Iwashimizu Hachiman-gū

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Religiöses Bauwerk oder Anlage
Name Iwashimizu Hachiman-gū 岩清水八幡宮
Funktion Schrein (Shinto)
Ort Otokoyama, Yawata-shi, Präfektur Kyoto
Sonstige Namen Otokoyama Hachiman-gū 男山八幡宮
Gründung Gegr. 860
Gottheiten Hachiman (Homuda Wake, Okinaga Tarashi, Himegami)
Architekturstil hachiman zukuri
Bemerkung Zweitältester der drei Hauptschreine des Hachiman-Glaubens
Iwashimizu.jpg

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Die Geschichte des Schreins

Präfektur Kyoto, hervorgehoben mit Yawata-shi, Region des Iwashimizu Schreins

Als Gründer des Schreins gilt ein buddhistischer Mönch namens Gyōkō, von dem nur wenig bekannt ist. Er stammte aus der Adelsfamilie der Ki und wurde im Daian-ji in Nara ausgebildet. 858 wurde er auf Vorschlag des Shingon Mönchs Shinga (ein Bruder Kūkais 空海) von Fujiwara no Yoshifusa nach Usa entsandt, um dort für die Thronfolge von Yoshifusas Enkel zu beten. Als sich dieser Wunsch im gleichen Jahr verwirklichte, begab er sich im folgenden Jahr ein weiteres Mal für 90 Tage nach Usa. Dort erhielt er von Hachiman ein Orakel, ihn auf dem Berg Otokoyama als Schutzgott der Hauptstadt zu installieren. Gyōkō begab sich daraufhin zu diesem Berg im Südwesten Kyotos und veranstaltete eine Einladungunszeremonien (kanjō) für Hachiman. Die Wahl dieses Ortes wurde auch durch den Kindkaiser Seiwa bestätigt, der in einem Traum violette Wolken aus dem Otokoyama aufsteigen sah.

Der Legende nach leuchtet damals ein Licht, hell wie Mond und Sterne zugleich, in der südwestlichen Region der Provinz Yamashiro auf. Von dieser Erscheinung überwältigt verehrte Gyōkyō Hachiman umso mehr und betete 3 Tage und Nächte ohne Unterbrechung zu ihm. Danach setzte er den Platz, an dem der Schrein errichtet werden sollte, genau fest und baute sich selbst eine „Grashütte“, um einige Zeit darin zu leben und zu Hachiman zu beten. Als diese Geschehnisse am Hof bekannt wurden, waren auch der Kaiser und die Adeligen des Hofes sehr von Hachiman beeindruckt und begannen diesen umso stärker zu verehren. 860 erfolgte dann die Errichtung fester Bauten auf kaiserlichen Befehl.

Die historischen Hintergründe für die Errichtung des Iwashimizu-Schreins am Otokoyama waren wohl auch seine strategisch günstige Lage an der Route zur Hafenstadt Naniwa (Osaka). Zum anderen befand sich am Otokoyama bereits ein Tempel der alten und einflussreichen Ki Familie, der auch der Mönch Gyōkyō angehörte. Es war dies der Iwashimizudera, der Landesschutztempel (kokubunji) der Provinz Yamashiro, der im Jahr 863 zum Schreintempel des Iwashimizu-Schreins wurde. (Im gleichen Jahr erhielt Gyōkyō den buddhistischen Ehrentitel Dentō Daihōshi 伝燈大法師). Die Ki Familie war Anfang der Heian-Zeit ein ernsthafter Konkurrent der Fujiwara im Kampf um die Vorherrschaft bei Hof, wurde aber unter Yoshifusa sukzessive entmachtet (der älteste Bruder des Seiwa Tenno, im Grunde der natürlichste Thronanwärter, entstammt mütterlicherseits den Ki). Möglicherweise ist die Überantwortung des Hachiman Kults als religiöse Kompensation anzusehen. Jedenfalls blieben die Nachkommen Gyōkyōs über viele Jahrhunderte hinweg alleinige Hauptpriester und Verwalter des Iwashimizu Hachiman-gū.

Der Iwashimizu Hachiman-gū ist dem Kaiser Ōjin 応神天皇, seiner Gemahlin Hime no Okami und seiner Mutter, Kaiserin Jingū 神功皇后 (169-269), gewidmet. Außerdem wurden dort später auch Statuen der Amida-Triade (Amida Buddha und seine Begleiter Kannon und Seishi) aufgestellt, da sie Gyōkyō angeblich erschienen, während er zu Hachiman betete.

Angefangen von Kaiser Kōnin (r. 770-781) wurde bei jeder Thronbesteigung eines neuen Kaisers der Usa Hachiman-gū benachrichtigt. Ab 897 wurde dann auch der Iwashimizu-Schrein benachrichtigt, wodurch er in seinem Ansehen und seiner Bekanntheit beträchtlich stieg. Durch seine Assoziation mit Ōjin Tennō galt er ab Mitte der Heian-Zeit auch als Ahnenhalle des Kaiserhauses und stand in seinem Rang nur noch hinter dem Ise-Schrein zurück.

Wichtige Ereignisse

  • Im Jahr 865 wurde Tsunenori, ein Nachfahre von Wake no Kiyomaro, mit einem Schild, einem Speer, einem Sattel und einer Schrift, in der der Kaiser um den Schutz des Reiches bat, zum Iwashimizu Schrein geschickt.
  • Im Jahr 876 befahl Seiwa Tennō der Yamashiro Provinz fortan jährlich 32 koku (ca. 150kg) Reis an den Iwashimizu Schrein zu spenden, um weiterhin den Schutz des Hachiman zu garantieren.
  • Im Jahr 886 kamen aus dem Iwashimizu-Schrein über mehrere Stunden hinweg Töne wie vom Schlagen einer Trommel und im südöstlich Pavillon erschallte das Getöse von Sturm und Wellen. Damit soll Hachiman versucht haben, vor einem bevorstehenden Krieg zu warnen.
  • Nachdem die Rebellionen von Taira no Masakado im Jahr 940 und von Fujiwara Sumitomo im Jahr 941 mit Hachimans Hilfe niedergeschlagen werden konnten, wurde im Jahr 942 erstmals das außerordentliche Iwashimizu-Fest begangen, das ab dem Jahr 971 neben dem hōjō-e zu einem festen Bestandteil der Schreinfeste wurde und seitdem jedes Jahr am 15. November stattfindet.
  • Im Jahr 966 wurde dem Iwashimizu-Schrein das Daihannya-kyo (Sutra der großen Weisheit) von den Adligen des Hofes dargeboten. Es wurden 60 buddhistische Priester eingeladen und ein kaiserlicher Bote wurde zu einem Tempel geschickt. Um welchen Tempel es sich dabei handelte ist unbekannt, aber es ist erwiesen, dass nach dieser Zeremonie der Iwashimizu-Schrein sehr viel mehr Erwähnung findet als davor, besonders im Zusammenhang mit dem hōjō-e.
  • Minamoto no Yoshiie feierte im Jahr 1048 seine Zeremonie des Erwachsenwerdens (genpuku) im Iwashimizu-Schrein und bekam möglicherweise deshalb den Beinamen Hachiman-tarō. Aus diesem Grund und weil Yoshiie ein sehr erfolgreicher und geachteter Krieger war, wurde der Hachiman des Iwashimizu-Schreins von vielen Samurai auch als Kriegs- und Ahnengottheit der Minamoto-Familie verehrt.
  • Während der Muromachi-Zeit wurde der Schrein oft von shōgunen besucht, da die Mutter des dritten shōguns, Ashikaga Yoshimitsu, aus der Ki-Familie stammte. Außerdem wurde der sechste shōgun in diesem Schrein durch das Los zum neuen shōgun bestimmt.
  • Zu den Besitzungen des Schreins zählen auch ausgedehnte Bambushaine, die besonders wertvollen Bambus produzieren. Nach langem Suchen fand Thomas Edison in diesem Bambus das erste Material, das sich als Glühfaden seiner elektrischen Glühbirnen verwerten ließ. Die ersten Glühbirnen wurden daher mit Iwashimizu Bambus hergestellt. Der Schrein erinnert an diese Begebenheit in Form von Votivtafeln (ema), die Edisons Portrait tragen (s. Bernhard Scheid, Religion-in-Japan Ema — Ansichtskarten für die Götter).

Architektur und Kunstgegenstände

Eingang zum inneren Bereich des Iwashimizu-Schreins

Der Schrein wurde wie der Usa Hachiman-gū im Hachiman-zukuri-Stil gebaut. Der Hauptschrein besteht aus 3 einzelnen Gebäuden. Vor dem Schrein ist ein äußerer Schrein derselben Größe, der von Korridoren umgeben ist. Die heute sichtbare Anlage wurde vom dritten shōgun der Edo-Zeit, Tokugawa Iemitsu, errichtet.

Zwischen der Haupthalle und der äußeren Halle befindet sich eine goldene Wanne, die von Oda Nobunaga gespendet wurde. Außerdem gibt es eine 6 Meter hohe, 5-stöckige Steinpagode, die nahe dem Kora-Schrein, einem Nebenschrein des Iwashimizu Hachiman-gū, steht. Sie ist die höchste in ganz Japan und gilt, ebenso wie eine Steinlaterne aus dem Jahr 1295, als „wichtiges Kulturgut“.

Verweise



Dieser Artikel wurde ursprünglich für das Schwesterprojekt Hachiman-no-pedia verfasst.