Atsuta Schrein

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Religiöses Bauwerk oder Anlage
Name Atsuta Schrein 熱田神宮
Funktion Schrein
Ort Nagoya, Präfektur Aichi
Gottheiten Atsuta no Ōkami 熱田大神
Atsutajingu Hongu.jpg

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Der Atsuta Schrein 熱田神宮 ist einer der wichtigsten Schreine Japans. Er gehört zu den chokusaisha 勅祭社, Schreine, die ein Anrecht auf einen chokushi 勅使 haben, einen Abgesandten des tennō, zu besonders wichtigen matsuri haben. Der Schrein befindet sich in Nagoya.

Gottheiten

Die Hauptgottheit des Atsuta Schreins, Atsuta no Ōkami 熱田大神, wird durch das Schwert Kusanagi repräsentiert und zugleich als identisch mit Amaterasu no Ōkami 天照大神 aufgefasst. Weiters sind folgende kami hier eingeschreint:

Alle diese Gottheiten haben eine Verbindung zu Kusanagi. Takeinadane no Mikoto und Miyasuhime no Mikoto sind die Ahnengötter der Owari, einer bedeutenden Familie aus Nagoya.

Geschichte

Atsuta, Haupthalle im shinmei-Stil

Die Geschichte des Schreins ist eng mit der des Schwertes Kusanagi verknüpft, welches dort aufbewahrt wird. Dem Mythos nach wurde der Ort für den Schrein von Miyasuhime no Mikoto, der Frau von Yamato Takeru nach dessen Tod ausgewählt. Die offizielle Schreingeschichte[2] gibt als Zeitpunkt der Einschreinung des Schwertes das 43. Jahr der Regentschaft Keikō-tennōs (113) an. Es dürfte sich dabei aber eher um eine mythologische Datierung handeln.

Im Jahr 1893 wurde der Schrein nach dem shinmei zukuri-Stil 神明造, nach dem auch der Ise Schrein gebaut ist, neu errichtet. 1935 wurden die Schreingebäude im Rahmen eines sengū 遷宮 ein weiteres Mal erneuert und erweitert. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Atsuta Schrein zu einem Großteil zerstört. Der Wiederaufbau der Hauptgebäude dauerte bis 1955.

Schreinanlage

Atsutajingu chizu.gif
  1. Hongū 本宮 (Hauptschrein)
  2. Betsugū hakkengū 別宮八剣宮
  3. Shimochikama jinja 下知我麻神社 (Schrein für sichere Reise)
  4. Shimizusha 清水社 (Gottheit der Augen)
  5. Doyōden 土用殿 (alter Aufbewahrungsort des shintai (Gottkörper))
  6. Mita jinja 御田神社 (Schrein für reiche Ernte)
  7. Ryūjinja 龍神社
  8. Kaguraden 神楽殿 (Abhaltung des kagura-Gebets)
  9. Juyosho 授与所 (Glücksbringer)
  10. Kitōden 祈祷殿 und Nagatoko 長床
  11. Saikan 斎館 und Chokujikan 勅使館 (Gebetsort)
  12. Narazu no ume ならずの梅 (besonderer Pflaumenbaum)
  13. Nishigakusho 西楽所 (Abhaltung des Rituals des bugaku und des Erntefestes)
  14. Nobunagabei 信長塀 (eine der drei größten Lehmmauern Japans)
  15. Ōsakida jinja 大幸田神社 (Schrein für reiche Ernte)
  16. Rokumassha 六末社
  17. Kyūchō 宮庁 (Schreinamt)
  18. Atsuta jingū kaikan 熱田神宮会館 (Hochzeitszeremonien)
  19. Ryūeikaku 龍影閣 (Meiji Tennō)
  20. Ōkusu 大楠 (großer Kampferbaum)
  21. Sukawarasha 菅原社 (Schrein für gutes Lernen)
  22. Matabe e 又兵衛 und Chaseki 茶席 (Teezeremonie)
  23. Temizusha 手水舎 (Brunnen für Reinigung vor dem Schreinbesuch)
  24. Hōmotsukan 宝物館 (Schatzhaus) und Bunkaden 文化殿 (Kulturhalle für Vorträge und Aufführungen)
  25. Kyūkeija 休憩所 (Erfrischungen und Shop)
  26. Minamishinike 南神池 (Park)
  27. Nijūgochōbashi 二十五丁橋 (älteste Brücke Nagoyas)
  28. Sakumadōrō 佐久間燈籠 (eine der drei größten Laternen Japans)
  29. Tōsu no yashira 徹社 (Schrein von Amaterasu)
  30. Seisetsumon 清雪門 (verschlossenes Tor)
  31. Kusunomimaesha 楠之御前社 (Gottheit für leichte Geburt)
  32. Minami shingūsha 南新宮社 (rot gestrichener Schrein)
  33. Kamichikama jinja 上知我麻神社 (Verehrung der Familie von Owari (alter Name der Provin, in der Nagoy liegt) und Ōkuninushisha大国主社/Kotoshironushisha 事代主社 (Schrein für Weisheit, Namensgebung/Taufe, gute Geschäfte)
  34. Tarōansubaki 太郎庵椿 (alter Baum)
  35. Hikowakamiko jinja 孫若御子神社 (Urahn der Familie von Owari)
  36. Hisakimako jinja 日割御子神社
  37. Atsuta jingū kakuin 熱田神宮学院 (Ausbildung der Shinto-Priester)
  38. Aichiken jinjachō (Schreinamt für die Präfektur Aichi)
  39. Keieitsunosha 警衛詰所 (Fundbüro)

Atsuta Schrein in den Werken aus der Heian-Zeit

Owari no kuni Atsuta daijingū engi

Das Owari no kuni Atsuta daijingū engi 熱田大神宮縁起 (dt. Die Schriftrollen des Atsuta Schreins in der Provinz Owari) aus dem Jahr 890 (laut Nachwort)[3] von unbekannten Autor nacherzählt die Geschichte des Atsuta Schreins, wie diese in Nihon shoki zu finden ist, wobei Yamato takeru das Schwert Kusanagi der Miyazuhime als Liebesbeweis überreicht. Außerdem zitiert das Werk bei der Verleihung des Kusanagi an Yamato Takeru zum ersten Mal nicht Yamato Hime's Worte aus Nihon Shoki wie die anderen Werke. Yamato hime sagt bei der Gelegenheit: „Be sure never to let go of this Kusanagi sword from your side.“

Verweise

Anmerkungen

  1. Schreibweisen gemäß offizieller Seite des Atsuta Schreins http://www.atsutajingu.or.jp/jingu/about/gosaijin.html
  2. http://www.atsutajingu.or.jp/jingu/about/history.html
  3. Obwohl in dem Nachwort das Jahr 890 angeführt wird, denkt Isomae, dass sich das Werk zum Ende der Kamakura Periode datieren lässt. Wenn dies stimmt müsste man das Werk unter mittelalterliche Werke einteilen.

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