Die Sechzehn Arhats

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Bernhard Scheid, „Die Sechzehn Arhats.“ In: Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 16.8.2017). URL: https://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Ikonographie/Heilige/16_Arhats?oldid=68065
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Arhat (luohan)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Tai Shan 蔡山. Yuan-Zeit, 14. Jh.; Kongō sanmai-in, Berg Kōya; 113,3 x 53.9cm
Bild © Tokyo National Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat mit knorrigem Bambusstock im halben Meditationssitz, auf einem Felsen. Indische Physignomie. Laut Inschrift wurde das Bild 1346 von Ashikaga Tadayoshi an das Kloster auf Berg Kōya verschenkt. „Wichtiges Kulturgut“.

. 1 Arhat (China, 14. Jh.)

Arhats अर्हत् arhat (skt., m.) höchste Stufe des Menschseins vor dem Austritt aus dem Geburtenkreislauf; jap. rakansiehe auch →  16 Rakan → Grundbegriffe/Buddhismus→ Grundbegriffe/Buddhismus Lehre→ Ikonographie/Dainichi/Daibutsu→ Ikonographie/Shaka/Buddhas Leben→ Geschichte/Zen → mehr (jap. arakan arakan 阿羅漢 buddhistische Heilsgestalt; abgeleitet von skt. arhat (oder Arhant); Kurzfom: rakansiehe auch 16 Rakan → Ikonographie/Heilige bzw. rakan rakan 羅漢 buddhistische Heilsgestalt; Skt. Arhat (oder Arhant); eigentlich: arakansiehe auch 16 Rakan → Geschichte/Heian Zeit→ Geschichte/Zen→ Ikonographie/Heilige ) sind buddhis­tische Heilige, die zumeist in Gruppen verehrt werden. In Japan haben sich vor allem die Gruppen der Sech­zehn Arhats und der 500 Arhats durch­gesetzt, man kennt aber auch Gruppen von vier, achtzehn, tausend oder 1500 Arhats. Die Sech­zehner-Gruppe taucht in Ostasien erstmals in einem kurzen Text namens Fazhuji Fazhuji (chin.) 法住記 buddh. Text, 654 übersetzt von Xuanzang; „Bericht von der Fortdauer des Dharmas“; jap. Hōjūki (jap. Hōjūki, „Bericht von der Fortdauer des Dharmas“) auf, der 654 von Xuanzang Xuanzang (chin.) 玄奘 602–664; berühmter chin. Pilgermönch und buddh. Gelehrter; Autor eines einflussreichen Reiseberichts, der später als „Reise nach dem Westen“ in einen Roman gefasst wurdesiehe auch Stupa → Ikonographie/Dainichi/Daibutsu→ Texte/Sutra→ Ikonographie/Gluecksgoetter/Bishamonten→ Texte/Sutra/Hannya shingyo → mehr auf der Grund­lage eines nicht mehr bekannten indischen Originals ins Chine­sische über­setzt wurde. Der Text erläutert Namen, Wohnort und Funktion der Sechzehn Arhats.1 Ihre wich­tigste Eigen­schaft besteht darin, dass sie nach Buddhas Tod physisch in der Welt verbleiben, um seine Lehre korrekt weiter zu verbreiten. Sie zeigen sich dem Fazhuji zufolge oft als einfache Bettel­mönche und ver­viel­fachen den karmischen Lohn derer, die ihnen Opfer­gaben zukommen lassen.

Auf den bild­lichen Dar­stellun­gen in China, Korea und Japan sind die Arhats meist in Mönchs­tracht zu sehen, ihre Erscheinung kann jedoch zwischen einem aske­tischem Einsiedler und einem prunk­vollen bud­dhisti­schen Würden­träger variieren. Häufig besitzen sie Attri­bute der Alters­würde (sie existieren ja bereits seit der Zeit des histo­rischen Buddhas), z.B. dichte, lange herab­hängende Augen­brauen oder einen knorrigen Stock. Darüber hinaus sind sie aber auch durch runde Augen und große Nasen, starke Körper­behaarung, große Ohr­ringe und dunkle Haut als indische Brah­manen ge­kenn­zeichnet. Manchmal werden diese Merk­male auf grotesk-kari­katur­hafte Weise über­steigert dar­gestellt.

Auf dieser Seite werden zunächst die Eck­daten der Arhats anhand einer Bild­enzy­klopädie der Edo-Zeit kurz vorgestellt. Danach gehe ich auf die ver­schie­denen Formen der Darstellung ein, die sich grob in wunder­tätig-er­habene und humor­voll-gro­teske unter­scheiden lassen und hier anhand von re­präsen­tativen Bei­spielen vor­gestellt werden. Die meisten Beispiele stammen aus Zen-Tempeln, da die Arhats vor allem im japa­nischen Zen Zen chin. Chan, wtl. Meditation; Zen Buddhismussiehe auch Zen → Grundbegriffe/Buddhismus Lehre→ Grundbegriffe/Stereotype→ Grundbegriffe/Stereotype/Herrigels Zen→ Bauten/Tempel/Tempeltore→ Bauten/Bekannte Schreine/Fushimi → mehr bzw. im chine­sischen Chan Chan (chin.)jap. Zen, wtl. Meditation; chin. Bez. des Zen Buddhismussiehe auch Zen → Grundbegriffe/Stereotype→ Geschichte/Zen/Bodhidharma Buddhis­mus hoch­gehalten wurden. Die ambi­valente Charakter­isierung der Arhats, die in den ver­schiedenen Dar­stellungs­stilen zum Aus­druck kommt, findet sich jedoch bereits in frühen indischen Legenden (in der Tradition des Sthavira­yana oder Theravada Buddhis­mus), wie ab­schließend anhand der Legenden des Pindola Bharad­vaja gezeigt wird.

Arhats im Butsuzō zūi

Im Butsuzō zui Butsuzō zui 仏像図彙 buddh. Bildenzyklopädie von Tosa Hidenobu, 1783.siehe auch 16 Rakan → Texte/Himmelskunde/Astrologie , einer Edo-zeitlichen Bild­enzy­klopä­die religiöser Figuren,2 werden die Sech­zehn Arhats in einfachen Grafiken dargestellt. Ihr ver­gleichs­weise niederer Rang im buddhis­tischen Universum drückt sich darin aus, dass sie erst am Ende des um­fang­reichen Bilder­buchs auf­tauchen, gefolgt nur noch von einigen anderen buddhis­tischen Mönchen. Namen und Reihen­folge folgen (bis auf unbedeutende Ab­weichun­gen) dem Fazhuji.3 Auch die Wohn­orte, zumeist Orte der buddhisti­schen Kosmo­logie, sind ent­sprechend dem klassi­schen Text angeführt. Dies entspricht, wie sich zeigen wird, der gängigen Arhat-Dar­stellung. In vielen chinesi­schen und japani­schen Arhat-Portraits ist über­dies die Anzahl des Gefolges der je­weiligen Arhats an­gege­ben (das Gefolge besteht aus weiteren Arhats, die aller­dings anonym bleiben), die im Butsuzō zui zwar fehlen, in der fol­genden Liste aber ent­sprechend dem Fazhuji in Kammer hinzugefügt sind.

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16 Rakan, 1 & 2

Buchillustration, rakan (Papier). 1790; aus Butsuzō zui („Buddhistische Ikonographie“)
Bild © Ehime Universität. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Darstellung der rakan 1, Batsuradaja Sonja (Pindola Bharadvāja), r., und 2, Kyadakabasha Sonja (Kanakavatsa)

Rakan 2 und 1
  • 1, Bindora Baradaja Sonja 賓度羅跋囉惰闍 尊者 ([Pindola] Bharadvāja), wohnt (mit tausend Arhats) im [Kontinent des] Westens, Kudani-shū 西瞿耶尼州 (Apara Godaniya); [Fächer; Schriftstück].4
  • 2, Kanaka­bassa 迦諾迦伐蹉 尊者 (Kanakavatsa), wohnt (mit fünfhundert Arhats) im nörd­lichen Land Kashi­mira 北方迦湿弥羅国 (Kashmir); [Fliegenwedel (hossu hossu Pferdeschweifwedel; buddhistischer Ritualgegenstand; Symbol höchsten okkulten Wissens)].5
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16 Rakan, 3 & 4

Buchillustration, rakan (Papier). 1790; aus Butsuzō zui („Buddhistische Ikonographie“)
Bild © Ehime Universität. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Darstellung der rakan 3, Dakabarida Sonja (Kanaka Bharadvāja), r., und 4, Sobinda Sonja (Subinda)

Rakan 4 und 3
  • 3,Kanaka Baridaja Sonja 迦諾迦跋釐堕闍 尊者 (Kanaka Bharadvāja), wohnt (mit sechshundert Arhats) im [Kontinent des] Ostens, Shōshin-shū 東勝身洲 (Pūrvavideha); [Schriftrolle, Bettelschale].6
  • 4, Sobinda Sonja 蘇頻陀 尊者 (Subinda), wohnt (mit sieben­hundert Arhats) im [Kontinent des] Nordens, Hokkuru-shū 北倶盧洲 (Uttakuru); [Meditation]
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16 Rakan, 5 & 6

Buchillustration, rakan (Papier). 1790; aus Butsuzō zui („Buddhistische Ikonographie“)
Bild © Ehime Universität. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Darstellung der rakan 5, Dakora Sonja (Nakula), r., und 6, Badara Sonja (Bhadra)

Rakan 6 und 5
  • 5, Nakora Sonja 諾距羅 尊者 (Nakula), wohnt (mit acht­hundert Arhats) im [Kontinent des] Südens, Nansenbu-shū 南瞻部洲 (Jambudvipa) [Gebetskette (juzu juzu 数珠 Buddhistische Gebetskette; skt. Malasiehe auch Moenche → Bauten/Tempel→ Alltag/Moenche/Wuerdentraeger )]7
  • 6, Badara Sonja 跋陀羅 尊者 (Bhadra),8 wohnt (mit neun­hundert Arhats) in Tanmora-shū 耽没羅州 (Tamradvipa, Ceylon); [Tiger]
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16 Rakan, 7 & 8

Buchillustration, rakan (Papier). 1790; aus Butsuzō zui („Buddhistische Ikonographie“)
Bild © Ehime Universität. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Darstellung der rakan 7, Kari Sonja (Kālika), r., und 8, Butara Sonja (Vajraputra)

Rakan 8 und 7
  • 7, Karika 迦哩迦 (Kālika), wohnt (mit tausend Arhats) in Sōgyadaka-shū 僧伽茶洲; [lesend].9
  • 8, Bajaraputtara 伐闍羅弗多羅 (Vajraputra), wohnt (mit 1.100 Arhats) in Bosekida-shū 鉢刺拏洲 (Harana, nahe dem heutigen Benares); [knorriger Stock].10
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16 Rakan, 9 & 10

Buchillustration, rakan (Papier). 1790; aus Butsuzō zui („Buddhistische Ikonographie“)
Bild © Ehime Universität. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Darstellung der rakan 9, Jubaka Sonja (Jīvaka), r., und 10, Handaka Sonja (Panthaka)

Rakan 10 und 9
  • 9, Juhaka Sonja 戎博迦 尊者 (Svapaka), wohnt (mit 1.200 Arhats) auf Berg Kōsui-sen 香醉山 (Gandhamādana); [Blume]
  • 10, Hantaka 半託迦 尊者 (Panthaka), wohnt (mit 1.300 Arhats) im Himmel Tōri-ten 忉利天 (Trāyastriṃśa Loka); [Drache]11
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16 Rakan, 11 & 12

Buchillustration, rakan (Papier). 1790; aus Butsuzō zui („Buddhistische Ikonographie“)
Bild © Ehime Universität. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Darstellung der rakan 11, Ragora Sonja (Rāhula)r., und 12, Nagasaina Sonja (Nāgasena)

Rakan 12 und 11
  • 11, Ragora Sonja 囉怙羅 尊者 (Rahula राहुल Rāhula (skt., m.) Sohn des Buddha; einer gängigen Auslegung zufolge bedeutet der Name „Fessel“, „Hindernis“; jap. Ragora 羅睺羅siehe auch →  Buddhas Leben ), wohnt (mit 1.100 Arhats) in Biriyōgu-shū 畢利颺瞿洲 (Priyangudvipa); [Pagode].12
  • 12, Nagasena Sonja 那伽犀那 尊者 (Nāgasena), wohnt (mit 1.200 Arhats) auf Berg Handoba-sen 半度波山 (Pandava, Berg in Magadha); [Opferschale hebend].13
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16 Rakan, 13 & 14

Buchillustration, rakan (Papier). 1790; aus Butsuzō zui („Buddhistische Ikonographie“)
Bild © Ehime Universität. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Darstellung der rakan 13, Ingada Sonja (Angaja), r., und 14, Banabashi Sonja (Vanavāsin)

Rakan 14 und 13
  • 13, Ingada Sonja 因掲陀 尊者 (Angaja), wohnt (mit 1.300 Arhats) auf Berg Kōkyō-sen 廣脇山 (Vipulapārshva); [Augenbrauen; Rauchopfergefäß]
  • 14, Banabashi Sonja 伐那婆斯 尊者 (Vanavāsin), wohnt (mit 1.400 Arhats) auf Berg Kajū-sen 可住山 (Vatsa); [Vase mit Weidenzweig]
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16 Rakan, 15 & 16

Buchillustration, rakan (Papier). 1790; aus Butsuzō zui („Buddhistische Ikonographie“)
Bild © Ehime Universität. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Darstellung der rakan 15, Ajita Sonja (Ajita), r., und 16, Chūda Hantaka Sonja (Cūda-Panthaka)

Rakan 16 und 15
  • 15, Ashita Sonja 阿氏多 尊者 (Ajita),14

wohnt (mit 1.500 Arhats) auf Berg Juhō-sen 鷲峯山 (Geierberg, Griddhraj Parvat); [Stock und Blume]

  • 16, Chūda Hantaka Sonja 注荼半諾迦 尊者 (Cūda-Panthaka), wohnt (mit 1.600 Arhats) auf Berg Jijiku-sen 持軸山 (Ishādhara, ein Grenz­gebirge am Rande der bewohnten Welt); [nach oben blickend].15

Wie hier in eckiger Klammer ver­deutlicht, lassen sich Arhats — ähnlich wie andere buddhis­tische Figuren — anhand be­stim­mter Attribute, Begleiter oder Posen (Bettelschale, Stock, Drache, Tiger, Meditation, usw.) von einander unter­scheiden. Ein Vergleich mit den folgenden Bei­spielen zeigt jedoch, dass diese Attribute nicht konsistent an bestimmte Namen gebunden sind, sondern offenbar willkürlich innerhalb der Gruppe verteilt werden. Dies deutet an, dass es — anders als bei Bodhi­sattvas oder Myōōs myōō 明王 wtl. Licht-König, auch „Mantra-König“ oder „Weisheits-König“; skt. Vidyārājasiehe auch Myoo → Ikonographie→ Ikonographie/Kannon→ Ikonographie/Waechtergoetter→ Ikonographie/Kannon/Bato Kannon→ Ikonographie/Myoo/Fudo → mehr — keine verbind­lichen ikono­graphischen Referenz­werke gab. Vielleicht konnten sich die Künstler aus diesem Grund auch mehr Frei­heiten bei der Dar­stellung der Arhats heraus­nehmen.

Wundertätig-erhabene Arhats

Im vier­zehnten Jahr­hundert fertigte der Zen-Mönch Ryōzen Ryōzen 良全 Maler-Mönch des Tōfuku-ji, Kyoto, aktiv 14. Jh., ein buddhis­tischer Künstler des Rinzai-Tempels Tōfuku-ji Tōfuku-ji 東福寺 Zen-Tempel in Kyōto; 1236 errichtetsiehe auch 16 Rakan → Karte in Kyōto, ein Set der Sechzehn Arhats an, das man als klassisches Beispiel für die wunder­tätig-erha­benen Arhats ansehen kann. Er folgte dabei dem so­genann­ten Ryūmin-Stil (ryūmin-yō ryūmin-yō 龍眠様 Stil der Arhat-Darstellung nach Ryūmin ( Li Longmian)), der auf den chinesischen Meister Li Longmian Li Longmian (chin.) 李龍眠 chinesischer Maler-Mönch der Song-Zeit, 1049–1106; jap. Ri Ryūmin (1049–1106) zurück­geführt wird.16

Während Long­mians Origi­nale in China offenbar nicht mehr erhal­ten sind, gibt es in Japan eine Reihe von Arhat Dar­stel­lun­gen in seiner Tradi­tion, die bis in die kleinsten Details über­ein­stimmen.17 Man hielt sich also in Japan offenbar streng an be­stimmte chine­sische Originale, die möglicher­weise von Long­mian selbst stammten. Long­mians Originale sollen unter anderem von Dōgen Dōgen Kigen 道元希玄 1200–1253; Begründer des Sōtō Zen; auch Eihei Dōgen.siehe auch Zen → Geschichte/Kamakura , dem Begründer des Sōtō Zen, nach Japan gebracht worden sein.18 In der Reihenfolge der Arhats bzw. in ihrer Be­nennung unter­scheiden sich die ein­zelnen Sets allerdings voll­kommen. Dies lässt darauf schließen, dass in Japan nicht bekannt war, welches Motiv Long­mian welchem Arhat zu­ordnete.19

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Arhat 10 (Longmian-Stil)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Ryōzen. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 113,3 x 85,2 cm
Bild © Freer/Sackler Collection, Smithonian's Museums of Art, Gift of Charles Lang Freer. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat (Panthaka), nur mit einem kesa bekleidet, mit Rauchopfergefäß. Ein Mönchsdiener platziert Blumen vor dem Arhat. (In einer ansonsten identischen Parallelserie ist dieser Arhat mit Arhat 14 vertauscht. S. Komazawa University Library.)

. 2 Arhat (Panthaka) mit Rauchopfergefäß
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Arhat 9 (Longmian-Stil)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Ryōzen. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 113,3 x 85,2 cm
Bild © Freer/Sackler Collection, Smithonian's Museums of Art, Gift of Charles Lang Freer. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat Jīvaka, als Klosterabt mit Fliegenwedel (hossu). Bekommt von einer himmlischen Schönheit Pfirsiche (ein daoistisches Symbol der Langlebigkeit) serviert.

. 3 Arhat (Jīvaka) erhält Pfirsiche serviert
Zwei der Sechzehn Arhats von Ryōzen (14. Jh.)
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Arhat 14 [oder 10] (Longmian-Stil)

Entwurf, rakan (Farbe auf Papier), Detail. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 115 × 57cm
Bild © Komazawa University Library. (Letzter Zugriff: 2013/9)

Arhat (Panthaka oder Vanavāsin). Detail einer Arhat-Skizze; vgl. Arhat 10 von Ryōzen. Arhat10 ryozen.jpg

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Arhat 9 (Longmian-Stil)

Entwurf, rakan (Farbe auf Papier), Detail. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 115 × 57cm
Bild © Komazawa University Library. (Letzter Zugriff: 2013/9)

Arhat (Jivaka). Detail einer Arhat-Skizze; vgl. Arhat 9 von Ryōzen. Arhat9 ryozen.jpg

Details aus den Skizzen der obigen Arhats
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Arhat 1 (Longmian-Stil)

Entwurf, rakan (Farbe auf Papier). Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 115 × 57cm
Bild © Komazawa University Library. (Letzter Zugriff: 2013/9)

Arhat (Pindola Bharadvaja), eine Miniaturpagode mit Buddhafigur hochhaltend. Sitzt auf einem Felsen, im Hintergrund Meer. Möglicherweise Entwurf oder Kopie der gleichnamigen Serie von Ryōzen in der Sammlung Freer, in der dieses Bild fehlt.

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Arhat 2 (Longmian-Stil)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Ryōzen. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 113,3 x 85,2 cm
Bild © Freer/Sackler Collection, Smithonian's Museums of Art, Gift of Charles Lang Freer. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat (Kanakavatsa) mit Fliegenwedel (hossu), mit den Fingern schnippend. In Begleitung eines chinesischen weltlichen Würdenträgers.

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Arhat 3 (Longmian-Stil)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Ryōzen. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 113,3 x 85,2 cm
Bild © Freer/Sackler Collection, Smithonian's Museums of Art, Gift of Charles Lang Freer. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat (Kanaka Bharadvāja), mit Gebetskette auf dem Stuhl eines Klosterabts, begleitet von einem dreiäugigen Dämon.

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Arhat 4 (Longmian-Stil)

Entwurf, rakan (Farbe auf Papier). Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 115 × 57cm
Bild © Komazawa University Library. (Letzter Zugriff: 2013/9)

Arhat (Angaja) mit vajra und Vajra-Glocke (in Ausübung eines esoterischen Rituals), in Begleitung eines Königs oder Generals in prunkvollem Gewand (Rüstung?). Der Begleiter ist von einem grünlichen Flammenkranz umgeben. Möglicherweise Entwurf oder Kopie der gleichnamigen Serie von Ryōzen in der Sammlung Freer, in der dieses Bild fehlt.

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Arhat 5 (Longmian-Stil)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Ryōzen. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 113,3 x 85,2 cm
Bild © Freer/Sackler Collection, Smithonian's Museums of Art, Gift of Charles Lang Freer. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat (Nakula) als Asket mit Fächer, in Begleitung eines jungen Mönchs. Im Hintergrund Mandarinenten.

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Arhat 6 (Longmian-Stil)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Ryōzen. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 113,3 x 85,2 cm
Bild © Freer/Sackler Collection, Smithonian's Museums of Art, Gift of Charles Lang Freer. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat (Bhadra), als greiser Klosterabt mit ringförmiger Gebetskette. Im Hintergrund Blumenvase und Gefäß für Räucherstäbchen. Eine von zwei Figuren der Serie ohne Begleiter.

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Arhat 7 (Longmian-Stil)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Ryōzen. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 113,3 x 85,2 cm
Bild © Freer/Sackler Collection, Smithonian's Museums of Art, Gift of Charles Lang Freer. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat (Kālika) im halben Meditationssitz auf einem Felsen, einen gezähmten Tiger streichelnd. Im Hintergrund eine Kiefer.

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Arhat 8 (Longmian-Stil)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Ryōzen. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 113,3 x 85,2 cm
Bild © Freer/Sackler Collection, Smithonian's Museums of Art, Gift of Charles Lang Freer. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat (Vajraputra) als kräftiger Mann, einen zahmen Drachen streichelnd. Im Hintergrund Wolken.

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Arhat 11 (Longmian-Stil)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Ryōzen. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 113,3 x 85,2 cm
Bild © Freer/Sackler Collection, Smithonian's Museums of Art, Gift of Charles Lang Freer. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat (Rahūla), mit hochgezogenem Bein (Pose der Gelassenheit) auf einem Felsen sitzend; bekommt von einer Gemse (Hirsch?) eine Blume dargereicht. Vom Typus her entspricht dieser Arhat als einziger in dieser Serie einem Han-Chinesen, während er altersmäßig zu den jüngsten zählt.

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Arhat 12 (Longmian-Stil)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Ryōzen. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 113,3 x 85,2 cm
Bild © Freer/Sackler Collection, Smithonian's Museums of Art, Gift of Charles Lang Freer. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat (Nāgasena), eine Schriftrolle lesend. Mit dunkler Haut, auch der Diener mit Kraushaar wirkt indisch oder afrikanisch. Im Hintergrund ein Bananenbaum.

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Arhat 13 (Longmian-Stil)

Entwurf, rakan (Farbe auf Papier). Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 115 × 57cm
Bild © Komazawa University Library. (Letzter Zugriff: 2013/9)

Arhat (Angaja) auf einem Felsen, mit aufgestelltem Bein (Haltung der Gelassenheit), sich einem weißen Löwen zuwendend. Im Hintergrund goldene Wolken. Möglicherweise Entwurf oder Kopie der gleichnamigen Serie von Ryōzen in der Sammlung Freer, in der dieses Bild fehlt.

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Arhat 10 [oder 14] (Longmian-Stil)

Entwurf, rakan (Farbe auf Papier). Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 115 × 57cm
Bild © Komazawa University Library. (Letzter Zugriff: 2013/9)

Arhat (Panthaka oder Vanavāsin) als Wanderasket mit dunkler Haut und langen Fingernägeln, auf einen Stock gestützt. Zur Seite gedreht. Ein Diener rückt einen Schemel vor seinen Hocker. Daneben ein Tisch mit eingewickelter Bettelschale und Blumenvase. Möglicherweise Entwurf oder Kopie der gleichnamigen Serie von Ryōzen in der Sammlung Freer. In dieser ansonsten vollkommen parallelen Serie sind lediglich die Figuren 10 und 14 vertauscht. Allerdings lässt sich in den Skizzen der beiden erkennen, dass die Namen auf eigene Zetteln geschrieben und (nachträglich?) aufgeklebt wurden.

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Arhat 15 (Longmian-Stil)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Ryōzen. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 113,3 x 85,2 cm
Bild © Freer/Sackler Collection, Smithonian's Museums of Art, Gift of Charles Lang Freer. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat (Ajita) auf einem Felsen, mit Edelstein in der Hand. Ein betagter Verehrer in chinesischer Tracht hat ihm den Stein überreicht (oder ist bereit, ihn in Empfang zu nehmen). Im Hintergrund ein Baum.

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Arhat 16 (Longmian-Stil)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Ryōzen. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 113,3 x 85,2 cm
Bild © Freer/Sackler Collection, Smithonian's Museums of Art, Gift of Charles Lang Freer. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat (Cūda Panthaka) mit Kapuze, in einer Höhle meditierend (Meditationsmudra). Europide Gesichtszüge. Das Motiv erinnert an Darstellungen Bodhidharmas.

Weitere Arhats von Ryōzen
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. 4 Arhat des Tennei-ji

Arhat 2 (Longmian-Stil)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Ryōzen. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats; Tennei-ji 天寧寺, Fukchiyama-shi, Kyoto; 113,3 x 85,2 cm
Bild © [2], Fukuchiyama-shi no bunkazai. (Letzter Zugriff: 2013/11)

Arhat mit hochgezogenem Bein (Pose der Gelassenheit) auf einem Felsen sitzend; bekommt von einer Gemse eine Blume dargereicht.

Wie an diesen Bei­spielen ersichtlich, betont der Ryūmin-Stil die er­habenen und wun­der­tätigen Eigen­schaf­ten der Arhats. Sie sind daher fast immer mit Dienern, Ver­ehrern oder Tier­begleitern dar­gestellt, die durch ihre geringe Größe den über­lege­nen Status der Arhats her­vor­strei­chen. Manche Arhats thronen auf Bergen, sym­bo­lisiert durch einen Fels als Sitz­platz, andere in prächtigen Tempeln, wieder andere treten als exo­tische Wander­asketen auf. Auf die Dar­stel­lung kost­barer Stoffe und Zier­gegen­stände wurde viel Wert gelegt. Die zahl­reichen Tiere stam­men aus Geschichten, in denen die Arhats die Bestien zähmen und zum Vege­taris­mus bekehren (s.u.).

Zugleich sind die Dar­stellun­gen erstaunlich realistisch, was die Physio­gnomie und Kleidung der Dar­gestell­ten betrifft. Longmian (und mit ihm seine Nach­folger) bemühte sich offen­bar, die Arhats verschie­denen, ihm bekann­ten, mensch­lichen Rassen zuzu­ordnen, wobei unter den zer­furch­ten Gesich­tern indischer Brahmanen bisweilen europide „Bar­baren“ auffallen.20 In vielen Gruppen gibt es aber auch einen jugend­lich-attrak­tiven Arhat, der durch eine ost­asia­tische Physio­gnomie charak­terisiert ist (s. Abb. rechts).21 Die Kleider und religi­ösen Uten­silien der Arhats bieten einen interes­santen Ein­blick in den Kloster­all­tag. Die Be­gleiter wie­derum reprä­sen­tieren nicht nur ver­schie­dene soziale Gruppen, son­dern auch himm­lische und dämo­nische Wesen. Das Set der Sechzehn Arhats bietet daher eine Art Pan­optikum der sicht­baren Welt (Samsara संसार Saṃsāra (skt., m.) „Beständiger Fluss“, Kreislauf der Wieder­gebur­ten, Diesseits; jap. Rinne 輪廻siehe auch →  Buddhismus Lehre → Ikonographie/Shaka→ Mythen/Jenseits→ Geschichte/Honji suijaku ) und mag wohl auch exo­tistische Neu­gierden seiner Betrach­ter befrie­digt haben.

Humorvoll-groteske Arhats

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Budai und die 16 Arhats

Felsskulptur, fukujin. Südliche Song-Zeit, 1126–1279; Ling-yin Tempel, Hangzhou, China
Bild © Bernhard Scheid, 2009

Die berühmteste Statue der Feilaifeng-Felsskulpturen an einem der ältesten Tempel Chinas, dem Chan (Zen) Tempel der Ruhenden Seele (Lingyin Tempel). Budai (Maitreya, Buddha der Zukunft) ist hier inmitten der Sechzehn Arhats dargestellt (die bis zu seinem Erscheinen auf Erden nicht ins Nirvana eintreten dürfen). Die Statue belegt, dass die Ikonographie des Budai/ Hotei schon seit dem 13. Jahrhundert mehr oder weniger gleichbleibend überliefert wird.

. 5 Budai (Hotei), umgeben von Arhats. China, Hangzhou, Song-Zeit.

Im süd-chine­sischen Hang­zhou begegnet man den Arhats22 mehrfach, u.a. auf einer der weit­läufigen Fels­skulp­turen des Lingyin Lingyin Si (chin.) 靈隐寺 Chan Tempel in Hangzhou, südwestl. von Shanghai; gegr. 328; wtl. Tempel des ruhenden Geistes; u.a. bekannt für zahlreiche Felsskulpturensiehe auch 16 Rakan → Karte Tempels, einem Zentrum des Chan Buddhis­mus. Sie treten hier als Begleiter eines über­dimensio­nalen „lachen­den Buddhas“ auf, der in Japan u.a. als Glücks­gott Hotei Hotei 布袋 Glücksgott; Manifestation von Bodhisattva Maitreya; chin. Budaisiehe auch Hotei → Ikonographie/Gluecksgoetter→ Geschichte/Zen/Bodhidharma→ Ikonographie/Gluecksgoetter/Bishamonten bekannt ist, vor allem im Zen-Buddhis­mus aber auch für Maitreya मैत्रेय Maitreya (skt., m.) „Der Freundliche, der Liebevolle“, Buddha der Zukunft; jap. Miroku 弥勒siehe auch →  Hotei → Alltag/Yamabushi/En no Gyoja→ Ikonographie/Gluecksgoetter→ Ikonographie/Dainichi/Daibutsu→ Ikonographie/Shaka/Buddhas Leben→ Geschichte/Honji suijaku → mehr , den Buddha der Zukunft, steht. Von den Arhats heißt es ja, dass sie bis zur Buddha­werdung Maitreyas auf Erden verharren. Im Vergleich mit den Arhats des Longmian-Stils fällt ihre heitere, aber beinahe kindlich-naiv wirkende Er­schei­nung auf, die sich auch auf vielen Dar­stellun­gen der „Fünf­hundert“ oder „Tausend Arhats“ in Japan beobachten lässt.

Diese humor­volle Form der Arhat-Dar­stellung wird einem Mönch namens Guanxiu Guanxiu (chin.) 貫休 buddh. chin. Abt und Maler-Mönch (832–912); auch Chanyue 禅月 (jap. Zengetsu, „Meditationsmond“) genannt (832–912) zu­geschrie­ben, der auch als Chanyue (jap. Zengetsu) bekannt ist. In Japan spricht man daher vom Zengetsu-Stil (zengetsu-yō zengetsu-yō 禅月様 Stil der Arhat-Darstellung nach Zengetsu (→ Guanxiu )).

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Arhat 15 (Guanxiu)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Guanxiu (832–912); Kaiserliches Hofamt (Kunaichō), Tokyo
Bild © Nihon no bijutsu 234 (1985), S. 6, Abb. 6

Arhat 15 aus einer Serie im Besitz des japanischen Kaiserpalastes, die angeblich von Guanxiu (also aus dem 10. Jh.) stammen soll, jedenfalls aber eine getreue Kopie darstellt. Eine viel spätere Kopie findet sich auf den Steinstelen des Kaisers Qianlong (1764). Laut Takasaki Fujihiko (Nihon no bijutsu 234, S. 39) entstand diese Serie zwischen 880 und 896. Guanxiu fertigte laut einer Inschrift auf Bild 11 die ersten zehn Portraits im Tempel 和安寺 an, wo er auch zum Mönch ausgebildet worden war. Die Serie wurde bald darauf von 景昭 zum Tempel 懐玉山 in 信州 gebracht und dort aufbewahrt.

. 6 Arhat 15
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Arhat 11 (Guanxiu)

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Guanxiu (832–912); Kaiserliches Hofamt (Kunaichō), Tokyo
Bild © Nihon no bijutsu 234 (1985), S. 6, Abb. 6

Arhat 11 aus einer Serie im Besitz des japanischen Kaiserpalastes, die angeblich von Guanxiu (also aus dem 10. Jh.) stammen soll, jedenfalls aber eine getreue Kopie darstellt. Eine viel spätere Kopie findet sich auf den Steinstelen des Kaisers Qianlong (1764). Laut Takasaki Fujihiko (Nihon no bijutsu 234, S. 39) hinterließ Guanxiu auf diesem Bild eine Inschrift, wonach diese Serie zwischen 880 und 896 entstand. Rakan 11 ist Rahula, der einzige Sohn des historischen Budda. Das Portrait, das gegenüber den anderen der gleichen Serie weniger grotesk wirkt, wird traditionellerweise als Selbstportrait des Künstlers gedeutet.

. 7 Arhat 11
Beispiele des Zengetsu-Stils (China, 9. Jh.), Kaiserpalast Tōkyō

Die Sam­mlung des Kaiser­lichen Palast­museums, Tōkyō, verfügt über eine Serie der Sechzehn Arhats, die Guanxiu zwischen 880 und 896 ange­fertigt haben soll. Er stützte sich dabei auf eigene Träume, in denen ihm die Arhats erschienen waren. Der hier abge­bildete Arhat 15 zählt zu den kurio­sesten Beispielen des Zengetsu Stils, während es sich bei Arhat 11, Rahula, angeblich um ein Selbst­portrait des Künstlers handelt.23

Ein Bericht bekannter Maler von Yizhou aus dem Jahr 1004 charak­terisiert Guanxius Stil fol­gender­maßen:

When drawing the scrolls of the Sixteen Arhats, [he depicted] the arhats of thick eyebrows and big-eyes, elongated jaw and voluminous nose, reclining on pine tree and rock, sitting against [the backdrop of] mountain and water. [They have] the appearance of barbarians and Indians. [...] When someone asked him, [he would] answer that [those are what] he saw from his dream. [...] Everyone found them astonishing.24

Zu den Neuer­ungen Guanxius zählte also einer­seits die Betonung der indisch-exotischen Merkmale der Arhats, anderer­seits aber auch ihre Positio­nierung in der freien Natur, an­sons­ten ein Merk­mal daois­tischer Unsterb­licher. Guanxiu, eher ein Literat und buddhis­tischer Würden­träger als ein profes­sionel­ler Maler-Mönch, legte offen­bar beson­deren Wert darauf, die Arhats mit all ihren menschli­chen Schwächen darzu­stellen und verband sie mit Attri­buten, die aus dem Korpus chine­sischer Heiligen­legenden stammten. Longmians Panopti­kums der menschli­chen Kulturen ging also ein von Guanxiu ge­schaf­fenes Panopti­kum menschli­cher Charaktere voraus.

Guanxius Stil fand offenbar rasch Zustimmung. Schon im zehnten Jahr­hundert wurden seine Arhats innerhalb der damaligen chine­sischen Herrscher aus­getauscht, waren also als höchste Kunst anerkannt.25 Ihre Beliebt­heit verdankte sich aber nicht allein der origi­nellen Form der Dar­stellung. In der frühen Song Song (chin.)chin. Herrschaftsdynastie, 960–1279siehe auch Geschichtsperioden → Ikonographie/Waechtergoetter/Nio→ Geschichte/Shinto Mittelalter/Kamikaze→ Ikonographie/Gluecksgoetter/Bishamonten -Zeit galten sie außerdem als wunder­tätige Bilder, die in der Lage waren, den Regen zu kontrol­lieren. Aus diesem Grund wurden zahlreiche Kopien davon angefertigt, sodass wahr­scheinlich auch die Serie im Kaiser­palast Tōkyō eine dieser Kopien darstellt.26

Es gibt aber auch andere Arhats des Zengetsu Stils, die sich entweder auf Guanxiu selbst oder zeitnahe Kopien zurück­führen lassen:

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Arhat 8

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Anon. nach Guanxiu (832–912); aus der Serie Sechzehn Arhats; Kōdai-ji; 129,1 x 65,7 cm
Bildquelle: 圖博館. (Letzter Zugriff: 2013/9)

Arhat, der sich mit einem Rückenkratzer (in Japan existiert dafür der Ausdruck „Hand des Enkels“) den Rücken kratzt. Nach der angegebenen Quelle (ein taiwanesischer Blog) Arhat 8.

. 8 Arhat 8
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Arhat 4

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Anon. nach Guanxiu (832–912); aus der Serie Sechzehn Arhats; Kōdai-ji; 129,1 x 65,7 cm
Bildquelle: 圖博館. (Letzter Zugriff: 2013/9)

Arhat mit knorrigem Stock, betend. In Mönchstracht auf einem Stuhl aus unbehandelten Holz sitzend. Mit ausgeprägter Nase und starker Körperbehaarung. Nach der angegebenen Quelle — ein taiwanesischer Blog — Arhat 4.

. 9 Arhat 4
Beispiele des Zengetsu-Stils (China, 12. Jh.), Kōdai-ji, Kyōto

Diese Serie ist mal­technisch aus­gefeilter als die oben gezeigten Beispiele. In ihrer kom­promiss­losen Dar­stellung menschlicher Schwächen anhand einer einzigen Figur, ohne die Zuhilfe­nahme narrativer Elemente im Vorder- oder Hinter­grund, zeigt sie jedoch ganz ähnliche inhalt­liche Schwer­punkte wie die oben gezeigte Bei­spiele.

Diese Serie befindet sich heute im Kōdai-ji Kōdai-ji 高台寺 Tempel der Rinzai-Schule des Zen Buddhismus in Kyōto, 1606 errichtetsiehe auch 16 Rakan → Karte in Kyōto und wurde wahr­schein­lich 1211 hierher gebracht. Sie stammt daher aus der südlichen Song-Zeit und wurde wahr­scheinlich von unter­schiedlichen chine­sischen Meistern angefertigt, die jedoch Guanxius Motive kopier­ten oder imitierten.27

Die Arhats des Kaisers Qianlong

Im acht­zehnten Jahr­hundert fand der kunst­sinnige Qing-Kaiser Qianlong Qianlong (chin.) 乾隆 1711–1799; vierter Kaiser der Qing-Dynastie (r. 1735–1796); gilt als mächtigster und bedeutendster Kaiser seiner Dynastie in Hangzhou ein Set von Arhats, das jenen Arhats von Guanxiu, die sich heute im Kaiser­palast Tōkyō befinden, offenbar sehr ähnlich war,28 und war davon so begeistert, dass er im Jahr 1764 Kopien davon in Stein­stelen schnitzen und diese in mehreren Städten Chinas auf­stellen ließ. Die folgenden Ab­bildun­gen sind Abriebe dieser Stein­schnitte.

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Arhat 13

Steinschnitt, rakan (Tusche auf Papier) von Anon. nach Guanxiu (832–912). Quing-Zeit, 18. Jh.; aus der Serie Sixteen Arhats at Shengyin Temple; 117 x 52cm
Bild © Chinese Rubbings Collection, Harvard Fine Arts Library. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat Angaja, in einem Buch (mit indischer Schrift) lesend, mit Gebetskette und knorrigem Stock. Namen und Nummer nach dem Fazhuxi; Gedicht von Kaiser Qianlong (1711–1799). Anmerkung: „Jetzt Angiraja, Rang 1.“

. 10 Arhat 13
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Arhat 15

Steinschnitt, rakan (Tusche auf Papier) von Anon. nach Guanxiu (832–912). Quing-Zeit, 18. Jh.; aus der Serie Sixteen Arhats at Shengyin Temple; 117 x 52cm
Bild © Chinese Rubbings Collection, Harvard Fine Arts Library. (Letzter Zugriff: 2013/9)

ArhatAjita, ein Bein hochziehend, schmerzvoller Ausdruck, lange Brauen. Namen und Nummer nach dem Fazhuxi; Gedicht von Kaiser Qianlong (1711–1799). Anmerkung: „Jetzt ..., Rang 2.“

. 11 Arhat 15
Abdrucke einer Stele, Qing-Zeit, 1764
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Arhat 1

Steinabreibung, rakan (Tusche auf Papier) von Anon. nach Guanxiu (832-912). Quing-Zeit, 18. Jh.; aus der Serie Sixteen Arhats at Shengyin Temple; 117 x 52cm
Bild © Chinese Rubbings Collection, Harvard Fine Arts Library. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat Pindola Bharadraja, mit knorrigem Bambusstock, hochgezogenem Bein und einer Schrifttafel mit indischen Buchstaben. Namen und Nummer nach dem Fazhuxi; Gedicht von Kaiser Qianlong (1711–1799).

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Arhat 2

Steinabreibung, rakan (Tusche auf Papier) von Anon. nach Guanxiu (832-912). Quing-Zeit, 18. Jh.; aus der Serie Sixteen Arhats at Shengyin Temple; 117 x 52cm
Bild © Chinese Rubbings Collection, Harvard Fine Arts Library. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

ArhatKanakavatsa, mit einfachem Stock, im Meditationssitz, eine mudra (Handgeste) formend. Namen und Nummer nach dem Fazhuxi; Gedicht von Kaiser Qianlong (1711–1799).

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Arhat 3

Steinabreibung, rakan (Tusche auf Papier) von Anon. nach Guanxiu (832-912). Quing-Zeit, 18. Jh.; aus der Serie Sixteen Arhats at Shengyin Temple; 117 x 52cm
Bild © Chinese Rubbings Collection, Harvard Fine Arts Library. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat 3, chin. Bintoulu poluoduoshi (jap. Binzuru!), an Bambusstock gelehnt, im Meditationssitz, eine Mudra (Handgeste) formend. Namen und Nummer nicht nach dem Fazhuxi; Gedicht von Kaiser Qianlong (1711–1799).

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Arhat 4

Steinabreibung, rakan (Tusche auf Papier) von Anon. nach Guanxiu (832-912). Quing-Zeit, 18. Jh.; aus der Serie Sixteen Arhats at Shengyin Temple; 117 x 52cm
Bild © Chinese Rubbings Collection, Harvard Fine Arts Library. (Letzter Zugriff: 2013/9)

Arhat Nantimiduoluo Qingyou 難提密多羅慶友尊者, ein Buch haltend, mit dem Finger schnalzend. Namen und Nummer nicht nach dem Fazhuxi; Gedicht von Kaiser Qianlong (1711–1799). Anmerkung: „Jetzt Arhat Abheda, Rang 16.“

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Arhat 5

Steinschnitt, rakan (Tusche auf Papier) von Anon. nach Guanxiu. Quing-Zeit, 18.Jh.; aus der Serie Sixteen Arhats at Shengyin Temple; 117 x 52cm
Bild © Chinese Rubbings Collection, Harvard Fine Arts Library. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat Nakula, betend, mit Gebetskette, unter einem Baum. Namen und Nummer nach dem Fazhuxi, Bildvorlage Guanxiu; Gedicht von Kaiser Qianlong (1711–1799). Anmerkung: „Jetzt Arhat Bakula, Rang 9.“

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Arhat 6

Steinschnitt, rakan (Tusche auf Papier) von Anon. nach Guanxiu (832-912). Quing-Zeit, 18. Jh.; aus der Serie Sixteen Arhats at Shengyin Temple; 117 x 52cm
Bild © Chinese Rubbings Collection, Harvard Fine Arts Library. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat Badhra, sinnierend, mit kurzer Gebetskette. Namen und Nummer nach dem Fazhuxi; Gedicht von Kaiser Qianlong (1711–1799). Anmerkung: „... Rang 6.“

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Arhat 7

Steinschnitt, rakan (Tusche auf Papier) von Anon. nach Guanxiu. Quing-Zeit, 18. Jh.; aus der Serie Sixteen Arhats at Shengyin Temple; 117 x 52cm
Bild © Chinese Rubbings Collection, Harvard Fine Arts Library. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat Kalika, mit extrem langen Brauen, mit aufgestelltem Bein (Haltung der Gelassenheit). Namen und Nummer nach dem Fazhuxi; Gedicht von Kaiser Qianlong (1711–1799). Anmerkung: „... Rang 6.“

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Arhat 8

Steinschnitt, rakan (Tusche auf Papier) von Anon. nach Guanxiu (832-912). Quing-Zeit, 18. Jh.; aus der Serie Sixteen Arhats at Shengyin Temple; 117 x 52cm
Bild © Chinese Rubbings Collection, Harvard Fine Arts Library. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat Vajraputra, lesend, mit überschlagenen Armen und dichtem Körperhaar. Namen und Nummer nach dem Fazhuxi; Gedicht von Kaiser Qianlong (1711–1799). Anmerkung: „Jetzt ... Rang 5.“

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Arhat 9

Steinschnitt, rakan (Tusche auf Papier) von Anon. nach Guanxiu (832-912). Quing-Zeit, 18. Jh.; aus der Serie Sixteen Arhats at Shengyin Temple; 117 x 52cm
Bild © Chinese Rubbings Collection, Harvard Fine Arts Library. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat Jivaka, mit Fächer. Namen und Nummer nach dem Fazhuxi; Gedicht von Kaiser Qianlong (1711–1799). Anmerkung: „Jetzt Gopaka, Rang 15.“

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Arhat 10

Steinschnitt, rakan (Tusche auf Papier) von Anon. nach Guanxiu (832-912). Quing-Zeit, 18. Jh.; aus der Serie Sixteen Arhats at Shengyin Temple; 117 x 52cm
Bild © Chinese Rubbings Collection, Harvard Fine Arts Library. (Letzter Zugriff: 2016/9)

Arhat Panthaka, lesend. Kugelförmig zusammengekauert. Namen und Nummer nach dem Fazhuxi; Gedicht von Kaiser Qianlong (1711–1799). Anmerkung: „Jetzt ..., Rang 13.“

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Arhat 11

Steinschnitt, rakan (Tusche auf Papier) von Anon. nach Guanxiu (832-912). Qing-Zeit, 18. Jh.; aus der Serie Sixteen Arhats at Shengyin Temple; 117 x 52cm
Bild © Chinese Rubbings Collection, Harvard Fine Arts Library. (Letzter Zugriff: 2013/9)

Arhat Rahula, eine mudra (Geste der Belehrung) formend. Gedicht von Kaiser Qianlong (1711–1799). Anmerkung: „Jetzt ..., Rang 10.“

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Arhat 11

Steinschnitt, rakan (Tusche auf Papier) von Anon. nach Guanxiu (832-912). Quing-Zeit, 18. Jh.; aus der Serie Sixteen Arhats at Shengyin Temple; 117 x 52cm
Bild © Chinese Rubbings Collection, Harvard Fine Arts Library. (Letzter Zugriff: 2013/9)

Arhat Nāgasena, hinter einem Felsen zusammengekauert laut betend (schreiend). Namen und Nummer nach dem Fazhuxi; Gedicht von Kaiser Qianlong (1711–1799). Anmerkung: „Jetzt ..., Rang 14.“

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Arhat 14

Steinschnitt, rakan (Tusche auf Papier) von Anon. nach Guanxiu (832-912). Qing-Zeit, 18. Jh.; aus der Serie Sixteen Arhats at Shengyin Temple; 117 x 52cm
Bild © Chinese Rubbings Collection, Harvard Fine Arts Library. (Letzter Zugriff: 2013/9)

Arhat Vanavāsin, in einer Höhle meditierend. Namen und Nummer nach dem Fazhuxi; Gedicht von Kaiser Qianlong (1711–1799). Anmerkung: „Jetzt ..., Rang 3.“

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Arhat 16

Steinschnitt, rakan (Tusche auf Papier) von Anon. nach Guanxiu (832-912). Quing-Zeit, 18. Jh.; aus der Serie Sixteen Arhats at Shengyin Temple; 117 x 52cm
Bild © Chinese Rubbings Collection, Harvard Fine Arts Library. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat Cuda Panthaka, mit Fächer, predigend, unter einem Baum. Namen und Nummer nach dem Fazhuxi; Gedicht von Kaiser Qianlong (1711–1799). Anmerkung: „Jetzt ..., Rang 11.“

16 Arhats nach Guanxiu

Die grotesken Merk­male der Arhats sind in diesen Kopien beson­ders augen­fällig, aller­dings gegen­über den Origi­nalen keines­falls über­trieben, wie ein Ver­gleich mit der obigen Ab­bild­ung aus dem japa­nischen Kaiser­palast belegt.29 Es handelt sich also um kaiserlich sank­tionierte Staats­kunst, keines­falls um eine volks­tümliche Tradition.

Kaiser Qianlong ver­fasste sogar eigen­händige Lob­gedichte für jeden einzelnen Arhat und ließ diese in die Ab­bildun­gen dazu­meißeln. Jedes einzelne Bild enthält darüber hinaus die Infor­matio­nen, die wir auch im Fazhuji oder im Butsuzō zui vorfinden, sowie An­merkun­gen, die sich auf die (von diesen Texten abweichenden) Namen und Reihen­folgen der Arhats im tibeti­schen Buddhis­mus beziehen.

Japanische Beispiele

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Rakan

Rollbild, rakan (Tusche auf Papier) von Itō Jakuchū (1716–1800), Detail. Edo-Zeit, 18. Jh.; 113,7 x 59 cm
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/9/16)

Alter arhat mit den klassischen, überlangen Brauen.

. 12 Arhat mit langen Brauen
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Rakan

Rollbild, rakan (Tusche auf Papier) von Itō Jakuchū (1716–1800), Detail. Edo-Zeit, 18. Jh.; 113,7 x 59 cm
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Ein verträumt wirkender arhat. Eine ähnliche Pose wird in anderen Darstellungen mit einem schmerzverzehrten Gesicht kombiniert, als ob sich der Arhat das Knie gestoßen hätte.

. 13 Arhat, sein Knie haltend
Tuschbilder von Jakuchū

In Japan setzt sich der Zengetsu-Stil vor allem in mono­chromen Tusch­bildern durch, die hier am Beispiel einer Arhat Serie von Itō Jakuchū Itō Jakuchū 伊藤若冲 1716–1800; Edo-zeitl. Maler und Literat aus Kyōto; kein Mönch, aber dem Zen-Buddhismus nahe stehend zu sehen sind. Die grotesken Züge der Arhats treten hier etwas zurück, aber die humor­volle Note und die Konzen­tration auf den charakter­lichen Ausdruck einer Figur bleibt. Insgesamt gesehen war in Japan aller­dings die nar­rative, „wunder­voll-erha­bene“ Dar­stellungs­weise der Arhats im Stil des Ryūmin einfluss­reicher.30

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Arhat und Gewitterwolke

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Papier) von Katsushika Hokusai, Detail. Edo-Zeit, 19. Jh.; 99,5 × 41,5 cm
Bild © Tokyo National Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat lässt eine Gewitterwolke aus seiner Bettelschale aufsteigen (in der sich wohl ein Drache befindet).

. 14 Arhat (Hokusai)
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Arhat und Drache

Hängerollbild, rakan (Farbe auf Papier) von Utagawa Kuniyoshi, Detail. Edo-Zeit, um 1850; 125 x 51,2 cm
Bild © British Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Arhat, mit dem Finger den kleinen Drachen reizend, der eben in einer Wolke aus seiner Schale entstiegen ist.

. 15 Arhat (Kuniyoshi)
Arhats lassen Drachen steigen

Obwohl die meisten Arhat-Darstellungen in einem buddhistischen Kontext entstanden, wandten sich auch einige ukiyo-e ukiyo-e 浮世絵 „Bilder der fließenden Welt“, populäre Farbholzschnitte der Edo-Zeitsiehe auch Kaidan → Ikonographie→ Bauten/Bekannte Tempel/Asakusa→ Alltag/Pilgerschaft→ Alltag/Matsuri/Phalluskulte→ Mythen/Geister → mehr -Künstler — die in erster Linie kommerzielle Interessen verfolgten und allgemein unterhaltsame Themen wählten — dem Arhat-Genre zu. Sowohl Katsushika Hokusai Katsushika Hokusai 葛飾 北斎 1760–1849; Maler und Zeichner. Bekanntester Verteter des Ukiyoe-Farbholzschnittssiehe auch Kaidan → Alltag/Pilgerschaft→ Ikonographie/Gluecksgoetter/Daikoku→ Ikonographie/Gluecksgoetter/Hotei→ Mythen/Imaginaere Tiere→ Mythen/Hoellen/Hoellenbilder → mehr als auch Utagawa Kuniyoshi Utagawa Kuniyoshi 歌川 国芳 1798–1861; Maler und Zeichner. Bekannter Verteter des ukiyo-e-Farbholzschnittssiehe auch Junishi → Mythen/Imaginaere Tiere/Komainu→ Mythen/Geister/Kaidan→ Mythen/Verwandlungskuenstler/Kitsune→ Geschichte/Zen/Bodhidharma scheinen von der Vorstellung fasziniert gewesen zu sein, dass die Arhats einen Drachen aus einer Bettel­schale entsteigen lassen können.

Fünfhundert Arhats

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Rakan

Statue, rakan (Holz, bemalt) von Shōun Genkei (1648–1710). Edo-Zeit; Höhe: 85,1cm
Bild © Metropolitan Museum, New York. (Letzter Zugriff: 2017/7/6)

Ein Exemplar aus der Serie von Fünfhundert arhats (rakan), mit denen der Künstler Shōun Genkei einen neuen rakan-Boom auslöste. Etwa die Hälfte der Statuen sind heute im versteckten Gohyaku Rakan-ji in Meguro, Tokyo zu sehen, doch stellte das gesamte Ensemble einst eine Hauptsehenswürdigkeit der Stadt Edo dar.

. 16 Einer von 500, Edo-Zeit

In der Edo-Zeit war es oft mit sechzehn (oder seltener achtzehn) Arhats nicht mehr getan, man fertigte in vielen Tempel Gruppen von fünf­hundert, tausend oder noch mehr Arhats an. Diese wurden zumeist in Stein gemeißelt und im Freien aufgestellt.31 Den Ausgangspunkt für den Kult der Fünfhundert Arhats bildete aber offenbar die bildhauerische Einzelleistung eines Mönchs der frühen Edo-Zeit, der dem damals neuartigen Ōbaku Ōbaku-shū 黄檗宗 Dritte Hauptrichtung des jap. Zensiehe auch Zen → Bauten/Tempel/Tempeltore -Zen angehörte. Im Auftrag seines Meisters begab sich dieser Bildhauermönch namens Shōun Genkei Shōun Genkei 松雲元慶 1648–1710; Edo-zeitlicher Bildhauer-Mönch der Ōbaku-shū, v.a. für seine fünfhundert rakan bekannt von Kyōto nach Edo und fertigte dort in der Öffentlichkeit lebensgroße, vergoldete Holzstatuen jener fünfhundert Buddha-Schüler an, die einst der Predigt auf dem Geierberg (Grdhrakuta गृध्रकूट Gṛdhrakūṭa (skt., m.) „Geiergipfel“, indischer Berg bei Rajagrha (Rajgir), auf dem Buddha predigte; jap. Ryūjusen 霊鷲山siehe auch →  En no Gyoja → Alltag/Pilgerschaft→ Bauten/Bekannte Schreine/Fushimi→ Ikonographie/Shaka/Buddhas Leben→ Karte ) gelauscht hatten.32 Nach und nach wurden Mitglieder der Tokugawa auf ihn aufmerksam und sponserten einen neuen Tempel im Osten der Stadt, wo Shōun sein Werk um das Jahr 1700 vollendete. Dieser Gohyaku Rakan-ji Gohyaku Rakan-ji 五百羅漢寺 Tempel der Fünfhundert Rakan (Buddha-Schüler); früher in Honjo, heute in Meguro, Tōkyōsiehe auch→ Karte wurde bald zu einer Hauptsehenswürdigkeit Edos. Allerdings fiel er schließlich dem Ansei-Erdbeben von 1855 zum Opfer und wurde, bedingt durch die bald folgende Meiji-Restauration nicht mehr neu aufgebaut. Im frühen 20. Jahrhundert entstand dann in Meguro, am entgegengesetzten Ende der Stadt, ein gleichnamiger Tempel, wo heute etwa die Hälfte der von Shōun geschaffenen Statuen in modernem Ambiente zu bewundern sind.

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Tuschelnde Arhats

Statue, rakan (Stein), Detail. Edo-Zeit, 1782–1825; aus der Serie 500 Arhats; Kita-in, Kawagoe, Saitama-ken
Bild © Yuichi Momma, flickr, 2011. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Bei genauer Betrachtung erkennt man bei beiden arhat-Figuren „Narben“ im Hals- und Brustbereich. Es sind Spuren der anti-buddhistischen Ausschreitungen in den ersten Jahren der Meiji-Zeit (ab 1868), in denen buddhistische Steinstatuen systematisch enthauptet wurden. Später wurden viele dieser Statuen wieder in Stand gesetzt.

. 17 Tuschelnde Arhats
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Arhat

Statue, rakan (Stein), Detail. Edo-Zeit, 1782–1825; aus der Serie 500 Arhats; Kita-in, Kawagoe, Saitama-ken
Bild © Frank Gualtieri (fg2), Wikimedia Commons, 2009. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Skulptur eines veträumt dasitzenden arhat

. 18 Verträumter Arhat
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Freundlicher Arhat

Skulptur, rakan (Stein), Detail. Edo-Zeit, 1782–1825; aus der Serie 500 Arhats; Kita-in, Kawagoe, Saitama-ken
Bild © Frank Gualtieri (fg2), Wikimedia Commons, 2009. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Skulptur eines fröhlichen rakan

. 19 Freundlicher Arhat
Beispiele der 500 Arhats in Kawagoe

Eine weitere bekann­te Fünf­hundert-Arhat-Gruppe befindet sich im Kita-in Kita-in 喜多院 Tendai-Tempel in Kawagoe in der Präfektur Saitama, 830 errichtetsiehe auch 16 Rakan → Karte , einem Tendai-Tempel in Kawagoe nördlich von Tōkyō. Die Statuen stammen aus der Zeit um 1800. Hier geht es nicht mehr darum, die Arhats beim Lauschen einer Predigt darzustellen. Man hat eher das Gefühl, dass das Sujet dem Künstler die Möglich­keit bot, seiner Phantasie freien Lauf zu lassen. Anderer­seits haben diese Arhats auch viele Ge­meinsam­keiten mit den wesent­lich älteren Stein-Arhats aus Hangzhou (s.o.). Stilistisch zählen die steinernen Arhats eher zu den humor­vollen, die bemalten eher zu den erhabenen, aber ähnlich wie im Butsuzō zui ver­schwinden die Stil­grenzen in diesen eher volks­tümlichen Dar­stellun­gen.

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Halle der 500 Arhats

Skulpturengruppe, rakan (Holz, bemalt), Detail. Edo-Zeit; Rakan-dō, Hōonji, Präfektur Morioka
Bild © Tanaka Jūyō, flickr, 2010. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Halle der 500 Arhats des Hōon-ji in Morioka, Nordjapan. Die Halle wurde 1735 errichtet und 1858 erneuert. Im Mittelpunkt steht der Rushana Buddha des Kegon Sutras, umgeben von Zehn Schülern und den Sechzehn Arhats. Die Fünfhundert Arhats bilden das größere Gefolge des Buddhas. Die Statuen sind z.T. älter als die Halle und stammen aus der Kyōto-Region.

. 20 Tempel der Fünfhundert Arhats in Morioka

Der Arhat-Prototyp: Pindola

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Arhat (Gien Sōzu)

Skulptur, rakan (Holz, bemalt). Nara-Zeit, 8. Jh.; „Nationalschatz“; Oka-dera, Nara-ken (heute Nara Ntl. Museum); Höhe: 93 cm
Bildquelle: Meihin zuroku (Ausstellungskatalog). Nara National Museum 2012, Abb. 115, S. 94

Eines der ältesten realistischen Mönchsportraits, das in Japan hergestellt wurde. Den Quellen des Tempels Okadera zufolge handelt es sich um den Tempelgründer Gien, einen Mönch der Hossō Schule. Historiker nehmen jedoch an, dass es sich um den arhat Pindola (Binzuru) handelt, was unter anderem die exotischen Gesichtszüge der Figur erklären würde. In jedem Fall besteht zwischen dem Realismus der Mönchsportraits und der Arhat-Darstellungen eine enge kunsthistorische Verbindung.

. 21 Arhat (Nara-Zeit, 8. Jh.)

Pindola (jap. auch Binzuru Binzuru 賓頭盧 Skt. Pindola, ein Schüler Buddhas; auch: Bindora Baradaja (Pindola Bhāradvāja)siehe auch 16 Rakan → Ikonographie/Heilige ) — der erste in der Liste der Sechzehn Arhats — ist in der Welt des ost­asiati­schen Buddhis­mus wahr­scheinlich der bekann­teste und belieb­teste Arhat. Er besitzt über­dies ein langes „Vorleben“ in der indischen Mytholo­gie. Dort tritt er u.a. als ein Weiser auf, der das Wissen über die Krank­heiten („Ayurveda“) von Indra über­mittelt bekommt und an die anderen Weisen weiter­gibt. Im Zuge dessen erlangt er selbst Unsterb­lichkeit.33

Wie der Indologe John Strong in einem auf­schluss­reichen Artikel (Strong 1979) dar­gelegt hat, kann der buddhis­tische Pindola Bhāradvāja als Prototyp der gesamten Arhat Klasse an­gesehen werden. Pindola taucht bereits in der Pali-Legen­den­tradi­tion, also im ältesten Buddhis­mus, als ein Brahmane auf, der sowohl über­natür­liche Kräfte als auch charakter­liche Schwächen besitzt. Nachdem er den Buddha trifft, wird er zu dessen Schüler, über­windet seine Schwächen und erfährt die Er­leuch­tung (Arhatschaft).

Pindolas Stärken

Zur Zeit des buddhis­tischen Königs Ashoka अशोक Aśoka (skt., m.) „Der Unbesorgte“, 304?–232 v.u.Z., König von Nord-Indien; jap. Muu 無憂 oder Aikuō 阿育王siehe auch →  Buddhismus → Bauten/Tempel/Stupa soll Pindola noch als Ober­haupt der Mönchs­gemeinde fungiert haben, doch ist er zumeist un­sichtbar und geht seine eigenen Wege. Anläss­lich einer großen, von Ashoka veran­stal­teten Zeremonie zeigt er sich jedoch als uralter Greis und beein­druckt den König unter anderem durch seine weißen Augen­brauen, die seine Augen über­decken. Er erzählt dem König, wie dieser in einem früheren Leben mit dem Buddha zusam­men­traf und dank dieser Begeg­nung zum mäch­tigsten Herr­scher des Landes wurde. Der König unter­stützt die Buddhis­ten darauf­hin umso mehr. Die Le­gende erinnert an die Ge­schichte eines anderen Arhats, Nagasena (Arhat 12), der mit dem hel­lenis­ti­schen König Menander (skt. Mirinda, r. ca. 160–130 v.u.Z.) zusam­men­trifft und ihn im Zuge eines Rede­duells durch eine bild­hafte Er­klärung der bud­dhisti­schen Lehre zum Buddha Dharma bekehrt. Beide Arhats spielen als gelehr­teste Ver­treter der jeweiligen Mönchs­ge­meinde eine ent­schei­dende Rolle, um den Herrscher für den Bud­dhismus zu gewinnen.

Ein weiterer Legenden­strang verbindet Pindola mit einem Löwen und erklärt ihn zum „größten Löwen­brüller“. Durch dieses Löwen­gebrüll stellte er, so eine Quelle, seine Erleuch­tung unter Beweis.34 Diese Episode erklärt wahr­scheinlich auch Pindolas spätere Beliebt­heit im Zen. Auch in chine­si­schen Legen­den berühm­ter Mönche tritt Pindola häufig auf. Hier ist es seine Rolle, Mönchen dabei zu helfen, innere Zweifel zu über­winden.

Pindolas Schwächen

Der Name Pindola selbst scheint die Be­deutung „Bettler“ (in einer eher negativen Kon­nota­tion) zu besitzen und mit einem ihm zu­geschrie­benen Hang zur Gefräßig­keit in Ver­bindung zu stehen. Pindola ist jedoch dank der Be­geg­nung mit Buddha in der Lage, diese Schwäche zu über­winden. Andere Legenden schreiben ihm eine besondere Fähig­keit zu, poten­zielle Wohl­täter zu groß­zügigen Spenden anzuregen. Er wird daher auch häufig mit einer großen Bettel­schale dargestellt.35 Doch sind Geiz und/oder Gefräßig­keit auch immer wieder genannte Gründe, warum Pindola selbst nicht ins Nirvana निर्वाण Nirvāṇa (skt., n.) „Erloschen, ausgelöscht“, Ort der Erlösung von allem Leid; jap. Nehan 涅槃siehe auch →  Buddhismus Lehre → Ikonographie→ Bauten/Tempel/Tempeltore→ Alltag/Totenriten→ Ikonographie/Amida→ Ikonographie/Shaka → mehr eingehen konnte.

Die berühm­teste „Schwäche“ Pindolas offen­bart zugleich eine weitere seiner Stärken: Er beein­druckt nämlich einen reichen Laien durch Zur­schau­stellung magischer Künste. Ein derart billige Effekt­hascherei ist dem Buddha jedoch gar nicht recht. In einer anderen Geschichte schleppt Pindola un­beab­sichtigt einen ganzen Berg mit sich, weil er darin irrtümlich eine Nadel hat stecken lassen, die noch durch einen Faden mit seinem Gewand verbunden ist. Als er den Irrtum bemerkt und den Berg an seinen ur­sprüng­lichen Platz zurück schleudert, verursacht er dadurch die Fehl­geburt einer zufälligen Zeugin seines Tuns. Wieder ist Buddha erzürnt über solch achtlose Anwendung über­natürlicher Kräfte. Aus diesen Geschich­ten erklärt sich das Mönchs­gebot, über­sinnliche Fähig­keiten nicht vor Laien zur Schau zu stellen. (Das Verbot findet sich tatsächlich in zahl­reichen Ordens­regeln, während es zugleich in vielen anderen buddhis­tischen Legenden von wunder­tätigen Mönchen ganz offen­sichtlich über­gangen wird.)

Aufgrund derartiger „Schwächen“ muss Pindola, trotz seiner Arhat­schaft, seinen Eintritt ins Nirvana bis zum Erscheinen Maitreyas मैत्रेय Maitreya (skt., m.) „Der Freundliche, der Liebevolle“, Buddha der Zukunft; jap. Miroku 弥勒siehe auch →  Hotei → Alltag/Yamabushi/En no Gyoja→ Ikonographie/Gluecksgoetter→ Ikonographie/Dainichi/Daibutsu→ Ikonographie/Shaka/Buddhas Leben→ Geschichte/Honji suijaku → mehr (also dem Ende des derzeitigen Weltzeitalters) verzögern. In der Zwischen­zeit verweilt er als Be­schützer von Mönchen und frommen Laien auf Erden, wobei er allerdings seinen eigent­lichen Wohn­ort im (den Menschen un­zugäng­lichen) Kontinent des Westens hat und nur gelegen­tlich die Welt der Menschen durchstreift.36 Er folgt somit quasi dem Bodhisattva बोधिसत्त्व Bodhisattva (skt., m.) „Erleuchtetes Wesen“; jap. bosatsu 菩薩siehe auch →  Buddhismus Lehre → Bauten/Tempel→ Ikonographie→ Bauten/Tempel/Pagoden→ Ikonographie/Kannon→ Bauten/Bekannte Schreine → mehr -Ideal des Mit­gefühls mit unerleuchteten Wesen, doch tut er dies unfrei­willig und daher nicht mit der gleichen Souveräni­tät. Vielleicht entspringt diese Darstellung, wie John Strong vermutet, auch einer Kritik des Theravada am Mahayana Ver­ständ­nis des Bodhi­sattvas.37 Innerhalb des Mahayana Buddhis­mus erhält Pindola aber aufgrund seiner Schwächen auch eine gewisse Menschlich­keit, die u.a. in den Arhat-Karikaturen zum Ausdruck kommt. Genau diese Menschlich­keit scheint auch die Grund­lage der Populari­tät des Arhat-Glaubens dar­zustellen.

Ehrengast in Badehäusern und Speisesälen

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Binzuru Sonja

Skulptur, rakan (Holz, bemalt), Detail. Edo-Zeit; Tōdaiji, Nara
Bild © Mazimilian, flickr, 2006. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Der berühmte Binzuru (Pindola) des Tōdaiji in Nara, ein überlebensgroßer arhat, der als wundertätige Statue gilt und daher arg abgegriffen ist. Das Gewand, das in Japan allen volkstümlichen Heiligenfiguren angezogen wird, schützt ihn wohl auch vor weiterem Schaden.

. 22 Binzuru (Pindola), Nara

Aus den Pindola-Legenden leitete sich eine rituelle Tradition ab, die vor allem in China und Japan Ver­breitung fand: Die Ein­ladung Pindolas. Diese stellte unter anderem eine rituelle Vor­berei­tung für Bäder im Kloster dar. Auch hielt man in vielen Klöstern den Ehren­sitz des Speise­saals für Pindola frei und servierte ihm Mahlzeiten in einer Opfer­schale. Aus­gehend von der erwähnten Zere­monie des buddhis­tischen Königs Ashoka hoffte man, dass Pindola zumin­dest in unsicht­barer Form an den Mahl­zeiten teilnahm. Konnten dann Spuren seiner Anwesen­heit fest­gestellt werden (ein einge­drücktes Kissen oder ein Fuß­abdruck), so wusste man, dass die rituelle Routine des Klosters korrekt durch­geführt worden war.38 Offenbar wurden zum Teil auch Statuen des Pindola wie ein Tempelabt (jōza) verehrt und mit Nahrungs­opfern versorgt.39 Im China der Song-Zeit gab es hingegen unregelmäßig stattfindende Feste, bei denen alle sechzehn Arhats mit Speiseopfern bedacht wurden. Einem Bericht des japanischen China-Pilgers Jōjin Jōjin 成尋 1011–1081; Mönch der Tendai-shū, u.a. für seinen Reisebericht aus China (1072) bekannt; erhielt vom chin. Kaiser nach einem erfolgreichen Regenbittritus den Ehrennamen Zenne Daishi 善慧大師 und blieb bis zu seinem Tod in China aus dem Jahr 1072 ist zu entnehmen, dass es sich um ein ganztägiges Ereignis handelte, während dessen das ganze Kloster in ausgelassener Feierstimmung war.40

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. 23 Binzuru, Zenkō-ji

Binzuru

Skulptur, nadebotoke (Holz), Detail; Zenkō-ji, Nagano-ken
Bild © Wakī, (Photo-Blog). (Letzter Zugriff: 2015/4/20)

Vom vielen Abreiben arg mitgenommener „Streichelbuddha“ (nadebotoke).

In Japan erhielt Pindola/Binzuru außer­dem heilende Kräfte zuge­sprochen, die auch von Laien in An­spruch genommen wurden. Im Eingangs­bereich vieler Tempel findet man Binzuru daher als „Streichelbuddha“ (nadebotoke nadebotoke 撫仏 wtl. „Streichelbuddha“; buddh. Figur, die von den Gläubigen zwecks Heilung, Abwehr von Krankheit, o.ä. berührt wirdsiehe auch 16 Rakan → Ikonographie/Heilige ), der allen Glück bringen soll, die ihn berühren.41 Obwohl der Brauch in jüngerer Zeit aus hygieni­schen Gründen zurück gedrängt wurde, gilt es immer noch als heilsam, Statuen des Binzuru an der Stelle zu reiben, an der man selbst kuriert werden möchte. Ein berühmtes Beispiel dieses Brauchs ist die Statue des Binzuru-sama, die heute vor der Halle des Großen Buddha im Tōdaiji Tōdaiji 東大寺 Tempel des Großen Buddha von Nara; wtl. Großer Ost-Tempelsiehe auch Bekannte Tempel → Bauten/Tempel/Tempeltore→ Bauten/Bekannte Schreine→ Bauten/Bekannte Schreine/Kasuga→ Alltag/Totenriten/Sogiya→ Ikonographie/Dainichi → mehr , Nara, steht und deutliche Spuren des Abriebs trägt.

Vergleicht man die er­wähnten Legenden mit der Arhat-Ikono­graphie in China und Japan, so erkennt man, dass viele Pindola Legen­den auf andere Arhats über­tragen wurden, dass er sich also quasi in eine ganze Gruppe von Arhats auf­spaltete. Sicher kamen später auch weitere Legen­den hinzu, doch es scheint plausibel, dass die Figur des Pindola als Proto­typ für die spätere Arhat-Ikono­graphie und Ikono­logie heran­gezogen wurde.

Arhats und Bodhisattvas

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Arhats in Verzweiflung

Skulpturen, rakan (Holz, bemalt), Detail. Nara-Zeit, 8. Jh.; Hōryū-ji, Nara-ken
Bildquelle: Kita Naoko, Picasa. (Letzter Zugriff: 2013/9)

Zwei Schüler Buddhas (Arhats) in Verzweiflung über Buddhas Tod. Aus einer Darstellung von Buddhas Eintritt ins Nirvana (nehanzu), die sich im untersten Geschoß der Gojū-Pagode des Hōryū-ji befindet. Insgesamt sind zehn Figuren auf diese Weise dargestellt. Es handelt sich also um die Gruppe der Zehn Buddha Schüler, die den Arhats zuzurechnen sind. Die Gruppe ist auch als nakibotoke, „weinende Buddhas“ bekannt.

. 24 Verzweifelte Arhats

Im Unter­schied zu den Bodhi­sattvas wurden die Arhats beson­ders im Mahayana Buddhis­mus zu einem Abbild des Mönchs­stands selbst, an denen sich nicht nur die Stärken, sondern auch die Schwächen des Kloster­wesens dar­stellen ließen. Die Arhat-Ikono­graphie eröf­fnete damit einen Raum für Humor, Spott und Karikatur. Gleich­zeitig fand offen­bar auch die „wohl­wollen­de Kritik“ des Mahayana am alten, traditionalistischen Buddhis­mus („Hinayana“) Ausdruck in den gelegen­tlich grotesk über­zeichneten exo­tischen Merk­malen einzelner Arhats, die sich oft durch über­triebene Gefühls­aus­brüche aus­zeichnen. Letzteres wird anhand eines Vergleichs von Arhat- und Bodhi­sattva-Dar­stellun­gen beim Ableben Buddas (nehanzu nehanzu 涅槃図 Gemalte Darstellung Buddhas nach dem Tode) deutlich sichtbar, wo die Bodhi­sattvas, obwohl traurig, nicht die Contenance verlieren, während die Arhats ihrer Ver­zweiflung laut schreiend und sich an die Brust schlagend Ausdruck verleihen.

Trotz oder gerade wegen ihrer Nicht-Perfekt­heit wurden die Arhats aber immer auch als Rollen­vorbilder der Mönche angesehen und verehrt. In dieser ambi­valenten Funktion erinnern sie stark an den legen­dären Patriarchen des Zen Buddhis­mus, Bodhidharma बोधिधर्म Bodhidharma (skt., m.) Legendärer Begründer des Zen-Buddhismus; jap. Daruma 達磨 oder Bodaidaruma 菩提達磨siehe auch →  Bodhidharma → Geschichte/Zen (s. Sidepage), den man manchmal ja tatsächlich in der Gruppe der Sechzehn Arhat zu erkennen meint, oder an den Bettel­mönch Budai (Hotei), der unerkannt die höchste Stufe der Erleuchtung erreicht hat.

Verweise

Fußnoten

  1. Charles Muller (DDB, mit „guest“ einloggen); Original­text: T 2030; s. a. JAANUS.
  2. Das Butsuzō zui wurde erstmals 1690 gedruckt. Die vor­liegen­den Ab­bildun­gen stammen aus der er­weiter­ten Fassung von 1783, die von Tosa Hidenobu illustriert wurde.
  3. Die hier an­gegebe­nen Lesungen der Namen folgen der elek­tronischen Taishō-Fassung des Fazhuji (SAT). Ab­weichun­gen im Butsuzō zui sind in Fuß­noten an­gemerkt.
  4. Hier: Batsuradaja Sonja 跋囉惰闍 尊者; in Japan besser bekannt als Binzuru Sonja 賓頭盧 尊者.
  5. Hier: Kyadaka­basha Sonja.
  6. Hier: Daka Barida Sonja 諾迦跋釐堕 尊者
  7. Hier Dakora Sonja. Im Mahabarata, einem mytho­logischen indischen Epos, tritt ein Nakula als ge­feier­ter Krieger auf (Puranic Encyclopedia, S. 517–518).
  8. Ein Cousin des Buddha (Watters, S. 338). Eine Figur namens Bhadra spielte außerdem eine Rolle im ersten Schisma innerhalb der buddhisti­schen Gemeinde, in dem es um die Eigen­schaften eines Arhats ging. Bhadra nannte fünf Punkte, in denen ein Arhat gegen­über einem Buddha „mensch­liche Schwächen“ zeigt (Joo 2007, S. 29).
  9. Hier: Kari Sonja 迦哩 尊者; Lehrer von König Bimbisara (Watters 1898, S. 339).
  10. Hier: Buttara Sonja 弗多羅 尊者 Schrei­bung und Aus­sprache laut SAT: .
  11. Hier: Handaka Sonja 半諾迦 尊者; älterer Bruder von Arhat 16; der Wohnort dieses Arhats ist das Plateau des Welten­bergs Meru, der Tsushita Himmel, wo sich auch der Buddha der Zukunft, Maitreya aufhalten soll.
  12. Sohn des historischen Buddhas.
  13. Lehrer des Königs Mirinda (Menander).
  14. Ajita tritt u.a. als Prinz im Lotos-Sutra auf und wird dort als Inkarnation Maitreyas ausgegeben.
  15. Wtl. kleiner Panthaka, Bruder von 10; laut frühen Legenden zunächst besonders einfältig dargestellt, fand er Erleuchtung bei der Meditation über das Kehren mit einem Besen, und wandelte sich zum „Intel­lektuellen“ (Watters, S. 343–344).
  16. Diese Be­zeich­nung geht auf den Kunst­histo­riker Taki Seiichi (1910) zurück (Joo 2007, S. 105). Es sind aller­dings sowohl in China als auch in Japan ältere Beispiele eines erhaben-wunder­tätigen Rakan-Typs bekannt, etwa die zum Staats­schatz erklärten Rakans aus der Heian-Zeit (11. Jh.) des Shōjuraigō-ji in Ōtsu, heute im Besitz des Japa­nischen National­museums (e-museum). Der erhabene oder auch narrative Stil lässt sich möglicher­weise auf Zhang Xuan zurück­führen, einen Zeit­genossen des unten er­wähn­ten Guanxiu (Joo 2007, S. 92ff.). Noch im neun­zehnten Jahr­hundert galten Ryōzens Arhats im übrigen als chine­sisches Er­zeugnis (Freer/Sackler, Smithonian Insitution).
  17. Die Biblio­thek der Komazawa Universität, eine buddhis­tische Privat­universität in Tōkyō, besitzt ein Set von farbigen Arhat Grafiken, das eben­falls aus dem Tōfuku-ji stammt und Ryōzen als Vorlage gedient haben könnten oder eine Kopie seiner Arhats dar­stellen (http://www.komazawa-u.ac.jp/cms/issatsu/issatsu_1101/ [2013/9/19]). Ein weiteres fast iden­tisches Set ist im Besitz des Tennei-ji in Fukuchi­yama bei Kyōto (s. Fukuchiyama-shi shitei bunkazai). Teil­weise Überein­stimmungen finden sich auch mit einem Set des National­museums Tōkyō aus der Nanbokuchō-Zeit (14. Jh.).
  18. Faure 1996, S. 90–91.
  19. In Ryōzens Set sind Namen und sogar die Num­merierun­gen der Arhats auf jedem Bild ver­zeichnet und ent­sprechen, ebenso wie das Butsuzō zui, weitgehend dem Fazhuji aus dem siebenten Jahr­hundert. Leider ist die hier vor­gestell­te Arhat-Gruppe von Ryōzen aus der Samm­lung Freer nicht ganz vollständig, es fehlen Pindola (1), Subinda (4), Angaja (13) und Vanavasin (14). Sie wurden daher der Voll­ständig­keit halber durch Exem­plare aus der Koma­zawa Biblio­thek ergänzt.
  20. In einer chinesischen Eulogie aus dem 12. Jh., in der die Macht der Arhats über den Regen besungen wird, wird ein Arhat sogar als „gentleman of azure colored eyes“ angesprochen (Joo 2009, S. 107).
  21. Dieser Unter­schied wurde bereits in frühen chine­sischen Kunst­kata­logen her­vor­gehoben. (Joo 2007, S. 72)
  22. In diesem Fall sind es Acht­zehn Arhats, die sich nur durch die zwei letzten von den Sech­zehn unter­scheiden. Während die Achtzehn im chine­sischen Buddhis­mus zum Standard wurden, blieb man in Japan meistens den Sechzehn treu.
  23. Eine Legende erklärt dies damit, dass in Guanxius Traum zu seinem Erstaunen nur 15 Arhats auftraten, die ihm erklärten, er selbst sähe wie der sechzehnte aus (de Visser 1923, S. 110–111).
  24. Nach Joo 2007, S. 85.
  25. Pearce 2003; Joo 2007, S. 87
  26. Takasaki 1985, S. 39.
  27. Takasaki 1985, S. 43.
  28. Wie u.a. ein kaiser­licher Kunst­katalog aus dem acht­zehnten Jahr­hundert berichtet, wurden die sechzehn Arhat-Portraits, die auch Kaiser Qianlong zu Gesicht bekam, im Tempel Shengyin in Hangzhou an­gefertigt und auf­bewahrt. Dieser Tempel wurde jedoch Mitte des neun­zehnten Jahr­hunderts zerstört, sodass man annehmen muss, dass auch Guanxius Originale verschollen sind. (Pearce 2003; s.a. Harvard Library.)
  29. Die „Originale“ aus dem japa­nischen Kaiser­palast sind in Nihon no bijutsu 234 (S. 6 und 40–42) voll­ständig wieder­gegeben, aller­dings lediglich in schlechten schwarz-weiß Re­produk­tionen. Dennoch lässt sich erkennen, dass sowohl die Charakte­ristika als die Reihen­folge der Arhats fast vollständig überein­stimmen (Ausnahme Arhats 5 und 6).
  30. Takasaki 1985, S. 82
  31. Viele dieser einfachen Stein-Arhats fielen in der Zeit der Meiji-Restau­ration (1868) den damals auf­flackern­den anti-buddhis­tischen Aus­schreitun­gen zum Opfer und wurden regel­recht geköpft. Wo sie heute noch zu sehen sind, wurden diese Statuen aber einiger­maßen renoviert und die Köpfe wieder angeklebt.
  32. Diese Predigtsituation mit „fünfhundert Schülern” wird u.a. im Lotos Sutra ausführlich beschrieben.
  33. Die Caraka Samhita („Sammlung des Caraka“), in der der Ayurveda im 2. Jh. u.Z. schrift­lich nieder­gelegt wurde, beschreibt ihre eigene Ent­stehungs­geschichte und die Rolle des Bhāradvāja in der Vorrede (R.K. Sharma [Ü.], Caraka Samhita, vol. 1. Varanasi: Chowkamba Sanskrit Series Office, 1992, S. 21–22).
  34. Strong 1979, S. 69.
  35. Strong 1979, S. 61ff.
  36. Strong 1979, S. 76ff.
  37. Strong 1979, S. 78.
  38. Strong 1979, S. 79ff.
  39. Dieser Brauch wurde von Saichō Saichō 最澄 767–822; Gründer des Tendai Buddhismussiehe auch Saicho → Ikonographie/Gluecksgoetter/Daikoku→ Mythen/Goetter der Erde/Okuninushi→ Geschichte/Heian Zeit→ Geschichte/Kukai→ Geschichte/Honji suijaku → mehr mit Klöstern assoziiert, die dem Kleinen Fahr­zeug des Buddhis­mus (Hinayana हीनयान Hīnayāna (skt., n.) „Kleines Fahrzeug“, buddhistische Richtung; jap. Shōjō 小乗siehe auch →  Buddhismus → Grundbegriffe/Buddhismus Lehre ) nahe standen. Groner 1984, S. 140.
  40. Joo 2009, 97–101.
  41. Ein ähnlicher Brauch findet sich schon im China des 12. Jhs. Hier rieben Frauen den Bauch eines Arhats (oder Budai Budai (chin.) 布袋 chinesischer Mönch (10. Jh.); gilt als Inkarnation von Bodhisattva Maitreya; jap. Hoteisiehe auch Hotei s) in der Hoffnung, einen Sohn zu gebären (Joo 2007, S. 256).

Bilderläuterungen

  1. Arhat yuan.jpg

    Arhat (luohan)

    Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Tai Shan 蔡山. Yuan-Zeit, 14. Jh.; Kongō sanmai-in, Berg Kōya; 113,3 x 53.9cm
    Bild © Tokyo National Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

    Arhat mit knorrigem Bambusstock im halben Meditationssitz, auf einem Felsen. Indische Physignomie. Laut Inschrift wurde das Bild 1346 von Ashikaga Tadayoshi an das Kloster auf Berg Kōya verschenkt. „Wichtiges Kulturgut“.

  2. Arhat10 ryozen.jpg

    Arhat 10 (Longmian-Stil)

    Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Ryōzen. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 113,3 x 85,2 cm
    Bild © Freer/Sackler Collection, Smithonian's Museums of Art, Gift of Charles Lang Freer. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

    Arhat (Panthaka), nur mit einem kesa bekleidet, mit Rauchopfergefäß. Ein Mönchsdiener platziert Blumen vor dem Arhat. (In einer ansonsten identischen Parallelserie ist dieser Arhat mit Arhat 14 vertauscht. S. Komazawa University Library.)

  3. Arhat9 ryozen.jpg

    Arhat 9 (Longmian-Stil)

    Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Ryōzen. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats des Tōfuku-ji (Heian-ki Higashiyama Sanshō Gokoku Zenji jōjū [jūroku rakan]); 113,3 x 85,2 cm
    Bild © Freer/Sackler Collection, Smithonian's Museums of Art, Gift of Charles Lang Freer. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

    Arhat Jīvaka, als Klosterabt mit Fliegenwedel (hossu). Bekommt von einer himmlischen Schönheit Pfirsiche (ein daoistisches Symbol der Langlebigkeit) serviert.

  4. Rakan tenneiji.jpg

    Arhat 2 (Longmian-Stil)

    Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Ryōzen. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; aus der Serie 16 Arhats; Tennei-ji 天寧寺, Fukchiyama-shi, Kyoto; 113,3 x 85,2 cm
    Bild © [1], Fukuchiyama-shi no bunkazai. (Letzter Zugriff: 2013/11)

    Arhat mit hochgezogenem Bein (Pose der Gelassenheit) auf einem Felsen sitzend; bekommt von einer Gemse eine Blume dargereicht.

  5. Budai.jpg

    Budai und die 16 Arhats

    Felsskulptur, fukujin. Südliche Song-Zeit, 1126–1279; Ling-yin Tempel, Hangzhou, China
    Bild © Bernhard Scheid, 2009

    Die berühmteste Statue der Feilaifeng-Felsskulpturen an einem der ältesten Tempel Chinas, dem Chan (Zen) Tempel der Ruhenden Seele (Lingyin Tempel). Budai (Maitreya, Buddha der Zukunft) ist hier inmitten der Sechzehn Arhats dargestellt (die bis zu seinem Erscheinen auf Erden nicht ins Nirvana eintreten dürfen). Die Statue belegt, dass die Ikonographie des Budai/ Hotei schon seit dem 13. Jahrhundert mehr oder weniger gleichbleibend überliefert wird.

  6. Rakan15 kunaicho.jpg

    Arhat 15 (Guanxiu)

    Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Guanxiu (832–912); Kaiserliches Hofamt (Kunaichō), Tokyo
    Bild © Nihon no bijutsu 234 (1985), S. 6, Abb. 6

    Arhat 15 aus einer Serie im Besitz des japanischen Kaiserpalastes, die angeblich von Guanxiu (also aus dem 10. Jh.) stammen soll, jedenfalls aber eine getreue Kopie darstellt. Eine viel spätere Kopie findet sich auf den Steinstelen des Kaisers Qianlong (1764). Laut Takasaki Fujihiko (Nihon no bijutsu 234, S. 39) entstand diese Serie zwischen 880 und 896. Guanxiu fertigte laut einer Inschrift auf Bild 11 die ersten zehn Portraits im Tempel 和安寺 an, wo er auch zum Mönch ausgebildet worden war. Die Serie wurde bald darauf von 景昭 zum Tempel 懐玉山 in 信州 gebracht und dort aufbewahrt.

  7. Rakan11 kunaicho.jpg

    Arhat 11 (Guanxiu)

    Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Guanxiu (832–912); Kaiserliches Hofamt (Kunaichō), Tokyo
    Bild © Nihon no bijutsu 234 (1985), S. 6, Abb. 6

    Arhat 11 aus einer Serie im Besitz des japanischen Kaiserpalastes, die angeblich von Guanxiu (also aus dem 10. Jh.) stammen soll, jedenfalls aber eine getreue Kopie darstellt. Eine viel spätere Kopie findet sich auf den Steinstelen des Kaisers Qianlong (1764). Laut Takasaki Fujihiko (Nihon no bijutsu 234, S. 39) hinterließ Guanxiu auf diesem Bild eine Inschrift, wonach diese Serie zwischen 880 und 896 entstand. Rakan 11 ist Rahula, der einzige Sohn des historischen Budda. Das Portrait, das gegenüber den anderen der gleichen Serie weniger grotesk wirkt, wird traditionellerweise als Selbstportrait des Künstlers gedeutet.

  8. Luohan8 guanxiu.jpg

    Arhat 8

    Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Anon. nach Guanxiu (832–912); aus der Serie Sechzehn Arhats; Kōdai-ji; 129,1 x 65,7 cm
    Bildquelle: 圖博館. (Letzter Zugriff: 2013/9)

    Arhat, der sich mit einem Rückenkratzer (in Japan existiert dafür der Ausdruck „Hand des Enkels“) den Rücken kratzt. Nach der angegebenen Quelle (ein taiwanesischer Blog) Arhat 8.

  9. Luohan4 guanxiu.jpg

    Arhat 4

    Hängerollbild, rakan (Farbe auf Seide) von Anon. nach Guanxiu (832–912); aus der Serie Sechzehn Arhats; Kōdai-ji; 129,1 x 65,7 cm
    Bildquelle: 圖博館. (Letzter Zugriff: 2013/9)

    Arhat mit knorrigem Stock, betend. In Mönchstracht auf einem Stuhl aus unbehandelten Holz sitzend. Mit ausgeprägter Nase und starker Körperbehaarung. Nach der angegebenen Quelle — ein taiwanesischer Blog — Arhat 4.

  10. Luohan13.jpg

    Arhat 13

    Steinschnitt, rakan (Tusche auf Papier) von Anon. nach Guanxiu (832–912). Quing-Zeit, 18. Jh.; aus der Serie Sixteen Arhats at Shengyin Temple; 117 x 52cm
    Bild © Chinese Rubbings Collection, Harvard Fine Arts Library. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

    Arhat Angaja, in einem Buch (mit indischer Schrift) lesend, mit Gebetskette und knorrigem Stock. Namen und Nummer nach dem Fazhuxi; Gedicht von Kaiser Qianlong (1711–1799). Anmerkung: „Jetzt Angiraja, Rang 1.“

  11. Luohan15.jpg

    Arhat 15

    Steinschnitt, rakan (Tusche auf Papier) von Anon. nach Guanxiu (832–912). Quing-Zeit, 18. Jh.; aus der Serie Sixteen Arhats at Shengyin Temple; 117 x 52cm
    Bild © Chinese Rubbings Collection, Harvard Fine Arts Library. (Letzter Zugriff: 2013/9)

    ArhatAjita, ein Bein hochziehend, schmerzvoller Ausdruck, lange Brauen. Namen und Nummer nach dem Fazhuxi; Gedicht von Kaiser Qianlong (1711–1799). Anmerkung: „Jetzt ..., Rang 2.“

  12. Rakan jakuchu augenbrauen.jpg

    Rakan

    Rollbild, rakan (Tusche auf Papier) von Itō Jakuchū (1716–1800), Detail. Edo-Zeit, 18. Jh.; 113,7 x 59 cm
    Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/9/16)

    Alter arhat mit den klassischen, überlangen Brauen.

  13. Rakan jakuchu knie.jpg

    Rakan

    Rollbild, rakan (Tusche auf Papier) von Itō Jakuchū (1716–1800), Detail. Edo-Zeit, 18. Jh.; 113,7 x 59 cm
    Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

    Ein verträumt wirkender arhat. Eine ähnliche Pose wird in anderen Darstellungen mit einem schmerzverzehrten Gesicht kombiniert, als ob sich der Arhat das Knie gestoßen hätte.

  14. Rakan hokusai.jpg

    Arhat und Gewitterwolke

    Hängerollbild, rakan (Farbe auf Papier) von Katsushika Hokusai, Detail. Edo-Zeit, 19. Jh.; 99,5 × 41,5 cm
    Bild © Tokyo National Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

    Arhat lässt eine Gewitterwolke aus seiner Bettelschale aufsteigen (in der sich wohl ein Drache befindet).

  15. Rakan kuniyoshi.jpg

    Arhat und Drache

    Hängerollbild, rakan (Farbe auf Papier) von Utagawa Kuniyoshi, Detail. Edo-Zeit, um 1850; 125 x 51,2 cm
    Bild © British Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

    Arhat, mit dem Finger den kleinen Drachen reizend, der eben in einer Wolke aus seiner Schale entstiegen ist.

  16. Rakan shoun.jpg

    Rakan

    Statue, rakan (Holz, bemalt) von Shōun Genkei (1648–1710). Edo-Zeit; Höhe: 85,1cm
    Bild © Metropolitan Museum, New York. (Letzter Zugriff: 2017/7/6)

    Ein Exemplar aus der Serie von Fünfhundert arhats (rakan), mit denen der Künstler Shōun Genkei einen neuen rakan-Boom auslöste. Etwa die Hälfte der Statuen sind heute im versteckten Gohyaku Rakan-ji in Meguro, Tokyo zu sehen, doch stellte das gesamte Ensemble einst eine Hauptsehenswürdigkeit der Stadt Edo dar.

  17. Arhats kawagoe1.jpg

    Tuschelnde Arhats

    Statue, rakan (Stein), Detail. Edo-Zeit, 1782–1825; aus der Serie 500 Arhats; Kita-in, Kawagoe, Saitama-ken
    Bild © Yuichi Momma, flickr, 2011. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

    Bei genauer Betrachtung erkennt man bei beiden arhat-Figuren „Narben“ im Hals- und Brustbereich. Es sind Spuren der anti-buddhistischen Ausschreitungen in den ersten Jahren der Meiji-Zeit (ab 1868), in denen buddhistische Steinstatuen systematisch enthauptet wurden. Später wurden viele dieser Statuen wieder in Stand gesetzt.

  18. Arhat kawagoe2.jpg

    Arhat

    Statue, rakan (Stein), Detail. Edo-Zeit, 1782–1825; aus der Serie 500 Arhats; Kita-in, Kawagoe, Saitama-ken
    Bild © Frank Gualtieri (fg2), Wikimedia Commons, 2009. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

    Skulptur eines veträumt dasitzenden arhat

  19. Arhat kawagoe3.jpg

    Freundlicher Arhat

    Skulptur, rakan (Stein), Detail. Edo-Zeit, 1782–1825; aus der Serie 500 Arhats; Kita-in, Kawagoe, Saitama-ken
    Bild © Frank Gualtieri (fg2), Wikimedia Commons, 2009. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

    Skulptur eines fröhlichen rakan

  20. Rakanji morioka.jpg

    Halle der 500 Arhats

    Skulpturengruppe, rakan (Holz, bemalt), Detail. Edo-Zeit; Rakan-dō, Hōonji, Präfektur Morioka
    Bild © Tanaka Jūyō, flickr, 2010. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

    Halle der 500 Arhats des Hōon-ji in Morioka, Nordjapan. Die Halle wurde 1735 errichtet und 1858 erneuert. Im Mittelpunkt steht der Rushana Buddha des Kegon Sutras, umgeben von Zehn Schülern und den Sechzehn Arhats. Die Fünfhundert Arhats bilden das größere Gefolge des Buddhas. Die Statuen sind z.T. älter als die Halle und stammen aus der Kyōto-Region.

  21. Arhat nara.jpg

    Arhat (Gien Sōzu)

    Skulptur, rakan (Holz, bemalt). Nara-Zeit, 8. Jh.; „Nationalschatz“; Oka-dera, Nara-ken (heute Nara Ntl. Museum); Höhe: 93 cm
    Bildquelle: Meihin zuroku (Ausstellungskatalog). Nara National Museum 2012, Abb. 115, S. 94

    Eines der ältesten realistischen Mönchsportraits, das in Japan hergestellt wurde. Den Quellen des Tempels Okadera zufolge handelt es sich um den Tempelgründer Gien, einen Mönch der Hossō Schule. Historiker nehmen jedoch an, dass es sich um den arhat Pindola (Binzuru) handelt, was unter anderem die exotischen Gesichtszüge der Figur erklären würde. In jedem Fall besteht zwischen dem Realismus der Mönchsportraits und der Arhat-Darstellungen eine enge kunsthistorische Verbindung.

  22. Binzuru todaiji.jpg

    Binzuru Sonja

    Skulptur, rakan (Holz, bemalt), Detail. Edo-Zeit; Tōdaiji, Nara
    Bild © Mazimilian, flickr, 2006. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

    Der berühmte Binzuru (Pindola) des Tōdaiji in Nara, ein überlebensgroßer arhat, der als wundertätige Statue gilt und daher arg abgegriffen ist. Das Gewand, das in Japan allen volkstümlichen Heiligenfiguren angezogen wird, schützt ihn wohl auch vor weiterem Schaden.

  23. Binzuru zenkoji.jpg

    Binzuru

    Skulptur, nadebotoke (Holz), Detail; Zenkō-ji, Nagano-ken
    Bild © Wakī, (Photo-Blog). (Letzter Zugriff: 2015/4/20)

    Vom vielen Abreiben arg mitgenommener „Streichelbuddha“ (nadebotoke).

  24. Nakibotoke horyuji.jpg

    Arhats in Verzweiflung

    Skulpturen, rakan (Holz, bemalt), Detail. Nara-Zeit, 8. Jh.; Hōryū-ji, Nara-ken
    Bildquelle: Kita Naoko, Picasa. (Letzter Zugriff: 2013/9)

    Zwei Schüler Buddhas (Arhats) in Verzweiflung über Buddhas Tod. Aus einer Darstellung von Buddhas Eintritt ins Nirvana (nehanzu), die sich im untersten Geschoß der Gojū-Pagode des Hōryū-ji befindet. Insgesamt sind zehn Figuren auf diese Weise dargestellt. Es handelt sich also um die Gruppe der Zehn Buddha Schüler, die den Arhats zuzurechnen sind. Die Gruppe ist auch als nakibotoke, „weinende Buddhas“ bekannt.

Weiterführende Informationen

Fachartikel und Bücher
Bernard Faure 1996
Visions of Power: Imagining Medieval Japanese Buddhism. Princeton: Princeton University Press 1996. [Übersetzung aus dem Französischen von Phyllis Brooks.]
Paul Groner 1984
Saicho: The Establishment of the Japanese Tendai School. Berkeley: Berkeley Buddhist Studies 1984.
Bong Seok Joo 2006
The Arhat Cult in China from the Seventh through Thirteenth Centuries: Narrative, Art, Space and Ritual. Ann Arbor, MI: ProQuest 2006. [Dissertation, Princeton University.]
Ryan Bongseok Joo 2009
„The ritual of arhat invitation during the Song Dynasty: Why did Mahāyānists venerate the arhat?“ Journal of the International Association of Buddhist Studies 30/1–2 2007 (2009), S. 81–116.
Nick Pearce 2003
Images of Guanxiu's Sixteen Luohan in eighteenth-century China.“ The Free Library (November 2003) (2003). [Online-Fassung.]
John Strong 1979
„The Legend of the Lion-Roarer: A Study of the Buddhist Arhat Piṇḍola Bhāradvāja.“ Numen 26:1 (1979), S. 50–88.
Takasaki Fujihiko 1985
Rakanzu 羅漢図 [„Arhat-Bilder“]. Nihon no bijutsu 234 1985. [Kunsthistorische Zeitschrift.]
Thomas Watters 1898
The Eighteen Lohan of Chinese Buddhist Temples.“ The Journal of the Royal Asiatic Society (1898), S. 329–47.
Websites
Letzte Überprüfung der Linkadressen: Sept. 2016
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Ikonographie