Ame no Hiboko

Aus Kamigraphie
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Gottheit oder numinose Erscheinung
Name Ame no Hiboko („Prinz der glänzenden Hellebarde“)
Religiöse Titel no Mikoto
Sonstige Namen Ame no Hihoko
Funktion, Wirkkraft Ahnengott der Izushi-Familie
Bemerkung Prinz aus Shiragi 新羅
Landkarte der Migrationsroute von Ame no hiboko no Mikoto von Silla nach Japan

Laut Nihon shoki und Kojiki ist Ame no Hiboko (oder Hihoko) ein eingebürgerter Prinz aus Shiragi 新羅. Shiragi ist die japanische Bezeichnung für Silla, eines der drei damaligen koreanischen Königreiche Silla. Es wird berichtet, dass Ame no Hiboko von Korea über Tsukushi nach Japan kam und weiter von Harima 播磨 über Settsu 摂津, Omi 近江 und Tsuruga 敦賀 in der Stadt Izushi in Tajima 但馬 sich niederließ. Der Izushi-Schrein steht dort, wo damals Ame no Hiboko acht göttliche Edelsteine verehrte. Seine Nachfahren wählten Izushi 出石 als Stützpunkt und erlangten Wohlstand. Ame no Hiboko ist also der Ahnengott der ganzen Familie von Izushi. Es gibt auch das Märchen Tajimamori 田道間守, welches dieses Thema behandelt. [1]

Ame no Hihoko und Ashihara no Shikowo

Laut dem Harima fudoki hat sich die Geschichte folgendermaßen zugetragen:

Als Ame no Hihoko („Prinz der glänzenden Hellebarde“) aus Kara (Korea) nach Harima kam, fragte er Ashihara no Shikowo („hässlicher Mann im Schilfgefilde“, Ōkuninushi 大国主), ob er ihm Unterschlupf an der Mündung des Uzu-Flusses geben könne. Er sagte: „Ich würde gerne für heute Nacht eine Bleibe finden. Du bist doch der Herr dieses Landes. Beschütze mich mit einer Unterkunft!“ Doch der hässliche Mann erlaubte dem Prinzen nur im Wasser zu bleiben, jedoch nicht an Land zu kommen. Daraufhin rührte der Prinz mit seinem Schwert in der See und erzeugte einen Wasserstrudel, auf dessen Spitze er sich setzte. Nachdem der hässliche Mann diese tapfere Tat sah, bekam er Angst vor dem Prinzen und bemerkte, dass er sein Vorrecht über dieses Land vor ihm beschützen musste. Dafür kletterte er auf die Spitze des Ihibo Woka und aß etwas Reis, welcher einen magischen Effekt haben sollte. Dabei fielen ihm ein paar Körner Reis aus dem Mund und darum heisst der Berg Ihibo („Reiskorn“); die Steine auf dem Berg sollen Reiskörnern ähneln. [2]

Der hässliche Mann, auch Schutzgott der Bewohner von Izumo, handelte so, wie es die Leute, die ihn verehrten von ihm verlangten. Aoki meint, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass die Verehrer von ihm die frühesten Besiedler dieses Gebiets waren.

Interpretation dieser Geschichte

Soziales

Ame no Hihoko repräsentiert in dieser Erzählung die Immigranten in diesem Gebiet. Ashihara no Shikowo repräsentiert die Bewohner dieses Gebiets, die schon angesiedelt waren, als die Immigranten kamen.

Im Glossar des Harima fudoki steht geschrieben, dass Ame no Hihoko eine symbolische Figur sei, welche die Kolonisten von der Halbinsel Korea darstellen soll. Die Geschichte vom Kampf mit Ashihara no Shikowo reflektiert den Streit zwischen bereits angesiedelten Personen und den späteren Zuwanderern in Japan.

Politisches

Von der Art, wie die Geschichte nach dem Ansuchen des Prinzen um Unterkunft weitergeht, scheinen, laut Aoki, die Neuankömmlinge von einer Kriegsflotte unterstützt worden zu sein. Und die große Handlung (Erzeugen des Strudels) dürfte eine alte Version davon gewesen sein, was heute als „Kanonenboot-Diplomatie“ bezeichnet wird.

Aoki ist des Weiteren der Meinung, dass der Sieg der Zuwanderer auch ihrer fortgeschrittenen landwirtschaflichen Technologie zu verdanken war:

Die Immigranten konnten, unterstützt durch Truppen, die Oberhand gewinnen und die alten Siedler aus dem Gebiet Harima verdrängen. Obwohl der genaue Grund, weswegen die früheren Siedler besiegt werden konnten, schwer zu ermitteln ist, ist durchaus anzunehmen, dass die schlechtere landwirtschaftliche Technologie ein Grund für ihre Niederlage war. Der Name Ame no Hihoko deutet auch darauf hin, dass diejenigen, die die älteren Siedler aus Harima verjagten, Bauern mit besserem Werkzeug waren. Jüngste archeologische Funde zeigen auf, dass sie auch schon ein gewisses Wissen über die Schmelzung von Eisen hatten.

Ihre „glänzenden“ landwirtschafltichen Geräte, spielten sicherlich eine wichtige Rolle, beim Sieg der Schlacht über das Recht, wer auf diesem Land in Zukunft sähen und ernten durfte. Die archäologischen Funde, scheinen diese Ansicht zu untermauern. [3]

Mythisches

Ashihara no Shikowo ist laut den Kiki ein Beinamen des Ōkuninushi, also des obersten „irdischen“ Gottes (Ahnengott der Ureinwohner). Als der hässliche Mann, oder die früheren Siedler, versuchten die herrannahende Bedrohung an ihrem Gebietsrecht abzuwehren, handelten sie ganz typisch, durch die Ausführung einer magischen Geste. Der hässliche Mann stieg auf den nächstgelegenen Berg und aß feierlich Reis. Doch welchen magischen Effekte dieses „Reisessen“ hat, wird im Harima fudoki leider nicht beschrieben.

Verweise

Anmerkungen

  1. Kokushi Daijiten 1979:311
  2. Aoki 1997:201
  3. Aoki 1997:19

Quellen

  • Kokushi Daijiten Henshū Iinkai hen, (1979). Kokushi Daijiten dai ikkai(Kokushi Daijiten.) 國史大辭典第1巻. Tōkyō: Yoshikawa Kōbunkan.
  • Aoki, Michiko Yamaguchi (Ü.) (1997). Records of wind and earth: A translation of Fudoki with introduction and commentaries.(Monographs of the Association for Asian Studies, Bd. 53.) Ann Arbor, Mich.: Association for Asian Studies.




Dieser Artikel wurde ursprünglich für das Schwesterprojekt Fudokipedia verfasst.