Rezension Kanda 1981

Aus Kamigraphie
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Rezensiertes Werk:

Kanda, Christine Guth (1981). „Kaikei's statue of Hachiman in Tōdaiji.“ Artibus Asiae 43/3, S. 190–208. (Rezension.)


Schwerpunkte in diesem Artikel sind die Hachiman-Statue in Tōdaiji, die Umstände ihrer Entstehung, sowie die künstlerischen Aspekte. Anhand unzähliger Beispiele anderer Hachiman-Statuen und Bilder vergleicht Kanda die Statue in Tōdaiji auf einer künstlerisch-historischen Ebene.

Weiters schweift sie aus zu dem allgemeinen Hachimankult und wie dieser in Verbindung mit Tōdaiji steht. Eine wichtige Frage, die die Autorin bearbeitet, befasst sich mit den Umständen um den Bau bzw. wie es zu der Statue kam.

Kaikeis Statue of Hachiman in Tōdaiji

Während der Kriege der Minamoto und Taira wurden die Tempel Tōdaiji und Kōfukuji durch ein Feuer zerstört. Sie sollten durch die neuen aufstrebenden Künstler bzw. Skulpturbauer wieder erneuert werden, um die kulturelle Eminenz in Nara wieder zu aktivieren.

Dazu zählt die Schule Kei, die viele talentierte Skulpturbauer ausbildete. Dazu zählt auch Kaikei (1180-1220), welcher die meisten Statuen von Kōfukuji und Tōdaiji baute. Diese Aufträge für die Tempel wurden vergeben auf Grund von guten Beziehungen zu Shunjōbō Chōgen, dem Sponsor dieser Projekte (S.190).

Tōdaiji and the Hachiman Cult

In diesem Kapitel geht die Autorin kurz auf die Geschichten um Tōdaiji und den Hachiman Kult ein.

  • Es wird die riesige Bronze-Buddha Statue erwähnt. Sie befindet sich im Tōdaiji und stellt ein Symbol für die Einheit der Religion und des Staates dar. Es war das bis dato größtes Projekt in Japan und wurde als erstes vom Usa Hachiman Schrein unterstützt. 749 war der Höhepunkt mit der Adaption von Hachiman als Schutzgottheit (chinjujin) für Tōdaiji.

Folgen und Einflüsse, die die steigende Prominenz Hachimans in Tōdaiji mit sich brachte:

  • Um 755 erlangten Oga no Tamuramaro (Priester) und Oga no Morime (Pristerin) für kurze Zeit große politische und religiöse Macht.
  • Einige Jahre später versuchte der Mönch Dōkyō die Hachiman Orakel zu seinem Vorteil zu manipulieren.
  • Im 9. Jhd. adaptierten mehrere Tempel Hachiman als Schutzgottheit. In Nara und Kyoto war der Tōdaiji das Vorbild.
  • Der Mönch Gyōkyō hat ebenfalls einen Hachiman Schrein im Nara Tempel errichtet. Er empfing ein Orakel von Hachiman und ließ daraufhin den Iwashimizu Hachiman Schrein erbauen.

Die Autorin erwähnt noch einige weitere Beispiele und endet dieses Kapitel mit den vielen Bildern von Hachiman, die in der Heian-Zeit entstanden sind. Nur wenige haben sich bis heute erhalten. Auf diesen wenigen ist Hachiman in Gestalt eines Buddhistischen Mönchs zu sehen (er hält einen Mönchsstab in der Hand). Der Grund dafür ist die Symbolilk, dass Hachiman den Buddhismus annimmt. Originalabbildungen waren eigentlich mit Rosenkranz und Mönchsstab vorgesehen (S. 190-192).

The Tōdaiji Hachiman

Kaikeis Hachiman Statue ist einzigartig im Vergleich gegenüber anderen Abbildungen dieser Zeit. Die realistisch gehaltenen Proportionen und einige charakteristische Details sollen ein neues Bewusstsein der äußerlichen Erscheinung darstellen. Die Autorin beschreibt unter anderem sehr genau die Kleidung Hachimans, welche ihn als Mönch aussehen lassen soll (ohne Rosenkranz, jedoch mit Mönchsstab).

Charakteristika:

1. Hachiman soll nicht zu „sterblich“ erscheinen - göttliche Darstellung.

  • Statue auf einen Lotus-Potest gesetzt.
  • Mit Heiligenschein am Kopf.

2. Eine starke und untypische Charakteristik für diese Epoche, ist die emotionslose, faltenlose und weiche (wenig scharfe Kanten) Darstellung des Gesichtes Hachimans.

3. Außerdem wurde untypische Technik für Bauweise der Holzstatue verwendet:

  • Kopf und Körper (ein Baumstamm) bestehen aus einer Einheit.
  • Schultern, Hände und Knie sind mit Holzdübel am Baumstamm befestigt.

4. Der Rest des nichtvorhandenen Körpers ist mit roter Kleidung bedeckt.

  • Sie verleiht der Statue die richtige Gestalt.
  • Rot ist eine traditionelle Farbe, sie steht für magische, schützende Fähigkeiten.

5. Untypische Charakteristik sind die naturalistisch gemalten Augen, mit statt Kristall oder Quarz Einlagen.

Jede Statue trägt eine eingravierte Liste der Beteiligten und Spender. In diesem Fall ist es eine sehr lange Liste, beginnend mit der königlichen Familie, den Mönchen von Tōdaiji, den Bauern der Skulptur, usw. (S. 201-203)

Special Circumstances Surrounding the Creation of the Tōdaiji Statue

Bei den meisten Statuen ist die Entstehungsgeschichte unklar. Nicht so bei der Geschichte der Hachiman Statue, welche in einigen verschieden Chroniken erwähnt wird. Es mussten zuerst einige Hindernisse überwunden werden, bis es zum Bau dieser Statue kam.

  • 1188 wollten die Mönche in Tōdaiji ein Bild oder Statue von Hachiman in ihrem Schrein haben (Grund: Zerstörung von 1180).
  • Vergebliche Anfragen im Usa-Hachiman Schrein um ein Bild.
  • Es wurde am kaiserlichen Hof angesucht, aber auch hier traf man auf Ablehnung, aufgrund bisheriger negativer Ereignisse bezüglich anderer zerstörter Schreine.
  • Einige Jahre später wurde wegen Orakeln bzw. Träumen ein neuer Versuch gestartet. Wieder jedoch gab es eineAbsage vom kaiserlichen Hof.
  • Die Mönche erfuhren von der Existenz eines Portraits von Hachiman. Die Schreine Jingoji und Iwashimizu hatten auch ihre Finger im Spiel bezüglich dieses Bildes (Wettkampf zwischen den Schreinen war nicht unüblich). Aufgrund unglücklicher Umstände wurde das Bild nicht übergeben bzw. gespendet. Außerdem galt eine Spende als politisch inkorrekt und so wurde letztendlich Entscheidung für eine Statue getroffen (S.203-206).

Other Statues of Hachiman

Es gibt viele weitere Bilder und Statuen von Hachiman aus dieser Zeit. Beispielsweise gibt es 2 Statuen in Provinz Schreinen welche Hachiman in höfischer Kleidung präsentieren und somit einen Bezug zu Ōjin Tennō herstellen (S.207). Je nach Darstellung und Kontext wurde Hachiman ein wenig anders porträtiert bzw als Skulptur dargestellt, vor allem von den drei Konkurrenten Kaikei, Kokei und Unkei. (S.206-208)

Kommentar

Dieser Artikel bietet viele geschichtliche und künstlerische Aspekte um die Entstehung von Skulpturen und Portraits Hachimans. Vor allem wie die Darstellungen variieren, je nachdem wie sie im Kontext benötigt werden und welche Thematik sie symbolisieren sollen, gestaltet sich sehr interessant.

Die Autorin hat sehr gut mit einer allgemeinen Einführung um den Kult von Hachiman begonnen. Auch die Beschreibung der Tōdaiji Statue und die Vergleiche fand ich sehr interessant und gut erklärt. Das einzige Kapitel das mir ein wenig Probleme bereitete war "Special Circumstances Surrounding the Creation of the Tōdaiji Statue". In diesem Kapitel gab es einige geschichtliche Unklarheiten zu klären, die mir durch die teilweise sprunghafte Art der Erzählweise durch die Autorin nicht ganz so klar hervorgingen. Möglicherweise habe ich dadurch auch etwas falsch verstanden.



Dieser Artikel wurde ursprünglich für das Schwesterprojekt Hachiman-no-pedia verfasst.