Wake no Kiyomaro

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Historische Persönlichkeit
Name Wake no Kiyomaro 和気清麻呂
Lebenszeit geb. 733 in Provinz Bizen, gest. 799 (Nara-Zeit)
Sonstige Namen Iwanasu no Wake no Kimi, Fujino no Mahito
Verwandtschaft Wake no Hiromushi 和気広虫
Funktion, Amt Berater von Kanmu Tennō 桓武
Wake no Kiyomaro statue.JPG

Wake no Kiyomaro 和気清麻呂 (733-799) war ein Hofadeliger und Berater von Kanmu Tennō 桓武 (737–806). Berühmt wurde er aufgrund seiner Loyalität, die er dem Kaiserhaus in der Dōkyō Affäre erwies.

Biografie

Wake no Kiyomaro wurde unter den Namen Iwanasu no Wake no Kimi als Sohn eines mächtigen Familienoberhauptes in der Provinz von Bizen geboren. Seinen Dienst im Kaiserpalast begann er als Palastwache. 764 war er daran beteiligt die Rebellion von Fujiwara no Nakamaro 藤原仲麻呂 (706-764) zu verhindern. Zum Dank für seine Verdienste erhielt er den Ehrennamen mahito 真人 und war von da an als Fujino no Mahito bekannt. 769 stellte er sich den Ambitionen Dōkyōs entgegen, worauf er in die Ōsumi Provinz verbannt wurde. Nach dem Tod von Kōken Tennō 孝謙天皇, unter deren Schutz Dōkyō gestanden war, durfte er 770 in die Hauptstadt zurückkehren, wo er mit dem erblichen Titel ason 朝臣 geehrt wurde. Kanmu Tennō übertrug ihm 784 die Verantwortung für mehrere Regierungsbelange, darunter auch jene des kaiserlichen Haushalts. Kiyomaro war darüberhinaus auch am Ausbau des Yamatogawa Kanals und an den beiden Hauptstadtverlegungen (nach Nagaoka-kyō und Heian-kyō) beteiligt. Auf seinen letzten Wunsch hin wurde eine Schule für die Wake Familie mit dem Namen „Kōbun’“ gegründet. Kiyomaro hatte auch eine ältere Schwester namens Hiromushi 広虫. Als Kōken Tennō die Tonsur nahm und Nonne wurde folgte Hiromushi ihr in den geistlichen Stand. Wie auch bei Kiyomaro ranken sich um sie verschiedene Legenden. So soll sie z.B. 83 Kinder adoptiert haben, die während Hungersnöten von der Bevölkerung in den Wiesen ausgesetzt worden waren.

Wake no Kiyomaro Zeichnung.jpg

Quellen

Die wichtigste schriftliche Quelle über das Leben Kiyomaros ist der Inhalt des Nihon kōki, der wiederum auf dem Shoku Nihongi basieren soll (Sakamoto 1991: 131).

Im Gunsho ruijū ist der Inhalt des Nihon kōki kompakt als das Wake no Kiyomaro-den wiedergegeben. Die Unterschiede sind minimal, größtenteils scheinen die Sätze eins zu eins übertragen worden zu sein.

Eine andere wichtige Quelle, die die Lebensgeschichte Kiyomaros aber außer Acht lässt und sich mehr auf das Eingreifen Hachimans im Dōkyō Zwischenfall konzentriert, ist im Hachiman gudōkun niedergeschrieben.

Ein wenig anders, verkürzt, aber mit wertvollem Sondergut wird dessen Inhalt auch vom Jinnō shōtōki wiedergegeben.

Neben diesen schriftlichen Quellen existieren auch noch weitere Legenden. Eine davon ist z.B. jene, die im Go-ō Jinja, dem wichtigsten Schrein des Kiyomaro, überliefert wird.

Kiyomaro und Hachiman

Das Kernstück der Kiyomaro Legenden stellt dessen Entsendung zum Usa Hachiman-gū dar, um die Antwort Hachimans entgegenzunehmen, ob Dōkyō den Thron besteigen dürfe. Hachiman verneint und Kiyomaro nimmt allen Mut zusammen um dem machtgierigen Mönch diese Botschaft zu überbringen. Seine Loyalität dem Kaiserhaus gegenüber muss Kiyomaro teuer bezahlen. Verachtung, Verstümmelung und gar Lebensgefahr sind sein Lohn. Schlussendlich findet jedoch dank Hachimans Eingreifen alles ein gutes Ende.

Erzählung nach Hachiman gudōkun

Kōken Tennō schickt Kiyomaro zum Usa Schrein um Hachiman zu befragen, ob Dōkyō den Thron besteigen dürfe. Dort wird ihm mitgeteilt, dass seit dem Zeitalter der Götter noch nie ein Kaiser aus dem Volk aufgestellt wurde. Als Kiyomaro diese Botschaft überbringt, verfällt Dōkyō in großen Zorn und nennt ihn "Wakare no Kitanamaru", was „dreckiger Kerl, für den der Abschied gekommen ist" bedeutet. Wake no Kiyomaro werden die Beine abgeschlagen und er wird in ein Boot gesetzt, das man davontreiben lässt. Er strandet in der Nähe des Usa Schreins, wo ein Wildschwein herbeigelaufen kommt, welches ihm zum Schrein trägt. Dort hörte er die Stimme Hachimans aus dem Schrein schallen und eine Schlange kriecht heraus, die an seinen Beinen leckt, worauf diese wieder gesund werden. In seiner Dankbarkeit gründet Wake no Kiyomaro ein Kloster.

Dieses Kloster soll laut Jinnō shōtōki später verlegt worden sein und dem heutigem Jingo-ji entsprechen. Dort wiederum liegen die Ursprünge des Go-ō jinja, wo auch heute noch Kiyomaro für seine Treue dem Kaiserhaus gegenüber und seinen Mut verehrt wird.

Erzählung nach Nihon kōki

Wake no Kiyomaro erhält Nachricht.jpg

Asamaro, laut Bohner (Bohner 1940: S. 264) war dies der Oberpriester des Usa Schreines, schmeichelt Dōkyō, indem er die Worte Hachimans so auslegt, dass es heißt, dass wenn Dōkyō den Thron besteigen würde, das Reich Frieden haben würde. Kōken hat daraufhin einen Traum, in welchen Hachiman ihr aufträgt, Kiyomaros Schwester Hiromushi zum Schrein zu schicken, damit er ihr eine Nachricht übermitteln kann. Weil aber Hiromushi für die Reise zu schwach scheint, schickt man Kiyomaro. Zuvor aber ruft Dōkyō diesen zu sich um ihn mit einem hohen Kanzlerrang auf seine Seite zu ziehen. Vor seiner Abreise trifft Kiyomaro auch noch auf Michi no Toyonaga 路豊永, dem ehemaligen Lehrer Dōkyōs, der ihn ermahnt bzw. ermutigt. Am Schrein angelangt bittet Kiyomaro um eine Prophezeiung sowie um ein Wunder, damit man den Worten des Orakels leichter Glauben schenken könne. Da offenbart sich ihm Hachiman als über 9 Meter (drei Jō(丈)) lange Erscheinung, die in ihrem Aussehen dem Vollmond gleicht. Kiyomaro verliert das Bewusstsein und es wird ihm die Botschaft mitgeteilt, dass nur Angehörige des Kaiserhauses den Thron besteigen dürfen. Kiyomaro kehrt an den Hof zurück und überbringt die Botschaft, aber Kōken Tennō bringt es nicht übers Herz ihn dafür zu richten. Sie verbannt ihn nach Ōsumi und schändet den seinigen und den Namen seiner Schwester Hiromushi. Dōkyō ist das aber nicht genug. Um seinen Rachedurst zu stillen, verfolgt er Kiyomaro und möchte ihn töten lassen. Das Wetter schwingt um und Gewitter, Regen und Finsternis ziehen auf. Gerade noch rechtzeitig kann ein von Fujiwara no Momokawa 藤原百川 (732-779) gesandter kaiserlicher Bote die Hinrichtung verhindern. Dieser Hofadelige, der durch Kiyomaros Treue beeindruckt ist, rettet ihm nicht nur das Leben, er unterstützt ihn im Exil auch noch finanziell.

Kiyomaro ogyu tensen.jpg

Als Kōken und Dōkyō ihrer Macht beraubt werden, hat das Leiden der Geschwister Wake ein Ende. Unter Kōnin Tennō 光仁天皇 dürfen sie aus dem Exil zurückkehren. Alle Schmähungen werden rückgängig gemacht und den beiden werden verschiedene Ehrungen zu Teil. Die Erzählung fährt fort und berichtet das Kiyomaro an den Beinen leidet und sich nicht mehr erheben kann. Er möchte zu Hachiman in Usa beten, weshalb man ihn in einen Wagen setzt und hinbringt. Auf dem Weg dorthin begleiten ihn wunderlicherweise 300 Wildschweine bis in die Nähe des Schreins. Er betet dort zu Hachiman, worauf seine Beine geheilt werden und er auf einem Pferd zurück in die Hauptstadt reiten kann.

Gegen Ende wird auf die Person Kiyomaro nocheinmal näher eingegangen. Man erfährt, dass Kiyomaros Vorfahren von Suinin Tennō 垂仁天皇 abstammen und er ein talentierter Staatsmann war, der das Geschick besaß, alle Arten von Ämter zu führen. Besonders um die Dinge der alten Zeit soll er sich verstanden haben. Darüber hinaus setzte er den Anstoß, die Hauptstadt nach Heian zu verlegen und er war auch für den Ausbau des Kawachi Kanals verantwortlich, woran er aber, trotz großen Einsatzes finanzeller Ressourcen, scheiterte. Kiyomaro starb im Alter von 67 Jahren. Er hatte 6 Söhne und drei Töchter.

Trivia

Wake no Kiyomaro 10 Yen.jpg

Ein Asterioidengürtel ist nach Kiyomaro benannt.

In Zeit zwischen Meiji Restauration und dem 2. Weltkrieg erschien Kiyomaros Bildnis in verschiedenen Auflagen auf der 10 Yen Banknote. Diese hier wurde gegen Kriegsende (November 1944 bis März 1946) gedruckt und hatte als Motiv auf der Vorderseite ein Porträt Kiyomaros und auf der Rückseite eine Abbildung des Go-ō Schreins.



Siehe auch

Quellen

  • Hirano, Kunio (1993). Wake no Kiyomaro. Tokyo: Kodansha.
  • Sakamoto, Tarō und Ü. von John S. Brownlee (1970). The Six National Histories of Japan. Vancouver: UBC Press u.a. (Auch 1991 Auflage vorhanden.)




Dieser Artikel wurde ursprünglich für das Schwesterprojekt Hachiman-no-pedia verfasst.