Rezension Oda 2011

Aus Kamigraphie
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Rezensiertes Werk:

Oda, Akiyuki 織田顕行 (2011). „Kasuga mandara no ichijirei: Iidashi kojinzō kasuga shaji mandara ni tsuite“ 春日曼荼羅の一事例—飯田市個人蔵春日社寺曼荼羅について. Iidashi bijutsu hakubutsukan kenkyū kiyō 21, S. 17–39. (Rezension.)


Autor

Der vorliegende Artikel ist von einem der Kuratoren des Iida City Museum, Oda Akiyuki, verfasst.

Inhalt

In einer Einleitung geht der Autor auf die Beschaffenheit von Kasuga Shaji Mandala ein. Diese stellten normalerweise manifeste Erscheinungen von Bodhisattvas dar und stellen sowohl den Kasuga-Schrein als auch die Gebäude des Kōfukuji dar. Ihre hauptsächliche Entstehungszeit seien die Kamakura- und die Muromachi-Zeit gewesen und viele der Kunstwerke seien ins Ausland geflossen. Der Autor will in diesem Artikel nun einerseits eine kunsthistorische Analyse des Werkes vornehmen und andererseits aus den gewonnen Ergebnissen Hinweise auf die Datierung ableiten.

Beschreibung des Werkes

Kasuga Shaji Mandara (Quelle: Oda 2011: 18)

Zunächst wird das Werk beschrieben. Es handelt sich um ein Hängerollbild von 86,1 x 40,2 cm. Der Seidenstoff weist eine für die Muromachi-Zeit charakteristische Struktur auf. Im unteren Bereich des Kōfukuji sind Bodhisattvas übereinstimmend mit den wichtigsten Gebäuden des Tempels angeordnet und im oberen Bereich die Gebäude des Kasuga-Schreins und die dahinterliegenden Berge dargestellt, was dem Typus des Kasuga Shaji Mandara entspricht. Die Gebäude des Schreins sind hierbei aus einer Vogelperspektive aus dem Südwesten nicht dargestellt. Interessant erscheint, dass im Gegensatz zu anderen Kasuga Shaji Mandara in der oberen Bildhälfte die mit den vier Kami des Kasuga-Schreins assoziierten Bodhisattvas dargestellt sind. Der Autor betont weiters, dass die Topographie der einzelnen Gebäude im oberen Bereich großteils einer exakten Wiedergabe der geographischen Verhältnisse entspricht.

Der Autor beschreibt in einem weiteren Schritt äußerst detailliert, welche buddhistische Gottheiten dargestellt sind und welche Gebäudeteil bzw. –komplex des Kōfukuji durch diese dargestellt wird. So wird beispielsweise die östliche Haupthalle durch die Medizin-Buddha-Trinität, die zentrale Haupthalle durch die Buddha-Shakyamuni-Trinität und die westliche Haupthalle durch die Buddha-Shakyamuni-Trinität und den elfköpfigen Kannon gekennzeichnet, die Predigthalle durch Amida begleitet von zwei Boddhisattvas. Der Tempelkomplex wird in jede Himmelsrichtung von den vier Himmelskönigen begrenzt, Jikoku-ten im Osten, Zōjō-ten im Süden, Kōmoku-ten im Westen und Tamon-ten im Norden. Als einziges Gebäude ist die fünfstöckige Pagode des Kōfukuji real dargestellt, welche allerdings im Gegensatz zu den Gebäuden des Kasuga-Schreins nicht aus einer Vogelperspektive, sondern vielmehr in Frontalansicht zu sehen ist. Hinsichtlich der Bauwerke des Kasugaschreins werden besonders zwei Merkmale betont. Während die Lage der Gebäude zueinander der Realität entspricht, ist als einzige Ausnahme die Strecke zwischen dem ersten und dem zweiten Torii stark verkürzt. Zweitens seien auf dem vorliegenden Kasuga-Mandala deutlich mehr Nebenschreinstrukturen zu erkennen als generell in dem Genre.

Darstellungsformen und stilistische Besonderheiten

In den nächsten beiden Kapiteln geht der Autor auf Besonderheiten in der Darstellung und auf stilistische Besonderheiten ein. Hierbei betont er zunächst, dass hinsichtlich der Bodhisattvas, welche für die östliche Haupthalle und für Predigthalle dargestellt werden, in den meisten Mandalas des Genre auf andere Bodhisattvas zurückgegriffen wurde. Es werden weiters auch Besonderheiten hinsichtlich der Handhaltung und sonstiger ikonographischer Elemente der einzelnen Bodhisattvas herausgearbeitet. Die verhältnismäßig große Darstellung der Bodhisattvas im unteren Bereich des Mandalas sei weiters lt. Oda auf die Bedeutung von Mandalas als kultischer Gegenstand in buddhistischen Tempeln zurückzuführen. Die herausragende Rolle der Pagode, als einzigem Bauwerk im unteren Bereich des Mandala und einzigem Bauwerk aus Frontalsicht auf dem gesamten Mandala lasse darauf schließen, das Werk sei ab Ende der Kamakura Zeit entstanden, da davor für die Darstellung der Pagode immer die Vogelperspektive bevorzugt wurde. Auf Grund der Zerstörung der Pagode im Jahre 1411 könne weiters davon ausgegangen werden, dass das Mandala vor diesem Zeitpunkt angefertigt wurde. Weiters ist das Kolorit der Berge mit ihrem Relief und dem weiten Horizont auf das Gebirge bemerkenswert im Unterschied zur sonstig häufig verbreiteten Darstellung, die sich auf den Berg Mikasa beschränkt. Weiters erarbeitet der Autor die Bedeutung der goldenen Farbe innerhalb des beschriebenen Kasuga Shaji Mandara, wobei Gold an drei Stellen auftritt. Erstens findet sich ein goldener Halbkreis der am Horizont hinter den Bergen hervorschaut, allerdings mit einem roten Rand versehen ist, weshalb diese Form sowohl als Mond als auch als Sonne angesehen werden kann. Zweitens sind sowohl das Innere des Kasuga-Schreins als auch des Wakamiya-Schreins mit Gold ausgelegt. Dies ist zwar typisch für Mandalas aus der Kamakura- und Muromachi-Zeit, allerdings würde normalerweise auch der Weg zum Schrein in Gold gemalt sein. Drittens sind die Bodhisattvas in Gold gehalten. Die goldene Farbe betont somit das Heilige im Bild, nämlich die buddhistischen Bodhisattvas einerseits und die heiligen Stätten des Kasugaschreins andererseits.

Zeitliche Einordung und Schlussgedanken

In einem letzten Abschnitt untersucht Oda Ähnlichkeiten und Unterschiede zu anderen Kasuga Shaji Mandara und kommt zu dem Schluss, bei dem vorliegenden Mandala handele es sich um das Werk eines Künstlers aus dem 14. oder 15. Jahrhundert. In der Komposition wird der Kōfukuji stärker betont und die Landschaft als Reines Land dargestellt.

Kritik

Der vorliegende Artikel stellt eine meiner Ansicht äußerst schlüssige und gute kunsthistorische Analyse eines Kasuga Mandala dar. Mittels der vielen Detailbilder des Mandalas, neben der Abbildung des Gesamtwerkes und einer äußerst hilfreichen abstrahierten Skizze der Komposition kann der/die Leser/in den jeweiligen Erläuterungen sehr gut folgen.