Zhong Kui: Unterschied zwischen den Versionen

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(Zhong Kui und Yama)
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*Eberhard, Wolfram (1996). Lexikon chinesischer Symbole: die Bildsprache der Chinesen. München: Diederichs.
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*Éliasberg, Danielle (1976). Le Roman du pourfendeur de demons: Traduction annotée et commentaires. Paris: Collège de France, Institut des hautes études chinoises.
 
*Éliasberg, Danielle (1976). Le Roman du pourfendeur de demons: Traduction annotée et commentaires. Paris: Collège de France, Institut des hautes études chinoises.
  

Aktuelle Version vom 12. Juni 2019, 21:20 Uhr

Gottheit oder numinose Erscheinung
Name Zhong Kui 鍾馗 („Shōki“)
Sonstige Namen Zhōng Kuí, Chung Kuei, Chung K’uei, Chung Kwei (Shōki, Shoki, Shouki, Shooki)
Rel. Zugehörigkeiten Daoismus
Herkunft China
Ikonographie Große Augen, Dicke Nase, Bart, Tang-zeitliche Beamtenkopfbedeckung, Gelehrtenrobe
Attribute, Begleiter manchmal Schwert, manchmal kleinen Dämon
Funktion, Wirkkraft Dämonen Vertreiber
Yoshioka Tsukioka Shoki.jpg

Zhong Kui 鍾馗, in Japan bekannt als Shōki, ist eine daoistische Gottheit im chinesischen Pantheon, welcher in einen Film aus dem Jahre 1994 treffend als „The Chinese Ghostbuster[1] bezeichnet wurde, da er Dämonen und böse Geister verjagt.

Ursprünge

Zhong Kuis Ursprung ist unter Wissenschaftlern etwas umstritten, da er zum einen mit den Homophon zhongkui[2] in Verbindung mit einer Pflanze oder auch mit einer Keule gebracht werden kann, und zum anderen auch als Familienname[3] oder als Vorname (6. Jh.)[4] im Alterum verwendet wurde. [5]


Laut Daoist Gate[6] soll Zhong Kui in der Umgebung des Zhongnan Berges in der frühen Tang Dynastie geboren worden sein.[7]
Als junger Mann reist er mit seinem Freund Du Ping 杜平 nach Chang’an (heutiges Xi’an), um für das Palastexamen am kaiserlichen Hof anzutreten. Zhong Kui erreicht sogar den Rang Zhuang Yuan (höchster Rang der Palastprüfung), aber aufgrund seiner angsteinflößenden Gestalt, entscheidet der Hof, ihm den Titel zu entziehen. Daraufhin begeht Zhong Kui vor Enttäuschung Selbstmord, indem er seinen Kopf mehrmals gegen die Palaststufen schlägt.[8]
Aus Reue verleiht Kaiser Xuanzong 玄宗 posthum Zhong Kui den Titel „Doktor von Zhongnanshan“ (Zhongnanshan ist unter anderem der heilige Berg und Geburtsort des Daoismus an dem Laozi sein Werk Tao Te Ching schrieb und lehrte.).[9]

Zhong Kui auf Reisen. Detail aus Gong Kais Querbildrolle, Yuan Dynastie, spätes 13.Jh. - frühes 14.Jh.


Vergleiche dazu die Fußnote in der deutschen Übersetzung des Mengxi Bitan:

Wegen seiner Hässlichkeit wurde er, obwohl er die Gelehrtenprüfung im Kaiserpalast als Erster bestanden hatte, vom Tang-Kaiser Dezong 德宗[10](regierte von 780 bis 804) verstoßen. Die Legende erzählt, dass sich Zhong Kui darüber verbittert das Leben genommen hatte. Aus Reue überhäufte der Kaiser danach den Geist des Toten mit höchsten Ehren und erteilte ihm den Auftrag, als Gottheit die Dämonen zu bekämpfen. Die Legende berichtet, dass Zhong Kui daraufhin siegreich gegen die Dämonen zu Felde zog.
Herrmann 1997, S.259.

Traditionell ist die Figur des Zhong Kui geboren aus dem Traum des Kaiser Xuanzong (712-755) und wuchs somit ab der Tang Dynastie (618-907) zu der Kultfigur des Dämonenjägers.[11](s. Ursprungslegende) Jedoch Gelehrte in der Ming Dynastie erforschten, dass schon in der Zeit der Sechs Dynastien (220-589) von etwas oder jemand namens Zhong Kui die Rede war. Zwei Texte aus der Nördlichen Song Zeit erwähnen zhongkui: Der eine Text stammt aus dem kaiserlichen Katalog der Song Dynastie Xuanho Huapu, indem eine Notiz hinzugefügt wurde über dem Maler Yang Fei, die besagt, dass eine steinerne Stele aus der Zeit der Sechs Dynastien den Namen Zhong Kui eingemeißelt habe. Der andere Text findet sich im Mengxi Bitan von Shen Kuo, in dem berichtet wird, dass ein kürzlich gefundenes steinernes Epitaph der Lady Cheng, Mutter eines Mannes aus der Liao Dynastie (502-557), den Namen seiner Schwester „Zhong Kui“ trägt.[12]

Ursprungslegende

In diesem Abschnitt wird schließlich die berühmte Legende des Traums von Kaiser Xuanzong erzählt, die Zhong Kui vermutlich zu dem Kultstatus trieb, den er heutzutage hat.

Zitat aus Fong (1977), eine Version, des verlorenen Textes des Tang yi shi[13]:

One afternoon in the Kaiyüan era[14] (713-742), Ming Huang[15], feeling ill after he had returned from a round of bow-and-arrow practice at Li Shan, fell asleep. He soon saw in a dream a small-sized demon, wearing only knee-length trousers and one shoe – the other being tied at his waist – and holding a bamboo fan, in the act of stealing his favourite consort’s embroidered perfume-bag and his own jade flute. Then, instead of escaping, the strange being began frolicking around the palace grounds with the loot. Ming Huang therefore approached him and demanded an explanation. The demon respectfully replied that his name was Hsü Hao[16] and explained that “Hsü” stood for “stealing indiscriminately for the sake of fun” and “Hao” for “replacing man’s joys with sorrows”. Hearing this, the emperor became angry and wanted to call for his body guards. But at that very moment, a large-waist-belt and black boots appeared and nabbed the thief. Immediately afterwards, he proceeded first to gouge out the vicitm’s eyes, then tore him up into pieces and finally ate him. When the emperor asked him who he was, the Demon Queller introduced himself as Chung K’uei, a chin-shih from Chung-nan, who ashamed at having failed the next higher degree of examination during the Wu-te era (618-627), had committed suicide by dashing his head against the palace steps. He further mentioned that because Emperor Kao-tzu awarded him an honorable burial of a court official of the green-robe rank, he had vowed to rid the world of mischievious demons like Hsü Hao. At those words, Ming Huang awoke and found himself fully recovered. Without delay he summoned Wu Tao-tzu and requested him to paint a portrait of the Demon Queller as he had seen in his dream. When it was finished, the emperor examined it carefully and said, “You and I must have had a similar vision!” And he awarded Wu one hundred taels of gold.
Fong 1977, S.427-428.

zhongkui als Pflanze oder Pilz

In Zhao Yis 趙翼 (1727-1814) Buch Gaiyu congkao 陔餘叢考 steht geschrieben, dass der Begriff zhongkui 終葵, eine Art Blume sein soll (vgl. Fong 1977, S. 426-427: zhong = „Ende, letzte“; kui = „Sonnenblume“), die den Beginn des Kults zu Zhong Kui begründen soll. [17]
Ma Rong 馬融 (79-166), ein Gelehrter der Han Dynastie, spricht von einem zhongkui, das zur Vertreibung von Geistern zusammen mit einer Jade Axt oder Hammer geschwungen werden soll. Dabei soll mit zhongkui von einem Kraut die Rede sein, dass früher oder später personifiziert wurde und schließlich die Pflanze vollends vergessen wurde, indem das Zeichen für zhong von 終 zu 鍾, dem üblich verwendeten Familiennamen, geändert wurde. [18]

In der traditionellen chinesischen Medizin existiert ein Pilz namens zhongkui, der die Form eines Hammers hat und somit seinen Namen erhielt. Festgehalten im Pencao Kangmu von Li Shizhen (1518-1593) steht geschrieben, dass zhongkui der Name für zhui („Hammer“) ist und aufgrund der gleichen Form, der Pilz auch den gleichen Namen trägt. (Unter anderem wird das Verbrennen von Zhong Kui Malereien erwähnt, um die Asche als Medizin zur Bekämpfung von Malaria und Geburtsstörungen zu verwenden.)[19]

zhongkui als Haushaltsutensil oder Keule

Wie schon im vorhergehenden Abschnitt besprochen wurde, scheint der Begriff zhongkui allgemein, ob es sich um eine Pflanze oder Pilz handelt, sich immer wieder auf die Form eines Hammers oder einer Keule zurückführen lässt (s. Abschnitt zhongkui als Pflanze oder Pilz).

Der Ursprung des Zhong Kui als Vertreiber von bösen Geistern hängt eng zusammen mit den Ritualen, die mit dem Schutz vor bösen Geistern zu tun haben. Die Zeichen für zhongkui, geschrieben als 終葵 (zhong = „Ende, letzte“; kui = „Sonnenblume“) sollen im Zhou Li (Riten der Zhou) erwähnt werden als Beschreibung der Kopfform eines kaiserlichen Schlagstocks. Der Begriff stammt von der Pflanze selbst, die einen schlanken Stiel mit dicken Blättern besitzt. Die „Sonnenblume“ wurde lange als Synonym für ein Instrument, wie zB. eine Keule oder ein Prügel verwendet. Ein Han Gelehrter namens Ma Jung (72-166) bestätigt die Verwendung einer antiken Waffe namens zhongkui als Instrument zum Exorzismus. Später wurde durch die Entwicklung von seltsamen Begegnungen in der Tang Dynastie aus dem Knuppel eine Person die Geister verjagt.[20]

Im Mengxi Bitan schreibt Shen Kuo folgendes:

In den Jahren der Regierungsära Qingli (1041-1048) gab es einen scharfsinnigen Gelehrten mit dem Familiennamen Li. Einst schnitzte er aus Holz einen „tanzenden Zhong Kui“. Die Statue war zwei, drei Chi (61 bis 92 cm) hoch, und in der rechten Hand hielt sie eine längliche Eisentafel. In Zhong Kuis linke Hand legte er einen duftenden Köder. Wenn nun eine Maus über die Hand an die Speise gelangen wollte, packte die linke die Maus, während die rechte sie mit der Eisentafel erschlug. Nachdem Li diese Figur dem König von Jing dargebracht hatte, lud der König ihn zu seinen Kostgängern ein.
Herrmann 1997, S.57.


Wilt Idema und Stephen West schreiben in ihrem Artikel über einen rituellen Hammer namens zhongkui, verwendet von altertümlichen Exorzisten zum Töten von Dämonen. Die vermutlich früheste Referenz zu Zhong Kui als Person findet sich im Kapitel 7 „Köpfen von Dämonen“ (Zhangui 斬鬼) des Taishang dongyuan shenzhou jing 太上洞淵神咒經. Dieses daoistische Werk könnte laut Idema und West aus dem vierten Jahrhundert stammen und das dazu frühste erhaltene Schriftstück, erhalten aus Dunhuang, datiert laut ihres Kolophon ins Jahr 664 und berichtet:

Now whenever some ghost comes and causes the master to fall ill so the master presently is in great danger, the Most High will dispatch strong warriors and naked soldiers; the multitude of those killing the ghost will number millions: Master Kong[21] will hold the sword, King Wu[22] will bind him, and Zhong Kui will execute him, after which he will be handed to the demon-chasers.
今何鬼來病主人,主人今危厄,太上遣力士赤卒,殺鬼之眾萬億,孔子執刀,武王缚之,鐘馗打殺得,便付之辟邪.
Idema und West 2016, S. 2.

Ritual

Zhong Kui spielt eine wichtige Rolle in den Nuo 儺 Zeremonien am Neujahrsabend. Im Beitrag von Idema und West (2016) wird eine sogenannte Nuo Zeremonie im Palast des Prinzen der Zhou des frühen 15. Jh. als Theaterstück komplett übersetzt. In der Qing Dynastie wurde am 5. Mai zum Verjagen von den bösen Dämonen der Sommerhitze Bilder von Zhong Kui aufgehängt.[23]

Seit der Tang Dynastie wurde Zhong Kui mit den altertümlichen Nuo Riten in Verbindung gebracht, bei denen er die Rolle des fangxiang Exorzisten übernimmt. Später in der Song Zeit wird er Teil des theatralischen Ritus eines Exorzismus, bekannt als „Tanz des Zhong Kui“, welcher vor kaiserlichem Publikum, wie auch vor dem Volk vorgeführt wurde. Zusätzlich dazu verkleideten sich Bettler als Zhong Kui und imitierten den Ritus, um von Haus zu Haus zu wandern und um eine Spende zu bitten.
Ein weiteres übliches Ritual der Song Dynastie, war das Aufhängen von gedruckten oder gemalten Illustrationen des Zhong Kui über der Tür zu Neujahr.[24]

Obwohl Zhong Kui nicht als Türgottheit (Menshen) gezählt wird, wurde er dennoch während des chinesischen Neujahrs zusammen mit Qin Shubao und Yuchi Gong als Schutzbild aufgehängt.[25]

Zhong Kui und Yama

Faure (2014) schreibt, dass das Gefolge von Yama, der Gott der Unterwelt, eine wichtige Rolle in Exorzismen spielt, wie dem Danuo („Großen Exorzismus“), welche auf die Vertreibung der Dämonen von den Vier Richtungen zielt. Hier findet sich Zhong Kui als berühmter Dämonenbekämpfer im Gefolge Yamas wieder. Er spielt eine wichtige Rolle als General der fünf Pfade[26], wo er als Kopf der Armee von 10.000 Soldaten in der Nacht des Exorzismus erscheinen soll. Zhong Kui bringt die Dämonen zum Taishan Fujun und vollzieht eine Befragung bevor er sie zu Yama sendet.[27]

In einer Version der Legende über Zhong Kui heißt es, dass er nach seinem Tod in der Unterwelt vor Yama tritt und Yama das Potential in Zhong Kui erkennt, woraufhin er ihn zum „König der Geister“ ernennt, womit er die Aufgabe bekommt, böse Geister zu jagen und einzufangen.[28]

Zhong Kuis Verbindung mit Yama und somit der buddhistischen Unterwelt, lässt sich vermutlich mit der Chronologie der Verbreitung des Esoterischen Buddhismus in Asien verbinden. Laut Faure (2014) lässt sich der Ursprung der Esoterischen Buddhismus in Indien zwischen ca. dem 6. - 7. Jh. nachvollziehen, der sich im ca. 8. Jh. in China verbreitet und schließlich im 9. Jh. in Japan angelangt.[29] Wenn man diese zeitliche Chronologie mit der Verbreitung des Zhong Kui Kult vergleicht, lässt sich ein Muster erkennen. In China ca. im 8.Jh. beginnt langsam die Legende um den Dämonenjäger aufgrund des Gemäldes von Wu Daozi aufzublühen, sogleich in Japan in der Heian Periode (794–1185) einer der frühsten Bildnisse des Shōki zu datieren ist.

Es ist jedoch zu erwähnen, dass die Figur Zhong Kui ihren Ursprung, wie in den vorherigen Abschnitten deutlich wird, im Daoismus hat und vermutlich später mit der Verbreitung des esoterischen Buddhismus in die neue Religion integriert wurde.

In der Kunst

Während der Song Dynastie (907-1279) berichtet Guo Ruoxu von seinen Observierungen eines Gemäldes, dass wahrscheinlich das Orginial des Wu Daozis sein könnte. Elizabeth Lillehoj zitiert Alexander Soper (1951)[30]:

Of old, Wu Daozi painted a Zhong Kui dressed in a blue robe, wearing only one shoe, and with a squint eye .... In his left hand was clutching a demon, while with his right hand he gouged out its eye. The brushstrokes had an intense forcefulness, and the work was really a supreme masterpiece of painting.
Lillehoj 1995, S. 19-20.

Wu Daozis Original Gemälde ging vermutlich um die Zeit vor der Ming Dynastie (1368-1644) verschollen, jedoch seine dramatische Darstellung lebte in Werken von vielen weiteren Generationen von Künstlern, die versuchen das Original zu imitieren, weiter. Leider blieben nur wenigen frühe Gemälde erhalten.[31]

Die übliche Ikonografie des Zhong Kui zeigt einen großen Mann mit großen Augen, buschigen Bart, der eine Robe und Beamtenkappe trägt. Oft findet sich ein großes Schwert als Attribut oder Dämonen, die ihn umgeben. Das älteste erhaltene Gemälde von Zhong Kui könnte, das dem Nördlichen Song Künstler Li Gonglin zugeschriebene Bildnis sein.[32]

Malerei

Netsuke

In Japan

Gegen Ende der Heian Periode (794–1185) erreichte die Legende des Zhong Kui auch Japan und wurde dort zu dem beliebten Shōki, der seinen Höhepunkt an Popularität in der Edo-Zeit (1603-1868) erlangt. Sein Bildnis wird noch immer als Talisman verwendet und unzählige Statuen, Rollbilder, Faltbilder und Flaggen werden produziert. Manchmal findet sich eine kleine Statue des Shōki am Dach älterer Häuser in Kyoto.[33]

Shōki hat eine starke Verbindung mit dem Jungen Fest Tango no sekku (heute: Kinder Fest Kodomo no hi) am 5. Mai. Er wird verehrt als Gott, der vor Dämonen und Krankheit schützt, insbesondere der Pocken, bei denen man glaubte, dass sie durch böse Geister verbreitet wurden. Unter anderem wird Shōki auch als Gott der Gelehrsamkeit oder Wissenschaft verehrt, vermutlich auf seinem Ursprung als sehr fleißiger Student zu begründen (s. Abschnitt zu Ursprünge).[34]

Das MET Museum schreibt zum Gemälde von Katsushika Hokusai, dass die Farbe Rot in diesem Bildnis mit dem Glauben zusammenhängt, dass es magische Kräfte haben soll, das Pocken von einem verhält. In der Tat gab es in der Edo-Zeit eine Pocken Epidemie um 1847.[35]

Das große Kunstlexikon von P.W. Hartmann bezeichnet den Shōki als „Japanischer Teufelsaustreiber“, der in Gesellschaft von einem oder mehreren kleinen Teufelchen ein beliebtes Motiv der Netsuke Kunst ist. Bei der Jagd auf Dämonen verwendet er anstatt eines Schwertes, Bohnen, die den Teufelchen Angst machen sollen und sie vertreiben.[36]

Heute

Zhong Kui in Smite.

In der Gegenwart findet sich Zhong Kui oft in Filmen oder Theaterstücken, wie auch in einem Online Videospiel namens smite wieder, in dem der Spieler in die Rolle des Dämonenjägers schlüpfen kann.[37]

Resümee

Warum Zhong Kui als eine Gottheit des Daoismus gezählt wird, gründet sich vermutlich unter anderem in dem Ursprung seiner Popularität ab der Tang Dynastie durch Kaiser Xuanzong, der ein starker Vertreter des Daoismus war.[38]

Eine weiteres Werk in dem die Volkserzählung des Zhong Kui weiterlebt ist das Werk von Clemens Du Bois-Reymond namens Zhong Kui. Bezwinger der Teufel. Altchinesisches Volksbuch, in dem er Ming-zeitliche Texte übersetzt, die Geschichten zur Zeit der Tang Dynastie erzählen. Mit einem satirischen Schreibstil wird die Frage dem Leser gestellt, ob nicht die wirklichen Teufel auf der Erde unter den Menschen wandeln, somit der Teufel der Mensch selbst ist.[39]


Quellen

Primärquellen

Sekundärquellen

  • Du Bois-Reymond, Clemens (1987). Zhong Kui: Bezwinger der Teufel: Altchinesisches Volksbuch. München: Beck.
  • Faure, Bernard (2014). "Indic Influences on Chinese Mythology: King Yama and His Acolytes as Gods of Destiny", in: John Kieschnick (Hg.), Meir Shahar (Hg.), India in the Chinese Imagination: Myth, Religion, and Thought. Philadelphia: University of Pennsylvania Press (2014), S. 46-60.
  • Herrmann, Konrad (Hg.)(1997). Shen Kuo: Pinselunterhaltungen am Traumbach: Das gesamte Wissen des Alten China. München: Eugen Diederichs Verlag.
  • Idema, Wilt und Stephen West (2016). „Zhong Kui at Work: A Complete Translation of the Immortal Officials of Happiness, Wealth, and Longevity Gather in Celebration by Zhu Youdun (1379–1439).“ Journal of Chinese Religions 44(1), S. 1–34.
  • Jinsheng, Zheng, Nalini Kirk, Paul D. Buell, und Paul U. Unschuld (2018). Dictionary of the Ben Cao Gang Mu, Volume 3: Persons and Literary Sources. Oakland, California: University of California Press.
  • Rotermund, Hartmut (1991). Hôsôgami Ou La Petite Vérole Aisément: Matériaux Pour L'étude Des épidémies Dans Le Japon Des XVIIIe, XIXe Siècles. Paris: Maisonneuve & Larose.


  • Von Glahn, Richard (2004). The Sinister Way: The Divine and the Demonic in Chinese Religious Culture. Berkeley, CA: University of California.
  • Zimmer, Thomas (2008). Der chinesische Roman der ausgehenden Kaiserzeit. Berlin: Walter de Gruyter.

Online Quellen

Weitere Literatur

  • Eberhard, Wolfram (1996). Lexikon chinesischer Symbole: die Bildsprache der Chinesen. München: Diederichs.
  • Éliasberg, Danielle (1976). Le Roman du pourfendeur de demons: Traduction annotée et commentaires. Paris: Collège de France, Institut des hautes études chinoises.

Links

  • Zhong Kui(Stand: 30.5.2019). Aus: Wikipedia, the free encyclopedia (Englisch)
  • 鍾馗(Stand: 30.5.2019). Aus: Wikipedia, the free encyclopedia (Japanisch)
  • 鍾馗(Stand: 30.5.2019). Aus: Wikipedia, the free encyclopedia (Chinesisch)


Anmerkungen

  1. Film: The Chinese Ghostbuster (1994).
  2. In diesem Abschnitt und den folgenden Abschnitten wird der Name des Zhong Kui als zhongkui geschrieben, um Verwechslungen zu vermeiden. Mit zhongkui wird hier das Homophon bezeichnet, mit dem versucht wird den Ursprung des Begriffes zu erklären.
  3. s. Lin Yue Ping Art Gallery (Online).
  4. s. A-to-Z Deity Dictionary of Japan’s Buddha Divinities (Online).
  5. Laut Table of Gods sollen Eltern ihren Kindern den Namen bei der Geburt verliehen haben, mit der Hoffnung, dass das Kind vor bösen Geistern geschützt ist.
  6. s. Daoist Gate (Online).
  7. Vgl. Table of Gods: Text von Zhang Dafu aus der Qing Dynastie (Online).
  8. s. Daoist Gate (Online).
  9. A-to-Z Deity Dictionary of Japan’s Buddha Divinities (Online); JAANUS (Online).
  10. Vgl. Chronologie der Kaiser der Tang Dynastie. Dezong ist Urenkel von Xuanzong. Hier zeigt sich eine Korrelation der Geschichten. Wer hat nun Zhong Kui den Titel posthum gegeben und wie und wann wurde er zum Geisterjäger?
  11. Von Glahn 2004, S. 122.
  12. Fong 1977, S.426.
  13. Verlorene Geschichte der Tang. s. Thomas Zimmer (2008) Der chinesische Roman der ausgehenden Kaiserzeit, S. 971.
  14. Ära des Kaiser Xuanzong während der Tang Dynastie.
  15. Kaiser Xuanzong.
  16. Der Geist Xu Hao, vgl. David R. Knechtges, Tong Xiao (2014)[1]. Wen Xuan or Selections of Refined Literature, Volume I: Rhapsodies on Metropolises and Capitals. "It is thus possible that Kui/Xu should be construed as a binome. Xu, however also occurs independently. The Shuowen, which has a separate entry for Xu, says it is a “hao 耗 ghost” , a ghost of “privation?”(hence the element xu "empty")". S.294.
  17. s. ChinaKnowledge. An Encyclopaedia on Chinese History, Literature and Art (Online); Daoist Gate (Online).
  18. s. ChinaKnowledge. An Encyclopaedia on Chinese History, Literature and Art (Online).
  19. s. Lin Yue Ping Art Gallery (Online); Encyclopaedia Britannica (Online); Jinsheng 2018, S.672.
  20. Fong 1977, S.426-427.
  21. Konfuzius, s. Fußnote in Idema und West 2016, S. 2.
  22. Zhou Dynastie, s. Fußnote in Idema und West 2016, S. 2.
  23. Idema und West 2016, S.1.
  24. Von Glahn 2004, S.123.
  25. Fong 1989, S. 8.
  26. Buddhistischen Pfade zur Befreiung.
  27. Faure 2014, S.55.
  28. s. Daoist Gate (Online).
  29. Faure 2014, S. 46.
  30. Kuo Jo-shu's experiences in painting: T'u-hua chie. S. 100, in: Lillehoj 1995, S. 19-20.
  31. Lillehoj 1995, S. 19-20.
  32. Vgl. JAANUS (Online).
  33. s. Yokai.com (Online).
  34. s. Yokai.com (Online).
  35. s. The Metropolitan Museum of Art (Online); Vgl. Rotermund 1991, S. 145; Rotermund 2001, S.374.
  36. s. Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann, BeyArs.com (Online).
  37. s. Zhong Kui - Smite(Online).
  38. Vgl. Emily Mark (Online).
  39. Du Bois-Reymond 1987, S. 277.
  40. s. Zimmer 2008, S. 389-390.
  41. s. Zimmer 2008, S. 390.