Tsuchigumo

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Tsuchigumo 土蜘蛛 (oft wird auch die Transkription tsuchikumo gebraucht) kann man wörtlich als „Erdspinne“ übersetzen. Mit diesem Begriff bezeichnete man im japanischen Altertum autochtone Volksgruppen, die sich nicht dem Yamato Kaiserhof 大和朝廷 und der zentralen Macht unterwarfen.

Es gibt zwei Arten der Schreibung, eine sino-japanische: 土蜘蛛, und eine phonetische 都知久母, die beide tsuchigumo gelesen werden. In Kojiki 古事記 (712) und Nihon shoki 日本書紀 (720) findet man beide.


Weitere Bezeichnungen von Tsuchigumo

Laut Echigo fudoki 越後の國の風土記 ist Yatsukahagi 八束脛 oder 八掬脛 eine andere Bezeichnung für Tsuchigumo. Eine weitere Bezeichnung der einheimischen Gruppe die eine ähnliche oder dieselbe Bedeutung hat wie Tsuchigumo ist Kuzu, Saheki 佐伯 und Hayato 隼人. (QUELLE?)

Tsuchigumo in späteren Legenden

Tsuchigumo in der Gespesterenzyklopädie des Toriyama Sekien, 1779

Im Laufe der Zeit änderte sich die Wahrnehmung von Tsuchigumo radikal und in den späteren Legenden werden sie nur noch als spinnenartige Ungeheuer yōkai 妖怪 porträtiert.

Die Erzählung von Tsuchigumo und Minamoto no Raikō

Utagawa Kuniyoshi: Tsuchigumo, Raikō und die "Shi-tennō"

Die berühmteste der späteren Legenden von Tsuchigumo ist die Erzählung von Minamoto no Raikō, der auch unter den Namen Minamoto no Yorimitsu 源 頼光 bekannt ist.

Minamoto no Raikō, der beliebte Held mehreren Japanischen Legenden, untersucht in dieser Erzählung den Vorfall von einem großen mysteriösen Schädel, den man durch die Luft fliegen sieht. Bei der Verfolgung von dem Schädel findet der Held einen Jungen namens Kintaro und beeindruckt von seiner Stärke bringt ihn nach Hause. Nach dem sich die Suche als erfolglos erweist, entscheidet sich Raikō eine Unterkunft für die Nacht zu finden. Nach dem Erwachen krank fühlt er sich krank, wobei Kintaro bei seiner Seite bleibt und ihm täglich Medizin bringt. Raikōs Zustand wird immer schlechter und er beginnt den Jungen zu verdächtigen. Eines Tages wartet er auf Kintaro, der ihm die Medizin bringen soll, überrascht ihn und verletzt. Nachdem der Junge davonläuft erwacht Raikō aus etwas, was als eine mächtige Illusion zu sein scheint und findet sich überdeckt von Spinnenweb. Seine Nachfolger befreien ihn und gehen den blutigen Spuren des Jungen nach bis in die Gebirge. Sie finden aber keinen Jungen, sondern die Leiche einer riesigen Spinne.


Tsuchigumo zōshi, 16.-17. Jh.


Quellen

  • Aoki, Michiko Yamaguchi (Ü.) (1997). Records of wind and earth: A translation of Fudoki with introduction and commentaries.(Monographs of the Association for Asian Studies, Bd. 53.) Ann Arbor, Mich.: Association for Asian Studies.



Dieser Artikel wurde ursprünglich für das Schwesterprojekt Fudokipedia verfasst.