Kasuga mandara

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Kasuga mandara

Kasuga mandara 曼荼羅 sind besondere Formen von Schrein-Mandalas, die den Kasuga-Schrein in Nara betreffen.

Ein Mandala kann als eine kosmische Karte angesehen werden, die die Beziehung der einzelnen aktiven Kräfte innerhalb eines heiligen Territoriums oder Mikrokosmus mit Hilfe von Figuren oder Symbolen darstellt. [1] Ab dem frühen 11. Jahrhundert wurde der Terminus „mandara“ in Japan zunächst für paradiesische Reine Länder darstellende religiöse Malereien verwendet, später aber auch auf eher naturalistische Darstellungen von Schreinen und Kami erweitert, wodurch der japanische Begriff „mandara“ nicht deckungsgleich mit dem Mandalabegriff in anderen asiatischen Ländern ist. [2]

Die erste Erwähnung eines Kasuga mandara findet sich im Tagebuch des Kujō Kanezawe (九条兼実 1149-1207), dem Gyokuyō 玉葉, in welchem dieser am 16.5.1186 vom Erhalt einer Darstellung des Kasuga-Schreins, wahrscheinlich eines miya mandara, spricht, vor dem er am nächsten Tag religiösen Handlungen nachgeht. Durch die Präsenz eines mandara konnte somit den Kami gehuldigt werden, ohne zum Kasuga-Schrein pilgern zu müssen. [3] Sie dienten wahrscheinlich auch der Medititation und für gedankliche Pilgerreisen. [4] Des weiteren wurden sie im Kōfukuji während wichtiger Zeremonien als Zeichen der Schutzfunktion des Schreines für den Tempel aufgehängt. [5]

Typologie

Das Genre des Kasuga mandara wird üblicherweise in drei unterschiedliche Typen gegliedert:

  1. erstens die Shika mandara 鹿曼荼羅, welche das heilige Tier von Kasuga, den Hirschen, darstellen, wobei unter diesen Typus auch die Kashimadachi mandara 鹿嶋立曼荼羅 fallen, welche die Reise von Takemikazuchi von Kashima nach Kasuga zum Thema haben;
  2. zweitens die miya mandara 宮曼荼羅, welche den Schrein von Kasuga und die umliegende Landschaft zeigen, wobei im Falle der Darstellung des Kasuga-taisha und des Kōfukuji von einem shaji mandara 社寺曼荼羅 und im Falle der Einnahme von mehr Platz durch den Tempel von einem Kōfukuji mandara 興福寺曼荼羅 gesprochen wird;
  3. drittens die honji suijaku mandara 本地垂迹曼荼羅, bei denen wiederum unterschieden wird, ob sowohl die Kami als auch ihre honjibutsu (honjaku mandara 本迹曼荼羅) oder nur die honjibutsu (honjibutsu mandara 本地仏曼荼羅) oder aber nur die Kami (suijaku mandara 垂迹曼荼羅) dargestellt werden. [6]

Erstaunlicherweise werden Kasuga myōgō mandara 春日名号曼荼羅 in keiner der beiden herangezogenen Quellen als eigener Typus genannt, obwohl sie weder zu einer der vorhergehenden Kategorien gezählt noch aus dem Genre des Kasuga mandara augeschlossen werden können.

Shika mandara und Kashimadachi mandara

Der Typus des shika mandara (Abb. 1-7) stellt in seinem Zentrum den heiligen Hirsch und das Symbol des Kasuga-Kultes dar. Der Hirsch ist nicht nur jenes Tier, auf dem der erste Kami des Schreines, Takemikazuchi, von Kashima nach Kasuga ritt, sondern auch Symbol für Ame-no-Koyane als Kami der Spatulomantie, der Divination mittels der Schulterblätter von Hirschen. Lt. Tyler (1992:67) stellt er weiter den Boten der Kami bzw. der Entität Kasuga Daimyōjin dar. Die Bedeutung des Hirsches für Kasuga ist hierbei nicht nur in dessen Kunst zu erkennen sondern auch daran, dass im Jahre 1060 der Kōfukuji das Töten von Tieren und insbesondere von Hirschen auf dem Gebiet des Tempel-Schrein-Komplexes verbot und bereits in der Kamakura-Zeit kam der Terminus des heiligen Hirsches (shinroku 神鹿) auf. [7] Schließlich kann auch eine Verbindung des Hirsches mit dem Wildpark in Sarnath (Sārnātha सारनाथ) gesehen werden, in welchem der historische Buddha seine erste Predigt hielt und als dessen japanisches Pendant Kasuga häufig verstanden wurde.[8]

Der Hirsch auf den Kasuga shika mandara steht entweder nach rechts (Abb. 3-5, 7) oder nach links (Abb. 1, 2, 6) gerichtet, wobei sein Kopf immer zurück in die Mitte blickt. Am häufigsten wird er mit weißem Fell dargestellt (Abb. 1, 4, 6-7), da in der chinesichen Mythologie ein Hirsch, der über tausend Jahre alt war, weiß und magisch wurde. [9] In allen Representationen steht der Hirsch abgehoben von der Landschaft auf einem Wirbel aus Wolken und trägt einen schön dekorierten Sattel.

Auf dem Sattel des Hirsches findet sich üblicherweise ein sakaki-Ast. Der sakaki (榊, lat.: cleyera japonica) ist ein immergrüner kleiner Busch, der der heilige Baum in Kasuga war und wurde in der Moderne zu einem allgemeinen Symbol der Kami-Verehrung. Eine große goldene Scheibe wird durch den sakaki gehalten, wobei sich häufig um den sakaki-Ast eine Glyzinie (fuji 藤) windet (Abb. 1-2, 6-7). Die Glyzinie stellt hierbei eine Referenz zur Fujiwara-Familie dar, da Fujiwara mit „Glyzinienebene“ zu übersetzen ist, könnte allerdings auch als Anspielung auf die Ujigami der Fujiwara gedeutet werden. [10]

Die goldene Scheibe kann zunächst als Spiegel gedeutet werden, der nicht nur als häufigster shintai 神体 für Kami verwendet wurde, sondern auch einen Bezug zu Ame-no-Koyane in der Episode des Herauslockens von Amaterasu aus der Felsenhöhle machen könnte. Als Symbol ist der Spiegel häufig mit dem Mond oder der Sonne gleichzusetzen, wobei die Sonne auf Amaterasu oder aber auf die wörtliche Bedeutung der Kanji von Kasuga 春 und 日, somit „Frühlingssonne“, anspielen könnte. [11]
Der Mond wiederum scheint in der gesamten Kunst um Kasuga eine herausragende Rolle zu spielen, da vor allem in der Literatur und Lyrik das Scheinen des Mondes über dem Berge Mikasa ein häufig wiederkehrendes Motiv darstellt und als Zeichen von Kasuga Daimyōjin gedeutet werden kann. [12] Allerdings muss die Gleichsetzung von Spiegel mit Mond oder Sonne in einigen der vorliegenden Shika mandara negiert werden, da in Abbildung 1, 3, 4 und 6 eine Sonne oder ein Mond hinter dem Berg Mikasa aufgeht. In Abbildung 5 ist dieser auf Grund seiner Sichelform sogar eindeutig als Mond zu identifizieren.

Somit stellt die goldene Scheibe wohl primär einen Spiegel und somit ein shintai für die Kami des Kasuga-Schreins und deren Präsenz innerhalb der dargestellten Landschaft dar, was auch durch die Darstellung der honjibutsu als Stellvertreter für die Kami innerhalb der Scheibe bei manchen der shika mandara (Abb. 1, 2, 4 und 6) erklären kann. Die honjibutsu sind hierbei entweder nach der geographischen Lage der einzelnen Schreine angeordnet oder aber mit einem zentralen honjibutsu und den vier anderen um diesen herum angeordnet dargestellt. Lt. ten Grotenhuis (1999:158) handelt es sich hierbei meistens um Jūichimen Kannon, was allerdings bei den vorliegenden shika mandara nur in Abbildung 2 bewahrheitet wird, während in Abbildung 6 Shaka Nyorai im Zentrum zu sehen ist. Als Beispiel für ein shika mandara mit geographischer Annordnung sei Abbildung 1 zu nennen, in der von links unten nach rechts oben innerhalb der goldenen Scheibe Jūichimen Kannon für Himegame, Jizō Bosatsu für Ame-no-Koyane, Yakushi Nyorai für Futsunushi und Shaka Nyorai für Takemikazuchi dargestellt sind, was der Annordnung der vier Schreine von Westen nach Osten entspricht. Rechts unten in der Scheibe ist schließlich Monju als honjibutsu des Wakamiya zu sehen.

Im oberen Bereich ist schließlich der Berg Mikasa mit der dahinterliegenden Kasuga Bergkette als das topographische Charakteristikum von Kasuga und gleichzeitigem Ort der Kami dargestellt. Die restliche Landschaft ist bei den meisten shika mandara nicht detailgetreu der Topographie der Tobihino-Ebene von Kasuga entsprechend dargestellt. So ist der Bereich vor dem Berg Mikasa in Abb. 2, 4, 5 und 7 ohne jegliches Detail, in Abbildung 8 sind einige Bäume und ein Fluss dargestellt und Abbildung 1 zeigt im unteren Bereich der Ebene einen Teich, Bäume und etliche Hirsche. Nur Abbildung 6 zeigt im oberen Bereich der Ebene die Schreingebäude. Die besondere Heiligkeit des dargestellten Raumes, in welchem sich der heilige Hirsch und die Kami von Kasuga manifestieren, wird weiters in manchen shika mandara (Abb. 1 und 3) durch ein Holztor, torii (鳥居), betont, die als „indigenous markers of sacred space“ verstanden werden kann. [13]

Der Typus des Kashimadachi mandara (Abb. 8-9) schließlich stellt den Ritt von Takemikazuchi von Kashima nach Kasuga dar, wobei er teilweise auch von Futsunushi begleitet wird. Die von sakaki getragene goldene Scheibe, der reich verzierte Sattel, der Wolkenwirbel, auf dem der Hirsch steht, und der Berg Mikasa im Hintergrund (nur in Abb. 8) sind Elemente die bereits beim shika mandara angesprochen wurden. Im Kashimadachi mandara ist der Hirsch allerdings immer nach links ausgerichtet und schaut nicht zurück und hat einen Reiter nämlich Takemikazuchi (Abb. 8) oder im Falle zweier Hirsche begleitet von Futsunushi (Abb. 9). Dieser Typus des mandara beinhaltet somit einerseits die im shika mandara anzutreffenden Symbole des Kasuga-Kultes und der dort verehrten Kami, andererseits legt es einen Schwerpunkt auf die Legende der Schreinbegründung und betont hiermit auch die neue Identität der sich aus den Nakatomi entwickelten Fujiwara. Letzteres kann dadurch gesehen werden, dass in diesem Typus im rechten unteren Bereich zwei Priester, wahrscheinlich die Ahnen der Nakatomi, dargestellt sind. [14] Es könnte somit gesagt werden, dass in der Variante, in der Takemikazuchi und Futsunushi dargestellt werden, alle vier Kami des Kasuga-Schreines als einzelne Entitäten indiziert werden, da die beiden Priester auch als Symbol für die beiden Ahnengottheiten der Nakatomi und somit für Ame-no-Koyane und Himegame gedeutet werden könnten.

Kasuga miya mandara

Der Typus des miya mandara (Abb. 10-14) wirkt auf den ersten Blick wie eine Landschaftsmalerei, allerdings gibt lt. Tyler (1992: 39) gerade die religiöse Bedeutung von gewissen Landschaften diesen Bildern ihren sakralen Charakter: „In Japanese religion in general, landscape has a large role, while in Shinto [sic!] the divine is embedded in landscape. In Shinto [sic!] the man-made is in constant dialogue with the natural, and the garden must allow wilderness. The miya mandara celebrates this meeting.” [15]

Die miya mandara stellen normalerweise den Kasuga-Schrein aus einer Vogelperspektive von Westen nach Osten blickend dar, wobei der Berg Mikasa an den oberen Bildrand rückt. Sie stellen ein topographisch korrektes Bild der Schreinumgebung dar, wobei am häufigsten der Bereich ab dem ersten torii dargestellt ist. Nach diesem finden sich zwei Pagoden (Abb. 10-11, 13-14), die zum Schrein gehörten, allerdings im 15. Jahrhundert abbrannten und nie wiederaufgebaut wurden, und ein kleiner Fluss. [16] Nach dem zweiten torii ist am Fuße des Berges Mikasa der Hauptschrein mit einigen Nebengebäuden zu sehen und bis auf Abbildung 12 rechts neben diesem leicht abgesetzt der Wakamiya-Schrein. Weiters ist in allen vorliegenden miya mandara ein Mond oder eine Sonne über bzw. hinter dem Berg Mikasa zu sehen, wobei Tyler (1990: 133f) diesen Himmelskörper zugleich als Mond und Sonne sieht und argumentiert: „The nonduality of sun and moon might suggest also that of kami (sun, Ise) and buddhas (moon, India); or of emperor (sun, sovereign) and Fujiwara (moon, minister)“. Japanische Zedern und blühende Kirschbäume füllen die Landschaft aus. [17] Teils ist die Landschaft mit goldenen Pigmenten akzentuiert (Abb. 10-12), die die Heiligkeit der Landschaft unterstreichen und an Reine Land Mandalas erinnern und Kasuga somit zu einer transzendenten Landschaft erheben.[18] Die Präsenz der Gottheiten des Kasuga-Kultes wird in manchen der miya mandara durch die Darstellung der honjibutsu der fünf Kami über dem Berg Mikasa verdeutlicht (Abb. 15, 18). In Abbildung 10 sind hierbei von links nach rechts Jūichimen Kannon, Jizō Bosatsu, Yakushi Nyorai, Fukūkensaku und Monju zu erkennen.

Abbildungen 15 und 16 stellen Kasuga shaji mandara dar. Bei diesen gilt für den oberen Teil des mandara, in welchem der Schrein dargestellt ist, das bereits für die miya mandara Gesagte. Im unteren Bereich wird der Kōfukuji dargestellt, allerdings nicht in seiner tatsächlichen Form, sondern vielmehr stehen an Stelle der einzelnen Gebäude, die darin verehrten Buddhas/Bodhisattvas.[19] Auch findet sich in allen Kasuga shaji mandara ein Perspektivenwechsel, da die Anordnung der Darstellung des Kōfukuji einer Süd-Nord-Perspektive folgt, während der Bereich des Schreines weiterhin aus einer West-Ost-Perspektive betrachtet wird.[20] Über dem Berg Mikasa sind wiederum die fünf honjibutsu abgebildet. Da in diesem Genre bereits innerhalb des unteren Teils die buddhistischen Gottheiten im Bereich des Kōfukuji dargestellt sind, liegt die Annahme nahe, dass die honjibutsu somit eindeutig auf die Kami des Schreines verweisen sollen. Ähnlich wie in dem von Oda (2011) analysierten Kasuga shaji mandara werden in Abbildung 20 mittels goldener Pigmentierung die sakralsten Stätten des mandara betont, nämlich die honjibutsu, der Hauptschrein und der Wakamiya-Schrein sowie der zu diesen führende Weg und die einzelnen buddhistischen Gottheiten des Kōfukuji.

Als Beispiel für ein Kōfukuji mandara sei schließlich Abbildung 17 genannt. In diesem Typus liegt das Hauptaugenmerk auf dem Tempel, weshalb eine eingehende Analyse auch nicht erfolgen soll. Hervorgehoben soll nur werden, dass es der einzige Typus des Kasuga mandara ist, in welchem dem Berg Mikasa keine zentrale Rolle als das zentrale oberste Element innerhalb des mandara zukommt, sondern dieser vielmehr einschließlich der vier Hauptschreine in das linke obere Eck versetzt wurde.

Kasuga honji suijaku mandara

Der Typus des Kasuga honji suijaku mandara bezieht sich auf mandara, die sowohl die einzelnen Kami des Schreins als auch ihre Assoziierungen darstellen. Abbildung 18 ist ein bemerkenswertes mandara, da es das Genre des honji suijaku mandara mit den oben beschriebenen Typen verbindet. [21] In den unteren zwei Dritteln des mandara ist die aus den miya mandara bekannte Umgebung des Kasuga-Schreines ab dem ersten torii mit blühenden Kirschbäumen und japanischen Zedern dargestellt. Die Schreingebäude des Hauptschreins und des Wakamiya-Schrein sind in höchster Präzision und Detailgenauigkeit dargestellt, die wichtigsten Gebäude sind beschriftet und die Landschaft gibt den Eindruck eines Reinen Landes. [22] Der Berg Mikasa erhebt sich halbkreisförmig über dem Schrein mit einer äußerst dichten Vegetation vor dem Hintergrund der Kasuga-Bergkette. Auf der Spitze des Berges steht der heilige Hirsch mit denselben ikonographischen Elementen wie in den shika mandara. Darüber sind abgesetzt von der Landschaft vor einem einfärbigen Hintergrund die einzelnen Kami und honjibutsu dargestellt, wobei in der obersten Ebene Takemikazuchi flankiert von Shaka Nyorai und Fukūkensaku Kannon zu sehen sind und in der Ebene darunter die weiteren honjibutsu über dem mit ihnen assoziierten Kami. In der Mitte Futsunushi mit Yakushi Nyorai, rechts von ihm Ame-no-Koyane mit Jizō Bosatsu und links von ihm Himegame mit Jūichimen Kannon. Diese werden noch von Wakamiya und anderen Kami der Nebenschreine flankiert. Der vorliegende Typus stellt somit neben jenem des Kashimadachi mandara und jenem des suijaku mandara, in dem nur die Kami des Schreines dargestellt sind, einen der wenigen Typen des Kasuga mandara dar, indem Kami in einer anthropomorphen Gestalt zu sehen sind und auf diese nicht mittels Symbolen und Ähnlichem verwiesen wird.

Abbildung 19 stellt schließlich ein honjibutsu mandara dar, indem die honjibutsu der fünf Kami des Kasuga-Kultes gezeigt werden. Hierbei steht Shaka Nyorai in der Mitte mit Jizō Bosatsu und Yakushi Nyorai über ihm und Monju Bosatsu und Jūichimen Kannon unter ihm mit dem Berg Mikasa im obersten Bildteil.

Kasuga myōgō mandara

Als letzter Typus des mandara lassen sich noch die Kasuga myōgō mandara (Abb. 20) nennen. Diese werden zwar nicht als eigener Typus in der Sekundärliteratur aufgeführt, allerdings müssen sie zu den Kasuga mandara gezählt werden und können womöglich am ehesten als eine Variante des miya mandara aufgefasst werden. Wie diese stellen sie die Landschaft von Kasuga mit dem Berg Mikasa im oberen Bereich des mandara dar, allerdings werden nicht wie in den miya mandara die Gebäude des Schreins dargestellt. Die Landschaft in ihren satten Grüntönen gespickt mit japanischen Zedern und blühenden Kirschbäumen hat für den Betrachter vielmehr einen mystischen transzendenten Charakter. Aus der Landschaft erhebt sich in goldenen Schriftzeichen der Name der alle Gottheiten des Tempel-Schrein-Komplexes umfassenden Entität Kasuga Daimyōjin und scheint durch das Leuchten des Goldes die Landschaft zu durchdringen. Da Kasuga Daimyōjin zwar verehrt wurde, allerdings nie einen eigenen Schrein hatte, aber als Kami angebetet wurde, wird bei diesen mandara somit einerseits auf Kasuga Daimyōjin andererseits auf die in ihr zusammengefassten einzelnen Kami des Kasuga-Schrein Bezug genommen.

Verweise

Siehe auch:

Anmerkungen

  1. ten Grotenhuis 1999:2
  2. ten Grotenhuis 1999:3
  3. Tyler 1992:30
  4. Grapard 1992:92
  5. JAANUS o.J.
  6. JAANUS o.J.
  7. Grapard 1992:78, Harris 2001: 168
  8. Grapard 1992:83
  9. Tyler 1992:69
  10. Barnet 2011:69
  11. Tyler 1992:71f
  12. Tyler 1992: 21, 71
  13. ten Grotenhuis 2001:5
  14. Tyler 1992:66
  15. Tyler 1992:39
  16. ten Grotenhuis 1999:153
  17. Harris 2001:162
  18. Oda 2011: 28f
  19. Arichi (2006: 323) meint die buddhistischen Gottheiten seien im unteren Bereich bloß im Sinne eines honjibutsu mandara nach ihrer Bedeutung angeordnet. Da allerdings ihre Anordung eindeutig mit dem Grundriss des Kōfukuji übereinstimmt, schließe ich mich Oda 2011 an.
  20. ten Grotenhuis 1999: 150
  21. Ein reines honji suijaku mandara würde nur das obere Drittel des vorliegenden mandara darstellen.
  22. Harris 2001: 166

Quellen

  • Arichi, Meri (2006). „Sannō miya mandara: The iconography of pure land on this earth.“ Japanese Journal of Religious Studies 33/2, S. 319–347. (Rezension.)
  • Barnet, Sylvan und William Burto (2011). „The Kasuga deer mandala hunt.“ Orientations 42/1, S. 64–72.
  • Grapard, Allan Georges (1992). The protocol of the gods: A study of the Kasuga cult in Japanese history. Berkeley and Los Angeles, Oxford: University of California Press.
  • Ten Grotenhuis, Elizabeth (1999). Japanese Mandalas: Representations of Sacred Geography. Honolulu: University of Hawaii Press. (Rezension.)
  • Harris, Victor (Hg.) (2001). Shintō: The sacred art of ancient Japan. London: The British Museum. (Ausstellungskatalog, BS.)
  • Oda, Akiyuki 織田顕行 (2011). „Kasuga mandara no ichijirei: Iidashi kojinzō kasuga shaji mandara ni tsuite“ 春日曼荼羅の一事例—飯田市個人蔵春日社寺曼荼羅について. Iidashi bijutsu hakubutsukan kenkyū kiyō 21, S. 17–39. (Rezension.)
  • Tyler, Royall (1990). The miracles of the Kasuga deity. (Records of Civilisation 98.) New York: Columbia Univ. Press.