Benutzer:Byakko

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Byakko 白虎

...heißt ins Deutsche übersetzt Weißer Tiger und bezeichnet einerseits eine vom aussterben bedrohte Tierrasse, andererseits ein spirituelles Tierwesen, das seinen Ursprung in der chinesischen Mythologie hat. Es gilt als Wächter-Tier des Westens und des Elementes Metall. Im japanischen Buddhismus wird diese Position oft von der Wächter-Gottheit Kômoku Ten eingenommen (siehe auch unter "Die Fünf Wandlungsphasen" aus dem Religion-Handbuch von Herrn Scheid). Die Ästhetik und Grazie eines Tigers beeindruckt mich seit meiner frühen Kindheit, ich betrachte den Tiger als mein Krafttier, daher der Benutzername Byakko.

Ich bin über die japanische Kampfkunst "Bujinkan Ninjutsu" 「武神館忍術」auf das Japanologie-Studium in Wien gestoßen. Hand in Hand damit ging eine Ausbildung in "Amatsu Ryôhô" 「天津療法」, einer alten japanische Heilkunst, bei der ich diesen Jänner den chûden 「中伝」 (mittleren Grad) erfolgreich abgeschlossen habe und die Heilkunst bereits aktiv an Menschen anwende. Das fehlende Glied im sanshin 「三心」, einer Trinität, von der in der Kampfkunst gesagt wird, dass das Praktizieren aller drei für eine innere Balance wichtig ist, ist die Spiritualität/Religion, womit ich mich hiervon am längsten beschäftige und wir zum Thema dieser Lehrveranstaltung kommen.

Religion und Ninja/Samurai liegen im Zentrum meines Interesses am Japanologie-Studium. Bei dem geringen Lehrangebot in Bezug auf diese Themen, war es für mich sehr wichtig, in diese LV zu kommen und dafür Zeit zu finden. Bei meinen Reisen nach Japan, stehen Tempelbesuche an oberster Stelle. Auch dieses Jahr gehts für mich im August nach Japan, wobei ich dieses Mal vor allem am Berg Koya herumpilgern und meditieren werde.

Ich bin mir sicher, dass ich in dieser LV viel dazulernen werde, weiß ich ja bisher sehr wenig über Hachiman und Wakô, und dass das gewonnene Wissen eine Bereicherung für die oben angesprochenen Gebiete sein wird.

Oliver Roithner, 7. März 2016


>Beim Lesen der Hachiman-Seite dieses Wikis bin ich soeben über den Begriff mitsudomoe 「三つ巴」 gestolpert, was inkl. Emblem in unserer Kampfkunst die oben genannte Trinität sanshin darstellt. Zufall?<

Exzerpt

「倭寇」と海洋史観-「倭寇」は「日本人」だったのか-

Wakô und die Geschichte der Weltmeere - Waren die wakô wirklich Japaner?

Der Beitrag „Wakô und die Geschichte der Weltmeere – waren die wakô wirklich Japaner?“ wurde 2002 vom Herrn Hatano (秦野祐介) als wissenschaftlicher Bericht (人文科学研究所紀要81, 77-102) an der Ritsumeikan Universität in Kyôto veröffentlicht. Er umfasst 35 Seiten, wovon die letzten vier Anhang sind, und ist in fünf Kapitel zuzüglich Schlusswort eingeteilt.

  1. Wakô und wie sie in den asiatischen Meeren auftraten“ (S.77-80)

Der Autor bezieht sich zuerst auf eine wissenschaftliche Konferenz, in der es um die Auslandsbeziehungen Japans mit vor allem den ostasiatischen Staaten ging. Diese fand wiederholt in den Reihen des Publikations-Verbandes der Tôkyô Universität (東京大学出版会) zwischen 1991 und 1993 statt. Hauptthema war „Das mittelalterliche Japan in Asien“, wobei „Asien“ als das Hauptschlagwort vorerst im Mittelpunkt der Konferenz stand. Im Laufe der Sitzungen, wurde den Teilnehmern klar, dass dem Themenpunkt „Meer“ vermehrt Interesse geschenkt werden musste, da es das Verbindungsglied zwischen den Staaten darstellte, vor allem im Mittelalter. Daraufhin folgte das Schlagwort „Terrazentrismus“ als notwendiger Gegenpol zum Meer und somit wiederum vermehrt Aufmerksam auf Japan selbst (S.77). Man erinnerte sich auch wieder an die nationalistische Denkweise 「海に開かれた日本」- „Japan, das sich über die Meere ausbreitet“. Daraus entwickelte sich im Diskurs das Thema „Der Staat Japan und die Weltmeere“, wobei man letztendlich zu 「海洋アジア論」- „Diskurs über die asiatischen Meere“ kam und der Themenschwerpunkt „Asien“ somit mit dem Schlagwort „Meer“ verknüpft wurde (S.78).

Erste Erwähnung finden die wakô in Bezug auf den chinesischen Tributhandel, wobei auch gleich erwähnt wird, dass wakô nicht auf Japaner begrenzt waren. Den wakô wird die Rolle des illegalen Handels zugeschrieben, inwiefern das stimmt und wie das mit dem Tributhandelssystem zusammenhängt wird jedoch als ungeklärt stehen gelassen (S.78-79).

Im weiteren wird erwähnt, dass die meisten Ären Japans von terrazentralistischer Natur waren: so etwa die Nara-, Heian-, Kamakura- und Edo-Zeit. Die Ären, in denen Japan viel mit dem Meer in Kontakt kam waren die Muromachi-Zeit und Meiji-Zeit bis heute. Als Ende des „Anti-Terrazentrismus“ im 16 Jhdt. wurden die Niederlage von Toyotomi Hideyoshi im Koreafeldzug und die anstehende Sekigahara-Schlacht innerhalb des Landes erwähnt (S.79).

Innerhalb des Begriffes wakô, scheint es Verschiedenheiten zu geben. Einerseits gibt es Aufzeichnungen aus dem 16. Jhdt. von Bewohnern einer Inselkette südlich von China, welche als wakô bezeichnet wurden – also Chinesen. Andererseits gibt es Aufzeichnungen von der zweiten Hälfte des 14. bis zur ersten Hälfte des 15. Jhdts, in denen Japaner selbst nach z.B. erfolglosem Java-Feldzug als wakô bezeichnet wurden (S.79-80).

  1. „Wie entstand der Begriff wakô?“ (S.80-85)

Quantitativ stoßt man bei der wakô-Forschung vor allem auf den Begriff wakô, der während der Ming- und Qing-Dynastie seitens China und Korea für japanische Piraterie verwendet wurde. Man fand aber in der offiziellen Seekarten-Sammlung「籌海図編」(Ende Ming-Dynastie) auch eine wakô-Bezeichnung, die Chinesen betroffen hatte. Die Wissenschaftler teilen diese angeblich unterschiedlichen wakô in „kôki wakô“ 「後期倭寇」des 16. Jhdts und „zenki wakô“「前期倭寇」 des 14. Jhdts ein (S.80-81).

Aus dem Bericht der Chronik 『高麗史節要』 aus dem damaligen Reich Kôrai「高麗」ging ebenfalls klar heraus, dass wakô nicht nur als aus Japan kommende Piraten gehalten werden konnten, woraufhin es jedoch innerhalb der Konferenzen zu Zwiespältigkeit kam. Als Einwand erwähnte man, dass das „wa“ 「倭」von wakô eindeutig auf Japan hinweise (S.81).

Als Annäherungsversuch wollte man zuerst eine Antwort auf die Frage „Wann kam es überhaupt zu dem Begriff wakô“ finden. Als erstes wurde Shôni Yorihisa(少弐頼尚), Anhänger der Ashikaga, erwähnt, der von Kyûshû aus ins Meer gestochen ist, um Proviant aufs Festland zu bringen (1350). In den Chroniken vom Reich Kôrai findet man zum selben Jahr die Erwähnung von „Beginn der Invasion der wakô“. Man spricht auch von den kanoetoranen no wakô(??) 「庚寅年の倭寇」. Dieser Ansatz ist aber bei weitem nicht explizit genug. Einerseits herrscht ein Widerspruch innerhalb der Erzählung, da Shôni Yorihisa eigentlich auf wirtschaftlicher Reise war, von Kyûshû aus jedoch mit der suigun (Marine) unterwegs war, und es andererseits bei den zenki wakô zeitlich wiederum zwei verschiedene gab. Erstens die wakô zu Ende der Kôrai-Zeit, welche nach Einigung vom südlichen und nördlichen Reich Japans angeblich vollständig verschwanden und zweitens die wakô zu Beginn der Chôsen-Zeit. Letztere wurden aus japanischer Sicht als Inselbewohner von Korea und China bezeichnet (wie anfangs bereits erwähnt), aus koreanischer Sicht jedoch als kriminelle Piraten, die sich gegen das Muromachi bakufu lehnten (S.82-83).

Aufgrund der Verwirrung untersuchten die Wissenschaftler den Begriff wakô auf dessen Bedeutung. Eine Annäherung erfolgte mit dem Begriff akutô 「悪党」, was soviel heißt wie Schurke oder Halunke und früher entweder im Zusammenhang mit gerichtlichen Sachen oder für Gegner des Reiches Japan verwendet wurde. So unterschiedlich akutô gebraucht wurde, so divers sind die wakô, so die Wissenschaftler (S.83). Für eine wissenschaftliche Korrektheit müsste man demnach alle unterschiedlich vorkommenden wakô-Begriffe genauer untersuchen und kann den Begriff nicht rein auf japanische Piraten beziehen (S.84).

  1. Beispiele für wakô (S.85-86)

Zwei Beispiele wurden angeführt: Erstens wakô mit lokaler Zugehörigkeit (A), zweitens wakô, als Schurken und Piraten (B). In den Chroniken von Kôrai findet man A zum ersten Mal erwähnt 1223, B 1278, also etwa 50 Jahre später. Allgemein gibt es jedoch mehr von A zu hören. In der Gründergeschichte der Koreanischen Dynastie 「朝鮮王朝太祖実録」 gibt es 21 Erwähnungen von A und 24 Erwähnungen von B. Die Wissenschaftler ziehen hier einen Link zu den kanoetoranen no wakô 「庚寅年の倭寇」. Das geht in der Ming-Dynastie soweit, dass von A so gut wie kaum mehr die Rede ist. Es scheint, als wären die wakô als Inselbewohner oder desgleichen v.a. in der Kôrai-Zeit aufgetreten und diese neutrale Bezeichnung sich dann zu einer negativ konnotierten geändert hat (wakô als Schurken und Piraten). Die Wissenschaftler erwähnen, dass durch eine Verordnung zum Verbot unkontrollierter maritimer Aktivitäten während der Ming- und Qing-Zeit, die steigende Autorität der wakô durch negatives Kaschieren zunichte gemacht werden konnte und erklären die Änderung dadurch (S.85-86).

  1. „Wa“ und Japan (S.86-91)

Ausgangspunkt ist die negative Definition von wakô als Seeleute, die sich von den Festlandbewohnern und dessen Gesetze abspalten und als Halunken Piraterie betreiben. Und aus koreanischer Sicht kommen die aus Japan, wobei man zwischen nihon 「日本」und wa「倭」 unterscheiden muss. Erstere wäre die offizielle, zweite die negativ konnotierte inoffizielle Bezeichnung. Während der Spaltung des japanischen Reiches bezeichnete man laut den Chroniken von Kôrai das nördliche Japan als nihon und das südliche als wa. Nihon wurde auch stets direkt mit dem Muromachi bakufu in Verbindung gesetzt. In diesem Zusammenhang sprach man von wa nur, wenn es um Gegner des bakufu ging. Ähnliche Information enthält die Gründergeschichte der Koreanischen Dynastie「朝鮮王朝太祖実録」. Man zog also eine deutliche Grenze zwischen nihon und wa (S. 87-88).

Eine weitere Erklärung stellt Japan als nihon in den Mittelpunkt von Handelsbeziehungen mit dem Kôrai-, Chôsen- und dem Ming-Kaiserreich. Nach einer Verordnung des Ming-Kaiserreiches 「明中心の海禁・華夷秩序システム」, welche den unkontrollierten Seehandel verbot und die Wirtschaft der Staaten regeln sollte, wurde jegliche Widrigkeit nicht toleriert. Das Muromachi bakufu, das sich daran offiziell hielt, wurde somit wiederum neutral gewertet als nihon bezeichnet. Die Gruppe an Seeleuten, die sich an diese Verordnung nicht hielten, wurden demnach als wakô bezeichnet und sind zeitlich gesehen als kôki wakô einzuordnen (S.90-91).

Literaturverzeichnis

Literatur, dich ich persönlich recherchiert habe, eingeteilt in Kapitel. Die hier aufgelisteten Werke werden, wenn noch nicht vorhanden, in die Literatursammlung der Kamigraphie mitaufgenommen.

Meer/Seefahrt

  • Akima, Toshio (1993). „The myth of the goddess of the undersea world and the tale of Empress Jingū’s subjugation of Silla.“ Japanese Journal of Religious Studies 20/2-3, S. 95–185.
  • Carlqvist, Anders (2010). „The Land-Pulling Myth and Some Aspects of Historic Reality.“ Japanese Journal of Religious Studies 37 (2), S. 185–222.
  • Fogel, Joshua A. (2007). Crossing the Yellow Sea : Sino-Japanese cultural contacts ; 1600 - 1950. Norwalk, Connecticut: EastBridge. (Byakko:auf Relevanz zu prüfen.)
  • Verschuer, Charlotte von (2006). Across the Perilous Sea : Japanese trade with China and Korea from the seventh to the sixteenth centuries. Ithaca, New York: Cornell Univ. (Byakko: auf Relevanz zu überprüfen.)


Titel: From Jimmu Tenno to Perry Sea Power in Early Japanese History ISBN / ISSN: ISSN: 0002-8762 ; DOI: 10.2307/1843074 Herkunft: The American Historical Review, 1945, Vol.51(1), p.1 [Peer Reviewed Journal] Quelle: University of Chicago Press Journals

Wakô

  • Arano, Yasunori 荒野 泰典 (2010). Wakô to "Nihon Kokuô" 倭寇と「日本国王」. Tôkyô: Yoshikawa Kōbunkan.
  • Hazard, Benjamin H. (1967). „The Formative Years of The Wakō, 1223-63.“ Monumenta Nipponica 22/3-4, S. 260–277. (Exzerpt.)
  • Ishihara, Michihiro 石原 道博 (1964). Wakô 倭寇. Tôkyô: Yoshikawa Kōbunkan.
  • Shapinsky, Peter D. (2014). Lords of the sea: Pirates, violence, and commerce in late medieval Japan. Ann Arbor, Michigan: The Univ. of Michigan. (Exzerpt.)
  • Watabe, Kojun (1975). „The Wako-dojin of the Tendai School.“ Journal of Indian and Buddhist Studies (Indogaku Bukkyogaku Kenkyu) 24/1, S. 300–303.
  • Yoshinari, Naoki 吉成 直樹 und Hiromi Fuku (2006). Ryūkyū Ōkoku to wakō: Omoro no kataru rekishi 琉球王国と倭寇 : おもろの語る歴史. Tôkyô: Shinwasha.

Hachiman

  • Kanda, Christine Guth (1985). Shinzō: Hachiman Imagery and its Development. Cambridge, Massachussets u.a.: Harvard University Press. (Rezension.)
  • Nakano, Hayatoshi 中野幡能 (1976). Hachiman shinkōshi no kenkyū 八幡信仰史の研究. Tōkyō: Yoshikawa Kōbunkan.
  • Nakano, Hatayoshi 中野 幡能 (1983). Hachiman shinkō 八幡信仰. Tôkyô: Yūzankaku Shuppan.
  • Nakano, Hayatoshi 中野幡能 (1998). Hachiman shinkō to shugendō 八幡信仰と修験道. Tokyo: Yoshikawa Kōbunkan.


Kûkai & Saichô

  • Abé, Ryûichi (1995). „Saichō and Kūkai: A Conflict of Interpretations.“ Peer Reviewed Journal 22(1/2), S. 103–137.
  • Green, Ronald Steve (2003). Kūkai - founder of Japanese Shingon Buddhism : portraits of his life. Ann Arbor, Michigan: UMI Diss. Services.
  • Kawasaki, Tsuneyuki 川崎 庸之 (1975). Kûkai 空海. Tôkyô: Iwanami Shoten.
  • Nakajima, Ryoichi (1985). „Kukai as a Herbalist.“ Journal of Indian and Buddhis Studies (Indogaku bukkyogaku kenkyu) 33(2), S. 627–630.
  • Tamura, Kôyû 田村 晃祐 (1988). Saichô 最澄. Tôkyô: Yoshikawa Kōbunkan.
  • Umehara, Takeshi 梅原 猛 (2005). Saichô to Kûkai: Nihonjin no kokoro no furusato 最澄と空海 日本人の心のふるさと. Tôkyô: Shôgakkan.


Titel: Kōbō Daishi Kūkai and Shingon Buddhism Ort, Verlag: Kōyasan : Research Institute of Esoteric Buddhist Culture, Kōyasan Univ. Erscheinungsjahr:1990

Jingû Kôgô, Ôjin Tennô

  • Anderson, Richard W. (2002). „Jingū Kōgō Ema in Southwestern Japan: Reflections and Anticipations of the Seikanron Debate in the Late Tokugawa and Early Meiji Period.“ Asian Ethnology 61(2), S. 247–270.
  • Okamoto, Kenji 岡本 堅次 (1959). Jingū Kōgō 神功皇后. Tōkyō: Yoshikawa Kōbunkan.