Fukurokuju

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Gottheit oder numinose Erscheinung
Name Fukurokuju 福禄寿
Rel. Zugehörigkeiten Daoismus
Herkunft China
Ikonographie Turmschädel, gebückter Gang und weißer Bart
Attribute, Begleiter Schildkröte, Kranich und Gehstock
Funktion, Wirkkraft Reichtum und langes Leben
Bemerkung Teil der Shichi Fukujin 七福神
Fukurokuju.jpg

Fukurokuju 福禄寿 ist einer der Sieben Glücksgötter 七福神 Japans und steht für Reichtum und langes Leben. Oftmals wird er mit Schildkröten und Kraniche in Verbindung gebracht, sowie mit einem Gehstock dargestellt. Im Gegensatz zu den restlichen Glücksgöttern, wird Fukurokuju als alter Mann dargestellt. Sein Turmschädel und gebückter Gang sind ebenfalls sehr auffallend.

Ursprung

Statue der chinesischen Figur des Shou Sternes 壽

Fukurokuju entstand, ebenso wie Jurōjin, sehr wahrscheinlich aus dem daoistischen Kult um jusei 寿星, den südlichen Polarstern (Canopus), der in China als Stern des Glücks bzw. langen Lebens verehrt wird.[1]

Der Südpolarstern (Canopus) ist der hellste Stern im Sternbild „Kiel des Schiffs“ und bildet den astronomischen Südpol (an dem die Erdachse den Himmel „durchstößt“) des nächtlichen Sternenhimmels der südlichen Hemisphäre. Daher ist er von Mitteleuropa oder Japan aus nicht zu sehen. „Alpha Carinae“, eine weitere Bezeichnung des Sterns setzt sich aus Alpha (α des griechischen Alphabets) und Carinae (lat. „der Schiffskiel“) zusammen.[2]

In Europa wurde der Stern nach einem Steuermann in Diensten des mythischen Königs Menelaos benannt. Dieser Admiral, dessen lateinischer Name Canopus lautet, brachte Isis und Osiris nach Indien. Als er bei einem tragischen Unfall ums Leben kam, brachte man in nach Per-Geuti, dem heutigen Abukir, und begrub ihn. Seitdem wird er in Gestalt eines Kruges verehrt. Desweiteren heißt es, dass die Griechen auch eine Stadt in Ägypten nach ihm benannt haben.[3] Als er später mit Osiris verschmolz und als Krug mit menschlichem Kopf dargestellt wurde, benannte man derartige Gefäße und Darstellungen als Kanopen.[4] Über die genaue Herkunft gibt es jedoch verschiedene Theorien.

Miyata Noboru 宮田登 setzt in Shichifukujin' nanatsu no kīwādo die Entstehung des Fukurokuju-Vorgängers im China der Song-Dynastie (960−1279) an. Der aus China stammende jusei 寿星 wird in Japan als Jurōjin übernommen. Es gibt jedoch auch Darstellungen als alter Mann mit ungewöhnlich langem Kopf, einem langen grauen Bart und gebückten Rücken, welche in Japan aber als Fukurokuju bezeichnet wird. Es kommt also zur Trennung einer chin. Figur in zwei japanische.

Fukurokuju ist kein Eigenname, sondern die Bezeichung für das Ideal von fuku 福, roku 禄 und ju 寿 aus dem Daoismus:

  • Glücklich sein und mit Nachwuchs gesegnet sein.
  • Mit Geld gesegnet sein.
  • Ein langes Leben.

Auch Kurt Ehrich sieht die, aus Fu 福, Lu 祿 und Shou 壽 bestehende, daoistische Götter-Triade der drei Sterne des Glücks, Reichtums/Einkünfte und langen Lebens als „Basisgötter“ Fukurokujus an. Gleichzeitig wird er aber auch mit Laozi und der chinesischen taoistischen Gestalt des Tung-fang Shou (jap. Tōbōsaku Sennin 東方朔仙人) in Verbindung gebracht.

Tōbōsaku

Tōbōsaku Sennin 東方朔仙人 mit Pfirsich in der Hand.

Tōbōsaku soll vor über 2000 Jahren am chinesischen Hof des Kaisers Han Wudi (156−87 v. Chr.) als Berater und Minister agiert haben. Auf Grund des Studiums der daoistischen Schriften, der Magie und der Alchemie, wird den sennin zu dieser Zeit nachgesagt, dass sie Elixiere brauen könnten, mit welche man unsterblich werde. Durch seinen Einfluss habe, zu dieser Zeit, Magie eine größere Rolle im Daoismus gespielt.

Einer Legende nach kommt eines Tages ein grüner Sperling an das Fenster des Kaisers geflogen, was Tōbōsaku als Zeichen für die Ankunft der Göttin Xiwangmu 西王母[5] (jap. Seiōbo) deutet. Kurze Zeit später erscheint diese auch und bringt sieben Pfirsiche aus ihrem Feengarten mit. Sie bittet Tōbōsaku auf ihre Pfirsiche aufzupassen, was dieser ausnützt und drei isst, worauf er 3000 Jahre alt wird.[6]

Eine andere Version erzählt davon, wie sie mit dem Kaiser zwei der sieben mitgebrachten Pfirsiche, die Unsterblichkeit verleihen, verspeist. In diesem Moment schleicht Tōbōsaku durch das Fenster und isst drei der Pfirsiche, woraufhin er 9000 Jahre alt wird. Es gibt auch noch eine dritte, möglicherweise sogar ältere, Variante, in der Tōbōsaku in den Garten der Göttin einbricht und Pfirsiche stahl.

Darstellung

Allein durch seine Anwesenheit als darstellende Erscheinung soll er eine positive Wirkung auf die Menschen haben. Ehrich zählt folgende Charakteristika auf:

  • Turmschädel; für die Erklärung gibt es mehrere Theorien:
  • Da er stets den Menschen helfen will, denkt er ununterbrochen darüber nach, wie er sie glücklich machen kann und sein Kopf schwellte an.
  • Da er unentwegt am lernen ist, hat sich sein Gehirn vergrößert und er stellt somit den Schutzgott der Menschen da, die fleissig studieren.
  • In seinem Kopf hat sich zurückgehaltenes Sperma angesammelt. In der daoistischen Medizing galten Teile des Kopfes als sexuelles Empfindungszentren. Dort soll, im „Meer des (Knochen−)Markes“ (chin. suihai 髓海), das Sperma des Mannes entstehen, welches Fukurokuju zurückhalten konnte. Das bedeutet, dass er beim Beischlaf zum Orgasmus kommen kann, ohne zu ejakulieren.
  • Götterohrläppchen kamigami-jida 神々耳朶, welche für übernatürlich Weisheit, Güte und Heiligkeit stehen.
  • Pfirsich, ein Symbol für langes Leben und Unsterblichkeit.
  • Blattfächer; Kraft, Macht und Schutz vor Gewalt.
  • Stab, der auch knorrig sein kann.
  • Eine Art Schrift, entweder in Form eines Buches oder Schriftrolle. Dies kann entweder zum einen für die Weisheit Fukurokujus gelten, wird aber auch mit den Menschen assoziiert. Auf diesem Schriftstück können nämlich auch die Namen aller Menschen und ihr Lebensalter stehen.
  • Zepter:
    Glücks-Wunschzepter/Priesterstab (nyoi 如意)
  • Chinesisches Zepter ruyi 如意; gilt in China als Glücks− und Wunschzepter, wird bei Geburtstagen, Hochzeiten oder als Geschenk verwendet.
  • Japanisches Zepter nyoi 如意; In Japan wird es zum einen ebenfalls als Glückszepter angesehen, aber auch mit buddhistischen Priestern assoziiert. Somit kann es laut Ehrich auch als Sinnbild für die Macht des buddhistischen Glaubens angesehen werden.
  • Kranich; Weisheit und langes Leben. Symbolisiert den Geist des Universums und ist das Reittier der sennin.
  • Schildkröte; Minogame 蓑亀 soll über tausend Jahre alt sein. Auf Grund ihres Alters hat sich bereits Moos auf ihrem Rücken angesammelt und Seegras wächst auf ihr.[7]
  • Hirsch; Einkünfte, Reichtum und langes Leben.
  • Ein heiliges, rundes Juwel, bzw. heilige Schatzkugel nyoi hōju 如意宝珠; Soll jeden Wunsch erfüllen und das Herz Buddhas darstellen. Auch hōju no tama 宝珠の玉 genannt.[8]

Seltener wird er auch mit einer Kürbisflasche oder einem shamisen 三味線[9] dargestellt. In chinesischen Darstellungen lassen sich auch Fledermäuse[10] und ein Beamtenhut[11] finden.

Verweise

Anmerkungen

  1. 南極老人星, wtl. „Südpolarstern des Alten“
  2. s. Canopus
  3. Bonnet 2000, S. 368−370
  4. Reisner 1899 S. 61-72
  5. Die „Königsmutter aus dem Westen“, siehe auch Darstellung bei Kannon
  6. Im Text ist nicht ganz klar, ob er schlagartig 3000 Jahre alt wurde und/oder 3000 Jahre lebte.
  7. The Turtle Cove
  8. kommt auch auf dem Mandala des Tenkawa Benzai-ten vor
  9. s. Shamisen
  10. Zeichen des Glücks
  11. steht für beruflichen Aufstieg

Quellen

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Bildergalerie

Fukurokuju im Fokus

Mit anderen Figuren

Verkleidung des Kopfes
Votivbild
Sieben Glücksgötter - Steinstatuen

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