Izumo Schrein

Aus Kamigraphie
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Religiöses Bauwerk oder Anlage
Name Izumo-taisha 出雲大社
Funktion Schrein (Shinto)
Ort Izumo, Präfektur Shimane
Sonstige Namen Izumo no Ōyashiro, Großschrein von Kizuki 杵築
Gottheiten Ōkuninushi
Bemerkung Einer der chokushi sankō no jinja 勅使参向の神社
Izumo-taisha.jpg

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Der Izumo-taisha (jap. 出雲大社; offizieller Name: Izumo no Ōyashiro, wtl. „Groß-Schrein von Izumo“) gehört zu den ältesten und bedeutendsten Shintō-Schreinen Japans. Er befindet sich im Stadtteil Taisha der Stadt Izumo in der Präfektur Shimane. Als Hauptgott wir Ōkuninushi 大国主 verehrt.

Izumo fudoki

Laut Izumo fudoki 出雲風土記 (733) befindet sich der Schrein im Distrikt Izumo, nach dem auch die Provinz benannt ist. Der Distrikt liegt nördlich des ehemaligen Mündungsdeltas des Hinogawa im Osten der Provinz. Abgesehen vom Izumo-Schrein gibt es hier laut Fudoki hier wesentlich mehr Schreine als in allen anderen Distrikten. Man kann diese Region daher als das religiöse Zentrum der Provinz ansehen, politisch dominiert dagegen der Distrikt Ou im Osten Izumos.

Der Izumo-Schrein wird auch als Großschrein von Kizuki 杵築 [1] bezeichnet. Daneben nennt das Fudoki nur noch einen "Großschrein", nämlich den Großschrein von Kumano in Ou.

Die ökonomische Basis des Izumo-Schreins stellen mehrere Schreinhaushalte dar, die sich in mehreren Distrikten der Provinz finden. Für den Kumano-Schrein gibt es dagegen nur in Ou ein Dorf mit Schreinhaushalten.

Im Bericht zum Distrikt Tatenui findet sich auch eine Gründungslegende des Izumo-Schreins. Demnach wurde dieser aufgrund folgenden Befehls des Kami musubi errichtet:

Go and respectfully build a shrine for the Lord of the Great Land [Ōkuninushi] in the likeness of my present residence. My residence, the Grand Ameno Hisumi Palace, was constructed of thousands and thousands of yards of strong rope tied to the beams and pillars of the building. The ends of the rope were left hanging beautifully from the roof tree. Now, take the measurement of this palace, and build one exactly like it for him. [2]

Eine Parallelstelle zu diesem Zitat gibt es im Nihon shoki, hier spricht allerdings Takami musubi 高御産巣日 zu Ōnamuchi:

Let the public matters which thou hast charge of be conducted by my grandchild, and do thou rule divine affairs. Moreover, if thou wilt dwell in the palace of Ama no Hi-sumi, I will now build it for thee. I will take a thousand fathom rope of the (bark of the) paper mulberry, and tie it in 18o knots. As to the dimensions of the building of the palace, its pillars shall be high and massy, and its planks broad and thick. I will cultivate thy rice-fields for thee, and, for thy provision when thou goest to take pleasure on the sea, I will make for thee a high bridge, a floating bridge, and also a Heavenly bird-boat. Moreover, on the Tranquil River of Heaven I will make a flying-bridge. I will also make for thee white shields of 180 seams, and Ame no Ho-hi no mikoto shall be the president of the festivals in thy honour. [3]

Ame no Hisumi, wtl. der Palast in der "Sonnenecke des Himmels", ist also einmal Vorbild für die Residenz des Ōkuninushi/Ōnamuchi, einmal die Residenz selbst.

Eine etwas abweichende Version aus dem Distrikt Izumo besagt, dass die Götter unmittelbar nach dem "land-pulling" (kunihiki) des Gottes Omizunu 八束水臣津野命 die Erde stampften, um den Schrein zu errichten. "Kizuki" soll "Stampfen der Erde" bedeuten. [4]

Die Bedeutung des Izumo-Schreins lässt sich auch aus anderen Stellen in Kojiki 古事記 (712) und Nihon shoki 日本書紀 (720) erkennen.

Siehe auch: Acht-Klafter-Halle

Architektur

Izumo taisha1.jpg

Das auffallendste Kennzeichen des Izumo-taisha sind seine großen Abmessungen. Heute ist er 8 jo (fast 24m) hoch, wenn man ihn bis zu den Spitzen des gabelförmigen Aufsatzes, welche auf beiden Enden des Dachfirsten sitzen, abmisst. Laut Überlieferungen soll der Schrein früher etwa 48m hoch gewesen sein. In den alten Mythen wird erwähnt, dass ein Palast bis 100m für Ōkuninushi gebaut wurde. Jedoch ist dies übertrieben und unmöglich, wenn man sich die Techniken der damaligen Zeit ansieht. Es gibt einen Bericht aus der Heian-Zeit (10. Jhd.), laut welchem der Izumo Schrein höher war als die damalige Halle der Großen Buddha von Nara, nämlich 16 jo ( = 48m). Archäologische Funde, wie Stümpfe von riesigen Holzpfeilern, zeigen, dass jene Angaben passen könnten. Wegen seiner Größe stürzte der Izumo Taisha während der zwei Jahrhunderte, von der mittleren Heian-Zeit bis Beginn der Kamakura-Zeit sieben Mal ein. Bei jedem Neubau, wurde er immer kleiner gebaut. Die Treppe, welche hinauf führt, ist etwa 109m lang. Die Säulen in der Mitte werden „uzubashira“ genannt. Sie sind dicker und stabiler, als die Restlichen. Der heutige Schrein wurde 1744 erbaut und seit dem drei Mal restauriert. Wann der Schrein zum ersten mal erbaut wurde ist unbekannt. Laut den ältesten japanischen Schriften, das Kojiki und das Nihongi, geht das Bau-Datum des ursprünglichen Schreins in das mythische Kami-Zeitalter zurück. Trotz vieler Veränderungen hat der Schrein von Izumo im Grundriss ursprüngliche Züge bewahrt. Bei dem Bauwerk handelt es sich um ein repräsentatives Bauwerk, da es aus der Palastarchitektur hervor geht. Der Schrein war ja ursprünglich keiner, sondern Palast Ameno Hisume, Wohnsitz der Ōkuninushi no mikoto.

Volksglaube

Der Monat Oktober, in dem sich die Kami in Izumo versammeln, heißt dort kami-ari-zuki (wtl. „Monat, in dem die Götter da sind“). Im restlichen Teil des Landes wird dieser Monat kami-nashi-zuki (wtl. „Monat ohne Götter“) genannt. Heute wird zwei Mal jährlich im Izumo-taisha ein Karasadematsuri (wtl. „Aufbruch der Kami“) genanntes Ritual gefeiert: 17. Oktober „Aufbruch aus dem Taisha“ 26. Oktober „Aufbruch aus der Provinz Izumo“ Izawa Nagahide hat sich in seinem 1715 veröffentlichten Buch Koeki zokusetsuben, welches sich mit dem Volksglauben befasst, dass unter den Frauen erzählt wird, dass sich im Oktober die Götter im Schrein von Izumo versammeln und bestimmen, welcher Mann welche Frau heiraten soll.

Verweise

Anmerkungen

  1. Aoki:125** Welcher Aoki?
  2. Aoki:116
  3. Aston 1:80** Welcher Aston?
  4. Aoki:123

Quellen

  • Ōbayashi, Taryō und Yoshio Watanabe (1982). Ise und Izumo: Die Schreine des Shintoismus. Freiburg: Herder.



Dieser Artikel wurde ursprünglich für das Schwesterprojekt Fudokipedia verfasst.