Saichō

Aus Kamigraphie
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Historische Persönlichkeit
Name Saichō 最澄
Lebenszeit geb. 767 in Furuichi 古市 (heute Ōtsu 大津市), gest. 822
Titel posthum Dengyō Daishi (伝教大師)
Sonstige Namen Hirono Mitsunoobito 広野 三津首
Funktion, Amt Mönch
Bemerkung Gründer der Tendaishū 天台宗
Saicho.jpg

Saichō 最澄 war ein buddhistischer Mönch, der in Japan die Tendaishū 天台宗 gegründet hat, basierend auf der Tiantai-Schule, von der er während seiner Chinareise lernte. Posthum wurde ihm der Titel Dengyō Daishi 伝教大師 verliehen.

Biographie

Statue aus Holz, die Saichō sitzend zeigt. Sie befindet sich im Besitz des Takano-Schrein, Stadt Tsuyama in der Präfektur Okayama. Erstellt während der Kamakura-Zeit 1283

Saichō 最澄 kam im Jahr Tenpyō 2 (767 u.Z.) in der Ortschaft Furuichi 古市 (heutige Stadt Ōtsu 大津市) der Provinz Ômi 近江国 (heutige Präfektur Shiga 滋賀県) zur Welt, seine Eltern gaben ihm ursprünglich den Namen Hirono Mitsunoobito 広野 三津首.

Mit 12 Jahren trat er dem Provinzialhaupttempel von Otsumi 国分寺近江 bei und fing unter dem Priester Gyōhyō 行表(722–797) zu studieren an. Im Jahr 780 wurde er zum Stellvertreter des Provinzialhaupttempels ernannt und nahm den Namen Saichō 最澄 an, 3 Jahre später erfolgte die Mönchsweihe.

785 bestand er im Tōdai-ji Tempel 東大寺 die Vinayapitaka Prüfung und wurde somit zu einem vollwertigen Mönch. Im selben Jahr noch bestieg er den Berg Hiei 比叡山, wo er sich in der Askese übte und die Tripitaka-Schriften studierte. Dort verfasste er das ganmon 願文 [1]. Bald bildete sich eine Mönchsgemeinschaft am Berg, der später auch als Enryaku-ji 延暦寺 bekannt wurde.

Der Hof näherte sich Saicho an, nachdem die Hauptstadt Japans nach Kyoto (und somit näher zum Berg Hiei) verlegt wurde. Es begann ein Austausch mit den in Nara bestehenden Gemeinschaften. Eine bedeutsame Bekanntschaft machte er mit Wake no Hiroyo 和気広世, der ihn einlud, im Rahmen des Hokkekai 法華会 einen Vortrag im Takaoyama Tempel 高雄山寺 zu halten.

Dank seiner Bekanntheit und gutem Verhältnis zum Hof wurde er nach China entsendet. So reiste er im Jahr 804 mit einer Gesandtschaft von Kyūshū aus nach China. Im Laufe dieser traf er auch Kūkai 空海, was eine zentrale Rolle spielen sollte, den esoterischen Buddhismus zu etablieren. In China angekommen studierte auf dem Berg Tiantai 天台山 Tiantai Zong und Zhenyan, dadurch lernte Saichō über die Tiantai Methoden zur Meditation, Disziplin und orthodoxe Lehre. Des weiteren schrieb er viele buddhistische Werke ab, mit der Absicht sie nach Japan zu bringen. Schließlich begab er sich nach Yuezhou 越州, um noch mehr über den esoterischen Buddhismus zu lernen, der eine immer größere Rolle spielte.

Im Jahr 805 kehrte er nach Japan zurück und gründete in Wadamisaki 和田岬 (Stadt Kōbe 神戸) den Nōfukugokokumitsudera 能福護国密寺 Tempel, kurz Nōfukuji Tempel 能福寺. Dies war der erste dem Mikkyō Buddhismus 密教 (Vajrayana-Buddhismus) geweihte Tempel.

Er strebte nun danach, mit seiner Schule vom Hof anerkannt zu werden, und im Jahr 806 gelang ihm das auch — von dort an durfte er am Berg Hiei jährlich zwei Ordinationen für seinen Tendai Buddhismus 天台法華宗 durchführen.

Nach der Gründung des Tempels reiste er weiter nach Kyôto. Während des Aufenthaltes in dieser Stadt stieg die Zahl der Schriften und Rollen, die er transkribierte, auf 230 Bücher und 460 Rollen (230部460巻) an. Als er heimkehren wollte, erkrankte der Kaiser Kanmu 桓武 (737–806), worauf Saichō an den Kaiserhof begab um für die Genesung des Kaisers zu beten. In dieser Zeit lieh sich Saichō von Kūkai 空海, der mit derselben Gesandtschaft nach China gereist war, das Kengon Sutra 華厳経, das Shittan 悉曇 (Sanskrit Alphabet) und Bücher zum Shingon 真言 Buddhismus aus und studierte diese.

In der Zeit als Saicho esoterischen Buddhismus studierte, verließen viele Tendai Ordinanten den Hiei Berg, um zur Hosso Schule überzugehen, oder esoterischen Buddhismus unter Kūkai zu lernen. Saicho war bewusst, dass er mehr Schüler bräuchte, um seinen Tendai Buddhismus am Leben zu halten, und dass seine Vorstellung von enmitsu itchi (Die Gleichheit von Tendai und esoterischem Buddhismus) weder von der esoterischen Shingon Schule, noch von Kūkai geteilt wurde. Dadurch brachte ein Streit zwischen Saichō und Kūkai aus, der das wechselhafte Verhältnis zwischen Tendai und Shingon in der Heian Zeit prägte.

In den letzten 5–6 Jahren seines Lebens versuchte Saichō, den Platz von Tendai im japanischen Buddhismus zu sichern. In dieser Zeit verfasste er den Großteil seiner wichtigen Werke.

Im Jahr 822, eine Woche nach dem Tod Saichōs, erhielt die Tendai Schule von Kaiser Saga 嵯峨 (786–842) das Recht, eine eigene Ordinationsplattform (戒壇 Kaidan) zu gründen. Während Mönche zuvor noch nach Nara pilgern mussten, hatte der Tempel nun selbst das Recht, eigene Mönche zu weihen.

Tendai-Schule

Die Tendai-Schule (Tendai-shū 天台宗) geht auf die Tiantai Lehre des chinesischen Mönchs Zhiyi (chin. 智顗; 538–597) zurück und wurde durch Saichō in Japan verbreitet.

Die Tendai Schule unterscheidet sich zum traditionelleren Buddhismus in der Annahme, dass jede Person die Möglichkeit habe ein Buddha zu werden und in der Bedeutsamkeit der Sutrentexte. Zhiyi errichtete innerhalb der buddhistischen Schriften eine hierarchische Einteilung von kanonischen Schriften, indem er sie in fünf Stufen klassifizierte. Diese Stufen sollen einen Schritt für Schritt näher an die Erleuchtung heranführen. An oberster Stufe steht das Lotus Sutra (jap. Hokke-kyō 法華経).

Verweise

Anmerkungen

  1. fünf persönliche Grundsätze Saichōs

Literatur

  • Abé, Ryûichi (1995). „Saichō and Kūkai: A Conflict of Interpretations.“ Peer Reviewed Journal 22(1/2), S. 103–137.
  • Groner, Paul (2000). Saichō and the establishment of the Japanese Tendai School: With a new Preface. Honolulu: University of Hawaii Press. (Erste Auflage 1984.)


Externe Links



Dieser Artikel wurde ursprünglich für das Schwesterprojekt Hachiman-no-pedia verfasst.