Exzerpt:Okamoto 1959

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Rezensiertes Werk:

Okamoto, Kenji 岡本 堅次 (1959). Jingū Kōgō 神功皇后. Tōkyō: Yoshikawa Kōbunkan.

Daraus das erste Kapitel: Jingū Kōgōs Herkunft (神功皇后の出自)

Der Autor

Über den Autor an sich ist nicht viel bekannt. Laut http://worldcat.org/identities/lccn-n81047741/ lebte er von 1901 bis 1995 und veröffentlichte noch drei andere historische Bücher.

Inhalt des Kapitels

Das gesamte Werk an sich widmet sich gänzlich der Figur Jingū Kōgōs神功皇后. Das Werk ist auf die unten angeführten Kapitel unterteilt, wobei auf dieser Seite jedoch nur das erste Kapitel behandelt wird.

  • Jingū Kōgōs Herkunft神功皇后の出自
  • Die Geschichte der Unterwerfung Sillas 新羅親征物語
  • Kagosama no Miko, Oshikumo no Miko Aufstand 香坂王・忍熊王の反乱
  • Jingū Kōgōs als schamanische Priesterin巫女としての皇后
  • Takenouchi no Sukunes Rolle武内宿禰の役割
  • Himiko und Jingū Kōgō卑弥呼と神功皇后

Als Quelle greift der Autor hauptsächlich auf das Kojiki, welches nach Erzählungen geordnet ist und auf das Nihon Shoki, welches chronologisch geordnet ist, zurück. Diese weisen natürlich auch einige Lücken auf und ziehen Fragen nach sich (10).

Jingū Kōgōs Stammbaum

Der Vater von Jingū Kōgō, welche in den Chroniken Okinaga Tarashi-hime 気長足姫 genannt wurde, war Okinaga no Sukune気長宿禰 bzw. 息長宿禰. Laut dem Nihongi war er der Urenkel des Kaika Tennos in neunter Generation. Das Kojiki wiederrum stellt das Verwandtschaftsverhältnis genauer dar, so soll er ein Enkel der 4. Generation sein. Über ihn gibt es nur wenige Überlieferungen (10-11). Die Weiteren Verwandten können dem angefügten Stammbaum entnommen werden.

Der Stammbaum Jingū Kōgōs in väterlicher Linie


Die Mutter Jingū Kōgōs soll den Namen Katsuragi no Takanu-hime 葛城の高額媛 getragen haben. Ihre Familie wird im Abschnitt des Kojiki über Ōjin Tenno nach der Geschichte von Ame no Hiboko 天之日矛 erwähnt. Ihr Vater soll wiederum soll Tachima Hitaka 比多詞 gewesen sein, die Mutter Sugakamu Yuratomi 菅竈由良度美. Die Sippe ihres Vaters, Tajima 多遅摩, soll von hierbei von Amenohiboko abstammen, welcher wiederrum ein Prinz von Silla gewesen sein soll wobei seine Geschichte keinen historischen Fakten entspricht (13-14).

Der Stammbaum von Katsuragi no Takanuka-hime, die Mutter Jingū Kōgōs

Ihr Onkel war Tajima Mori 多遅摩毛理, welcher der Geschichte nach zur Zeit des Suinin Tennō 垂仁天皇 ins Land von Toyoko 常世の国gesandt wurde, dort das „Tokijiku no Kagunomi“ 非時の香果 (eine Art Orange) fand und danach heimkehrte. Als er merkte, dass während seiner Heimat der Kaiser schon gestorben war, soll er sich vor dessen Grab gelegt haben und selbst gestorben sein (14-15).

Jingū Kōgōs Ehemann war Chūai Tenno 仲哀天皇, welcher mit der Tochter Ōnakatsuhime 大中姫 seines Onkels Hikohito Ōe 彦人大兄 zwei weitere Söhne, Kagosama no Miko 香坂王 und Oshikumo no Miko 忍熊王 hatte. Diese sollten später einen Aufstand versuchen, dies wird jedoch später im Buch erläutert (17-18). Im Nihongi hatte Chūai noch eine weitere Frau, Otohime 弟媛 und mit ihr den Sohn Homuyawake 誉屋別皇子, welcher im Kojiki jedoch einfach Okinaga Tarashi-hime zugeschrieben wird. Ōnakatsuhime soll hingegen vor Jingū Kōgō Kaiserin gewesen sein (17-18).

Die Herkunft der Namen

Okinaga no Sukune: Okinaga war ein häufiger Nachname vieler Leute. Der Name selbst bezeichnet auch ein Gebiet des Bezirks Azai浅井 in der damaligen der Provinz Ōmi. Dass Menschen Namen einer Provinz trugen war damals durchaus üblich. In diesem Fall war dort beispielsweise eine einflussreiche Familie ansässig, welche Nachkommen von Hikoimasu彦居坐王 gewesen sein sollen. So sehr Okinaga nun ein Name einer Provinz war, so war der Name Sukune ein Standes- und Ehrentitel. So könnte der Name in etwa mit „Lord Okinaga“ übersetzt werden (12).

Okinaga Tarashi-hime: Der Name Okinaga, hat hier natürlich dieselbe Herkunft wie der des Vaters. Das „Tarashi“ wiederrum ist ebenfalls ein Ehrentitel, welcher auch vielen Tennos hinzugefügt wurde, zum Beispiel Keikō Tenno 景行天皇Oho Tarashihi-hiko, Seimu Tenno成務天皇 Waka Tarashi-hiko oder auch Chūai Tenno Tarashi Nakutsu Hiko. Auch nachfolgenden Tenno wie Jomei Tenno oder Kōgyoku Tenno wurde dieser „Tarashi-Titel“ nachgestellt. Folglich kann auch ihr Name als „Die herrliche Mademoiselle der Okinaga Familie“ oder ähnlich übersetzt werden(12-13).

Katsuragi Takanuka-hime: Der Name Katsuragi ist der Name einer Region von Katsuragi no Shimo, einem Land in Yamato. Takanuka bezeichnet wiederrum eine Region. So war dieser Name wieder keiner eines bestimmten Individuums, sondern bedeutet nur so viel wie „Fräulein aus Katsuragi und Takanuka“,was zu dieser Zeit jedoch keineswegs seltsam war (15-16).

Insgesamt muss man jedoch dennoch sagen, dass Jingū Kōgōs tatsächliche Herkunft, trotz ausführlichem Stammbaum, in keiner Weise gesichert ist. So kann auch nicht gesagt werden, ob Jingū Kōgō tatsächlich existierte oder nicht(16).

Die Zeit Jingū Kōgōs

Bis zur Zeit, zu der Okinaga Tarashi-hime Kaiserin wurde gibt es keinerlei Erzählungen. Laut dem Kojiki wurde sie zu Neujahr im zweiten Jahr der Regentschaft des Chūai Tenno Kaiserin. Glaubt man dem Nihon Shoki, so sollte dies, nach dem gregorianischen Kalender, im Jahr 193 gewesen sein. Ihre Regentschaft dauerte 69 Jahre an, sie soll mit 100 Jahren im Jahr 269 gestorben sein. In Folge dessen wurde sie 169 geboren und wurde mit 24 Jahren zur Kaiserin. Allerdings ist die Lehrmeinung, dass, diesen Angaben nicht zu trauen ist(16-17).

Wo sich der kaiserliche Palast zur Zeit Jingū Kōgōs befand wird auch nicht deutlich. Allerdings soll er sich laut Kojiki zur Zeit des Vorgängers, Seimu Tenno in der Ōmi-Provinz befunden haben. Daher, und aufgrund dessen, dass der Name Okinaga ein Gebiet in eben jener Provinz bezeichnet, lässt vermuten, dass sich der kaiserliche Palast sich ebenfalls in dieser Provinz befand (17).

Anmerkungen

Das Werk gibt an sich einen sehr guten Überblick über die Geschichte Jingū Kōgōs. Es werden in den verschiedenen Kapitel die einzelnen Erzählungen um ihre Figur gut dargestellt, als auch Querverbindungen erläutert, sowieso gewisse Zusammenhänge aufgezeigt und erklärende Kommentare abgegeben. Dennoch ist es keine leichte Lektüre, was dieses Thema aber ansich betrifft, da viele Eigennamen und Kanji vorkommen, welche man sehr oft nachschlagen muss, was sehr viel Zeit benötigt. Dennoch sind die Sätze an sich nicht allzuschwierig geschrieben, kommt man einmal in den eher altmodischen Schreibstil hinein und stört sich nicht an den vielen Namen.