff: 2016/8).

Der Rauch, der dem Mund der Okiku entweicht, soll wohl das Zählen der Teller symbolisieren. Okiku ist nämlich auch als Geist beständig auf der Suche nach einem Teller, den ihr Herr in der bösen Absicht versteckt hat, sie bei der Herrin anzuschwärzen. Jede Nacht entsteigt sie dem Brunnen, in dem sie schlussendlich ertränkt wurde, um die Teller noch einmal nachzuzählen.

Katsushika Hokusai Okiku, das Tellergespenst
Tamamo hokusai.jpg Katsushika Hokusai Füchsin mit weißem Gesicht und neun Schwänzen.
Farbholzschnitt, kitsune (Papier, Farbe) von Katsushika Hokusai, Detail. Edo-Zeit, um 1810; aus der Serie Sangoku yōko-den (Fuchsgeschichten aus drei Ländern), 1807
Bild © Tōkyō National Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/6).

Ein neunschwänziger Fuchs als Personifikation einer übelwollenden Dämonin stürzt ein ganzes Reich ins Chaos: Es handelt sich um Kayō Fujin — eine frühere Existenz der Füchsin Tamamo no Mae— die hier als „goldener Fuchs mit weißem Gesicht und neun Schwänzen“ in einer Wolke aus schwarzem Rauch erscheint.

Katsushika Hokusai Füchsin mit weißem Gesicht und neun Schwänzen
Hokusai oiwa.jpg Katsushika Hokusai Lampiongespenst Oiwa.
Farbholzschnitt (nishiki-e), yūrei (Papier, Farbe) von Katsushika Hokusai (1760–1849); aus der Serie Hyaku monogatari (Hundert Geschichten), 1830; 25,5 x 18,5 cm
Bild © Rijksmuseum, Amsterdam (AK-MAK-930). (Letzter Zugriff: 2016/9/18).

Im zerschlissenen Lampion eines Friedhofs erscheint der Totengeist (yūrei) der ruchlos ermordeten Oiwa.

Katsushika Hokusai Lampiongespenst Oiwa
Hokusai koheiji.jpg Katsushika Hokusai Totengeist des Kohada Koheiji.
Farbholzschnitt (nishiki-e), yūrei (Papier, Farbe) von Katsushika Hokusai (1760–1849); aus der Serie Hyaku monogatari (Hundert Geschichten), 1831–32; 26,5 x 19 cm
Bildquelle: Museum of Fine Art, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/9/6)
William Sturgis Bigelow Collection.

Das Gespenst des ermordeten Kohada Koheiji grinst über den Rand eines Moskitonetzes.

Katsushika Hokusai Totengeist des Kohada Koheiji
Kaminarimon hokusai.jpg Katsushika Hokusai Kaminari-mon (Asakusa Kinryūzan Raijinmon no zu).
Farbholzschnitt (Farbe, Papier) von Katsushika Hokusai (1760–1849); aus der Serie Shinpan uki-e (Bilder aus neuer Perspektive), 1790er Jahre; 25.3 x 37 cm
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/8)
William Sturgis Bigelow Collection.

Das Kaminari-mon ist hier ohne Lampion zu sehen, dafür sind die beiden Wächtergötter umso präsenter. Die Bauart des Tors stimmt mit der heutigen Form weitgehend überein, allerdings scheinen die Proportionen ein wenig anders zu sein. Das Bild entstammt einer frühen Periode von Hokusai, in der er mit westlicher Perspektivdarstellung experimentierte.

Katsushika Hokusai Kaminari-mon Das Donnergott-Tor des Kinryūzan-Tempels in Asakusa
Okuninushi hokusai.jpg Katsushika Hokusai Ōkuninushi und der weiße Hase von Inaba.
Farbholzschnitt (surimono), fukujin (Papier, Farbe) von Katsushika Hokusai (1760–1849); 20,7 x 18,5 cm
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/8)
William S. and John T. Spaulding Collection.

Ōkuninushi heilt den Hasen von Inaba, dem Meeresungeheuer (wani) das Fell abgezogen haben. Hokusai interpretiert Ōkuninushi als Daikoku und die wani als Krokodile.

Katsushika Hokusai Ōkuninushi und der weiße Hase von Inaba
Hokusai hannya.jpg Katsushika Hokusai Lachende Hannya (Warai hannya).
Farbholzschnitt, oni (Papier, Farbe) von Katsushika Hokusai (1760–1849); aus der Serie Hyaku monogatari („Hundert Geschichten“), 1831–32
Bild © Tokyo National Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/19).

Portrait einer menschenfressenden Dämonin (hannya), die eben einen Säugling verspeist.

Katsushika Hokusai Lachende Hannya
Wagojin hokusai.jpg Katsushika Hokusai Götter der Harmonie (wagōjin).
Buchillustration (Papier, Farbe) von Katsushika Hokusai; aus Manpuku wagōjin (Götter der Harmonie des mannigfachen Glücks), 1821
Bild © Nichibunken. (Letzter Zugriff: 2015/7).

Coverillustration einer Sammlung erotischer Bilder (shunga) von Hokusai. Der Text besagt in etwa: „Harmonie erzeugt alles Glück, Berührung versöhnt Yang und Yin (Mann und Frau).“ Wagō-jin sind eigentlich chinesische Glücksgötter, die üblicherweise als männliches Zwillingspaar auftreten und für Glück und Reichtum stehen. Auch im Japan der Edo-Zeit waren sie weitläufig bekannt. Hokusai aber kombiniert die Wagō-jin mit der Ikonographie der Wegegötter (dōsojin) und münzt Reichtum in sexuelle Zufriedenheit um.

Katsushika Hokusai Götter der Harmonie
Schlange hokusai.jpg Katsushika Hokusai Obsession (shūnen).
Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Katsushika Hokusai (1790–1849). Edo-Zeit; aus der Serie Hyaku monogatari (Hundert Geschichten)]], 1831–1832; 25,9 x 18,4 cm
Bild © Museum of Fine Arts, Moston. (Letzter Zugriff: 2016/9/6).

Eine Schlange (hebi) windet sich um ein Totentäfelchen (ihai). Die Stoffmuster wiederholen die Muster der Schlangenhaut.

Katsushika Hokusai Obsession
Akiba tengu kyosai.jpg Kawanabe Kyōsai Langnasen- und Krähen-Tengu.
Farbholzschnitt, yōkai (Papier, Farbe) von Kawanabe Kyōsai (1831–1889), Detail. 19. Jh.; aus der Serie „Berühmte Orte entlang des Tokaido“
Bild © Muian. (Letzter Zugriff: 2011/7).

Tengu-Party nahe dem Schreintempel von Berg Akiba. Ein hochrangiger Langnasen-tengu wird von Krähen-tengu bedient und unterhalten. Auf diesem Berg in der Präfektur Shizuoka wird auch die Gottheit Akiba Gongen in tengu-Gestalt verehrt.

Kawanabe Kyōsai Langnasen- und Krähen-Tengu
Eejanaika kyosai.jpg Kawanabe Kyōsai Tänze zum Erntedank (Keiō 4-nen hōnen odori no zu).
Farbholzschnitt von Kawanabe Kyōsai (1831–1889). 1867
Bild © Wikimedia Commons. (Letzter Zugriff: 2016/9/18).

Das Bild ist eigentlich ein Kalender, auf dem verschiedene Kalenderdaten für das Jahr Keiō 4 (1868) eingeschrieben sind. Dabei ließ sich der Künstler offenbar von den Umzügen inspirieren, die Ende 1867 in vielen Landesteilen im Anschluss an Erntedank-Feste (hōnen odori) spontan um sich griffen. Diese sind nach dem Refrain der Gesänge, die dabei gesungen wurden, als ee ja nai ka („ist doch gut so“ oder „was ist schon dabei“) Umzüge bekannt. Auslöser waren z.T. auch Gerüchte von mysteriösen Geldregen, die sich insbesondere während der Pilgerfahrten nach Ise ereigneten. Dass sich im kommenden Jahr 1868 ein politischer Umschwung ereignen würde, war dem Künstler natürlich nicht bewusst, doch deutet sich in dem hektischen Treiben die aufgeladene Stimmung unter der allgemeinen Bevölkerung dieser Zeit an. Diese scheint durch die Münzen hervorgerufen zu werden, die von der drachenreitenden Gestalt in der linken oberen Bildecke in die Menge geworfen werden. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um Amaterasu, die Hauptgottheit des Ise Schreins. Die zwölf tanzenden Figuren sind teilweise bekannte Glücksbringer, repräsentieren aber hier wohl auch die zwölf Monate.

Kawanabe Kyōsai Tänze zum Erntedank
Kyosai hyakki gadan.jpg Kawanabe Kyōsai Beginn einer Runde Geistergeschichten.
Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Kawanabe Kyōsai; aus Kyōsai hyakki gadan („Kyōsais Bildgeschichten von hundert Geistern“), 1889
Bild © Metropolitan Museum of Art, New York. (Letzter Zugriff: 2018/6).

Eine bürgerliche Familie lauscht wohlig schaudernd einer Erzählung von „Hundert Geschichten“ (Hyaku monogatari).

Kawanabe Kyōsai Beginn einer Runde Geistergeschichten
Asakusa Eisen.jpg Keisai Eisen Seitenansicht des Kaminari-mon.
Farbholzschnitt (Farbe, Papier) von Keisai Eisen (1790–1848). Späte Edo-Zeit
Bild © Library Metro Tokyo. (Letzter Zugriff: 2016/9).

Kaminari-mon des Tempels Sensō-ji in Edo. Auf dieser Seitenansicht des Tors sind Torwächter, Wind-und Donnergott, gut zu erkennen, dahinter — einst wie heute — die Souvenirläden der Nakamise- dōri. In der linken Bildhälfte bemüht sich der Künstler, die restlichen Hauptgebäude (Mitteltor, Pagode, Haupthalle) in etwas zusammengestauchter Form unterzubringen.

Keisai Eisen Seitenansicht des Kaminari-mon
Shinobazu eisen.jpg Keisai Eisen Frühlingsansicht der Shinobazu Benten in der Östlichen Hauptstadt (Tōto Shinobazu Benten haru no kei).
Farbholzschnitt, ukiyoe (Papier, Farbe) von Keisai Eisen (1790–1848); aus der Serie Edo meisho (Berühmte Ansichten von Edo), 1848–49; 21,6 x 34,3 cm
Bild © Ukiyo-e Search, John Resig. (Letzter Zugriff: 2016/9/18).

Panoramaansicht der Benten Anlage im Shinobazu-Teich, der damals noch nicht so stark von Lotosblumen überwuchert war.

Keisai Eisen Frühlingsansicht der Shinobazu Benten in der Östlichen Hauptstadt
Onna daruma.jpg Kitagawa Utamaro Onna Daruma.
Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Kitagawa Utamaro (1753–1806). Edo-Zeit, 1790er Jahre
Bild © Tochigi-shi Kankyō Kyōkai, Tochiga Kuranomachi Museum of Art. (Letzter Zugriff: 2016/8/8).

Junge Frau im Gewand und der Pose des Bodhidharma. Im beigefügten Gedicht wird die asketische Übung des Bodhidharma, der neun Jahr vor einer Wand sitzend meditiert haben soll, mit dem schweren Los eines Freudenmädchens verglichen. Dieser Vergleich soll auf die berühmte Kurtisane Handaiyu der frühen Edo-Zeit zurückgehen. Sie meinte, wenn Daruma nach neun Jahren Meditation die Erleuchtung erfahren habe, müsste jede Frau wie sie nach spätestens zehn Jahren erleuchtet sein. Dieser Ausspruch soll den Künstler Hanabusa Itchō (1652–1724) zu den ersten Bildern von Daruma und Dame inspiriert haben.

Kitagawa Utamaro Onna Daruma
Kappa shunga.jpg Kitagawa Utamaro Kappa und Fischerin (kappa to ama).
Farbholzschnitt (shunga), yōkai (Papier, Tusche) von Kitagawa Utamaro (1753–1806); aus der Serie Utamakura (Kopfkissen-Gedichte), 1788
Bild © British Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/6).

Eine Perlentaucherin (ama) wird unter Wasser von zwei Flussgeistern (kappa) vergewaltigt, während eine andere halb erschreckt, halb neidisch zusieht. Vielleicht imaginiert sie sich aber auch nur selbst in sexuellem Kontakt mit den kappa. Perlentaucherinnen bzw. Fischerinnen sind ein beliebtes erotisches Sujet der Edo-Zeit, die Kombination mit kappa scheint jedoch Utamaros Idee gewesen zu sein. Der Band mit erotischen Bildern (shunga), dem diese Illustration angehört, erschien im übrigen anonym, doch sind sich Experten einig, dass die Illustrationen von Utamaro stammen.

Kitagawa Utamaro Kappa und Fischerin
Daikoku bishamon.jpg Kitagawa Utamaro Daikoku posiert als Bishamon-ten.
Farbholzschnitt, fukujin (Papier, Farbe) von Kitagawa Utamaro (?–1806). 1804; aus der Serie Kinoe-ne toshi Daikoku shichi henge (Sieben Varianten des Daikoku im Jahr „Holz-Ratte“)
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/9/19).

In einer Runde von Geishas schlüpft Daikoku in die Rolle seines Kollegen Bishamon-ten. Man beachte insbesonders, dass er dabei den Fuß auf das Gesäß der einen Geisha setzt, ähnlich wie Bishamon klassischerweise auf Dämonen bzw. auf einer Erdgöttin steht. Das Bild ist Teil einer sechsteiligen Serie, in der Daikoku auch alle anderen Glücksgötter parodiert.

Kitagawa Utamaro Daikoku posiert als Bishamon-ten
Daruma shunga2 kuniyoshi.jpg Kuniyoshi Daruma Shunga.
Farbholzschnitt, shunga (Papier, Farbe) von Kuniyoshi. Edo-Zeit, 1840er Jahre; 22 x 15,2 cm
Bildquelle: AK-Antiek. (Letzter Zugriff: 2016/9/5).

Bodhidarma als Vulva; Verdeutlichung des Slang-Ausdrucks daruma onna (Daruma-Frau) für „billige Prostituierte“

Kuniyoshi Daruma Shunga
Shunga kanaya kuniyoshi.jpg Kuniyoshi Kanaya.
Farbholzschnitt, shunga (Papier, Farbe) von Kuniyoshi. Ca. 1835
Bild © Edo Prints Gallery.

Kanaya, die 25. Station des Tōkaidō, befand sich am Fluss Ōi in der heutigen Präfektur Shizuoka. Da es keine Brücke gab, waren die Reisenden auf Flöße oder Träger angewiesen. Diese Träger sind daher auch ein fixes Motiv auf Abbildungen dieser Tōkaidō-Station, so auch auf diesem satirischen shunga: Während der vordere Träger offensichtlich Gefallen an seiner Tätigkeit findet, hält sich der hintere die Nase zu.

Kuniyoshi Kanaya
Tamamo kuniyoshi2.jpg Kuniyoshi Neunschwänziger Fuchs.
Holzschnitt von Kuniyoshi. Edo-Zeit
Bild © Kichū shogazō database, National Diet Library. (Letzter Zugriff: 2009/5).

Auch in Indien trieb der neunschwänzige Fuchs (kitsune) sein Unwesen.

Kuniyoshi Neunschwänziger Fuchs
Dakki kuniyoshi.jpg Kuniyoshi Neunschwänziger Fuchs in China.
Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Kuniyoshi; aus der Serie Sangoku yōko zue („Fuchsmonster aus drei Reichen“), 1849–50
Bildquelle: The British Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/19).

Das neunschwänzige Fuchsmonster manifestiert sich in China als die Hofdame Dakki.

Kuniyoshi Neunschwänziger Fuchs in China
Tanuki kuniyoshi1.jpg Kuniyoshi Tanuki.
Farbholzschnitt, tanuki giga (Papier, Farbe) von Kuniyoshi. 1843–44
Bildquelle: Museum of Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/9/6).

Hodenkranker tanuki mit Arzt und Pflegerin.

Kuniyoshi Tanuki
Tanuki kuniyoshi giga.jpg Kuniyoshi Tanuki-Dichterfürsten.
Holzschnitt, tanuki, Karikatur (giga) von Kuniyoshi. 1846
Bildquelle: Ukiyoe-Karikaturen, Japanologie Wien. (Letzter Zugriff: 2016/8).

Tanuki in Gestalt von sechs unsterblichen Dichtern der Heian-Zeit

Kuniyoshi Tanuki-Dichterfürsten
Komachi sukenobu.jpg Nishikawa Sukenobu Komachi bittet um Regen.
Farbholzschnitt (Papier) von Nishikawa Sukenobu (1697?–1756). Edo-Zeit, 1735
Bild © Tsubouchi Memorial Theatre Museum of Waseda University, Tokyo. (Letzter Zugriff: 2019/1/10).

Ono no Komachi erwirkt Regen, indem sie ein Regengedicht in Form eines Schiffchens zu den Göttern schickt. Frühe Darstellung des amagoi-Komachi Motivs im Kontext der ukiyo-e-Graphik.

Nishikawa Sukenobu Komachi bittet um Regen
Tamamo yoshiiku1864.jpg Ochiai Yoshiiku Tamamo no Mae.
Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Ochiai Yoshiiku (1833–1904), Detail. 1864; aus der Serie Imayō nazorae Genji (Neue Nachbilder des Genji monogatari)
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/9/19).

Zunächst gelingt es Tamamo dank ihrer Zauberkünste die Pfeile der Verfolger an sich abprallen zu lassen.

Ochiai Yoshiiku Tamamo no Mae
Kuzunohana.jpg Ogata Gekkō Die Blüte der Kuzu-Ranke (Kuzu no hana).
Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Ogata Gekkō (1859–1920). Meiji Zeit, 1899; aus der Serie Wettstreit zwischen Schönheiten und Blumen (Bijin hana kurabe); 35 × 23,8 cm
Bild © Rijksmuseum, Amsterdam (RP-P-1982-94). (Letzter Zugriff: 2016/9/18).

So könnte die Fuchsfrau Kuzunoha (Rankenblatt) ausgesehen haben, als ihr Mann sie zum ersten Mal traf. Hut und Stock deuten eine Reisekleidung an. Auf dem Kimono ist ein Kuzu-Rankenmuster erkennbar. Die Haltung ähnelt derjenigen des tanzenden Fuchses von Ohara Koson, aber vor allem das Spiegelbild im Wasser verrät, dass es sich um eine Fuchsfrau handelt.

Ogata Gekkō Die Blüte der Kuzu-Ranke
Kitsune koson.jpg Ohara Koson Fuchs (kitsune).
Farbholzschnitt (mokuhan), kitsune (Papier, Farbe) von Ohara Koson (1877–1945). Ca. 1910; 37 x 19 cm
Bildquelle: The Art of Japan. (Letzter Zugriff: 2016/9/19).

Die tanzende Bewegung auf zwei Beinen und das Blatt auf seinem Kopf zeigen an, dass der Fuchs (kitsune) im Begriff ist, menschliche Gestalt anzunehmen.

Ohara Koson Fuchs
Yasukuni meiji tenno.jpg Shinohara Kiyooki Große Feier des Yasukuni Schreins (Yasukuni jinja daisai no zu).
Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Shinohara Kiyooki. Meiji-Zeit, 1895; Tryptichon, 35,7 x 71,5 cm
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/9/18).

Besuch des Meiji Tennō (im Vordergrund zu Pferd) im Yasukuni Schrein. Im Hintergrund ist die Haupthalle des Schreins zu sehen, die heute noch existiert, allerdings durch eine später errichtete Gebetshalle kaum mehr sichtbar ist.

Shinohara Kiyooki Große Feier des Yasukuni Schreins
Daruma harunobu.jpg Suzuki Harunobu Daruma und Dame im gleichen Boot.
Farbholzschnitt, ukiyoe (Papier, Farbe) von Suzuki Harunobu (1724-1770)
Bild © The British Museum. (Letzter Zugriff: 2016/8).

Daruma und Schöne im gleichen Boot: Daruma rasiert sich mit einer Pinzette und benützt dazu sein Spiegelbild im Wasser. Die junge Frau macht den Fährmann.

Suzuki Harunobu Daruma und Dame im gleichen Boot
Daruma harunobu2.jpg Suzuki Harunobu Daruma mit Geisha.
Farbholzschnitt, bijin-ga (Papier, Farbe) von Suzuki Harunobu (1725–1770). 1765; 26,6 x 19,2 cm
Bildquelle: Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/8/31)
William S. and John T. Spaulding Collection.

Junges Mädchen bietet Daruma eine Pfeife zum Rauchen an.

Suzuki Harunobu Daruma mit Geisha
Geisha-daruma.jpg Suzuki Harunobu Junge Frau als Daruma.
Farbholzschnitt, ukiyoe (Papier gestanzt, Farbe) von Suzuki Harunobu (1724–1770). 1765–1770
Bild © The British Museum. (Letzter Zugriff: 2016/8).

Eine Schöne in der Pose des Bodhidharma, der einer berühmten Legende zufolge den Fluss Yangtse mit Hilfe eines Schilfhalms überquert haben soll. Obwohl nach der Mode der Edo-Zeit gekleidet, spielen auch die rote Farbe der Kleidung und die Kapuzen-artige Kopfbedeckung auf die Figur des Daruma an.

Suzuki Harunobu Junge Frau als Daruma
Uzume Taki Katei.jpg Taki Katei Ame no Uzume.
Farbholzschnitt, kami (Farbe, Papier) von Taki Katei (1832–1901), Detail. Bakumatsu Zeit, 1859
Bildquelle: Library of Congress. (Letzter Zugriff: 2016/9/18).

Ame no Uzume in der Kleidung einer Schreindienerin (miko), mit Schellen und Zickzack-Papier. Sie trägt die Züge der dicklichen und vergnügten Glücksgöttin Otafuku.

Taki Katei Ame no Uzume
Aragensaburo.jpg Tomioka Settei Ara-Gensaburō bezwingt einen Kappa.
Buchillustration (Papier, Tusche, handkoloriert) von Tomioka Settei (1710–1787). 1759; aus Ehon kōmyō futaba gusa, Bd. 3; 18 x 36cm
Bild © Museum für Kunstgewerbe, Hamburg. (Letzter Zugriff: 2016/10/20).

Die Szene illustriert die Geschichte eines Kriegers der sengoku-Zeit aus der Provinz Aki (Hiroshima) namens Ara-Gensaburō (auch Inoue Motoshige), der die Kraft von 70 Männern besaß. Hier sieht man ihn, wie er einen gewalttätigen Kappa namens Fushizaru (Schluchtaffe), der Frauen und Kinder verspeiste, unschädlich macht. (Quelle: Furuya Tomiyoshi, 1920.)

Tomioka Settei Ara-Gensaburō bezwingt einen Kappa
Amagoi torii kiyohiro.jpg Torii Kiyohiro Komachis Bitte um Regen.
Farbholzschnitt von Torii Kiyohiro. Edo-Zeit, 1756
Bild © Metropolitan Museum of Art, New York. (Letzter Zugriff: 2019/1/12).

Die Regenbitte (amagoi) der Dichterin Ono no Komachi, in die Edo-Zeit versetzt. Das Schiffchen in Komachis Hand symbolisiert das Gedicht, das sie ins Wasser geworfen haben soll, um dadurch Regen zu erwirken. Ins Bild eingeschrieben ist ein Regen-Gedicht, das ihr zugeschrieben wurde.

Torii Kiyohiro Komachis Bitte um Regen
Shuten doji kiyomasu.jpg Torii Kiyomasu Shuten Dōji.
Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Torii Kiyomasu. Edo-Zeit, um 1700; 59 x 29,9 cm
Bild © Museum of Modern Art, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/2/13).

Das Bild stammt aus einer Serie über die Heldentaten des Minamoto no Yorimitsu, deren berühmteste darin besteht, dass er mit seinen vier Getreuen den menschenfressenden Dämon (oni) Shuten Dōji zu Fall bringt.

Torii Kiyomasu Shuten Dōji
Amagoi torii kiyomitsu.jpg Torii Kiyomitsu Komachis Bitte um Regen.
Farbholzschnitt von Torii Kiyomitsu. Edo-Zeit, 1765
Bild © Metropolitan Museum of Art, New York. (Letzter Zugriff: 2019/1/12).

Die Regenbitte (amagoi) der Dichterin Ono no Komachi, in die Edo-Zeit versetzt. Das Schiffchen in Komachis Hand symbolisiert das Gedicht, das sie ins Wasser geworfen haben soll, um dadurch Regen zu erwirken.

Torii Kiyomitsu Komachis Bitte um Regen
Kachikachiyama kiyonaga.jpg Torii Kiyonaga Hase und Tanuki.
Farbholzschnitt, yōkai (Papier, Farbe) von Torii Kiyonaga (1752–1815), Detail. 1776
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2018/2/20).

Zwei Szenen aus dem Märchen Kachi-kachi Yama, in dem ein Hase einen tanuki übertölpelt. Detail aus einem neunteiligen Set von Märchenillustrationen.

Torii Kiyonaga Hase und Tanuki
Uzume hokkei.jpg Totoya Hokkei Ame no Uzume.
Farbholzschnitt, kami (Farbe, Papier) von Totoya Hokkei (1780–1850). Edo-Zeit; aus der Serie Haru no iwato („Das Felsentor des Frühlings“), 1820er Jahre
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)
William Sturgis Bigelow Collection.

Ame no Uzume als Teil einer Serie von Göttern aus dem Mythos der Felsenhöhle; als Neujahrskarte konzipiert. Siehe auch Sarutahiko.

Totoya Hokkei Ame no Uzume
Dragonking.jpg Totoya Hokkei Drachenkönig.
Farbholzschnitt, surimono (Farbe auf Papier, Gold, Silber) von Totoya Hokkei (1780–1850)
Bild © Harvard Art Museums. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)
Arthur M. Sackler Museum.

Der Drachenkönig präsentiert seine Juwelen, mit denen er Ebbe und Flut kontrolliert.

Totoya Hokkei Drachenkönig
Asakusa1820.jpg Totoya Hokkei Bild des Tempels Kinryū-san Sensō-ji (Kinryū-san Sensō-ji zu).
Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Totoya Hokkei (1780–1850). 1820; 44 x 62 cm
Bildquelle: Japanese Prints, Richard Kruml. (Letzter Zugriff: 2012/4).

Hier ist der Asakusa Tempel aus der Vogelperspektive inmitten des umgebenden Stadtviertels im frühen 19. Jh. zu sehen. Im Hintergrund der Fluss Sumidagawa und der Berg Tsukuba, im NO der Stadt.

Totoya Hokkei Bild des Tempels Kinryū-san Sensō-ji
Sarutahiko hokkei.jpg Totoya Hokkei Sarutahiko.
Farbholzschnitt, surimono (Papier, Tusche, Farbe) von Totoya Hokkei (1780–1850). Edo-Zeit, 1820er Jahre; aus der Serie Haru no iwato (Die Felsenhöhle im Frühling); 21,3 x 18,4 cm
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/8)
William Sturgis Bigelow Collection.

Der mythologische Gott Sarutahiko mit tengu-ähnlicher Nase und dem Gewand eines yamabushi. Das Bild erschien in einer Serie von Illustrationen zu Amaterasus Austritt aus der Höhle (daher auch Hahn und Henne), obwohl Sarutahiko im ursprünglichen Mythos damit gar nichts zu tun hat. Siehe auch Ame no Uzume.

Totoya Hokkei Sarutahiko
Susanoo schlange1.jpg Toyohara Chikanobu Susanoo.
Farbholzschnitt, kami (Papier, Farbe) von Toyohara Chikanobu. Meiji-Zeit
Bildquelle: Wikimedia Commons. (Letzter Zugriff: 2016/9/19).

Susanoo kämpft gegen die achtköpfige Schlange Yamata no Orochi, die er mit Hilfe von Sake betrunken gemacht hat.

Toyohara Chikanobu Susanoo
Tenno chikanobu1878 gr.jpg Toyohara Chikanobu Meiji Tennō und kaiserliche Ahnen.
Farbholzschnitt, kami (Papier, Farbe) von Toyohara Chikanobu (1838–1912). 1878
Bild © Artelino. (Letzter Zugriff: 2014/11).

Meiji Tennō und seine Gemahlin umgeben von ihren kaiserlichen Ahnen:

Mitte: Die Urgötter Kuni no Tokotachi, Izanami und Izanagi, davor Kaiser Meiji und Kaiserin Shōken;
Rechts: Die Ahnengötter Amaterasu, Ninigi und Jinmu Tennō sowie die nahen Vorfahren Meijis, Kōmei (Tennō 121, r. 1846–1867) und Go-Sakuramachi (Tennō 117, r. 1762–1771, eigentlich eine Kaiserin!)
Links: Die mythologischen Ahnengötter Hikohohodemi und Hikonagisa Takeugaya Fukiaezu, sowie Go-Momozono (Tennō 118, r. 1771–1779), Kōkaku (Tennō 119, r. 1780–1817) und Ninkō (Tennō 120, r. 1817–1846).

Toyohara Chikanobu Meiji Tennō und kaiserliche Ahnen
Tanuki yoshitoshi2.jpg Tsukioka Yoshitoshi Tanuki mit Teekessel (Morin-ji no bunpuku chagama).
Farbholzschnitt, tanuki (Papier, Farbe) von Tsukioka Yoshitoshi (1839–1892); aus der Serie Shinkei sanjūroku kaisen („Neue Sammlung von 36 Geistern“), 1889–1892
Bild © National Diet Library, Tōkyō. (Letzter Zugriff: 2016/9/19).

Yoshitoshis Illustration einer berühmten tanuki-Legende.

Tsukioka Yoshitoshi Tanuki mit Teekessel
Kuzunoha yoshitoshi.jpg Tsukioka Yoshitoshi Die Fuchsfrau Kuzunoha verlässt ihr Kind (Kuzunoha kitsune dōji wakaruru no zu).
Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Tsukioka Yoshitoshi. 1890; aus der Serie Shinkei sanjūroku kaisen (Neue 36 Geister)
Bild © Kichō shiryō gazō database, (Tōkyō Metropolitan Library). (Letzter Zugriff: 2011/10).

Der Schatten verrät die wahre Natur der Fuchsmutter. Im Vordergrund die Rankenpflanze (kuzu), die Kuzunoha ihren Namen gab.

Tsukioka Yoshitoshi Die Fuchsfrau Kuzunoha verlässt ihr Kind
Jinmu yoshitoshi.jpg Tsukioka Yoshitoshi Jinmu Tennō.
Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Tsukioka Yoshitoshi (1839–1892). Meiji-Zeit, Feb. 1880; aus der Serie Dainippon meishō kagami („Spiegel der Helden des Großreichs Japan“), Nr. 37
Bild © Tokyo Archive, Tōkyō Shiritsu Toshokan. (Letzter Zugriff: 2017/3).

Die hier dargestellte Szene ist dem Nihon shoki entnommen. Dort heißt es, dass eine Schlacht gegen Ende von Jinmus Eroberungsfeldzug zugunsten dieses ersten Kaisers entschieden wurde, als sich ein goldener Raubvogel (kinshi 金鵄, eine Art Milan oder Weihe, jap. tobi) auf Jinmus Bogen niederließ und die Feinde derart blendete, dass sie unfähig waren, Widerstand zu leisten. Diese Episode wurde in der Meiji-Zeit zum Anlass genommen, den höchsten militärischen Orden nach diesem goldenen Milan zu benennen. 1873 wurde außerdem im Gedenken an Jinmu ein Reichsgründungstag (Kigensetsu) als neuer nationaler Feiertag (11. Februar) festgesetzt. Yoshitoshis Jinmu zeigt gewisse Ähnlichkeiten mit dem damaligen Kaiser Meiji. Zweifellos versuchte der Künstler im Einklang mit dem Geist seiner Zeit, eine Beziehung zwischen dieser heldenhaften Vorzeit und dem neuen Regime unter Meiji Tennō herzustellen.

Tsukioka Yoshitoshi Jinmu Tennō
Yoshitoshi iganotsubone.jpg Tsukioka Yoshitoshi Iga no Tsubone mit tengu.
Farbholzschnitt, yōkai (Papier, Farbe) von Tsukioka Yoshitoshi (1839–1892); aus der Serie Tsuki hyakushi (Hundert Ansichten des Mondes), 1886
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/9/19)
William Sturgis Bigelow Collection.

Die unerschrockene Hofdame des Tennō Go-Daigo, besänftigt den tengu-Geist eines ehemaligen Vasallen des Tennō, der ungerechtfertigterweise zu Tode kam.

Tsukioka Yoshitoshi Iga no Tsubone mit tengu
Yoshinaka tengu.jpg Tsukioka Yoshitoshi Yoshinaka im Kampf mit mehreren tengu.
Holzschnitt, yōkai von Tsukioka Yoshitoshi. 1866
Bildquelle: Wikimedia Common. (Letzter Zugriff: 2016/8).

Der Held Minamoto (Kiso) Yoshinaka (1154–84), beim Kampf mit mehreren tengu.

Tsukioka Yoshitoshi Yoshinaka im Kampf mit mehreren tengu
Kayo fujin.jpg Tsukioka Yoshitoshi Kayō Fujin.
Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Tsukioka Yoshitoshi; aus der Serie Wa-kan hyaku monogatari („Hundert [Gespenster-]Gesichten aus Japan und China“), 1865
Bild © ukiyo-e. (Letzter Zugriff: 2016/8).

Kayō Fujin ist die erste Inkarnation des neunschwänzigen Fuchs-Monsters in Indien, das sich später in Japan als Tamamo no Mae zeigen wird. Gemeinsames Merkmal: Die herrschende Dynastie zu stürzen.
Besonders interessant ist die Darstellung einer „Inderin“ in eropäischem Erscheinungsbild. Die Darstellung entstand kurz nach der erzwungenen „Öffnung“ Japans (1853), aber noch vor der Meiji-Restauration, als Japan von einer Welle anti-westlicher Ressentiments erfasst wurde.

Tsukioka Yoshitoshi Kayō Fujin
Okiku yoshitoshi.jpg Tsukioka Yoshitoshi Okiku.
Farbholzschnitt, yūrei (Papier, Farbe) von Tsukioka Yoshitoshi; aus der Serie Shinkei sanjūroku kaisen („Neue Sammlung von 36 Geistern“), 1889–92; 23,5 x 36,2 cm
Bildquelle: Wikimedia Commons. (Letzter Zugriff: 2016/8).

Der Geist der Okiku wirkt hier im Gegensatz zu andern Totengeistern nicht furchteinflößend, sondern zart und traurig.

Tsukioka Yoshitoshi Okiku
Fuchsgeist yoshitoshi.jpg Tsukioka Yoshitoshi Fuchsschrei (Konkai).
Farbholzschnitt, nishiki-e (Papier, Farbe) von Tsukioka Yoshitoshi (1839-1892); aus der Serie Tsuki hyakushi (Hundert Formen des Mondes), 1886
Bildquelle: Wikimedia Commons. (Letzter Zugriff: 2016/8).

Das Bild trägt den Titel eines komödiantischen Theaterstücks, in dem ein Fuchs (kitsune) die Gestalt eines Mönchs annimmt.

Tsukioka Yoshitoshi Fuchsschrei (Konkai)
Tanuki yoshitoshi.jpg Tsukioka Yoshitoshi Tanuki gegen fahrende Händler.
Holzschnitt, tanuki (Papier, Farbe) von Tsukioka Yoshitoshi (1839–1892). 1881, Tōkyō kaika kyōga meisho (Berühmte Orte der Modernisierung Tokyos in satirischen Bildern)
Bildquelle: Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2018/2).

Tanuki kämpfen mit ihren Hoden (kintama) gegen die Modernisierung der Meiji-Zeit. Der eingeschriebene Text lautet: „Asabu Hiroo-no-hara: Senkintan erschrecken vor großen Hoden 千金丹 大きん玉に おどろく.“ Senkintan waren um 1880 in Mode gekommene Arzneien bzw. fahrende Apotheker aus Shikoku. Die westlichen Schirme mit der Aufschrift „Senkintan“ waren ihre Markenzeichen. Der Bildwitz beruht auf einem Wortspiel von (Sen)kintan und kintama („Goldbälle“ = Hoden). Die Szene spielt in Hiroo-no-hara in der Gegend des heutigen Shibuya, also am Rande der Großstadt.

Tsukioka Yoshitoshi Tanuki gegen fahrende Händler
Otani yoshitsugu.jpg Tsukioka Yoshitoshi Kobayakawa Hideaki und der Totengeist des Ōtani Yoshitsugu.
Farbholzschnitt, yūrei (Papier, Farbe) von Tsukioka Yoshitoshi, 1868
Bildquelle: Antique Art Morimiya. (Letzter Zugriff: 2016/8/31).

Hideaki (1577–1602) kämpfte in der Schicksalsschlacht von Sekigahara (1600) anfangs gegen Tokugawa Ieyasu, lief aber zu ihm über. Sein Verrat trug entscheidend zum Sieg Ieyasus bei und wurde reich belohnt. Während der Schlacht fiel er seinem ehemaligen Verbündeten Yoshitsugu (1559–1600) in den Rücken. Dieser fiel in der Schlacht. Später soll er Hideaki als Totengeist (yūrei) jede Nacht aufgesucht und so das frühe Ende des letzteren herbeigeführt haben.

Tsukioka Yoshitoshi Kobayakawa Hideaki und der Totengeist des Ōtani Yoshitsugu
Susanoo yoshitoshi.jpg Tsukioka Yoshitoshi Susanoo und Yamata no Orochi.
Farbholzschnitt, kami (Papier, Farbe) von Tsukioka Yoshitoshi (1839–1892). Spätere Edo-Zeit; 2 x 39.7 x 26.3 cm.

Susanoo rettet Prinzessin Kushinada vor der Schlange Yamata no Orochi, die hier ausnahmsweise als Schlange mit einem Kopf dargestellt ist. Kushinada-hime scheint sich mit Hilfe shintoistischer Rituale selbst schützen zu wollen.

Tsukioka Yoshitoshi Susanoo und Yamata no Orochi
Botandoro.jpg Tsukioka Yoshitoshi Die Pfingstrosenlaterne (botandōrō).
Farbholzschnitt, yūrei (Papier, Farbe) von Tsukioka Yoshitoshi. Meiji-Zeit; aus der Serie Shinkei sanjūroku kaisen („Neue Sammlung von 36 Geistern“), 1889–92; 23,5 x 36,2 cm
Bildquelle: Wikimedia Commons. (Letzter Zugriff: 2016/8).

In der hier dargestellten Geschichte geht es um eine verführerische Geisterfrau, die einen verwitweten Samurai in ein erotisches Liebesverhältnis verstrickt. Jede Nacht erscheint sie in Begleitung ihrer Dienerin mit einer Laterne in Form einer Pfingstrose (Päonie, jap. botan). Als der Samurai entdeckt, dass seine Geliebte ein Totengeist (yūrei) ist, beendet er die Beziehung mithilfe religiöser Spezialisten, wird aber rückfällig und endet selbst im Grab. Herkunft und Motivation der Geisterfrau bleiben in dieser Geschichte im Dunkeln. Die Erzählung stammt von Asai Ryōi (1612–1691) und erschien erstmals 1666. Sie basiert auf einer chinesischen Vorlage.

Tsukioka Yoshitoshi Die Pfingstrosenlaterne
Kaika no daruma.jpg Tsukioka Yoshitoshi Daruma und Geisha.
Farbholzschnitt (Papier Farbe) von Tsukioka Yoshitoshi (1839–1892). Meiji-Zeit; 19 × 25 cm
Bild © Waseda University Library. (Letzter Zugriff: 2016/8).

Originaltitel Kaika no daruma (Daruma während der Öffnung); „Öffnung“ meint die Öffnung Japans gegenüber dem Westen. Daruma studiert in vertrauter Zweisamkeit mit einer jungen Dame eine moderne Zeitung. Er trägt eine braune Mönchskutte, während sich die Frau das rote Gewand übergezogen hat, das üblicherweise mit Daruma assoziiert wird. In diesem Bild schwingt sicher auch die Doppelbedeutung des Begriffs Daruma mit, der in der Edo-Zeit auch eine (billige) Prostituierte bezeichnete. Die melancholische Note des Bildes lässt beide, Daruma und Dame, als „Modernisierungsverlierer“ erscheinen.

Tsukioka Yoshitoshi Daruma und Geisha
Kiyohime yoshitoshi.jpg Tsukioka Yoshitoshi Kiyo-hime entsteigt dem Fluss.
Farbholzschnitt (nishiki-e) (Papier, Farbe) von Tsukioka Yoshitoshi. 1865
Bild © National Diet Library, Tōkyō. (Letzter Zugriff: 2016/8).

Die Schlangenfrau Kiyo-hime entsteigt dem Fluss Hidakagawa. Das Motiv findet sich fast identisch in der Serie „36 Geister“ (1889–92), aber die frühere Fassung gefällt mir persönlich besser, vor allem wegen der Haarsträhne, in die sich die von Eifersucht besessene Kiyo-hime verbeißt. Diese Haarsträhne findet man auch auf einem Holzschnitt Kuniyoshis zu diesem Motiv.

Tsukioka Yoshitoshi Kiyo-hime entsteigt dem Fluss
Raigo.jpg Tsukioka Yoshitoshi Ein Mönch als Ratte.
Farbholzschnitt, ukiyoe (Papier, Farbe) von Tsukioka Yoshitoshi. Meji-Zeit, 1891; aus der Serie Shinkei sanjūroku kaisen (Neue Auswahl von 36 Geistern)
Bild © Japan Print Gallery. (Letzter Zugriff: 2016/9).

Der Mönch Raigō verwandelt sich aus Rache nach seinem Tod eine riesige Ratte.

Tsukioka Yoshitoshi Ein Mönch als Ratte
Rashomon yoshitoshi.jpg Tsukioka Yoshitoshi Die Dämonin des Rashō-mon.
Farbholzschnitt, oni (Papier, Farbe) von Tsukioka Yoshitoshi; aus der Serie Shinkei sanjūroku kaisen („Neue Sammlung von 36 Geistern“), 1889–92; 23,5 x 36,2 cm
Bildquelle: Rijksmuseum, Amsterdam (RP-P-1983-393). (Letzter Zugriff: 2016/9/18).

Die Dämonin (hannya) ist hocherfreut, denn es ist ihr gelungen, ihren abgehackten Arm wieder zu erbeuten. Die komplexe Legende dieser Dämonin, die im Südtor der Stadt Kyōto haust, findet sich bereits in der Heian-zeitlichen Sammlung Konjaku monogatari-shū.

Tsukioka Yoshitoshi Die Dämonin des Rashō-mon
Hotei yoshitoshi.jpg Tsukioka Yoshitoshi Hotei.
Holzschnitt, fukujin von Tsukioka Yoshitoshi (1888)
Bild © Kichū shogazō database. (Letzter Zugriff: 2016/9/19).

Hotei, hier auf den Mond zeigend.

Tsukioka Yoshitoshi Hotei
Nikko plan.jpg Ueyama Yahei (Verleger) Illustration der Berge von Nikkō (Nikkō oyama no ezu).
Farbholzschnitt (Farbe) von Ueyama Yahei (Verleger). 1800; 41 x 29 cm
Bild © Japanese Historical Maps. (Letzter Zugriff: 2013/7).

Das weitläufige Heiligtum von Nikkō auf einem Plan aus dem Jahr 1800, der die wichtigsten, auch heute noch bestehenden Teile der Anlage wiedergibt. Im rechten unteren Teil die „heilige Brücke“ (Shinkyō), der Haupteingang des Schreins. Der von Mauern eingefasste Hauptschrein Tōshō-gū befindet sich rechts der Bildmitte. Sein Eingang ist durch Pagode und torii gekennzeichnet, oberhalb davon Yōmei-mon und Haupthalle. Rechts davon der Tempel Rinnō-ji, links (ebenfalls ummauert) der Taiyū-in, das Mausoleum des dritten Shōguns Iemitsu. Die Gebäude im linken Bildteil repräsentieren weitere Schrein- und Tempelbauten, einschließlich der berühmten Kegon Wasserfälle und des Chūzen-ji Sees, die einen halben Tagesmarsch vom Hauptschrein entfernt liegen. Tatsächlich wird das ganze Ensemble jedoch seit alters her als ein einziger „Tempel-Schrein Komplex“ angesehen.

Ueyama Yahei (Verleger) Illustration der Berge von Nikkō
Kappa und Donner.jpg Utagawa Hirokage Abends an der Ryōgoku-Brücke (Ryōgoku no yūdachi).
Farbholzschnitt, yōkai (Papier, Farbe) von Utagawa Hirokage. Edo-Zeit, 1859; aus der Serie Edo meisho dōke zukushi (Parodien auf berühmte Orte in Edo)
Bild © National Diet Library, Tōkyō. (Letzter Zugriff: 2016/9/6).

Ein versehentlich in einen Fluss gestürzter Donnergott (Raijin) flieht vor einem Flussgeist (kappa).

Utagawa Hirokage Abends an der Ryōgoku-Brücke
Yukidaruma.jpg Utagawa Hirokage Schnee-Daruma.
Farbholzschnitt, nishiki-e (Papier, Tusche, Farbe) von Utagawa Hirokage; aus der Serie Edo meisho dôke zukushi (Missgeschicke an berühmten Orten Edos), 1859
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/8)
William Sturgis Bigelow Collection.

Das Bild trägt den Titel „Schnee vor den Speicherhallen [der Daimyō]“. Ein Diener hat seine Einkäufe, Fisch und Zwiebel, auf einen frisch errichteten yuki-daruma, einen Schnee-Daruma, gelegt, um sich sein Schuhwerk (geta) zu richten, doch ein Hund ist im Begriff, diese zu stehlen. Yuki-daruma ist noch heute die gängige japanische Bezeichnung für „Schneemann“.

Utagawa Hirokage Schnee-Daruma
Kuzunoha hiroshige.jpg Utagawa Hiroshige Die Füchsin Kuzunoha (Kitsune Kuzunoha).
Farbholzschnitt, nishikie (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige (1797–1858); aus der Serie Ogura nazorae hyakunin isshu, 1845–49
Bild © National Diet Library, Tōkyō. (Letzter Zugriff: 2016/8).

Darstellung der Kuzunoha

Utagawa Hiroshige Die Füchsin Kuzunoha
Midono.jpg Utagawa Hiroshige Midono.
Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige (1797–1858); aus der Serie Kisokaidō rokujūkyūtsugi no uchi (69 Stationen des Kiso-kaidō, 1835
Bild © Metropolitan Museum of Art. (Letzter Zugriff: 2016/9/5)
Rogers Fund, 1922.

Reisender und Bauer bei der Feldarbeit im Frühling, nahe der Poststation Midono, auf der Kiso-Überlandstraße zwischen Edo und Kyōto. Eine Frau und ein Kind bringen dem Bauern Tee. Im Hintergund torii eines lokalen Schreins auf einem Hügel, darunter Bauernhäuser.

Utagawa Hiroshige Midono
Sayohime hiroshige.jpg Utagawa Hiroshige Sayohime nimmt Abschied.
Farbholzschnitt von Utagawa Hiroshige. Edo-Zeit; aus der Serie Honchō rekinen zue (Illustrierte Chronologie Japans), Bild 10, um 1850
Bild © The British Museum. (Letzter Zugriff: 2017/4/20).

Das Bild zeigt die u.a. im Manyōshū besungene Legende der Sayohime aus Kyūshū, die ihrem Mann, der 562 nach Korea in den Krieg zog, beim Abschied so lange nachwinkte, bis sie sich in Stein verwandelte.

Utagawa Hiroshige Sayohime nimmt Abschied
Shinobazu hiroshige.jpg Utagawa Hiroshige Der Benten Schrein im Shinobazu-Teich (Shinobazu ike Benten no yashiro).
Farbholzschnitt, ukiyoe (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige (1797–1858); aus der Serie Edo meisho (Berühmte Ansichten von Edo), 1848–49; 21,6 x 34,3 cm
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)
Denman Waldo Ross Collection.

Die Anlage am Shinobazu no ike ist auch heute noch intakt, allerdings ist der Teich von Hochhäusern umgeben. Interessanterweise befindet sich das torii, das hier prominent in Erscheinung tritt, nicht mehr an dieser Stelle, wohl weil die Insel sowohl ein buddhistisches als auch shintōistisches Benten-Heiligtum beherbergt.

Utagawa Hiroshige Der Benten Schrein im Shinobazu-Teich
Toka ebisu hiroshige.jpg Utagawa Hiroshige Tōka Ebisu Fest im Imamiya Schrein (Imamiya Tōka Ebisu).
Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige (1797–1858). Ca. 1828; aus der Serie Naniwa meisho zue (Berühmte Ansichten aus Naniwa [Ōsaka])-->; 24,6 x 37,3 cm
Bild © Metropolitan Museum of Art, New York. (Letzter Zugriff: 2016/9/19).

Der Ort ist hier kaum zu identifizieren, nur die mit bunten Gegenständen behängten Bambuszweige deuten auf den Imamiya-Schrein hin. Ähnliche Glücksbringer werden dort zu Neujahr heute noch verkauft. Die Figuren entstammen eher mittleren und einfachen Schichten und sind karikaturhaft wiedergegeben. Offenbar wollte Hiroshige das Tōka Ebisu Fest als volkstümliche Veranstaltung darstellen.

Utagawa Hiroshige Tōka Ebisu Fest im Imamiya Schrein
Torii miyajima hiroshige.jpg Utagawa Hiroshige Torii von Miyajima.
Farbholzschnitt, torii (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige; aus der Serie Rokujūyoshu meisho zue (Sehenswürdigkeiten aus den mehr als 60 Provinzen), 1853-56
Bild © hiroshige.org.uk. (Letzter Zugriff: 2016/9/6).

Darstellung einer Zeremonie des Itsukushima Schreins, der lediglich durch einen Ausschnitt seines berühmten torii zu identifizieren ist. Das Bild legt nahe, dass das torii im 19. Jh. aus unbehandeltem Holz bestand.

Utagawa Hiroshige Torii von Miyajima
Urashima hiroshige.jpg Utagawa Hiroshige Urashima Tarō.
Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige (1797–1858). Edo-Zeit, um 1850; aus der Serie Honchō nenreki zue (Illustrierte Chronologie Japans); 22,2 x 34,7 cm
Bild © The British Museum. (Letzter Zugriff: 2017/6/22).

Geschichte des Urashima Tarō, illustriert von Utagawa Hiroshige. Der Künstler folgt hier der frühesten Fassung der Legende im Nihon shoki und interpretiert den Meerespalast, zu dem Urashima geführt wird, als Hōrai (auch tokoyo no kuni), die Insel der ewigen Jugend. Der eigentliche Bildtitel lautet daher: „Die Schildkröte geleitet den Jüngling nach Hōrai“ (kame rō wo tomonaite Horai ni hairu). Dem Nihon shoki entsprechend wird die Begebenheit auf das Jahr 22 der Regierung des Yūryaku Tennō (478 u.Z.) datiert. Die entsprechende Legende von seinem Verschwinden für dreihundert Jahre, die er selbst nur als drei Jahre erlebte, ist im letzten Textabschnitt des Farbholzschnitts festgehalten.

Utagawa Hiroshige Urashima Tarō
Koi hiroshige.jpg Utagawa Hiroshige Karpfen des Knabenfestes.
Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige (1797–1858). Edo-Zeit; aus der Serie Meisho Edo hyakkei (Hundert berühmte Ansichten von Edo) #48 „Suidōbashi, Suruga-dai“, 1857; 36,2 x 23,5 cm
Bild © Brooklyn Museum. (Letzter Zugriff: 2016/3/30)
Gift of Anna Ferris, 30.1478.48.

Karpfen-Banner zur Zeit des Knabenfestes (Kodomo no hi, 5. Tag des 5. Monats). Die Stadt Edo ist von Nordosten zu sehen, im Hintergrund der Fuji-san. Während in der Bildmitte die Viertel der Samurai aus Suruga (Suruga-dai) liegen (links erkennt man einen Zipfel der Burg von Edo), befindet sich der Karpfen (koi) im Vordergrund im Viertel der Handwerker und Kaufleute (chōnin) nördlich des Kanda Flusses. Man erkennt, dass die Karpfen-Banner – Symbole der jugendlichen Kraft – eigentlich den militärischen Wimpeln nachempfunden sind, welche die Samurai zum Knabenfest vor ihren Häusern aufstellten.

Utagawa Hiroshige Karpfen des Knabenfestes
Kitsune ojiinari hiroshige.jpg Utagawa Hiroshige Fuchslichter am Ōji Inari Schrein zum Jahresende.
Farbholzschnitt, nishiki-e (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige (1797–1858). Edo-Zeit, 1857; aus der Serie Meisho Edo hyakkei (Hundert berühmte Ansichten von Edo), 1857
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/9/6)
Denman Waldo Ross Collection.

Das Bild illustriert den Glauben, dass sich Füchse (kitsune) mit den ihnen eigenen Fuchslichtern (kitsunebi) am letzten Tag des Jahres an bestimmten Orten treffen. In diesem Fall handelt es sich um einen Zürgelbaum (enoki) in der Nähe des Inari Schreins von Ōji (heute im Stadtgebiet Tōkyōs). Enoki-Bäume wurden in der Edo-Zeit auch als eine Art Meilenstein in festgesetzten Entfernungen entlang der Überlandstraßen angepflanzt.

Utagawa Hiroshige Fuchslichter am Ōji Inari Schrein zum Jahresende
Enoshima hiroshige.jpg Utagawa Hiroshige Die Höhlen von Enoshima zur Zeit des Benzaiten Fests (Sōshū Enoshima Benzaiten kaichō mōde hongū iwaya no zu).
Farbholzschnitt, ukiyoe (Papier, Farbe, dreiteilig) von Utagawa Hiroshige (1797–1858)
Bild © MAK-Sammlungsdatenbank, Museum für Angewandte Kunst, Wien. (Letzter Zugriff: 2013/1).

Die Schreininsel Enoshima mit Berg Fuji im Hintergrund, vom Meer aus gesehen. Auf der Insel findet eben das Fest der Benzaiten statt. Die Höhlen auf der dem Meer zugewandten Seite sind wohl der Ausgangspunkt der mit der Insel verbundenen Legenden.

Utagawa Hiroshige Die Höhlen von Enoshima zur Zeit des Benzaiten Fests
Izanami izanagi hiroshige.jpg Utagawa Hiroshige Die schwebende Himmelsbrücke (Ame no ukihashi).
Farbholzschnitt, kami (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige (1797–1858). Um 1850; aus der Serie Honchō nenreki zue (Illustrierte Chronologie Japans); 15 x 33,9 cm
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/8)
Gift of L. Aaron Lebowich.

Izanami und Izanagi auf ihrer Himmelsbrücke nach Erschaffung der ersten Insel, Onogoroshima.

Utagawa Hiroshige Die schwebende Himmelsbrücke
Enoshima hiroshige2.jpg Utagawa Hiroshige Festtag der Benzaiten von Enoshima (Sōshū Enoshima Benzaiten kaichō sankei gunshū no zu).
Farbholzschnitt, ukiyoe (Papier, Farbe, dreiteilig) von Utagawa Hiroshige (1797–1858). 1851; Enoshima, vom Land aus gesehen; 36,3 x 75,2 cm
Bild © British Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/6).

Die Insel Enoshima ist über eine Sandbank mit dem Festland verbunden (heute befindet sich hier eine Straße). Anlässlich der Zurschaustellung von Enoshimas Benzaiten Statuen, die in der Edo-Zeit nur einmal in sechs Jahren stattfand, herrscht festliches Gedränge.

Utagawa Hiroshige Festtag der Benzaiten von Enoshima
Ameyadori.jpg Utagawa Hiroshige Suhara (Reisende im Regen).
Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige (1797–1858). Edo-Zeit; aus der Serie Kisokaidō rokujūkyū tsugi no uchi (Die 69 Stationen des Kisokaidō), Blatt 40, 1835–38; 22,7 x 35,3 cm
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/9/19).

In Suhara, einem Ort an der Inlandsroute zwischen Edo und Kyōto (dem Kisokaidō), werden Reisende von einem plötzlichen Sommergewitter überrascht. Unter dem Dach eines kleinen Tempels hat auch eine Gruppe Pilger Unterschlupf gefunden. Ein Pilger nützt die Gelegenheit, um eine Botschaft an einen Pfosten zu pinseln — wahrscheinlich seinen Namen, ähnlich wie es heutige Pilger mit Hilfe einer „Visitenkarte“ (osame-fuda, nōsatsu) tun. Die Figur mit dem korbartigen Hut ist ein komusō, ein flötenspielender Bettelmönch, und gehört nicht zur Pilgergruppe. Zwei Bauern kommen herbeigelaufen, während im Hintergrund ein Reiter und sein Diener ihre Reise trotz des Regens fortsetzen. Das Motiv der vom Regen überraschten Reisenden findet sich häufig in den Motiven der ukiyo-e Künstler. Für dieses Bild Hiroshiges gibt es ein unmittelbares Vorbild in der Bildersammlung Itchō gafū von Suzuki Rinshō (1732-1803), wo ebenfalls ein Pilger mit Reiseschreibgerät dargestellt ist.

Utagawa Hiroshige Suhara (Reisende im Regen)
Hiroshige asakusa.jpg Utagawa Hiroshige Jahr-Markt in Asakusa.
Farbholzschnitt von Utagawa Hiroshige (1797–1858); aus der Serie Rokujūyoshū meisho zue („Sehenswürdigkeiten aus den mehr als 60 Provinzen“), 1853–56
Bild © National Diet Library, Tōkyō. (Letzter Zugriff: 2016/9/5).

Jahr-Markt (toshi no ichi) im Asakusa-dera.

Utagawa Hiroshige Jahr-Markt in Asakusa
Hiroshige asakusa fischer.jpg Utagawa Hiroshige Ursprung der Kannon-Statue von Asakusa.
Farbholzschnitt, nishiki-e (Papier Farbe) von Utagawa Hiroshige; aus der Serie Tōto kyūseki zukushi (Alle historischen Stätten der Östlichen Hauptstadt), um 1845
Bild © National Diet Library, Tōkyō. (Letzter Zugriff: 2016/8).

Drei Fischer entdecken eine Kannon-Statue in ihren Netzen. Laut Gründungslegende des Asakusa-Tempels soll sich dieses wundersame Ereignis im Jahr 628 im nahe des Tempels gelegenen Fluss Sumidagawa zugetragen haben.

Utagawa Hiroshige Ursprung der Kannon-Statue von Asakusa
Hiroshige haneda.jpg Utagawa Hiroshige Ansicht von Haneda.
Farbholzschnitt, Ukiyoe (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige; aus der Serie Edo kinko hakkei no uchi [Acht Ansichten der Umgebung von Edo], 1837–38
Bild © The Woodblock Prints of Ando Hiroshige. (Letzter Zugriff: 2011/7).

Auf einer kleinen Halbinsel in der Bucht von Edo (nahe der Mündung des Tamagawa im Süden des heutigen Tōkyō) ist hier der Eingang zu einer Schreinanlage und ein kleiner Weiler zu sehen. Es handelt sich um den Tamagawa Benten Schrein, den Hiroshige auch in einem späteren Werk verewigt hat. In der einstmals idyllischen Gegend befindet sich heute der Inlandsflughafen Tōkyōs.

Utagawa Hiroshige Ansicht von Haneda
Hiroshige nachtregen.jpg Utagawa Hiroshige Nachtregen bei Azuma no mori.
Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige. Edo-Zeit; aus der Serie Edo kinto hakkei (Acht Ansichten in der Umgebung von Edo), 1838
Bild © National Diet Library, Tōkyō. (Letzter Zugriff: 2016/2/22).

Schrein am Stadtrand von Edo (heute Tōkyō, Bezirk Sumida). Der Schrein ist in einem Wäldchen nahe der Straße verborgen, ein torii markiert den Zugang. Nächtliche Regenlandschaften zählen zu den besonderen Stärken des berühmten Landschaftsdarstellers Hiroshige.

Utagawa Hiroshige Nachtregen bei Azuma no mori
Hiroshige okiku.jpg Utagawa Hiroshige Tellergespenst Okiku.
Farbholzschnitt, yūrei von Utagawa Hiroshige (1797–1858)
Bildquelle: Questo piccolo grande BANZAI. (Letzter Zugriff: 2016/8).

Hier beschwert sich Okiku bei einem Geschirrhändler, dass ihr Teller zerbrochen ist. Karikierende Zeichnung.

Utagawa Hiroshige Tellergespenst Okiku
Bentendo inokashira.jpg Utagawa Hiroshige Der Benzaiten Schrein im Teich von Inokashira im Schnee (Inokashira no ike Benzaiten no yashiro yuki no kei).
Farbholzschnitt, ukiyoe (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige (1797–1858); aus der Serie Meisho setsugekka (Berühmte Ansichten von Schnee, Mond und Blüten), 1844–45; 23,9 x 36 cm
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/9/19)
Gift of Adams Collection.

Der Inokashira Benzaiten Schrein, heute im westlichen Stadtgebiet Tōkyōs, galt in der Edo-Zeit als Ort besonderer Naturschönheit. Natürlich liegt auch dieser Schrein auf einer kleinen künstlichen Insel.

Utagawa Hiroshige Der Benzaiten Schrein im Teich von Inokashira im Schnee
Iwado hiroshige.jpg Utagawa Hiroshige Die kami locken die Gottheit des Lichts mit Musik aus der Höhle.
Farbholzschnitt, kami (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige (1797–1858). Um 1850; aus der Serie Honchō nenreki zue (Illustrierte Chronologie Japans); 22,2 x 34,7 cm
Bild © British Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/18).

Im Vordergrund Tajikara, der die Aufgabe hat, einen Felsen vom Eingang der Höhle zu entfernen, damit die Sonnengottheit — hier durch Strahlen angedeutet — wieder herauskommen kann. Dahinter einige Musiker und Ame no Uzume bei ihrem Tanz, begleitet von Sarutahiko.

Utagawa Hiroshige Die kami locken die Gottheit des Lichts mit Musik aus der Höhle
Kitsune hiroshige.jpg Utagawa Hiroshige Fuchstanz.
Farbholzschnitt von Utagawa Hiroshige
Bild © ukiyo-e. (Letzter Zugriff: 2016/8/30).
Utagawa Hiroshige Fuchstanz
Kaminarimon hiroshige.jpg Utagawa Hiroshige Kaminarimon.
Farbholzschnitt (Papier) von Utagawa Hiroshige (1797–1858). Edo-Zeit, 1856; aus der Serie Meisho Edo hyakkei (Hunderte berühmte Ansichten Edos); 33,8 x 22,1 cm
Bild © Freer Sackler Galleries. (Letzter Zugriff: 2016/7/29).

Die winterliche Anlage des Sensō-ji, durch das Eingangstor (Kaminari-mon) betrachtet. Dieses Tor wurde kurz nach der Fertigstellung dieses Bildes zerstört und erst 1960 wieder errichtet. Auch heute befindet sich in seinem Inneren ein riesiger roter Lampion. Dieser trägt jedoch den Namen des Tores, Kaminarimon. Ein ebenso großer Ballon mit der Aufschrift „Shinbashi“ 志ん橋 befindet sich jedoch heute im Eingang der Haupttempelhalle. Für dessen Schriftzug diente wiederum Hiroshiges Bild als Vorlage. Shinbashi bezeichnet einfach ein Stadtviertel Tōkyōs, das für die Kosten des Lampions aufkommt.

Utagawa Hiroshige Kaminarimon
Shachi hiroshige.jpg Utagawa Hiroshige II Shachi (Tigerfisch) von Nagoya.
Farbholzschnitt (Papier) von Utagawa Hiroshige II (1826–1869). Edo-Zeit, 1859; aus der Serie Shokoku meisho hyakkei (Berühmte Ansichten der Provinzen); 33,5 x 21,9 cm
Bild © Freer Sackler Galleries. (Letzter Zugriff: 2016/7/29).

Das Bild stellt einen der beiden berühmten vergoldeten Tigerfische (shachi) auf dem Dach der Burg von Nagoya dar. Die shachi gelten als Wahrzeichen von Nagoya.

Utagawa Hiroshige II Shachi (Tigerfisch) von Nagoya
Benten kunisada1860.jpg Utagawa Kunisada Glücksgöttin Benten (Otafuku Benten).
Farbholzschnitt, fukujin von Utagawa Kunisada (1786-1864). 1860
Bild © Artelino Kunstauktionen. (Letzter Zugriff: 2011/7).

Auf dem Kopf trägt Benten eine Schlange und ein torii, in der Hand hält sie ein Wunschjuwel. Das Bild ist Teil eines Tryptichons. Rechts und links sind die Wind- und Donnergott von Asakusa zu sehen.

Utagawa Kunisada Glücksgöttin Benten
Shunga kunisada.jpg Utagawa Kunisada Vulva-Gottheit auf Phalli thronend.
Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Utagawa Kunisada. Ca. 1840
Bild © Nichibunken. (Letzter Zugriff: 2016/8).
Utagawa Kunisada Vulva-Gottheit auf Phalli thronend
Hosogami kunisada2.jpg Utagawa Kunisada Seuchengottheit.
Buchillustration (Papier) von Utagawa Kunisada (1786–1864). Edo-Zeit; aus Yu no o tōge no mago Jakushi (Jippensha Ikku), 1819
Bild © Waseda University Library. (Letzter Zugriff: 2015/11/25).

Eine Pockengottheit (hōsōgami), hier eine Art Geist mit den Merkmalen eines Pockenkranken. Im Korb auf seinem Rücken erkennt man unter anderem Daruma, der helfen soll, die Pocken zu vertreiben. Derartige Figuren können Krankheiten sowohl hervorbringen als auch tilgen.

Utagawa Kunisada Seuchengottheit
Kachikachiyama.jpg Utagawa Kunisada Hase und Tanuki.
Farbholzschnitt, yōkai (Papier, Farbe) von Utagawa Kunisada. 1840; aus der Serie Mokkadogonsui no uchi (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wassser)
Bild © The British Museum. (Letzter Zugriff: 2018/2/20).

Szene aus dem Märchen Kachi-kachi Yama, von Kabuki-Schauspielern dargestellt. Ein Hase rächt die Untat eines tanuki, indem er das Bündel Holz, das der tanuki trägt, anzündet. Das Märchen wurde 1840 im Kabuki-Theater auf die Bühne gebracht. Die Szene wird hier mit dem Element „Feuer“ aus der Lehre der Fünf Wandlungsphasen (gogyō) assoziiert.

Utagawa Kunisada Hase und Tanuki
Amanojaku.jpg Utagawa Kunisada Geschlechtsverkehr der bösen Geister (ama no jaku).
Farbholzschnitt, shunga von Utagawa Kunisada. Edo-Zeit.

Ama no jaku sind Kobolde, die böswillig allerlei Verdrehungen bewirken, also „perverse“ Geister im wörtlichen Sinne.

Utagawa Kunisada Geschlechtsverkehr der bösen Geister
Ise sangu.jpg Utagawa Kunisada Ise Pilger.
Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Utagawa Kunisada (Toyokuni III, 1786–1865). 1834; aus Sutsuru mōshi besshū (Takizawa Bakin); Höhe 36cm
Bild © Waseda University Library. (Letzter Zugriff: 2016/9/6).

Dichtes Gedränge von diversen Pilgern und Pilgergruppen vor einem torii das den Eingang des Areals von Ise markiert. Im Hintergrund links ist die Uji-Brücke zu erkennen, im Hintergrund rechts eine Bühne mit Shamisen-Spielerinnen.

Utagawa Kunisada Ise Pilger
Tamamo toyokuni3.jpg Utagawa Kunisada Tryptichon mit Tamamo no Mae und Yasunari.
Holzschnitt (Papier, Farbe) von Utagawa Kunisada. Edo-Zeit
Bild © Kinsei fūzoku zue database, Nichibunken, Kyōto. (Letzter Zugriff: 2016/9/5).

Tamamo no Mae mit Yasunari, dessen Spiegel sie und ihre Fuchsarmee mit wahrem Gesicht zeigt (re), sowie dem Bogenschützen Miura-no-suke, der sie schließlich zur Strecke bringen wird.

Utagawa Kunisada Tryptichon mit Tamamo no Mae und Yasunari
Iwado kagura.jpg Utagawa Kunisada Amaterasu in der Felsspalte.
Farbholzschnitt von Utagawa Kunisada (1786–1865). Edo-Zeit, 1857
Bild © Lessing Photo Archive. (Letzter Zugriff: 2016/9/19).

Andere Kopie: Bild:Iwado_kagura2.jpg

Utagawa Kunisada Amaterasu in der Felsspalte
Iwado kagura2.jpg Utagawa Kunisada Amaterasu tritt aus der Felsenhöhle.
Farbholzschnitt, kami (Papier, Farbe) von Utagawa Kunisada (1786–1865). 1857; 3 Blatt a 38 x 26 cm
Bild © Database of Folklore Illustrations, Nichibunken, Kyōto. (Letzter Zugriff: 2016/9/6).

Ukiyoe-Tryptichon mit dem Titel „Ursprung des Tanzes vor der Felsenhöhle“ (Iwato kagura no kigen). Dieser Tanz stellt die mythologische Szene nach, in der Amaterasu durch den Tanz von Ame no Uzume aus ihrer Felsenhöhle gelockt wird. Solche kagura-Tänze werden auch heute noch häufig aufgeführt. In der Darstellung ist deutlich die Kabuki-artige Schminke der Darsteller zu erkennen. Siehe auch Iwado_kagura.jpg.

Utagawa Kunisada Amaterasu tritt aus der Felsenhöhle
Amaterasu kunisada.jpg Utagawa Kunisada Amaterasu tritt aus der Höhle.
Farbholzschnitt, shinzō (Papier, Farbe) von Utagawa Kunisada (1786–1865), Detail. 1857
Bild © Fuji Arts. (Letzter Zugriff: 2011/8).

Die Darstellung stammt aus einem Tryptichon mit dem Titel „Ursprung des Tanzes vor der Felsenhöhle“ (Iwato kagura no kigen). Dieser Tanz stellt die mythologische Szene nach, in der Amaterasu durch den Tanz von Ame no Uzume aus ihrer Felsenhöhle gelockt wird. Solche kagura-Tänze werden auch heute noch häufig aufgeführt. In der Darstellung ist deutlich die Kabuki-artige Schminke der Darsteller zu erkennen. (Siehe auch iwado kagura2.jpg.)

Utagawa Kunisada Amaterasu tritt aus der Höhle
Izumo enmusubi.jpg Utagawa Kunisada (Tyokuni III) Kami-Versammlung in Izumo.
Farbholzschnitt, shinzō (Papier, Farbe) von Utagawa Kunisada (Tyokuni III) (1786–1865). Edo-Zeit, Mitte 19. Jh.; aus der Serie Izumo no kuni no taisha yaoyorozu no kamitachi enmusubi no kai no zu (Treffen der Götter im Großschrein des Landes Izumo, zum Knüpfen von Heiraten); Tryptichon
Bild © Waseda University. (Letzter Zugriff: 2018/9/6).

Darstellung der in der Edo-Zeit geläufigen Vorstellung, dass sich die Götter Japans alljährlich in Izumo zusammenfinden, um unter der Leitung des dortigen Gottes Ōkuninushi die Heiratsverbindungen des folgenden Jahres festzulegen. Ōkuninushi und Amaterasu sind hier als fürstliches Paar dargestellt, das die anderen Götter beim Ausrechnen und Notieren künftiger Paarungen überwacht. Als ihre Buchhalter fungieren Kasuga und Kashima Daimyōjin, weitere wichtige Schreingötter lassen sich anhand ihrer Namensschilder identifizieren. Außerhalb der Halle, unter einem heiligen Baum, scharen sich einfacher gekleidete Figuren, wahrscheinlich „Armen-Götter“ (binbōgami), um ein Lagerfeuer. Das Bild illustriert die Bedeutung von Izumos Ōkuninushi als Gott der ehelichen Verbindungen (enmusubi no kami).

Utagawa Kunisada (Tyokuni III) Kami-Versammlung in Izumo
Namazu ken zenkoji.jpg Utagawa Kuniteru Namazu, Amida und Geisha.
Welsbild, namazu-e (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniteru (1808–1876). Edo-Zeit
Bildquelle: University of Tōkyō Library. (Letzter Zugriff: 2016/8).

Das älteste erhaltene namazu-Motiv stellt eine Ken-Spiel-Situation dar. Von diesem Motiv gibt es einige Varianten, die alle von Utagawa Kuniteru 歌川国輝 (1808–1876) angefertigt wurden.

Hintergrund ist das Erdbeben im Tempel Zenkō-ji in Nagano (damals Shinano oder Shinshū) im Jahr 1847. Dieses Beben fand genau zu dem Zeitpunkt statt, als der Tempel seine berühmte Amida-Statue ausstellte und damit zahlreiche Pilger aus dem ganzen Land anzog. Viele Pilger fielen dem Beben zum Opfer, doch der Tempel selbst blieb weitgehend unversehrt, was als Wunder des Amida angesehen wurde.

Das Bild zeigt den Buddha Amida (der in späteren Bildern durch den Gott von Kashima ersetzt werden wird), den Erdbeben-Wels und eine Geisha. Wie beim Ken-Spiel üblich ist jeder von ihnen einem überlegen, dem anderen unterlegen: Amida ist stärker als Namazu, Namazu ist stärker als Geisha, Geisha ist stärker als Amida, was vielleicht als Seitenhieb auf den Buddhismus zu verstehen ist. Große buddhistische Tempel boten nämlich Ende der Edo-Zeit stets auch Vergnügungs- und Freuden­vierteln Platz — so auch der Zenkō-ji in Nagano.

Der Text enthält zum einen ein „Ken-Lied“, das humoristisch auf die Ereignisse Bezug nimmt, zum anderen eine Kurzdarstellung der Zerstörungen im Nachrichtenstil. Wie die meisten Welsbilder zählt auch dieses zum Genre der kawaraban, einer Art Zeitung der späten Edo-Zeit.

Bilderläuterung: Miyata Noboru, Takada Mamoru, Namazue: Shinsai to Nihon bunka. Tōkyō: Ribun Shuppan, 1995, S. 240–41 (#2)

Utagawa Kuniteru Namazu, Amida und Geisha
Tengu no ran.jpg Utagawa Kuniteru Aufstand der Tengu-Partei, 1864.
Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniteru (1808–1876)
Bild © Wikimedia Commons. (Letzter Zugriff: 2016/9/18).

Aufständische Vassallen von Mito in einer militärischen Konfrontation mit den Truppen des bakufu, die als Aufstand der Tengu-Partei (tengu-tō no ran, 1864–65) in die Geschichte einging. Auf ihrem Banner haben die Tennō-treuen Mito-Kämpfer den Wahlspruch sonnō jōi, „Ehrt den Kaiser, verjagt die Barbaren“, angebracht. In diesem Fall kämpfte aber selbst das Fürstenhaus von Mito auf der Seite des Shōgunats gegen die eigenen Vasallen.

Utagawa Kuniteru Aufstand der Tengu-Partei, 1864
Sojobo.jpg Utagawa Kunitsuna Tengu-Meister Sōjōbō.
Farbholzschnitt, yōkai von Utagawa Kunitsuna (1805–1868); Tryptichon
Bildquelle: Karasu Tengu. (Letzter Zugriff: 2016/8).

Tengu-Meister Sōjōbō beobachtet die Fortschritte seines Schützlings Ushiwakamaru (Minomoto no Yoshitsune), der sich in der Schwertkunst (Holzschwert) mit jungen Krähen-tengu misst.
Der berühmte Feldherr Minamoto no Yoshitsune (1159–1189) war Halbwaise und verbrachte seine Kindheit im Tempel Kurama nördlich von Kyōto, in dessen Nähe der tengu Sōjōbō gehaust haben und Yoshitsune (bzw. Ushiwakamaro, wie er als Kind hieß) in der Kunst des Schwertkampfs zur Perfektion gebracht haben soll. Yoshitsune ist einer der beliebtesten Helden Japans. Das Motiv seines Schwerttrainings bei den tengu wurde von den ukiyo-e-Künstlern der Edo Zeit häufig dargestellt.

Utagawa Kunitsuna Tengu-Meister Sōjōbō
Tamamo kuniyoshi3.jpg Utagawa Kuniyoshi Mönch Gennō.
Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi. Ca. 1850, Sangoku yōko zue („Fuchsmonster aus drei Reichen“); 37,6 x 25,9 cm
Bild © The British Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/19).

Der Zenmönch Gennō Shinshō befriedet den Geist der Tamamo no Mae und beseitigt damit den Fluch des Todessteins, in den sich Tamamo schlussendlich verwandelt hat. Der volle Titel des Bildes lautet: „Gennō tut einen Scheltschrei und bringt damit den Geis des bösen Fuchses zum Verschwinden“ (Gennō ikkatsu shite akuko no rei o metsu su).

Utagawa Kuniyoshi Mönch Gennō
Asakura togo kuniyoshi.jpg Utagawa Kuniyoshi Der Totengeist des Asakura Tōgo (Asakura Tōgo no bōrei).
Farbholzschnitt, yūrei (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi (1797–1861). 1851; 36,5 x 24,8 cm
Bildquelle: The British Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/19).

Das Bild zeigt den Kabuki-Schauspieler Ichikawa Kodanji IV in der Rolle des Totengeist (yūrei) Asakura Tōgo, im Stück Higashiyama sakura zoshi. In dieser Darstellung ist die, für japanische Gespenster typische, schlaffe Handhaltung ganz besonders gut zu erkennen.

Utagawa Kuniyoshi Der Totengeist des Asakura Tōgo
03tiger.jpg Utagawa Kuniyoshi Kashiwade no Omi (Tiger).
Farbholzschnitt, nishikie (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi (1797–1861); aus der Serie Buyū mitate jūnishi (Die Zwölf Tierkreiszeichen als Helden), 1840
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/9/18).

In einer gebirgigen Schneelandschaft kommt es zu einem tödlichen Duell zwischen einem Krieger und einem Tiger (tora). Der Krieger ist Kashiwade no Omi, ein Held aus der mythologischen Chronik Nihon shoki zur Zeit des Kaisers Kinmei (509–571). Auf einer diplomatischen Mission nach Korea wird Kashiwades Sohn von dem Tiger gefressen, worauf er das Tier eigenhändig zur Strecke bringt. Das Motiv wurde von Kuniyoshi mehrfach illustriert.

Utagawa Kuniyoshi Kashiwade no Omi (Tiger)
Benkei kuniyoshi.jpg Utagawa Kuniyoshi Kriegermönch Musashi-bō Benkei.
Farbholzschnitt von Utagawa Kuniyoshi. Ca. 1832.

Der Kriegermönch Benkei, der treueste Vasall des Helden Minamoto no Yoshitsune.

Utagawa Kuniyoshi Kriegermönch Musashi-bō Benkei
04hase.jpg Utagawa Kuniyoshi Iga Jutarō (Hase).
Farbholzschnitt, nishikie (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi (1797–1861); aus der Serie Buyū mitate jūnishi (Die Zwölf Tierkreiszeichen als Helden), 1840
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2014/1).

Ein ältlicher Krieger hält einen gehäuteten Hasen (u) in der linken und ein großes Küchenmesser in der rechten Hand. Die Szene findet unter einem Baldachin mit buddhistischer Svastika, also in einem Tempel statt. Das Bild zeigt Iga Jutarō, einen Krieger der späteren Heian Zeit, bei einem Hasenopfer, welches in einem buddhistischen Tempel ein Sakrileg darstellt.

Utagawa Kuniyoshi Iga Jutarō (Hase)
Tamamo kuniyoshi.jpg Utagawa Kuniyoshi Die Enttarnung der Tamamo no Mae (Abe no Yasuchika Tamamo no Mae o inoru).
Holzschnitt (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi (1797–1861). Um 1835; 37.4 x 26 cm
Bild © Museum of Fine Art, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/9/19)
William Sturgis Bigelow Collection.

Exorzismus der Tamamo no Mae durch Abe no Yasunari (hier: Yasuchika) mit Hilfe eines Spiegels, in dem sie als neunschwänziger Fuchs erscheint.

Utagawa Kuniyoshi Die Enttarnung der Tamamo no Mae
Uzume Sarutahiko ningyo kuniyoshi.jpeg Utagawa Kuniyoshi Ame no Uzume und Sarutahiko.
Farbholzschnitt, kami (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi. Späte Edo-Zeit, 1856; aus der Serie Fūryū ningyō no uchi („Moderne Puppenfiguren“); 2 mal 25 x 36 cm
Bild © The Oriental Library, Tōhō bunko. (Letzter Zugriff: 2013/5).

Begegnung von Ame no Uzume und Sarutahiko. Im Hintergrund das Urgötterpaar Izanagi und Izanami. Die für Kuniyoshi untypisch naive, fast plumpe Darstellung könnte dem Umstand geschuldet sein, dass hier für eine Ausstellung lebensechter Puppen geworben wird, die 1855–56 in Edo stattfand. Kuniyoshi scheint sich an das Erscheinungsbild der Götter in der Ausstellung gehalten zu haben.

Utagawa Kuniyoshi Ame no Uzume und Sarutahiko
05drache.jpg Utagawa Kuniyoshi Susanoo no Mikoto (Drache).
Farbholzschnitt, kami (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi (1797–1861); aus der Serie Buyū mitate jūnishi (Die Zwölf Tierkreiszeichen als Helden), 1840
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2014/1).

Ein bloßfüßiger Krieger mit offenem Haar und gezücktem Schwert steht nächtens auf einer Klippe und blickt konzentriert in die Wellen des Meeres, wo undeutlich die Gestalt eines Drachens (tatsu) sichtbar wird. Der Krieger ist der mythologische Gott Susanoo, der sich anschickt, die Menschheit vom menschenfressenden Ungeheuer Yamata no Orochi (in den Mythen als „Schlange“ bezeichnet) zu befreien.

Utagawa Kuniyoshi Susanoo no Mikoto (Drache)
Yaegakihime.jpg Utagawa Kuniyoshi Yaegaki-hime.
Farbholzschnitt (Papier) von Utagawa Kuniyoshi (1797–1861). Edo-Zeit, 1852, Kisokaidō rokujūkyū tsugi no uchi (69 Stationen des Kiso Kaidō); 35,2 x 24,5 cm
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/8/8).

Die Kabuki-Heldin Yaegaki-hime mit dem heiligen Helm der Takeda, der mit Fuchsmagie ausgestattet ist. Füchse helfen ihr, den schweren Helm zu tragen.

Utagawa Kuniyoshi Yaegaki-hime
06schlange.jpg Utagawa Kuniyoshi Nitta Shirō (Schlange).
Farbholzschnitt, nishikie (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi (1797–1861); aus der Serie Buyū mitate jūnishi (Die Zwölf Tierkreiszeichen als Helden), 1840
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2014/1).

Ein Krieger stößt im Licht seiner Fackel auf einige Schlangen (mi), während eine weibliche Gottheit, die auf einer Schlange reitet, ihn zu beschützen scheint. Es handelt sich um den Krieger Nitta Tadatsune, einen Vasallen von Minamoto Yoritomo, der eine Höhle des Berges Fuji erkundet. Er trifft auf die Göttin des Bergs (Konohana Sakuya-hime), die hier das Aussehen von Bodhisattva Kannon angenommen hat (Kannon reitet seinerseits bisweilen auf einem Drachen.) Das Motiv von Nittas unerschrockenem Gang durch die Höhle findet sich häufig auf Ukiyoe.

Utagawa Kuniyoshi Nitta Shirō (Schlange)
Amagoikomachi kuniyoshi.jpg Utagawa Kuniyoshi Die Regenbitte der Ono no Komachi.
Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi. Ca. 1837; 35,7 x 24,5cm, Mittelteil eines Tryptichons
Bild © The British Museum, #1902,0212,0.341. (Letzter Zugriff: 2019/1/10).

Die Dichterin Ono no Komachi führt während einer Dürre einen Regenbittritus (amagoi) durch, indem sie ein Regengedicht als Opfergabe für die Götter darbringt.

Utagawa Kuniyoshi Die Regenbitte der Ono no Komachi
07pferd.jpg Utagawa Kuniyoshi Soga Gorō (auf Pferd).
Farbholzschnitt, nishikie (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi (1797–1861); aus der Serie Buyū mitate jūnishi (Die Zwölf Tierkreiszeichen als Helden), 1840
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2014/1).

Ein entschlossener Held auf einem kraftvollen, sich aufbäumenden Pferd (uma): Im Wissen um die Aussichtslosigkeit seines Unterfangens macht sich Soga Gorō, der jüngere der beiden unglücklichen Soga-Brüder, auf, um den Tod seines Vaters zu rächen. Seine Rache gilt dem ersten Minomoto Shōgung Minamoto no Yoritomo (1146–1199) und wird scheitern. Doch selbst Yoritomo ist beeindruckt von der kindlichen Pietät der jugendlichen Helden. Das Motiv hängt eng mit dem vorigen Bild der gleichen Serie zusammen, auf dem Nitta zu sehen ist, der den älteren Soga Bruder im Auftrag Yoritomos zur Strecke brachte.

Utagawa Kuniyoshi Soga Gorō (auf Pferd)
12eber kuniyoshi.jpg Utagawa Kuniyoshi Yūryaku Tennō (Eber).
Farbholzschnitt, nishikie (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi (1797–1861); aus der Serie Buyū mitate jūnishi (Die Zwölf Tierkreiszeichen als Helden), 1840
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2014/1).

In einer gebirgigen Landschaft versetzt ein Mann in höfischer Tracht einem strauchelnden Eber (i) einen Tritt ins Genick. Es ist ein japanischer Herrscher des 5. Jahrhunderts, Yūryaku Tennō, der auf diese Weise ein Tier zur Strecke bringt, vor dem sein gesamtes Jagdgefolge Reißaus genommen hat. In der Folge droht er seine gesamte Entourage hinrichten zu lassen, doch dank der Fürbitte seiner Gemahlin besinnt er sich eines Besseren. Es ist dies eine der eindrucksvollsten Episoden des Nihon shoki aus der Regierungszeit Yūryakus, in der die brutale Entschlossenheit dieses semi-historischen Herrschers anschaulich zum Ausdruck kommt.

Utagawa Kuniyoshi Yūryaku Tennō (Eber)
11hund kuniyoshi.jpg Utagawa Kuniyoshi Hata Rokurōzaemon (Hund).
Farbholzschnitt, nishikie (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi (1797–1861); aus der Serie Buyū mitate jūnishi (Die Zwölf Tierkreiszeichen als Helden), 1840
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2014/1).

Ein stämmiger Krieger, der neben Schwert und Lanze auch Zimmermannsgeräte mit sich trägt, äugt misstrauisch nach hinten, an der Leine einen Hund (inu), der in die selbe Richtung blickt. Im Hintergrund die Banner eines (feindlichen?) Heeres. Hata Rokurōzaemon (auch Hata Tokoyoshi, ?–1342) war ein General der Nanboku-Zeit und wird im Heldenepos Taiheiki als loyaler Vasall der Ashikaga Shogune geschildert. Auch sein Hund findet dort Erwähnung.

Utagawa Kuniyoshi Hata Rokurōzaemon (Hund)
Tomomori kuniyoshi.jpg Utagawa Kuniyoshi Totengeist des Taira no Tomomori.
Farbholzschnitt, onryō (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi. Edo-Zeit, 1818; 36,3 x 51cm
Bild © Museaum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/9/6).

Die grollenden Totengeister (onryō) der Taira, angeführt von Taira no Tomomori (4. Sohn von Taira no Kiyomori) attackieren das Schiff von Minamoto no Yoshitsune. Seinem treuen Gefolgsmann Benkei, einem Kriegermönch, gelingt es mithilfe einer buddhistischen Gebetskette (juzu) den Spuk zu beenden. Kuniyoshi zeigt allerdings, wie Benkei (oben rechts) und ein anderer Krieger erfolglos versuchen, die Geister mit konventionellen Waffen abzuwehren.

Das Motiv ist als Funa Benkei (Benkei auf dem Schiff) auch als Nō-Drama bekannt.

Das Frühwerk Kuniyoshis ist eigentlich ein Tryptichon, auf dem rechts auch Yoshitsune selbst dargestellt ist.

Utagawa Kuniyoshi Totengeist des Taira no Tomomori
10hahn.jpg Utagawa Kuniyoshi Kaidō Maru (Hahn).
Farbholzschnitt, nishikie (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi (1797–1861); aus der Serie Buyū mitate jūnishi (Die Zwölf Tierkreiszeichen als Helden), 1840
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2014/1).

Ein kerniger nackter Bub betrachtet mit intensiver Neugier den Kampf zwischen einem Hahn (tori) und einem winzigen tengu. Kaidō Maru (Maru, das Gespensterkind), besser bekannt als Kintarō, lebt mit seiner Mutter, der wilden Berggöttin Yamauba, in der freien Natur und vergnügt sich mit den Tieren des Waldes. Später wird er unter dem Namen Sakata Kintoki zu einem der vier Getreuen des Heian-zeitl. Kriegers Minamoto no Yorimitsu werden, über deren Abenteuer u.a. das Konjaku monogatari (späte Heian-Zeit) berichtet. Kintarōs Sagen sind sozusagen das prequel dieser Heldengeschichten und stellen ein beliebtes ukiyoe-Motiv dar.

Utagawa Kuniyoshi Kaidō Maru (Hahn)
Uneme.jpg Utagawa Kuniyoshi Atsuta no En-Uneme.
Farbholzschnitt von Utagawa Kuniyoshi. 1842–43; aus der Serie Honchō nijūshi kō (Vierzwanzig Beispiele kindlicher Pietät aus Japan)
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2017/1/25).

Die tugendhafte En-Uneme bereitet sich mit einem shintōistischen Papieropferstab (gohei) auf die Begegnung mit einer bösen Schlangengottheit vor.

Das Bild entstammt einer Legende, die Anfang der Edo-Zeit unter dem Titel „Enneme aus Atsuta“ von Asai Ryōi (?–1691) verschriftlicht wurde. Die Legende berichtet von einem Waisenkind aus der Gegend des Atsuta Schreins (heute Nagoya), das in ärmlichen Verhältnissen bei einer Tante aufwächst und sich grämt, kein Grab für die Eltern errichten zu können. Sie verkauft sich einem Menschenhändler, um in einer Nachbarprovinz einer Schlangengottheit als Lebendopfer (ikenie) vorgeworfen zu werden, und gibt das Geld der Tante, um damit ein Grab für die Eltern zu finanzieren. Die Gottheit von Atsuta interveniert im letzten Moment und tötet die Schlange. Der eingeschriebene Text erzählt dies in folgenden Worten:

Atsuta no En-Uneme

Als Tochter aus namhaftem Haus verlor sie früh ihre Eltern. In ihrem 15. Jahr hörte sie, dass ein tugendhaftes Mädchen von 15 Jahren gesucht wird, um als Lebendopfer einer Riesenschlange aus Ashihara in der Provinz Suruga vorgeworfen zu werden. Selbst ohne Zukunft, verkaufte sie sich selbst als Lebendopfer. Kraft ihrer Kindesliebe erhielt sie den Schutz der Kami und Buddhas. Diese töteten die Schlange und ließen sie zum Himmel emporsteigen. Fürwahr, dies ist die Kraft kindlicher Pietät.

(Moderne Version der Legende: http://dl.ndl.go.jp/info:ndljp/pid/2201370)

Utagawa Kuniyoshi Atsuta no En-Uneme
08 ziege.jpg Utagawa Kuniyoshi Kan'u (Ziege).
Farbholzschnitt, nishikie (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi (1797–1861); aus der Serie Buyū mitate jūnishi (Die Zwölf Tierkreiszeichen als Helden), 1840
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2014/1).

In mondheller Nacht nippt ein imponierender Mann, den man aufgrund seines langen dreigeteilten Bartes als Chinesen identifizieren kann, versonnen aus einem Becher, während eine kleine Ziege (hitsuji) zu seinen Füßen im Gras äst. Guan Yu (jap. Kan'u, gest. 219), ein chinesischer General, war maßgeblich am Aufbau der Sui Dynastie beteiligt. Er wurde Gegenstand zahlreicher Legenden und in China sogar religiös verehrt. Vor allem durch den chinesischen Roman „Geschichte der Drei Reiche“ (Sanguo Yanyi, 16. Jh.) wurde er auch in Japan ein Inbegriff von Kriegskunst, Kaltblütigkeit und Loyalität. Das Motiv mit Becher und Ziege findet sich auch auf einem anderen Druck Kuniyoshis, der Zusammenhang ist mir jedoch unklar.

Utagawa Kuniyoshi Kan'u (Ziege)
09affe.jpg Utagawa Kuniyoshi Son Gokū (Affe).
Farbholzschnitt, nishikie (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi (1797–1861); aus der Serie Buyū mitate jūnishi (Die Zwölf Tierkreiszeichen als Helden), 1840
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2014/1).

Ein Affe (saru) mit Hosen aus Tigerfell erzeugt eine Armee von Schattenkriegern, die er auf ein Schwein hetzt, das sich mit einem Rechen verteidigt. Son Gokū (chin. Sun Wukong) ist ein legendäre Affe, der zur Strafe für seinen Hochmut an der Seite des buddhistischen Mönchs Xuanzang (602–664) für die Verbreitung des Buddhismus in China sorgen sollte. Das auf dem Bild dargestellte Schwein ist ebenfalls ein Begleiter des Mönchs, mit dem Affen aber in permanentem Clinch. Beide besitzen phantastische magische Kräfte. So jedenfalls erzählt es die „Reise nach Westen“, ein klassischer chinesischer Roman aus dem 16. Jh., der u.a. zur Vorlage der Manga- und Anime-Serie Dragonball Z wurde.

Utagawa Kuniyoshi Son Gokū (Affe)
Tanuki takeda kuniyoshi.jpg Utagawa Kuniyoshi Takeda Katsuchiyomaru und ein tanuki.
Farbholzschnitt, tanuki (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi (1797–1861). 1825–30; 39 x 26,3 cm
Bild © Freer/Sackler, The Smithonian Museums of Art. (Letzter Zugriff: 2018/2/19)
Anne van Biema Collection.

Der jugendliche Takeda Shingen (1521–1573; Kindheitsnamen: Katsuchiyomaru), einer der berühmtesten japanischen Feldherren, erprobt seine Kräfte in einem Kampf mit einem feindseligen tanuki.

Utagawa Kuniyoshi Takeda Katsuchiyomaru und ein tanuki
Kiyohime kuniyoshi.jpg Utagawa Kuniyoshi Die Schlangenfrau Kiyohime.
Farbholzschnitt, nishikie (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi (1797–1861); aus der Serie Honchō musha kagami (Spiegel der Krieger unseres Landes), 1855
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/8)
William Sturgis Bigelow Collection.

Kiyohime, die sich zur Hälfte in eine Schlange verwandelt hat, windet sich um eine Tempelglocke, unter der ihr ehemaliger Geliebter Zuflucht vor ihrer Rache gesucht hat.

Utagawa Kuniyoshi Die Schlangenfrau Kiyohime
01ratte kuniyoshi.jpg Utagawa Kuniyoshi Der Mönch Raigō (Ratte).
Farbholzschnitt, nishikie (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi (1797–1861); aus der Serie Buyū mitate jūnishi (Die Zwölf Tierkreiszeichen als Helden), 1840
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2014/1).

Ein buddhistischer Mönch zerwühlt eine Schriftrolle, deren Schriftzeichen sich in eine Horde von Ratten (ne) verwandeln. Es handelt sich um Raigō (1002–1084) aus dem Tempel Miidera, der die Sutren des Klosterbergs Hiei mithilfe von Ratten vernichtet (nach einer anderen Version verwandelt er sich dabei selbst in eine Ratte), um sich an Kaiser und Konkurrenten zu rächen. Im Vordergrund der Gelehrte Ōe Masafusa. Mehr dazu auf der Seite Rituelle Verwuenschungen.

Utagawa Kuniyoshi Der Mönch Raigō (Ratte)
OkinoJiroHiroari tengu kuniyoshi.jpg Utagawa Kuniyoshi Der Meisterschütze Hiroari erlegt ein tengu-artiges Monster (Oki Shirō Hiroari).
Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi. C. 1820; 37,6 x 25,7 cm
Bild © The British Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/19).

Der Meisterschütze Hiroari erlegt ein tengu-artiges Monster. Die dargestellte Episode beruht auf einer Erzählung aus dem Kriegerepos Taiheiki. Bei dem hier besiegten Monster handelt es sich streng genommen nicht um einen Tengu, sondern, laut Taiheiki (Bd. 12), um einen Vogel mit dem Leib einer Schlange und dem Gesicht eines Menschen, der 1,6 (4,8 m, die Größe eines Buddhas) maß. Sein giftiger Atem führte im Jahr 1334 zu einer Seuche, die durch die Heldentat des Hiroari beendet wurde. Der Vogel soll die Menschen außerdem durch seinen Ruf itsumade, itsumade („bis wann, bis wann“) geängstigt haben, und wird daher auch so bezeichnet.

Utagawa Kuniyoshi Der Meisterschütze Hiroari erlegt ein tengu-artiges Monster
02ochse kuniyoshi.jpg Utagawa Kuniyoshi Der Bandit Kidō Maru (Ochse).
Farbholzschnitt, nishikie (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi (1797–1861); aus der Serie Buyū mitate jūnishi (Die Zwölf Tierkreiszeichen als Helden), 1840
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2014/1).

Eine zwielichtige Gestalt betrachtet selbstzufrieden ihr Spiegelbild in einem nächtlichen Weiher. Es ist der Bandit Kidō Maru, der dem Helden Minamoto Raikō auflauert. Er verbirgt sich dabei unter der Haut eines (hier schwer erkennbaren) Wasserbüffels (ushi), den er zuvor getötet hat. Die Geschichte stammt aus der mittelalterlichen Legendensammlung Kokon chōmonjū.

Utagawa Kuniyoshi Der Bandit Kidō Maru (Ochse)
Kuniyoshi kiyohime1.jpg Utagawa Kuniyoshi Die Schlangenfrau Kiyo-hime.
Farbholzschnitt (nishiki-e) (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi (1797–1861). Um 1845
Bild © The Kuniyoshi Project, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/9/18).

Kiyo-hime, die sich zur Hälfte in eine Schlange verwandelt hat, windet sich um eine Tempelglocke, unter der ihr ehemaliger Geliebter Zuflucht vor ihrer Rache gesucht hat.

Utagawa Kuniyoshi Die Schlangenfrau Kiyo-hime
Kuniyoshi raigo.jpg Utagawa Kuniyoshi Raigō Ajari.
Farbholzschnitt, ukiyoe (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi (1798–1861). 19.Jh
Bild © The Kuniyoshi Project. (Letzter Zugriff: 2016/9/19).

Der Mönch Raigō vernichtet aus Enttäuschung über ein gebrochenes Versprechen wertvolle Sutrenrollen und widersetzt sich allen Versuchen der Beschwichtigung durch den Gelehrten Ōe no Masafusa.

Utagawa Kuniyoshi Raigō Ajari
Kuzunoha kuniyoshi.jpg Utagawa Kuniyoshi Die Füchsin Kuzunoha (Kuzu no ha kitsune).
Farbholzschnitt, nishikie (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi; aus der Serie Genji kumo ukiyo e-awase („Vergleiche von Bildern der Fließenden Welt mit den Wolken des Genji monogatari“), Kapitel 2, 1844/45
Bild © Kichō shiryō gazō database, Tōkyō Metropolitan Library. (Letzter Zugriff: 2011/10).

Auf dieser Darstellung wird der verräterische Schatten der Fuchsfrau (Kuzunoha) besonders hervorgehoben.

Utagawa Kuniyoshi Die Füchsin Kuzunoha
Kuzunoha kuniyoshi2.jpg Utagawa Kuniyoshi Kuzunoha in ihrer Wechselgestalt von Frau und (trauernder) Füchsin.
Holzschnitt (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi. 1852; aus der Serie „Die 69 Stationen der Kiso-Route“
Bild © Japanese Finearts. (Letzter Zugriff: 2014/8/30).

Neben Kuzunoha ist hier auch der Ehemann der Kuzunoha, Abe no Yasuna, dargestellt.

Utagawa Kuniyoshi Kuzunoha in ihrer Wechselgestalt von Frau und (trauernder) Füchsin
Jingoro kuniyoshi.jpg Utagawa Kuniyoshi Lebendige Löwenhunde (Hidari Jingoro).
Farbholzschnitt, komainu (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi; aus der Serie Chūkō meiyō kijin den (Wundersame Ruhmestaten der Loyalität und Pietät), 1845–1846; 36,4 x 24,9 cm
Bild © The British Museum. (Letzter Zugriff: 2019/9/19).

Der legendenumwobene Bildhauer Hidari Jingorō (Bildmitte) ist unter anderem als Schöpfer der „schlafenden Katze“ im Tōshō-gū in Nikkō bekannt. Seine geschnitzten Fabelwesen sollen so lebensecht gewesen sein, dass sie sogar Verbrecher, die es auf die Tochter des Fürsten abgesehen hatten, attackieren konnten. Auf Kuniyoshis Bild ist einer der Löwenhunde (komainu) mit Horn, der andere ohne dargestellt, was wohl als klassischen Form angesehen werden kann.

Utagawa Kuniyoshi Lebendige Löwenhunde
Mongolen kuniyoshi.jpg Utagawa Kuniyoshi Götterwinde.
Farbholzschnitt, nishiki-e (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi (1797–1861). Edo-Zeit; aus der Serie Kōso go-ichidai ryaku zu (Illustrierte Biographie des ersten Patriarchen [der Nichiren-Schule]), 1835–36
Bild © Tokyo Metropolitan Art Museum. (Letzter Zugriff: 2016/4).

Der Holzschnitt zeigt, wie die mongolische Flotte an der Küste Kyūshūs im Jahr 1281 von „göttlichen Winden“ (kamikaze) zerstört wird. Im Vordergrund werden versprengte mongolische Angreifer niedergemetzelt. Das Bild enstammt einer Serie zur Biographie Nichirens und hat insofern mit dem Leben dieses buddhistischen Ordensgründers zu tun, als die Winde unter anderem auf Nichirens Gebete zurück geführt wurden. Am rechten Bildrand ist daher zu lesen: „Niederlage der Mongolen im Jahr 1281 durch die Verdienste des Heiligen [Nichiren].“

Utagawa Kuniyoshi Götterwinde
Nichiren exile kuniyoshi.jpg Utagawa Kuniyoshi Nichiren im Exil auf Sado.
Farbholzschnitt, nishiki-e (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi (1797–1861). Edo-Zeit; aus der Serie Kōso go-ichidai ryaku zu (Illustrierte Biographie des ersten Patriarchen [der Nichiren-Schule]), 1835–36; 22,1 x 34,6 cm
Bild © Tokyo National Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/6)
Rogers Fund, 1918.

Nichiren ist eben auf der Insel Sado ausgesetzt worden und bahnt sich seinen Weg durch den Schnee. Szene aus einer mehrteiligen Serie zum Leben Nichirens, der sich besonders unter der Stadtbevölkerung der Edo-Zeit einer großen Beliebtheit erfreute.

Utagawa Kuniyoshi Nichiren im Exil auf Sado
Oiwa kuniyoshi.jpg Utagawa Kuniyoshi Lampiongespenst Oiwa.
Farbholzschnitt, yūrei von Utagawa Kuniyoshi. 1836
Bildquelle: Lyon Collection. (Letzter Zugriff: 2016/9/5).

Oiwa ist eben aus dem Lampion getreten und trägt ihr ungeborenes Kind mit sich, das hier die Züge des Jizō Bosatsu angenommen hat. Kuniyoshi betont in dieser Version ganz besonders Oiwas durch Gift entstelltes Gesicht mit dem einen hervorquellenden Auge. Das Bild entstand anlässlich einer Kabuki-Aufführung 1836 mit Onoe Kikugorō III in der Rolle der Oiwa.

Utagawa Kuniyoshi Lampiongespenst Oiwa
Nichiren regen kuniyoshi.jpg Utagawa Kuniyoshi Nichiren betet erfolgreich um Regen.
Farbholzschnitt, nishiki-e (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi (1797–1861). Edo-Zeit; aus der Serie Kōso go-ichidai ryaku zu (Illustrierte Biographie des ersten Patriarchen [der Nichiren-Schule]), 1835–36
Bild © The British Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9).

Diese Episode aus dem Leben Nichirens erzählt von einer großen Dürre, die Kamakura im Jahr 1271 (damals Hauptstadt) heimgesucht hatte. Die Regierung befahl den wichtigsten Tempeln, Regenbitt-Zeremonien (amagoi) durchzuführen, doch nichts half, bis endlich Nichiren auf den Plan trat. Er rezitierte (wie immer) seine schlichte „Anrufung des Lotos Sutra“ (namu myōhō renge kyō) und siehe da, der Regen kam.

Utagawa Kuniyoshi Nichiren betet erfolgreich um Regen
Inari kuniyoshi2.jpg Utagawa Kuniyoshi Die Gottheit Inari.
Farbholzschnitt, tenbu von Utagawa Kuniyoshi. Edo-Zeit
Bildquelle: Wikimedia Commons. (Letzter Zugriff: 2016/8).

Die Gottheit Inari auf einem weißen Fuchs (kitsune) erscheint dem Krieger Taira no Kiyomori.

Utagawa Kuniyoshi Die Gottheit Inari
Kiyomori miyajima.jpg Utagawa Kuniyoshi Kiyomori in Itsukushima.
Farbholzschnitt, ukiyo-e (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi. 1842/43; 36,7 x 73,7 cm.

Das Bild illustriert eine Legende, laut der Kiyomori versuchte, die Sonne durch Bannsprüche am Untergehen zu hindern. Der Grund war sein Schwur, den Ausbau der Schreinanlage von Itsukushima bis zu einem bestimmten Tag zu vollenden. Als das Vorhaben knapp zu scheitern drohte, wollte er den Tag nicht enden lassen, um sein Vorhaben doch noch zu realisieren. Kiyomori wird im übrigen mit Mönchstonsur dargestellt, da er dem buddhistischen Laienmönchsstand beigetreten war.

Utagawa Kuniyoshi Kiyomori in Itsukushima
Hosogami tametomo kuniyoshi.jpg Utagawa Kuniyoshi Tametomo und die Pockengötter.
Farbholzschnitt, hōsō-e (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi. Edo-Zeit, 1843–47
Bildquelle: Nippon Design, Blog. (Letzter Zugriff: 2016/9/5).

Der Held Minamoto no Tametomo schwört die Pockengötter (hōsōgami), u.a. auch Daruma, auf den Kampf gegen die Pocken ein.

Utagawa Kuniyoshi Tametomo und die Pockengötter
Daruma kuniyoshi.jpg Utagawa Kuniyoshi Selbstportrait als Daruma.
Farbholzschnitt, ukiyoe (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi (1797–1861); aus Ansei kenmonshi (Reportage des Ansei [Erdbebens]), 1856
Bild © Waseda University Library. (Letzter Zugriff: 2016/8).

Dieses Bild ziert das Deckblatt einer illustrierten Reportage über das Große Erdbeben in Edo, 1855 (Ansei 2). Kuniyoshi hat diesem Daruma nicht nur seine eigenen Gesichtszüge verliehen, er versetzt ihn auch aus seiner Höhle in ein von vom Erdbeben zerstörtes Haus. Außerdem erkennt man im Mönchsgewand ein Gesicht mit weit aufgerissenem Maul, das für den Eingeweihten eindeutig das Gesicht eines Welses ist. Es handelt sich also um den Erdbebenwels (namazu), eine legendäre Gestalt, die damals als Verursacher des Erdbebens angesehen und von den ukiyo-e Künstlern halb im Ernst, halb scherzhaft in jedem nur erdenklichen Kontext dargestellt wurde. Das Bild trägt ein Gedicht mit folgendem Inhalt:

Erkenne, auch das ist die „Torlose Schranke“ des Zen:
Wenn alles zusammenfällt, bleibt nichts mehr übrig.

Angesichts der Katastrophe werden die Spekulationen über Erleuchtung und „Nichts“ aus dem Zen Klassiker „Torlose Schranke“ (Mumonkan) hier satirisch auf einen konkreten Nenner gebracht.

 

Utagawa Kuniyoshi Selbstportrait als Daruma
Daruma soba kuniyoshi.jpg Utagawa Kuniyoshi Daruma im Nudel-Restaurant.
Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi. 1852
Bild © The British Museum. (Letzter Zugriff: 2016/8).
Utagawa Kuniyoshi Daruma im Nudel-Restaurant
Rashomon kuniyoshi.jpg Utagawa Kuniyoshi Hannya-Dämonin.
Farbholzschnitt, oni (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi (1797–1861). Ca. 1825; 38,1 x 25,8 cm
Bild © Freer / Sackler, The Smithonian Museums of Asian Art. (Letzter Zugriff: 2016/9/19)
The Anne van Biema Collection.

Der wackere Watanabe Tsuna wird heimtückisch von hinten attackiert, kann der Dämonin (hannya) aber mit dem Schwert einen Arm abtrennen.

Utagawa Kuniyoshi Hannya-Dämonin
Fujin kuniyoshi.jpg Utagawa Kuniyoshi Wind- und Donnergott (Fūjin raijin zu).
Farbholzschnitt, tenbu (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi (1797–1861); aus der Serie Shūeki hakke e (Die acht Trigramme des Yijing); zweimal 37 x 25,5 cm
Bild © Museum of Fine Art, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/9)
William Sturgis Bigelow Collection.

Darstellung des Fūjin und Raijin.
Den acht Trigrammen des Yijing sind unter anderem Elemente der Natur zugeordnet, z.B. Wind und Donner. Außerdem stehen die Trigramme auch für Himmelsrichtungen. Auf diese Weise entspricht der Donner dem Osten und der Wind dem Südosten. Seltsam sind die Tierbegleiter der beiden, Hahn und Hund. Man würde vermuten, dass sie den Tierkreiszeichen entnommen sind, die ja ebenfalls Himmelsrichtungen ausdrücken können, doch entspricht der Hahn dem Westen und der Hund im Verein mit dem Wildschwein dem Nordwesten.

Utagawa Kuniyoshi Wind- und Donnergott
Daruma yokai kuniyoshi.jpg Utagawa Kuniyoshi Daruma als yōkai.
Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi, Detail; aus der Serie Minamoto no Yorimitsu-kō no yakata ni tsuchigumo yōkai o nasu zu (Im Hause des Minamoto no Yorimitsu erzeugt der Erdspinnerich Monster, 1843
Bild © The British Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/5).

Das Bild entstammt einem Tryptichon, auf dem Minamoto no Yorimitsu mit seinen Getreuen von einem Erdspinnerich umgarnt wird. Im Gefolge des Spinnenmonsters befinden sich die hier dargestellten yōkai-Gespenster, befehligt von einem Daruma (Figur in Rot).

Utagawa Kuniyoshi Daruma als yōkai
Takarabune kuniyoshi.jpg Utagawa Kuniyoshi (li.), Utagawa Kunisada (Mitte) und Keisai Eisen (re.) Schatzschiff der Glücksgötter (takarabune).
Farbholzschnitt (dreiteilig), fukujin (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi (li.), Utagawa Kunisada (Mitte) und Keisai Eisen (re.). Späte Edo-Zeit, Mitte 19.Jh.
Bild © The British Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/19).

Die Sieben Glückgötter (Shichi Fukujin) in ihrem Schatzboot (takarabune), das in diesem Fall ein lebender Drache zu sein scheint, der seine Haut zu einem Schiff inklusive Segel aufgebläht hat. Inmitten ihrer diversen Schätze feiern die Götter ein kleines Fest: In der Bildmitte vollführen Ebisu und der greise Fukurokuju einen pantomimischen Tanz; Daikoku (rechts) und Bishamon-ten (links) benützen ihre Geräte als Rhythmusinstrumente; auch Jurōjin (links) klatscht in die Hände; Hotei (rechts) scheint sich glänzend zu amüsieren, während Benzaiten (Mitte) sich als einzige etwas distanziert gibt. Umringt wird das Schiff von Kranich und Schildkröte, den Symboltieren des Langen Lebens, im Hintergrund ragt Berg Fuji empor.

Szenen wie diese sollte man besonders zu Neujahr auch in den eigenen Träumen sehen. Dann — so glaubte man jedenfalls in der Edo-Zeit und glaubt es teils noch heute — würde das Jahr ein glückliches werden.

Bemerkenswert ist, dass es sich hier um eine Gemeinschaftsproduktion der drei führenden Vertreter der Utagawa Schule handelt.

Utagawa Kuniyoshi (li.), Utagawa Kunisada (Mitte) und Keisai Eisen (re.) Schatzschiff der Glücksgötter
Susanoo toyokuni.jpg Utagawa Toyokuni Susanoo und die Schlange Yamata no Orochi.
Farbholzschnitt, kami (Papier, Farbe) von Utagawa Toyokuni (1769–1825). Spätere Edo-Zeit; 2 x 39.7 x 26.3 cm
Bild © Tokyo National Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/19).

Susanoo rettet Prinzessin Kushinada vor der achtköpfigen Schlange (hebi). Im Vordergrund acht Töpfe mit Sake, Susanoos Trick, um das Monster betrunken zu machen. Wie für viele ukiyo-e der mittleren Periode typisch, ist der Held mit den Zügen eines Kabuki-Schauspielers ausgestattet.

Utagawa Toyokuni Susanoo und die Schlange Yamata no Orochi
Uzume toyokuni.jpg Utagawa Toyokuni Ame no Uzume in Gestalt eines Kabuki-Schauspielers.
Farbholzschnitt, kami (Farbe, Papier) von Utagawa Toyokuni (1769–1825), Detail; aus der Serie Iwato kagura no hajimari („Ursprung des kagura-Tanzes des Felsenhöhle“)
Bild © Kichō shogazō database, National Diet Library. (Letzter Zugriff: 2016/9/18).

Ame no Uzume (rechts) mit anderen Göttern, die Amaterasu aus der Höhle locken wollen. Die Figuren tragen die Züge von Kabuki-Schauspielern, sind also relativ nahe an einer tatsächlichen Aufführung der Szene. Teil eines Tryptichons.

Utagawa Toyokuni Ame no Uzume in Gestalt eines Kabuki-Schauspielers
Kuzunoha toyokuni.jpg Utagawa Toyokuni Die Füchsin Kuzunoha.
Farbholzschnitt, nishikie (Papier, Farbe) von Utagawa Toyokuni (1769–1825). 1861
Bild © National Diet Library, Tōkyō. (Letzter Zugriff: 2016/9/5).

Die Fuchsmutter Kuzunoha schreibt, ihr Kind in den Armen, ihr Abschiedsgedicht. Die Figur der Mutter ist für Eingeweihte als Portrait des Kabuki-Schauspielers Nakamura Shikan IV (1831–1899) zu identifizieren.

Utagawa Toyokuni Die Füchsin Kuzunoha
Shunga toyokuni.jpg Utagawa Toyokuni I Der hodenstraffende Brecheisen-Penis-Gott (Kanateko mara jinbari myōjin 鉄梃陰茎腎張明神).
Farbholzschnitt, shunga (Papier, Farbe) von Utagawa Toyokuni I. 1823
Bild © AK-Antiek. (Letzter Zugriff: 2016/8).
Utagawa Toyokuni I Der hodenstraffende Brecheisen-Penis-Gott
Koheiji toyokuni.jpg Utagawa Toyokuni I Totengeist des Kohada Koheiji.
Farbholzschnitt, bakemono (Papier, Farbe) von Utagawa Toyokuni I (1769–1825). 1808
Bildquelle: The British Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/5).

Das Bild entstand im Zusammenhang mit der Uraufführung des Kabukistückes Iroiri otogi zōshi, 1808, in dem es um die Ermordung des Kohada Koheiji durch seine seine Frau und deren Liebhaber geht. Das Bild zeigt den Moment der Rache, als der Geist des Koheiji den Kopf seiner Frau in seinen Zähnen hält. Beide Gesichter tragen im übrigen die Züge des Kabuki Schauspielers Onoe Matsusuke I (1744–1815), der offenbar eine Doppelrolle spielte, wie in der Bildinschrift vermerkt ist. In viel düsterer Form taucht das Motiv auch sechzig Jahre später bei Kawanabe Kyosai auf.

Utagawa Toyokuni I Totengeist des Kohada Koheiji
Kuzunoha toyokuni2.jpg Utagawa Toyokuni II Die Fuchsmutter Kuzunoha.
Farbholzschnitt, nishiki-e (Papier, Farbe) von Utagawa Toyokuni II. Edo-Zeit
Bildquelle: National Diet Library. (Letzter Zugriff: 2016/9/6).

Die Haltung der Kuzunoha verrät ihre wahre Fuchsnatur.

Utagawa Toyokuni II Die Fuchsmutter Kuzunoha
Wakamochi.jpg Utagawa Yoshitora Mochitsuki der Reichseiniger.
Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Utagawa Yoshitora. 1849; ōban
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/9/5)
William Sturgis Bigelow Collection.

Die drei Reichseiniger beim mochitsuki, der Herstellung von Reisklößen für das Neujahrsfest. Oda Nobunaga schlägt den Reis zu Brei, Toyotomi Hideyoshi formt daraus Klöße, Tokugawa Ieyasu isst sie auf. Hideyoshi ist hier als Affe gezeichnet. Dies entspricht seiner Physiognomie und seinem Spitznamen, saru (Affe), den er angeblich von Nobunaga bekam.

Utagawa Yoshitora Mochitsuki der Reichseiniger
Meiji leaders.jpg Yamazaki Toshinobu Meiji Oligarchen.
Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Yamazaki Toshinobu (1857–1885). Meiji-Zeit, 1878; aus der Serie Dai-Nihon yūmei kagami; 34,9 x 24,5cm
Bild © Antique Art Morimiya. (Letzter Zugriff: 2016/9/18).

Drei führende Köpfe der frühen Meiji-Zeit Sanjō Sanetomi (re.), Iwakura Tomomi (Mitte) und Ōkubo Toshimichi (li.). Interessanterweise besitzt die Figur in der Mitte (Iwakura), die offenbar den wichtigsten Platz innehält und den breitesten Raum einnimmt, den nachgeordneten Rang eines Udaijin („Kanzler zur Rechten“). Iwakura Tomomi war u.a. Leiter der sog. Iwakura Mission, die in den Jahren 1871–1873 die Länder der westlichen Welt bereiste, um die diplomatischen Beziehungen zu festigen. Dass der „Großkanzler“ (Dajōdaijin) hinter dem Kanzler zur Rechten sitzt, deutet an, dass er diesen Rang nur Dank seiner hohen Geburt erhielt, politisch aber im Grunde nur wenig mitzureden hatte.

Yamazaki Toshinobu Meiji Oligarchen
Amaterasu gakutei.jpg Yashima Gakutei Amaterasu.
Farbholzschnitt, kami (Papier, Farbe) von Yashima Gakutei (1786?–1868). Späte Edo-Zeit; 20 x 13,3 cm
Bild © ukiyo-e, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/8)
William Sturgis Bigelow Collection.

Amaterasu in einer Darstellung der späten Edo Zeit. Gakutei imaginiert die Ahnengöttin des Kaiserhauses als Heian-zeitliche Hofdame mit aufgemalten Augenbrauen. Ihre Funktion als Sonnengottheit ist durch den Strahlenkranz symbolisiert, der dunkle Bildhintergrund gemahnt an die Höhle, in die sich Amaterasu zurückzieht.

Yashima Gakutei Amaterasu
Benten gakutei.jpg Yashima Gakutei Benten.
Farbholzschnitt, fukujin (Papier, Farbe) von Yashima Gakutei (1786?–1868); aus der Serie Mitate shichifukujin (Anspielungen auf die Sieben Glücksgötter)
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/8)
Julia Bradford Huntington James Fund.

Die Serie portraitiert Geishas mit einigen typischen Merkmalen der einzelnen Glücksgötter. Benzaiten ist durch ihre Laute (biwa) repräsentiert.

Yashima Gakutei Benten
Nikko 1940.jpg Yoshida Tōshi Der Aufstieg zur Anlage.
Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Yoshida Tōshi. 1940; 17 x 24 cm
Bild © Online Archive of California. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)
Ruth and Sherman Lee Institute for Japanese Art.

Aufgang zur Schreinanlage von Nikkō, welche man durch das Yōmei-mon betritt.

Yoshida Tōshi Der Aufstieg zur Anlage
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Werke ohne Angabe zum Künstler 17 Bilder

Tengu shunga.jpg yōkai Shunga mit tengu-Maske.
Farbholzschnitt, yōkai (Papier; Farbe). Edo-Zeit
Bildquelle: Wikimedia. (Letzter Zugriff: 2016/8).

Erotische Darstellung (shunga) eines lesbischen Paars. Die tengu-Maske dient als Dildo.

Shunga mit tengu-Maske
Kanameishi2.jpg namazu-e, fukujin Erdbeben-Wels und schlafender Ebisu.
Welsbild, namazu-e, fukujin. 1844
Bild © Kichō shiryō gazō database, (Tōkyō Metropolitan Library) Stichwort 鯰. (Letzter Zugriff: 2011/10).

Oben: Der Erdbeben-Wels (namazu) und die Zerstörungen, die er anrichtet.
Bildmitte: Der Gott von Kashima reitet eilig herbei. Links der Donnergott.
Unten: Der „Schlussstein“ (kanameishi 要石) und der schlafende Gott Ebisu, der den Gott von Kashima vertreten sollte.

Obwohl Ebisu oft als lachender, jugendlicher Glücksgott dargestellt wird, gibt es auch Legenden, denen zufolge er schwerhörig ist und aus diesem Grund den alljährlichen Aufruf an die Götter, sich im Oktober in Izumo zu versammeln, nicht hört (oder hören will). Er bleibt daher als „Aufpassergott“ (rusugami) in seiner Heimatregion. Doch auch diese Aufgabe erfüllte er im 10. Monat 1855, als der Erdbebenwels das große Ansei-Beben verursachte, nicht sorgfältig genug.

Erdbeben-Wels und schlafender Ebisu
Namazu ken.jpg namazu-e Erdbeben Ken.
Welsbild, namazu-e. Edo-Zeit
Bild © University of Tōkyō Library. (Letzter Zugriff: 2016/8).

Das Bild illustriert ein Sprichwort der Edo-Zeit: „Die größten Gefahren sind: Erdbeben, Gewitter, Feuer — und Väter.“ Donnergott, Erdbeben-Wels (namazu) und Feuer spielen Ken, der Vater bewirtet sie dabei.

Erdbeben Ken
Jishin omamori.jpg namazu-e Talisman gegen Erdbeben.
Welsbild, namazu-e. 1855
Bildquelle: Miyata Noboru, Takada Mamoru, Namazue: Shinsai to Nihon bunka. Tōkyō: Ribun Shuppan, 1995, S. 110 und 262.

Der Bildtext des namazue lautet:

Erdbebenschutz

Das Orakel des Kashima Ahnenschreins besagt: „Solange ich auf diesem Boden weile, soll kein Halm auf den Bergen, Flüssen, Gräsern und Bäume und kein Sandkorn an den Gestaden der blauen See Schaden nehmen, auch wenn die Erde bebt.“ Wer diesen Spruch morgens und abends sagt, wird ohne Fehl vor allen Übeln und Gefahren, vor Feuer, Wasser und Erdbeben gefeit sein. Und wer den Zettel, wo dies steht, an den Pfeilern in Ost und West, Süd und Nord anbringt, dessen Haus wird nicht einstürzen und nicht zerstört werden.

Talisman gegen Erdbeben
Kanameishi.jpg namazu-e Schlussstein und Schwertgott.
Welsbild, namazu-e. Edo-Zeit
Bildquelle: Miyata Noboru, Takada Mamoru, Namazue: Shinsai to Nihon bunka. Tōkyō: Ribun Shuppan, 1995, S. 105.

Im oberen Teil des Bildes sieht man den „Schlussstein“ (kaname-ishi) das Kashima Schreins umgeben von einem Zaun und einem torii. Mit Hilfe dieses Steins, der weit ins Erdreich hinunterreichen soll, gelang es dem Gott von Kashima — dem Volksglauben der Edo-Zeit zufolge — den Erdbebenwels (namazu) im Erdinneren in Zaum zu halten.
Im unteren Bildteil sieht man den Gott von Kashima, der auch als Schwertgott bekannt ist, und den Wels in figurativer Gestalt.
Rund um die beiden sind Werkzeuge und Geldmünzen zu sehen, welche den Wiederaufbau nach dem Erdbeben symbolisieren.

Schlussstein und Schwertgott
Namazu.jpg namazu-e Die Namazu von Shinano und Edo.
Farbholzschnitt, namazu-e (Papier, Farbe). 1855
Bild © Kichō shiryō gazō database, (Tōkyō Metropolitan Library) Stichwort 鯰. (Letzter Zugriff: 2011/10).

Die beiden Welse (namazu) in der Bildmitte tragen die Schriftzeichen für „Shinshū“ und „Edo“. Dies bezieht sich auf das sog. Zenkō-ji Erdbeben in Shinano (Shinshū, heute Nagano, 1847) und das Erdbeben in Edo (1855). Der groß geschriebene Text ist ein „Erdbeben-Abwehr-Lied“, in dem die neuen Freudenviertel, die nach dem Erdbeben errichtet wurden, gefeiert werden.

Ganz oben sieht man den verzweifelten Gott von Kashima, darunter den Donnergott. Die meisten Bürger der Stadt sind wütend auf die namazu, manche aber zweifeln.

Bilderläuterung: Miyata Noboru, Takada Mamoru, Namazue: Shinsai to Nihon bunka. Tōkyō: Ribun Shuppan, 1995, S. 266–267.

Die Namazu von Shinano und Edo
Namazu bordell.jpg namazu-e Quartier der Strapazen und Feuersbrünste.
Welsbild, namazu-e. Wahrscheinlich 1855
Bildquelle: Miyata Noboru, Takada Mamoru, Namazue: Shinsai to Nihon bunka. Tōkyō: Ribun Shuppan, 1995, S. 227 und 314.

Notdürftig maskierte Erdbeben-Welse (namazu) besichtigen ein Bordell und werden von den dortigen Damen an den Bärten herangezogen. Das Bild trägt den Titel „Unterkunft der Strapazen und Feuersbrünste“. Unter „Unterkunft“ oder „Leihwohnung“ (jap. karitaku) verstand man zu dieser Zeit billige Bordelle. Diese waren als Ersatz für das vom Erdbeben zerstörte Nobel-Freudenviertel Yoshiwara errichtet worden. Somit wurde dank des Erdbebens die Prostitution in Edo weiter verbreitet und allgemein erschwinglicher. Auch das ein „positiver“ Effekt für die ärmere Bevölkerung.

Quartier der Strapazen und Feuersbrünste
Namazu kanemochi.jpg namazu-e Abtransport des Reichtums (Mochimaru takara no debune).
Welsbild, namazu-e. 1855
Bildquelle: Miyata Noboru, Takada Mamoru, Namazue: Shinsai to Nihon bunka. Tokyo: Ribun Shuppan, 1995, S. 225 und 299 (#90).

Ein Erdbeben-Wels (namazu) schüttelt einen reichen Kaufmann, bis er Geld erbricht, um das sich die Armen raufen. Der Wels mahnt den Kaufmann, in Zukunft mehr Mitleid mit den Armen zu haben. Die Armen wiederum meinen, dass es besser ist, das Geld im Bordell auszugeben, da sowieso bald wieder ein Erdbeben kommt.

Abtransport des Reichtums
Namazue daikoku.jpg namazu-e Welsbild mit Daikoku.
Farbholzschnitt, namazu-e. Wahrscheinlich 1855
Bildquelle: Tōkyō Metropolitan Library. (Letzter Zugriff: 2011/3).

Bildinhalt: Nachdem der Gott von Kashima (Bildmitte) den Wels (namazu) wieder unter Kontrolle gebracht hat, tritt der Glücksgott Daikoku auf den Plan und lässt Geld regnen, das den einfachen Bauarbeitern zugute kommt. Der Text ist ein „Erdbeben-Abwehr-Lied“, welches besagt:

Der Wassergott (Mizu-no-kami) hat uns das Leben gerettet, jetzt gehen wir zu den Huren (Rokubu), wie schön!

Bilderläuterung: Miyata Noboru, Takada Mamoru, Namazue: Shinsai to Nihon bunka. Tōkyō: Ribun Shuppan, 1995, S. 319–320.

Welsbild mit Daikoku
Namazue ise pferd 1855.jpg namazu-e Das Götterpferd des kaiserlichen Ise Schreins.
Welsbild, namazu-e. 1855
Bildquelle: Tōkyō Metropolitan Library. (Letzter Zugriff: 2011/7).

Dieses Bild zeigt, wie die Gottheit von Ise, hier als Pferd dargestellt, den Erdbebenwels (namazu) besiegt. Es entstand in der Folge des großen Erdbebens von 1855 (Ansei 2), das vor allem in Edo (Tōkyō) großen Schaden anrichtete. Der dem Bild eingeschriebene Text berichtet davon, dass die Gottheit von Ise im Zuge des Erbebens als weißes Pferd (uma) durch die Straßen der Stadt gallopierte und all jene, die zu ihr beteten, vor Unheil bewahrte. Zur gleichen Zeit erfreuten sich Wallfahrten nach Ise einer großen Beliebtheit. Es kündigte sich darin bereits eine neue Aufwertung des Tennō an, die schließlich im Jahr 1868 in Gestalt der Meiji-Restauration vollzogen wurde.

Das Götterpferd des kaiserlichen Ise Schreins
Ryuko sannin.jpg namazu-e Bekannte Figuren im Rausch.
Welsbild, namazu-e. Edozeit
Bildquelle: University of Tōkyō Library. (Letzter Zugriff: 2016/8).

Ein Reicher, eine Geisha und ein Handwerker verzehren zusammen einen Wels (namazu). Der Text besagt: Der Reiche, ein zorniger Trinker; der Handwerker, ein fröhlicher Trinker; die Geisha, eine weinende Trinkerin. Noch einmal wird hier satirisch auf die vom Erdbeben betroffenen Berufsgruppen angespielt. In der Darstellung nehmen die drei unbewusst Haltungen ein, die den Gesten des Ken-Spiels ähneln.

Bekannte Figuren im Rausch
Seppuku namazu.jpg namazu-e Erdbeben-Wels.
Welsbild, namazu-e. 1855
Bildquelle: Miyata Noboru, Takada Mamoru, Namazue: Shinsai to Nihon bunka. Tokyo: Ribun Shuppan, 1995, S. 9.

Der Erdbeben-Wels (namazu), der das Erdbeben von 1855 hervorgerufen hat, ist von einem Pfeil des Gottes Kashima Daimyōjin getroffen worden und begeht Selbstmord durch seppuku (Harakiri). Im Hintergrund, unterhalb des Gottes, sind links die verstorbenen Opfer des Bebens, rechts die Geschädigten (Großhändler, Daimyos, etc.) zu sehen. Aus dem Bauch des Welses strömt Geld (das offenbar den Armen zugute kommt).

Erdbeben-Wels
Daruma spielzeug.jpg hōsō-e Daruma als Kinderspielzeug.
Farbholzschnitt, hōsō-e. Edo-Zeit, 19. Jh.
Bild © Japanese Woodblock Print Collection, UC San Francisco. (Letzter Zugriff: 2016/9/5).

Spielzeug, das Kinder besonders bei Krankheiten stärken soll, u.a. die Daruma-Puppe. Das Bild enthält auch eine Werbung für leichtes Gebäck (karuyaki senbei), die man bei Besuchen von kranken Kindern als Geschenk mitbrachte (Kusuri no hakubutsukan).

Daruma als Kinderspielzeug
Usagi.jpg Hase im Mond beim Reisstampfen (daisho reki).
Kalenderbild. 1867
Bild © National Diet Library. (Letzter Zugriff: 2011/7).

In dem Bild sind die Zahlen der zwölf Monate versteckt.

Hase im Mond beim Reisstampfen
Amagoikomachi harunobu.jpg Komachi bittet um Regen.
Farbholzschnitt (Papier, Farbe). Edo-Zeit, ca. 1763, Fūryū yatsushi nana Komachi („Die Sieben Komachi in modischer Kleidung“); 27 x 18,4 cm.

Ein junges Mädchen in Begleitung einer Freundin (oder Zofe) setzt ein Schiffchen ins Wasser. Das eingeschriebene Gedicht lautet:

Es ist in der Tat so / wenn dies der Sonnengrund ist / muss sie erstrahlen// Doch spricht man nicht ebenso / vom Reich unterm Regenhimmel?

Daraus ergibt sich, dass es sich um eine Anspielung auf den Regenritus und das Regenbitt-Gedicht (amagoi) der Heian-zeitlichen Dichterin Ono no Komachi handelt.

Komachi bittet um Regen
Sayohime.jpg Sayohime.
Buchillustration (Papier, Tusche). Edo-Zeit; aus Sayohime bōfuseki
Bild © National Diet Library. (Letzter Zugriff: 2017/2/2).

Matsura Sayohime rezitiert auf dem Opferplatz das Lotos-Sutra für die Schlangengottheit. In dieser Version wird die Schlange von einem Helden getötet.

Sayohime
Vaishravana 947.jpg Vaishravana.
Holzschnitt (Papier). Fünf Dynstien (China), 947; Mogao Grotte 17 („Bibliothek“), Dunhuang, Gansu; 40 x 26,5 cm
Bildquelle: The British Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/19).

Dieses Blatt ist eines der ältesten bekannten Druckwerke weltweit und zugleich eines der ältesten Werke auf Papier. Es stammt aus Dunhuang enthält jedoch Motive, die für das Königshaus von Khotan kennzeichnend sind. In der Mitte steht Vaishravana (Bishamon) unterstützt von der Erdgöttin, links seine Gemahlin Lakshmi. Im Hintergrund ein Dämon, der einen nackten Säugling hochhält, nämlich jenen Sohn, den Vaishravana einst dem Königshaus von Khotan schenkte. Der Text gibt Auskunft über die überragenden Fähigkeiten des Vaishravana, Frieden und Wohlstand zu bewahren. Als Auftraggeber des Werks ist Cao Yuanzhong (r. 944–974), der damalige Militärherrscher von Dunhuang genannt. Cao Yuanzhongs Schwester war die Frau des damaligen Königs von Khotan, Li Shengtian.

Der Text unter dem Bild besagt:

Der große Himmelsgott des Nordens, Vaishravana, gebietet über das ganze Reich unter dem Himmel und befiehlt die Geister und Götter. Wer zu ihm voll Inbrunst betet, wird alles bekommen, was sein Herz begehrt. Seinen respektvollen Anhängern lässt er jede Hilfe zukommen. Der Militärgouverneur und Außerordentliche Inspektor des Guanyi Passes, Cao Yuanzhong, ließ einen Schnitzmeister diesen Druck anfertigen, damit das Land weiterhin in Frieden gedeihe, das Volk zu Wohlstand gelange, die Straßen sicher seien und alle in Zufriedenheit lebten. Aufgezeichnet im Feuer-Ziege Jahr Kaiyun 開運 4 der Großen Jin-Dynastie [947]*), 7. Monat, 15. Tag.
(Übersetzt nach Wicks 2002, S. 237.)

Man nimmt an, dass der Druck u.a. den Zweck hatte, die angeführten Titel Cao Yuanzhongs publik zu machen. Diese Titel implizierten eine besondere Anerkennung durch die Nordchina beherrschende Dynastie, die jedoch zu der Zeit keine direkte Befehlsgewalt über die Cao-Familie besaß.

*) Ironischerweise war die sog. Spätere Jin-Dynastie (936–947) zu diesem Zeitpunkt bereits untergegangen, doch in Dunhuang wusste man offenbar noch nichts davon.

Vaishravana
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Ikonographie 
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„Holzschnitte.“ In: Bernhard Scheid (Hg.), Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 16.8.2016). URL: https://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Metalog:Bilder/Holzschnitt?oldid=65252