Der Klosterberg Kōya

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Der Klosterberg Kōya

Der Klosterberg KōyaKōya-san 高野山 Klosterberg südl. von Nara; sprituelles Zentrum des Shingon Buddhismus FriedhofPilgerschaftNikkoBekannte Tempel... mehr ist das geistliche Zentrum des Shingon BuddhismusShingon-shū 真言宗 Shingon-Schule, wtl. Schule des Wahren Wortes; wichtigste Vertreterin des esoterischen Buddhismus (mikkyō) in Japan AhnenkultMoencheYamabushiBekannte Tempel... mehr, der zusam­men mit der Tendai SchuleTendai-shū 天台宗 Tendai-Schule, chin. Tiantai YamabushiNikkoBekannte TempelBishamon-ten... mehr zu den bedeu­tendsten buddhis­tischen Strö­mungen des Alter­tums zählt. Der weit­läufige Gebäude­komplex befindet sich in einer abge­le­genen Berg­region südlich von Nara. Wie alle große Tempel­an­lagen besteht auch Berg Kōya aus vielen Ein­zel­tempeln, von denen einige wertvolle Kunst­schätze bergen. V.a. aber beein­druckt der Tempel­berg durch einen riesigen Fried­hof in dessen hinters­tem Teil, dem Oku-no-inOku-no-in 奥の院 wtl. Innerste [Tempel-] Halle; oft auch Mausoleum Bekannte Tempel, sich das Mauso­leum des Tempel­gründers KūkaiKūkai 空海 774–835, Gründer des Shingon Buddhismus; Eigennamen Saeki Mao, Ehrennamen Kōbō Daishi FeuergangShikokuBekannte SchreineFushimiBekannte Tempel... mehr (Kōbō DaishiKōbō Daishi 弘法大師 Ehrentitel von Kūkai ShikokuShotoku TaishiKukaiHeilige... mehr) befindet.

Oku-no-in

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Friedhof Oku-no-in // Friedhofsweg; Tempelberg Kōya // Bild © Simon le nippon, flickr 2009 (letzter Zugriff: 2016/8) // Der Friedhof Oku-no-in auf Berg Kōya, einer der ältesten und größten Friedhöfe Japans, befindet sich inmitten eines alten Zedernwaldes.
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Gorintō // Grabmonumente (Stein) // // Typische Grabsteine (gorintō) aus vormoderner Zeit, entlang der Route zum Mausoleum Kūkais auf Berg Kōya.
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Oku-no-in // Friedhof; Berg Kōya // Bild © Molly Des Jardin, 2008 (letzter Zugriff: 2016/8) // Der Friedhof mit gorintō auf dem Tempelberg Kōya im Morgenlicht.
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Gorintō // Grabmonumente (Stein); Berg Kōya // Bild © MOQOO, flickr 2009 (letzter Zugriff: 2016/8) // Typische Grabsteine (gorintō) aus vormoderner Zeit, entlang der Route zum Mausoleum Kukais auf Berg Kōya.
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Grab der Matsudaira aus Shimabara/Kyūshū // Grabmonumente (Stein); Berg Kōya // Bild © Amy Nakazawa, flickr 2006 (letzter Zugriff: 2016/8) // Grab (gorintō) der Matsudaira auf Berg Kōya.
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Oku-no-in, alte und neue Gräber // Grabmonumente (Stein); Berg Kōya // Bild © Amy Nakazawa, flickr 2006 (letzter Zugriff: 2016/9) // Alte und neue Gräber (gorintō) auf dem Oku-no-in Friedhof auf Berg Kōya.
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Daimyō Familiengrab // Grabmonumente, torii (Stein); Oku-no-in, Berg Kōya // Bild © Amy Nakazawa, flickr 2006 (letzter Zugriff: 2016/8) // Alte Grabanlagen (haka mit gorintō) bedeutender Familien sind oft umzäunt und durch ein Schreintor (torii) zu betreten, wie hier auf Berg Kōya.
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Grabanlage // Grabmonumente, torii (Stein); Oku-no-in, Berg Kōya // Bild © Chantal Dupasquier, flickr 2005 (letzter Zugriff: 2016/8) // Grabanlage (haka mit gorintō) der Daimyō-Familie Shimazu aus Satsuma/Kyūshū auf Berg Kōya.
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Familiengrab der Date // Grabmonument, torii (Stein); Oku-no-in, Berg Kōya // Bild © Chantal Dupasquier, flickr 2005 (letzter Zugriff: 2016/8) // Familiengrab mit gorintō der Date. Die Date waren seit dem berühmten Kriegsherren Date Masamune (1567–1636) die mächtigsten Daimyō in Nordjapan mit Hauptsitz in Sendai.
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Grabanlage // Grabmonument, torii (Stein); Oku-no-in, Berg Kōya // Bild © Chantal Dupasquier, flickr 2005 (letzter Zugriff: 2016/8) // Grabanlage mit gorintō der Daimyō-Familie Matsumoto
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Grabanlage von Yūki Hideyasu // Grab, torii (Stein); Oku-no-in, Berg Kōya // Bild © Lonely Trip, 2007 (letzter Zugriff: 2011/7) // Grab (haka) von Yūki Hideyasu (1574–1607), des 2. Sohns von Tokugawa Ieyasu.
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Kōbō Daishi Kūkai // Statue (Stein); Oku-no-in, Berg Kōya // Bild © Turner, flickr 2007 (letzter Zugriff: 2016/9) // Die Statue befindet sich vor dem Mausoleum Oku-no-in, in dem Kūkai beigesetzt wurde.
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Kannon Bosatsu // Statue, bosatsu (Stein), Detail; Oku-no-in, Berg Kōya // Bild © Mike Murrill, flickr 2007 (letzter Zugriff: 2016/9) // Statue des Kannon bosatsu.
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Jizō umringt von Grabsteinen // Grabmonumente, bosatsu (Stein); Oku-no-in, Berg Kōya // // Auch Jizō bosatsu darf auf Berg Kōya natürlich nicht fehlen. Auch die kleinen Figuren im Vordergrund repräsentieren diesen wichtigsten Erretter der buddhistischen Totenwelt.
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Mausoleumsbrücke (Gobyō no hashi) // Bogenbrücke (Stein); Oku-no-in, Berg Kōya // Bild © Amy Nakazawa, flickr 2006 (letzter Zugriff: 2016/8) // Mönche beim Transport eines rituellen Gegenstandes über die Brücke, die zum Mausoleum Kūkais führt.
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Friedhof im Schnee // Grabmonumente (Stein); Oku-no-in, Berg Kōya // Bild © Edward Faulkner, flickr 2006 (letzter Zugriff: 2016/8) // Auf der linken Seite ist noch einmal das Grab (haka) von Yūki Hideyasu zu sehen.
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Grab für die Namenlosen (muen-botoke) // Grabpyramide (Stein); Oku-no-in, Berg Kōya // Bild © Molly Des Jardin, flickr 2008 (letzter Zugriff: 2016/8) // Muen-botoke bedeutet wtl. „Buddhas (= Verstorbene) ohne Bindung (= Angehörige)“. Meist bezieht sich der Begriff auf abgetriebene Kinder. Jeder Verstorbene ist durch eine kleine gorintō-Stele repräsentiert, manche davon sind mit Lätzchen versehen. Auch einige Jizō-Statuen sind darunter.
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Grabpyramide // Stein, Detail; Oku-no-in, Berg Kōya // Bild © Molly Des Jardin, flickr 2008 (letzter Zugriff: 2016/8) // Grabpyramide aus gorintō für (Kinder-)Seelen ohne Angehörige (muen botoke).
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Moderne Gräber // Grabmonument; Oku-no-in, Berg Kōya // Bild © Trane DeVore, flickr 2006 (letzter Zugriff: 2016/8) // Auch einige moderne Gräber (haka) mit erstaunlichen Grabmonumenten sind auf Berg Kōya zu finden.
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Familientempel der Tokugawa // Tempelhalle; Oku-no-in, Berg Kōya // Bild © Lonely Trip, 2007 (letzter Zugriff: 2011/7) // Die wichtigsten Familien der Edo-Zeit errichteten eigene Familientempel innerhalb der Friedhofsanlage des Kōya-san, allen voran die Tokugawa. Interessanterweise findet sich vor diesem buddhistischen Bauwerk ein torii.
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Oku-no-in bedeutet wtl. der „Innerste Tempel“ und kann u.a. den hintersten (innersten) Bereich einer religiösen Anlage be­zeich­nen. Es handelt sich dabei nicht um das nach außen hin re­prä­sen­ta­tivste Bau­werk, doch verbindet man mit Oku-no-in einen beson­ders heiligen und daher ge­schütz­ten, ab­ge­schirm­ten Raum. Im Fall von Berg Kōya soll der viel­leicht be­deu­tendste Mönch des japa­nischen Bud­dhis­mus, Kūkai, nach wie vor in ewiger Meditation ver­har­rend im Oku-no-in physisch anwesend sein. Ähnlich wie etwa auch in NikkōNikkō 日光 Tempel-Schreinanlage im Norden der Kantō-Ebene, Präf. Tochigi; beherbergt u.a. den Tōshō-gū Schrein Bekannte SchreineNikkoSchreinanlage IseReichseinigung... mehr bezeichnet Oku-no-in hier also die Grab­stätte oder genauer das Mausoleum einer „heiligen“ Figur.

Eine Besonderheit des Oku-no-in von Berg Kōya ist die Tatsache, das sich entlang des Zu­gangs­wegs zu Kūkais Mauso­leum noch andere Gräber scharen, die im Schatten der großen Zedern eine beson­ders weihe­volle Aura um sich verbreiten. Viele Einzel­tempel auf Berg Kōya sind mit der Pflege dieser Gräber beschäf­tigt, es gibt aber auch ein Museum und eine wich­tige buddhis­tische Univer­sität inner­halb der Kloster­anlage.

Prominentengräber

Um dem heiligen Mann Kūkai möglichst nahe zu sein, wurde es bereits in der KamakuraKamakura 鎌倉 Stadt im Süden der Kantō Ebene, Sitz des Minamoto Shōgunats 1185–1333 (= Kamakura-Zeit) HachimanItsukushimaKasugaDaibutsu Statuen... mehr-Zeit unter den Familien des Krieger­adels Brauch, ein Grab auf Berg Kōya zu unter­halten. Oft handelt es sich dabei nicht um wirkliche Gräber sondern um Grab­denk­mäler, d.h. die sterblichen Über­reste sind woanders bei­gesetzt. Diese Praxis wurde bis in die EdoEdo 江戸 Hauptstadt der Tokugawa-Shōgune, heute: Tōkyō; auch: Zeit der Tokugawa-Dynastie, 1600–1867 (= Edo-Zeit); ShichigosanMatsuriPhalluskulteMoencheWuerdentraeger... mehr-Zeit fortgeführt, aus der die meisten Grab­steine auf den obigen Bildern stammen. Kenner der japa­nischen Geschichte finden praktisch auf jedem Grab einen berühmten Namen, wie auch beim Anklicken der obigen Bilder zu erkennen ist.

Die meisten Grabsteine sind im gorintōgorintō 五輪塔 Grabsteinform; „Stupa der Fünf Elemente“ FriedhofGorinto-Stil gestaltet. Besonders auf­fal­lend ist, dass diverse Grab­stätten durch ein toriitorii 鳥居 Torii, Schreintor; wtl. „Vogelsitz“ PhalluskulteOpfergabenBautenBekannte SchreineFushimi... mehr gekenn­zeichnet sind, wie es heute nur noch vor Shinto Schreinen zu finden ist. Die torii dienen hier als Ein­gänge eines speziellen, meist umzäunten Areals, das den Gräbern einer Familie vor­be­halten ist. In der Regel handelt es sich um bekannte Samurai-Geschlechter aus der Edo-Zeit.

Darüber hinaus gibt auf dem Kōya-san auch ein Areal, in dem sich Industrielle und andere An­ge­hörige des modernen „Geldadels“ bestatten ließen. Auch dessen Be­sich­tigung lohnt sich, denn man findet hier die er­staun­lichsten Grab­denk­mäler, unter anderem eines in Form einer Rakete...

Gesamtansicht des Kōya-san (Kōya-san zenzu) // Panoramabild von Hirata Eikichi, Detail. Meiji-Zeit, 1896; 19 x 120 cm // Bild © Japanese Historical Maps, David Rumsey, Berekley (letzter Zugriff: 2011/7) // Oben auf Berg Kōya das Mausoleum Kūkais, im Vordergrund Gräber der Tokugawa und anderer Prominenter aus der Edo-Zeit. Neben den Gräbern sind die Namen der berühmten Verstorbenen eingezeichnet.
Schematische Darstellung der Anlage von Hirata Eikichi, 1896
Bauten/Bekannte Tempel (zurück zum Hauptartikel)
Ikonographie 
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„Der Klosterberg Kōya.“ In: Bernhard Scheid (Hg.), Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 19.1.2013). URL: https://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Bauten/Bekannte_Tempel/Berg_Koya?oldid=32952