Paradiese und Reine Länder

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Paradiese und Reine Länder
Amida hinter den Bergen.
Hängebildrolle, nyorai. Kamakura-Zeit, 13. Jh.; „Nationalschatz“; 120,6 x 80,3 cm
Bildquelle: Wikimedia Commons. (Letzter Zugriff: 2016/8)
Kyōto National Museum.

Das Bild zeigt „Amida, der die Berge überschreitet“. Er tut dies, um einem Sterbenden entgegenzugehen und ihn in sein Reines Land zu geleiten. Dieses Motiv ist in den Amida-Darstellungen der Kamakura-Zeit besonders häufig anzutreffen.

. 1 Amida hinter den Bergen

Paradies heißt auf japanisch gokurakugokuraku 極楽 Paradies; identisch mit dem Reinen Land ( jōdo) Heian ZeitShakaJenseits, wtl. „höchstes Glück“. Wer gokuraku sagt, denkt als aller­erstes an das Reine Land (jōdojōdo 浄土 Reines Land, Paradies AmidismusHeian ZeitKamakuraZenAmida... mehr) des Buddha AmitabhaAmitābha अमिताभ „Unermesslicher Glanz“, jap. Amida 阿弥陀 AmidismusAmida (jap. AmidaAmida 阿弥陀 Buddha Amitabha; Hauptbuddha der Schulen des Reinen Landes (Jōdo-shū bzw. Jōdo Shinshū) JahrNikkoDaibutsu StatuenAmidismusAmidas Geluebde... mehr). Es ist eine Art Vor­stufe des NirvanaNirvāṇa निर्वाण „Erloschen, ausgelöscht“, Ort der Erlösung von allem Leid, jap. Nehan 涅槃 TotenritenTempeltoreArhatsAmidas GeluebdeHeian Zeit... mehr, und wer nach seinem Tod in dieses Reine Land hin­über­ge­boren wird, hat bereits den Fuß in der Tür zur end­gültigen Erlösung. Keine karmischeKarma कर्म „Tat“, auch „konsequente Folge“; moralische Bilanz der gesetzten Handlungen, jap. Gō 業 OpfergabenPilgerschaftStupaHeian ZeitHonji suijaku... mehr Macht kann ihn mehr zur Wieder­geburt in einem der Sechs Wege zwingen. Nach den Vor­stel­lungen der Amidisten ist es nicht einmal not­wendig, im irdischen Leben die Er­leuch­tung zu erfahren. Wenn man nur im auf­richtigen Glauben an Amidas mildtätige Kraft stirbt, ist einem die Geburt im Reinen Land sicher. Um diese Vor­stel­lung haben sich im ja­pa­nischen Mittel­alter ver­schiedene Richtun­gen ge­bildet, die auch heute noch einen be­trächt­lichen Teil des japanischen Buddhis­mus darstellen (s. dazu Kap. Geschichte, Amidismus).

Auch in China und Tibet, bzw. im gesamten MahayanaMahāyāna महायान „Großes Fahrzeug“, buddhistische Richtung, jap. Daijō 大乗 OpferVajrapaniKukaiSaichoBuddhismus... mehr Buddhis­mus, ist der Glaube an Amidas Reines Land (skt. SukhavatiSukhāvatī सुखावती „Reines Land“, jap. Jōdo 浄土 AmidismusAmida) weit ver­breitet. Darüber hinaus gibt es aber noch andere Reine Länder oder para­diesische Vor­stufen des Nirvana, die anderen Buddhas zu­ge­ordnet sind. Gegen­über Amidas Reinem Land nehmen diese Paradiese aber einen unter­ge­ordneten Rang ein.

Taima mandara

Schon in China wurde Amidas Paradies auf der Grundlage der Drei Amida Sutrensūtra सूत्र „Faden“, Lehrrede des Buddha, kanonische Schrift, jap. kyō 経 oder kyōten 経典 GluecksbringerFushimiTempelAmidismusFruehzeit... mehr auch bild­lich dar­ge­stellt. In Japan ist dieses Motiv vor allem in Form des so­ge­nannten Taima mandaraTaima mandara 当麻曼陀羅 Darstellung von Amidas Reinem Land Mandala vertreten. Auf diesem mandalamaṇḍala मण्डल „Kreis“, schematische Darstellung der kosmischen Ordnung, jap. mandara 曼荼羅 KasugaStupaVajrapaniShotoku TaishiKukai... mehr nimmt Amida, flankiert von den BodhisattvaBodhisattva बोधिसत्त्व „Erleuchtetes Wesen“, jap. bosatsu 菩薩 ShichigosanPhalluskulteMoencheBekannte SchreineKasuga... mehrs Seishi BosatsuSeishi Bosatsu 勢至菩薩 Bodhisattva Mahasthamaprapta; Begleiter Amidas IkonographieAmidaKannon und KannonKannon Bosatsu 観音菩薩 Bodhisattva Avalokiteshvara, wtl. „der den Klang der Welt erhört“; chin. Guanyin; „Bodhisattva des Mitleids“ TempelShotoku TaishiHungergeisterHannya shingyo die zentrale Position ein. Die Dreier­gruppe sitzt in einer weit­läufigen Palast­anlage, die von einer Un­zahl himmlischer Wesen be­völkert ist. Im Vor­der­grund ist zu sehen, wie eben ver­storbene Gläubige im Reinen Land empfangen werden.

Taima Mandara.
Mandala (Seide, Farbe). 1721; im Besitz des Shōkaku-ji, Takefu-shi, Fukui-ken; 388,7 × 399,2 cm
Bild © Historisches Museum der Stadt Fukui. (Letzter Zugriff: 2016/8).

Das Taima mandara stellt des Buddhas Amida Reines Land dar.

. 2 Taima Mandara (1721)

Eine weitere Variante von Paradies­bildern zeigt, wie Amida hinter hohen Bergen her­vor­tritt, um die Gläubigen zu empfangen (s.o.). Der Blick auf das Paradies bleibt dabei durch die Berge verstellt.

Verweise

Bilderläuterungen

  1. Amida yamagoe 13jh.jpg
    Amida hinter den Bergen.
    Hängebildrolle, nyorai. Kamakura-Zeit, 13. Jh.; „Nationalschatz“; 120,6 x 80,3 cm
    Bildquelle: Wikimedia Commons. (Letzter Zugriff: 2016/8)
    Kyōto National Museum.

    Das Bild zeigt „Amida, der die Berge überschreitet“. Er tut dies, um einem Sterbenden entgegenzugehen und ihn in sein Reines Land zu geleiten. Dieses Motiv ist in den Amida-Darstellungen der Kamakura-Zeit besonders häufig anzutreffen.

  2. Taima fukui.jpg
    Taima Mandara.
    Mandala (Seide, Farbe). 1721; im Besitz des Shōkaku-ji, Takefu-shi, Fukui-ken; 388,7 × 399,2 cm
    Bild © Historisches Museum der Stadt Fukui. (Letzter Zugriff: 2016/8).

    Das Taima mandara stellt des Buddhas Amida Reines Land dar.

Links

Letzte Überprüfung der Linkadressen: Sept. 2016

Literatur

Elizabeth ten Grotenhuis 1999
Japanese Mandalas: Representations of Sacred Geography. Honolulu: University of Hawaii Press 1999.
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Ikonographie 
Diese Seite zitieren
„Paradiese und Reine Länder.“ In: Bernhard Scheid (Hg.), Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 3.9.2018). URL: https://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Mythen/Paradiese?oldid=70879